„Der Salon. Wunder einer neuen Zeit“ entführte mich eindrucksvoll in die 1950er-Jahre, eine Zeit des Umbruchs und der Hoffnung. Die Geschichte rund um die junge Friseurin Leni, die ihren Traum in München ...
„Der Salon. Wunder einer neuen Zeit“ entführte mich eindrucksvoll in die 1950er-Jahre, eine Zeit des Umbruchs und der Hoffnung. Die Geschichte rund um die junge Friseurin Leni, die ihren Traum in München verwirklichen möchte, ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig. Besonders beeindruckend sind die starken Frauenfiguren, die ihren Weg trotz gesellschaftlicher Hürden gehen – ein inspirierendes Beispiel für Mut und Selbstbestimmung.
Mal etwas anderes ist das Setting im Friseursalon – hier entsteht ein ganz eigener Kosmos voller Lebensgeschichten und kleiner Dramen. Das hat mir sehr gefallen und Lust auf Teil zwei der Reihe geweckt.
Der Schreibstil von Julia Fischer ist lebendig und einfühlsam, so dass ich mich als Leserin sofort in die damalige Zeit versetzt fühlte. Die Mischung aus persönlichen Schicksalen, gesellschaftlichen Veränderungen und einem Hauch von Romantik macht dieses Buch zu einem absoluten Lesehighlight.
Für alle, die historische Romane mit starken Charakteren und einer fesselnden Handlung lieben, ist „Der Salon“ eine klare Empfehlung. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Schon nach wenigen Seiten hat mich Coram House in seinen Bann gezogen. Die Mischung aus düsterer Atmosphäre, unheimlichem Setting und psychologischer Spannung entfaltet eine starke Sogwirkung. Besonders ...
Schon nach wenigen Seiten hat mich Coram House in seinen Bann gezogen. Die Mischung aus düsterer Atmosphäre, unheimlichem Setting und psychologischer Spannung entfaltet eine starke Sogwirkung. Besonders eindrücklich fand ich, wie bildhaft die Autorin die winterliche Landschaft am See in Vermont beschreibt – beim Lesen hatte ich das Gefühl, mitten in dieser beklemmenden Kälte und Einsamkeit zu stehen.
Was mir besonders gefallen hat: Die Hauptfigur ist keine klassische Ermittlerin, sondern eine True-Crime-Autorin, die selbst in einer Lebens- und Schaffenskrise steckt. Das macht die Geschichte für mich erfrischend anders und sehr interessant. Auch das Setting mit dem alten Waisenhaus und den Schicksalen der Kinder hat für eine besondere Tiefe gesorgt. Ich mag es sehr, wenn Geschichten auf mehreren Zeitebenen spielen – hier wird das gekonnt umgesetzt.
Die Spannung steigt stetig, es gibt unerwartete Wendungen, und gleichzeitig geht die Geschichte auch in die Tiefe: Fragen nach Wahrheit, Schuld, Verlust und Gerechtigkeit schwingen immer mit.
Es ist ein eher sanfter Thriller: eher psychologisch und atmosphärisch als nervenaufreibend im Sinne eines Adrenalin-Feuerwerks.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich: Manche Auflösungen wirkten nicht ganz so schlüssig – an einer Stelle hatte ich als Leserin das Gefühl, schneller einen Zusammenhang zu erkennen als die Hauptfigur, und beim Finale hätte ich mir gewünscht, dass gewisse Enthüllungen früher subtiler vorbereitet worden wären. Das hat den Lesegenuss nicht stark geschmälert, war aber der Grund, warum es für mich nicht ganz zur Höchstwertung gereicht hat.
Empfehlung:
Ich empfehle Coram House allen, die psychologisch dichte Thriller mit atmosphärischer Stimmung mögen, gerne auf mehreren Zeitebenen lesen und besondere Figurenkonstellationen schätzen. Wer reine Nervenkitzel-Thriller erwartet, sollte wissen, dass die Spannung hier eher subtil ist.
Fazit:
Ein intensiver, atmosphärischer Thriller mit interessanter Hauptfigur, starkem Setting und gelungenem Mehrzeitebenen-Aufbau. Für mich ein sehr gelungenes Debüt – von Bailey Seybolt möchte ich unbedingt mehr lesen.
Lotte Kirkeby erzählt in diesem Roman die Geschichte einer Frau, die auf ihr Leben, ihre Mutterrolle und die Brüche in ihren Beziehungen zurückblickt. Auf das, was sie getan hat - und was sie hätte tun ...
Lotte Kirkeby erzählt in diesem Roman die Geschichte einer Frau, die auf ihr Leben, ihre Mutterrolle und die Brüche in ihren Beziehungen zurückblickt. Auf das, was sie getan hat - und was sie hätte tun können. Es ist kein klassischer Handlungsroman, sondern eher ein Strom aus Erinnerungen, Beobachtungen und leisen Gedanken.
Die Erzählerin lernen wir dabei als sehr zurückhaltend und distanziert kennen. Dadurch hat sich bei mir ein innerer Abstand aufgebaut, sie ist mir nicht wirklich ans Herz gewachsen und es fiel mir etwas schwer, mich emotional einzulassen.
Trotzdem beeindruckt die Sprache: präzise, poetisch und voller leiser Melancholie. Kirkeby hat ein besonderes Gespür dafür, kleine Gesten und scheinbar nebensächliche Momente in etwas Bedeutsames zu verwandeln.
