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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein schöner Roman für die dunkle Jahreszeit

Drei Tage im Schnee
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Hannah möchte ihrem Alltag entfliehen und verschafft sich eine kurze Auszeit in einem idyllisch gelegenen Ferienhaus. Dort trifft sie auf Sophie, die sie mit ihrer kindlichen Unbefangenheit beeindruckt. ...

Hannah möchte ihrem Alltag entfliehen und verschafft sich eine kurze Auszeit in einem idyllisch gelegenen Ferienhaus. Dort trifft sie auf Sophie, die sie mit ihrer kindlichen Unbefangenheit beeindruckt. Hannah beginnt ihre Einstellung zum Leben zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Dieses Buch hat mich besonders wegen der wunderschönen Covergestaltung angesprochen. Diese und das Setting der Handlung passen hervorragend in die dunkle Jahreszeit und ich möchte das Buch am liebsten mit einer Tasse Tee eingekuschelt auf dem Sofa genießen.
Das Buch ließ sich gut lesen. Die Autorin hat eine sehr bildhafte Sprache mit vielen Vergleichen aus der Natur verwendet. Grundsätzlich basiert die Handlung auf zahlreichen inneren Monologen, die durch den Naturbezug kurzweiliger wirken.
Die Grundaussage der Geschichte sollte uns alle zum Nachdenken anregen: Es scheint, als würden wir als Kinder noch die Fähigkeit besitzen wahrzunehmen, was uns wirklich erfüllt und dies im Laufe unseres Erwachsenenlebens verlernen. Da bin ich doch froh als Erzieherin zu arbeiten und täglich Sofies zu begegnen, die mich staunend meine Umwelt betrachten lassen.
Das Buch hat mir gut gefallen und ich habe es gerne gelesen. Viele Überlegungen waren nicht neu für mich, sind aber so essentiell, dass ich gerne immer wieder darüber lese. Ein kleiner Kritikpunkt: Sophie hätte in dem Buch mehr Platz einnehmen dürfen. Lange Strecken der Handlung spielen sich im Kopf der Protagonistin ab und ich hätte mir etwas mehr Interaktion gewünscht.
Darüber hinaus ein schönes Buch mit gesellschaftskritischen Aspekten.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Wie kann ich die Wut besiegen?

Anna und die Wut
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In diesem Bilderbuch geht es um Anna, die immer wieder von einer übergroßen Wut überwältigt wird. Diese führt dazu, dass sie sich und andere verletzt und die Kinder sich von ihr abwenden. Lange sucht sie ...

In diesem Bilderbuch geht es um Anna, die immer wieder von einer übergroßen Wut überwältigt wird. Diese führt dazu, dass sie sich und andere verletzt und die Kinder sich von ihr abwenden. Lange sucht sie nach einer Lösung, um mit ihren Gefühlen besser umgehen zu können- Opa hat schließlich die rettende Idee.

Christine Nöstlinger beschreibt ein Mädchen mit starken Gefühlen. In meinem Arbeitsalltag als Erzieherin begegnen mir immer wieder solche Kinder und ich beobachte häufig, wie schwer es für die betreffenden Kinder auf der einen Seite, aber auch für die Gesamtgruppe auf der anderen Seite ist, solchen Situationen zu begegnen. Hier braucht es viel Fingerspitzengefühl, den Kindern gute Handlungsoptionen aufzuzeigen und einer Ausgrenzung entgegenzuwirken.
Ich denke, dieses Bilderbuchs bietet eine tolle Möglichkeit den Kindern auf spielerische Art und Weise näher zu bringen, dass es auch andere Kinder gibt, die von Zeit zu Zeit von einer großen Wut überwältigt werden und das es Möglichkeiten gibt mit diesem Gefühl umzugehen. Es geht nicht darum die Wut zu verurteilen, sondern darum, einen Ausweg aufzuzeigen.

Daher finde ich, dass dieses Buch nicht nur für "wütende Kinder", sondern für alle Kinder toll geeignet ist, um Verhaltensweisen ihrer Mitmenschen verstehen zu können und nach Lösungen und Hilfestellungen zu suchen.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Alma
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Alma erlebt eine komplizierte Kindheit. Der Vater als engste Bezugsperson ist nur sporadisch präsent und verschwindet dann wieder ins Ungewisse. Die Beziehung zur Mutter spielt eine untergeordnete Rolle. ...

Alma erlebt eine komplizierte Kindheit. Der Vater als engste Bezugsperson ist nur sporadisch präsent und verschwindet dann wieder ins Ungewisse. Die Beziehung zur Mutter spielt eine untergeordnete Rolle. Konflikte mit den Großeltern machen den Umgang schwierig. Und dann tritt plötzlich Vili in das Leben der Familie, im Gepäck eine eigene, wiederum komplizierte Herkunftsgeschichte. Das Erinnern an die eigene Herkunft und Kindheit der Protagonistin ist zentrales Element der Erzählung.

Klappentext und Coverillustration haben mich total angesprochen und ich habe mir viel von diesem Roman versprochen. Leider haben sich meine Erwartungen kaum erfüllt.

Das grundsätzliche Thema vom Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Herkünfte mit realem Bezug ist gut getroffen und die Problematik wird deutlich. Leider ist der Erzählstil sehr sperrig und ich hatte Schwierigkeiten in einen guten Lesefluss zu kommen. Es gibt nur sehr wenig wörtliche Rede, aber gerade die Dialoge empfand ich als starke Elemente.

Viele realen Bezüge verblieben bei Andeutungen und ich habe über weite Strecken mehr Klarheit erwartet und hätte mir diese gewünscht.
Für Kenner der jugoslawisch/ italienischen Geschichte des 20. Jahrhunderts mag sich einiges eher erschließen. Für mich war das leider nichts.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Starke Frauen suchen ihren Weg

Was vor uns liegt
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Der Klappentext hat mich total angesprochen und ich finde es wundervoll, ein Buch, das einstmals auf dem Index stand, in Form einer Neuauflage zu würdigen und ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Der Klappentext hat mich total angesprochen und ich finde es wundervoll, ein Buch, das einstmals auf dem Index stand, in Form einer Neuauflage zu würdigen und so ins Heute zu holen.

Der Roman handelt von jungen Frauen, die im Grimaldi in Rom leben, ihren Studien nachgehen und versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden. Die Charaktere sind unterschiedlich, es eint sie aber ein unbedingtes Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Ich habe mich mit dem Buch über lange Strecken recht schwer getan. Die Perspektiven wechseln rasant; häufig trennt nur ein Absatz die unterschiedlichen Erzählstränge und es braucht erst einige Zeilen, um Orientierung zu finden. Dabei waren einige Passagen ziemlich langatmig und konnten mich nicht fesseln. Die Vielzahl der abgebildeten Charaktere macht es schwierig eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Kapitel sind extrem lang.

Die Idee hinter der Geschichte finde ich gut und mir gefällt die Emanzipation der Handelnden, die sicher nicht gewöhnlich für die dargestellte Zeit war, aber die Umsetzung hätte für mich griffiger sein dürfen.

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