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Archer

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Tremorglade

Bite Risk – Kein Entkommen
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Jede Vollmondnacht läuft in Tremorglade gleich ab: Alle Personen ab etwa 14 Jahre begeben sich in Hochsicherheitskäfige, während die Kinder aufpassen, dass diese verschlossen sind, sie Alarmanlagen überprüfen ...

Jede Vollmondnacht läuft in Tremorglade gleich ab: Alle Personen ab etwa 14 Jahre begeben sich in Hochsicherheitskäfige, während die Kinder aufpassen, dass diese verschlossen sind, sie Alarmanlagen überprüfen und ihre Betäubungsgewehre bereitlegen. Denn ab einem bestimmten Alter wird man zu einem Werwolf - wenn auch nur eine Nacht, kann es dennoch gefährlich werden. Sel und seine beste Freundin Elena nutzen diese Nächte meistens, um mit Harold Karten zu spielen. Harold ist der einzige Erwachsene, der immun ist gegen das Werwolfvirus. Doch dann passieren immer mehr mysteriöse Dinge: Ein Summen liegt in der Luft, Tauben greifen einen Teenager an, und Sel und Elena kommen Dingen auf die Spur, die für sie gefährlicher werden als die Werwölfe. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es scheint ...

Das war mal ein echt spannendes Kinderabenteuer! Anfangs glaubt man sich in einer originellen Werwolfgeschichte, doch daraus entwickelt sich so viel mehr, dass ich völlig begeistert bin. Obwohl es auf jugendgerechte Art geschrieben ist, werden richtig viele, gute, auch politische Sachen angesprochen, die der Story eine überraschende Tiefe verleihen, obwohl der Schreibstil sehr locker und lässig bleibt. Sel als Ich-Erzähler ist ein mega sympathischer, tollpatschiger Bursche und seine Freundin Elena ein cleveres, starkes Mädchen. Es wird teilweise gruselig, trotzdem immer humorvoll, weil Sel eine hübsch selbstironische Ader hat und selbst die Wendungen haben schließlich Wendungen. Einzig der etwas übereilte Schluss hätte gern ein bisschen ausgearbeitet werden dürfen. Ansonsten kann ich das Buch nur weiterempfehlen und ich freue mich auf das nächste Abenteuer von Sel und seinen Freunden. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 17.08.2025

True Crime

Nothing more to tell
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Nach vier Jahren weit weg von ihrer Heimat kehrt Brynn für das letzte Schuljahr zurück in ihre Stadt und die alte Schule. Dort begegnet sie auch Tripp wieder, ihrem ehemaligen besten Freund, der damals ...

Nach vier Jahren weit weg von ihrer Heimat kehrt Brynn für das letzte Schuljahr zurück in ihre Stadt und die alte Schule. Dort begegnet sie auch Tripp wieder, ihrem ehemaligen besten Freund, der damals BS über sie erzählt und sie damit schwer gekränkt hatte. Ebendieser Tripp war auch dabei gewesen, als Brynns Lieblingslehrer tot aufgefunden wurde. Heute ist er der beste Freund der anderen beiden Schüler, die den Lehrer fanden, und gehört damit zur beliebtesten Clique. Brynn, die Journalistin werden möchte, gelingt es, einen Praktikantenjob bei einer True-Crime-Firma ergattert, möchte, dass der Tod ihres Lehrers geklärt wird, und dabei findet sie einiges über Leute heraus, von denen sie dachte, sie würde sie kennen ...

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie McManus es schafft, ihre Geschichten irgendwie im Umfeld von Schulen spielen zu lassen, aber dabei doch immer wieder auch neue Geschichten zu erzählen und frische Charaktere zu kreieren. Auch hier gelingt es ihr wieder, falsche Fährten zu legen und das Umfeld spannend zu gestalten. Ich hätte zwar Tripp nicht halb so schnell verziehen, wie es Brynn getan hat und ich hätte mich zumindest ihm gegenüber auch nicht schuldig gefühlt, ihm nichts von dem True Crime Konzept zu erzählen, aber gut, das ist wohl so ein bisschen dem Jugendbuch geschuldet. Wie Brynn den Spuren gefolgt ist und was sich herausgestellt hat, war schon echt cool. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.07.2025

Später

Not Quite Dead Yet
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Jet Mason ist eine junge Frau aus reichem Hause, die sich in ihrem Leben immer mal wieder treiben lässt. Ganz richtig glaubt sie, dass für große, wichtige Dinge ja auch immer noch später Zeit ist. Leider ...

Jet Mason ist eine junge Frau aus reichem Hause, die sich in ihrem Leben immer mal wieder treiben lässt. Ganz richtig glaubt sie, dass für große, wichtige Dinge ja auch immer noch später Zeit ist. Leider ändert sich das an Halloween: Sie wird in ihrem eigenen Haus überfallen, niedergeschlagen und für tot liegengelassen. Doch Jet erwacht im Krankenhaus - nur um zu erfahren, dass sie trotzdem ermordet wurde. Sie hat ein nicht operatives Aneurysma im Kopf, das sie innerhalb der nächsten sieben Tage töten wird. Sie beschließt, endlich einmal im Leben eine Sache richtig durchzuziehen: zu ermitteln, wer ihr eigener Mörder ist.