Besonders berührend fand ich die Szenen zwischen Mutter und Kind. Als Mutter habe ich mich darin wiedergefunden und konnte die Sehnsucht, die Unsicherheiten und das schmerzliche Infragestellen der eigenen Rolle gut nachempfinden. Diese Passagen haben für mich die stärkste emotionale Kraft entfaltet.
Am Ende bleibt vieles bewusst unausgesprochen, was einerseits stimmig wirkt und den nachdenklichen Ton des Romans unterstreicht, mich persönlich aber etwas unbefriedigt zurückgelassen hat. Ich hätte mir eine klarere Annäherung an die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gewünscht, die für mich im Zentrum des Buches steht.
Fazit: Ein stiller, literarischer Roman über Mutterschaft, Erinnerung und das, was unausgesprochen bleibt. Er besticht durch Sprache und Atmosphäre, auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr Nähe und Klarheit gewünscht hätte. Für mich eine lohnende, bewegende, wenn auch nicht vollkommen runde Lektüre.
„Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ ist ein ruhiges, poetisches und sanftes Buch, das trotz des Themas Tod niemals bedrückend wirkt. Im Gegenteil: es hat eine Leichtigkeit, eine Sanftheit, und ...
„Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ ist ein ruhiges, poetisches und sanftes Buch, das trotz des Themas Tod niemals bedrückend wirkt. Im Gegenteil: es hat eine Leichtigkeit, eine Sanftheit, und immer wieder blitzen sogar kleine heitere Momente auf.
Die Geschichte dreht sich um Yeonhwa, die nach dem Tod ihrer Großmutter deren Konditorei erbt. Doch es gibt eine ungewöhnliche Bedingung: Sie darf nur nachts öffnen - und ihre Gäste sind keine gewöhnlichen Kunden, sondern Geister. Jede Begegnung erzählt die Geschichte eines verstorbenen Menschen, voller Sehnsucht, ungelöster Konflikte oder unausgesprochener Gefühle. Diese Geistergeschichten haben mich sehr berührt, denn sie sind voller versteckter kleiner Botschaften für uns Lebende.
Parallel zu den Geschichten der Geister erfahren wir auch mehr über Yeonhwa selbst. Anfangs wirkt sie distanziert und etwas zurückhaltend, doch nach und nach öffnen sich kleine Einblicke in ihre Gefühle, ihre Einsamkeit und die Art, wie sie ihr Leben bisher gelebt hat.
Ein Gedanke, der mir beim Lesen besonders in den Sinn kam, ist der von Søren Kierkegaard: „Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden; es muss aber vorwärts gelebt werden.“ Viele Situationen verstehen die Figuren erst im Nachhinein, während Yeonhwa und die Leser gleichzeitig ermutigt werden, nach vorne zu blicken und das eigene Leben bewusst zu gestalten.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Abschnitte mit ausführlichen Essensbeschreibungen, vielen koreanischen Begriffen und die anfängliche Distanz zu Yeonhwa haben meinen Lesefluss etwas gebremst. Dennoch überwiegt die emotionale Wirkung des Buches, die ruhige Atmosphäre und die warmherzige Erzählweise. Gegen Ende konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen – so sehr hat mich die Geschichte berührt.
Interessant ist auch der kulturelle Hintergrund: In Korea gibt es viele weibliche Schamaninnen, die Mudang genannt werden. Sie gelten als Mittlerinnen zwischen den Welten, führen Rituale durch, nehmen Kontakt zu den Verstorbenen auf und bringen deren Botschaften zu den Lebenden – oft um Trost, Heilung oder Versöhnung zu ermöglichen. Wenn man diesen Hintergrund kennt, kann man Yeonhwas Großmutter und Yeonhwa selbst gut als moderne Schamaninnen sehen. Auch sie öffnen einen besonderen Raum, in dem die Verstorbenen sich zeigen können, übersetzen deren Botschaften und ermöglichen Heilung für die Hinterbliebenen – nur dass ihr „Ritual“ hier aus Teig, Zucker und Wärme besteht. ✨
Insgesamt ist es ein stilles, poetisches Buch, das mit Herz und Feingefühl geschrieben ist. Ich empfehle es allen, die Geschichten über Menschen, Magie und kleine Wunder lieben.
„Mein Leben in deinem“ ist ein angenehmer Wohlfühlroman, der wunderbar lesbar ist und zum Entspannen einlädt. Doch leider zieht sich die Handlung an einigen Stellen ein wenig in die Länge, besonders bis ...
„Mein Leben in deinem“ ist ein angenehmer Wohlfühlroman, der wunderbar lesbar ist und zum Entspannen einlädt. Doch leider zieht sich die Handlung an einigen Stellen ein wenig in die Länge, besonders bis die beiden Hauptfiguren endlich aufeinandertreffen – das passiert aus meiner Sicht zu spät.
Ich hatte aufgrund der Inhaltsangabe erwartet, dass viel mehr Fokus auf dem Erleben des Lebens des jeweils anderen liegt – dass man gleichsam in die Haut der anderen Person schlüpfen kann. Genau das bleibt aber leider eher oberflächlich, was die anfängliche Neugier etwas dämpfte.
Insgesamt gefällt mir die Geschichte, aber im Vergleich zu früheren Werken der Autorin wirkt sie für mich nicht ganz so stark. Eine nette Lektüre für zwischendurch, aber nichts, das ich unbedingt nochmal lesen müsste.