Gleich vorneweg: Viele sympathische Figuren tauchen in diesem Buch nicht auf und auch mit Jet muss man erstmal warm werden. Doch spätestens, als anfing, Witze über ihren Tod zu machen, wuchs sie mir doch ans Herz. Und Billy - der arme, süße Billy - war von Anfang bis Ende die grünste Flagge, die man sich vorstellen kann. Ein treuer Freund, ein feiner Kerl. Es gab einige typische Holly-Jackson-falsche-Fährten und den ein oder anderen Verdächtigen. Zwar war mir der Täter ab einer bestimmten Stelle (an der man auch wieder irregeleitet werden sollte) klar, allerdings konnte ich mir sein Motiv so gar nicht vorstellen, weshalb ich immer wieder zu zweifeln anfing. Das Ende wurde dann wirklich emotional und hat mich mitgenommen und die Auflösung ... nun ja. Holly neigt immer dazu, ihr Endspiel ein bisschen zu übertreiben. Hier blieb es gerade noch im Rahmen, also alles gut, zumindest für mich. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 09.06.2025

Die letzte Schlacht

Ursula und das V-Team
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Stell dir vor, du wirst zehn Jahre lang auf eine krasse, magische, gefährliche Endschlacht vorbereitet und dann ... geht alles schief. Zuerst verschwinden zwei wichtige Kriegerinnen der kämpferischen Jungfrauen ...

Stell dir vor, du wirst zehn Jahre lang auf eine krasse, magische, gefährliche Endschlacht vorbereitet und dann ... geht alles schief. Zuerst verschwinden zwei wichtige Kriegerinnen der kämpferischen Jungfrauen um Ursula, und diese ist gezwungen, die männliche Jungfrau Adam anzuheuern. Und dann beginnt der krasse, magische, gefährliche Endkampf ... und verpufft. Die Gegner - Geisterhunnen, die Köln vernichten wollen - verschwinden einfach. Das kann es doch nicht gewesen sein? Nein, natürlich nicht. Man nehme einen intriganten Rat, ein magisches Hotel mit einem Elchkopf als Rezeptionist, gefährliche Wesen, die in Katakomben ihr Unwesen treiben, ehemalige Jungfrauen, die bowlen oder Rache schwören und mixe das Ganze ordentlich durch.

Und was entsteht? Ein typisches McDonnell-Potpourri, das zum Lachen, Schmunzeln, Stirnrunzeln und manchmal auch traurig gucken animiert. Unterstützt wird der Autor dieses Mal von seiner Frau Elaine Ofori, die in den meisten Beschreibungen einfach mal glatt unterschlagen wird. (Ein Schelm, der Böses denkt und Rassismusvibes empfängt, weil sie eine Schwarze Frau ist?) Wir haben hier jedenfalls den Auftakt einer Trilogie (?) vorliegen, die mit einer alten Kölner Legende spielt und viel Spaß beim Lesen macht. Der einzige Wermutstropfen, den ich so zum Schluss spürte, war ... nun ja. Der Schluss. Das Auftauchen einer bestimmten Person als Retterin aus einer bestimmten Situation mochte ich persönlich nicht. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, von daher 4.5/5 Punkten und eine Leseempfehlung für Leute, die schrägen, amüsanten Geschichten etwas abgewinnen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 02.05.2025

7 Prozent

Scythe – Der Zorn der Gerechten
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Citra ist jetzt Junior-Scythe Anastasia und sie lebt mit Scythe Curie zusammen, während sich der geflohene Rowan als dunkler Scythe Luzifer einen Namen macht. Er exekutiert Scythe ohne Anstand und Moral. ...

Citra ist jetzt Junior-Scythe Anastasia und sie lebt mit Scythe Curie zusammen, während sich der geflohene Rowan als dunkler Scythe Luzifer einen Namen macht. Er exekutiert Scythe ohne Anstand und Moral. Doch schnell merkt er, dass er lediglich an der Außenfläche des Problems kratzt: Die Scythe der Neuen Ordnung haben einen teuflischen Plan entwickelt. Außerdem gibt es mehrere Anschläge auf Anastasia und Curie. Während sich die Scythe treffen, taucht unvermittelt jemand wieder auf, der tot geglaubt war und plötzlich stehen alle Zeichen auf Sturm. Anastasia und Rowen müssen sich gemeinsam dem Feind stellen, doch ob das reicht? Währenddessen reitet der Thunderhead Greyson immer tiefer in die Bredouille ...

Shusterman ist hier ganz in seinem Element. Er verkauft uns eine Utopie - allen Menschen geht es gut, niemand muss krank sein, selbst das Sterben ist völlig unnötig. Es sei denn natürlich, ein Scythe kommt vorbei und macht bei dir eine Nachlese. Aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering. Aber langsam und auf immer drohendere Art und Weise schleicht sich die Bedrohung, die wir schon im ersten Teil gebannt glaubten, näher und näher, spinnt alles in ein Netz, in dem nicht nur unsere Charaktere irgendwann hilflos zappeln sollen. Das kommt so in etwa der Mitte manchmal ein bisschen gemächlich daher, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Es gibt erschütternde Ereignisse und zumindest mir stand bei einer gewissen Person immer eine Mischung aus Höcke und Trump vor Augen und mir lief es einfach wirklich kalt den Rücken hinunter. Mit anderen Worten: Auch Teil 2 kann richtig punkten und dreht beim Höhepunkt dermaßen dramatisch auf, dass man sicherheitshalber ein Sauerstoffzelt bereitstellen sollte oder einen anwesenden Thunderhead um Hilfe bittet. 4.5/5 Punkten.