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Veröffentlicht am 24.09.2025

Hat mir endlich wieder gefallen

What happens at the Lake
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Normalerweise kann ich mich bei Vi Keeland auf humorvolle Dialoge und dieses was-sich-neckt-das-liebt-sich verlassen. In letzter Zeit war’s aber eher so ein „hm, nett, ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Normalerweise kann ich mich bei Vi Keeland auf humorvolle Dialoge und dieses was-sich-neckt-das-liebt-sich verlassen. In letzter Zeit war’s aber eher so ein „hm, nett, aber nicht wow“. Und ja, wenn auf dem Cover schon wieder nur ein aalglatter Anzugträger gestanden hätte, wäre der Reiz vermutlich gar nicht so groß gewesen. Zum Glück sah "What Happens at the Lake" anders aus. Kleinstadt, Seeidylle und ein miesepetriger Nachbar? Genau mein Ding.

🔎 Worum geht’s?

Josie flieht nach einer Tragödie aus New York und erbt ein Häuschen am idyllischen Laurel Lake. Dort wird sie sofort von einer Horde neugieriger Nachbarn adoptiert, alle nett, alle hilfsbereit, alle ein bisschen zu interessiert an ihrem Leben. Nur einer sticht heraus, - Fox. Ehemaliger Eishockeystar, grumpy und so verschlossen wie ein Tresor. Josie ist Sonnenschein pur, was ihn natürlich maximal nervt und genau deshalb knistert es zwischen den beiden wie bei einem Kabelbrand.

🧠 Meine Meinung:

Schon der Anfang hat mich an das erinnert, was ich an Vi Keeland früher so geliebt habe, bissige Wortgefechte, dieses Grumpy trifft Sunshine, einfach herrlich. Josie ist süß, optimistisch, manchmal fast schon zu gut für die Welt, und Fox, na ja, nennen wir’s mal „knackarschig mit Herz“. Ich hatte sofort Virgin River-Vibes. Ein Dorf, in dem jeder jeden kennt und man seine Privatsphäre am besten gleich am Ortseingang abgibt. Ich habe mich direkt pudelwohl gefühlt.
Aber☝️, die spicy Szenen. 🙄 Leute, ganz ehrlich, diese Superhengst-Momente nerven mich einfach nur. Immer dieses „größer, härter, besser“, als ob das der einzige Schlüssel zur Leidenschaft wäre. Das wirkte unnatürlich. Ich hab’s einfach überblättert und mir gedacht: „Okay, Fox, bleib bitte einfach beim Brummen und Kuscheln, das reicht völlig.“ Zum Glück waren diese Szenen nicht so dominant, sonst hätte ich schneller zugeklappt, als Fox gucken kann. Auf der anderen Seite ist das aber auch einfach Vi Keeland. 🤷🏻‍♀️
Dafür hat mich die emotionale Seite positiv überrascht. Josie und Fox sind eben nicht nur Klischee-Grumpy-Sunshine. Beide haben ihre Päckchen zu tragen, und die Themen Verlust, Neubeginn und Vertrauen wurden sensibel rübergebracht. Klar, das Grundgerüst ist Schema F, aber hey, manchmal will ich genau das, ein Buch, das mich zum Schmunzeln bringt, ein bisschen Herzschmerz liefert und mich am Ende mit feuchten Augen, aber einem guten Gefühl zurücklässt.

✅️ Fazit:

What Happens at the Lake ist wie ein gemütlicher Mädelsabend mit viel Gelächter, ein paar Tränen und ein bisschen zu viel Prosecco. Macht aber Spaß, auch wenn nicht alles perfekt ist. Wer Kleinstadt-Tratsch, grummelige Kerle mit weichem Kern und spritzige Dialoge liebt, sollte hier unbedingt reinschauen. Nur bei den spicy Szenen empfehle ich: Augen zu und durch (oder wie ich, einfach drüber hinweglesen).

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Nach unserer eigenen Art vorgelesen, gut!

Ahoi! Alle an Bord und Leinen los!
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als erstes hat mich das Cover sofort angesprochen. In Kürze wird mein viertes Enkelkind geboren, und sein Zimmer steht ganz im Zeichen der Unterwasserwelt. Da passt ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als erstes hat mich das Cover sofort angesprochen. In Kürze wird mein viertes Enkelkind geboren, und sein Zimmer steht ganz im Zeichen der Unterwasserwelt. Da passt das Buch optisch wie thematisch wunderbar hinein. Außerdem wollte ich es vor allem mit dem älteren Bruder (2,5 Jahre) gemeinsam lesen, da er schon jetzt eine erstaunliche Fantasie entwickelt. Alles, was rund und flach ist, wird bei ihm kurzerhand zum Rasen- oder Staubsaugerroboter. Diese Kreativität finde ich sehr gut und möchte sie auch bewusst fördern.

🔎 Worum geht’s?

Im Mittelpunkt steht ein Vater, der sich um den Haushalt kümmern muss, während dem Kind langweilig ist. Aus dieser Situation entspinnt sich ein fantasievolles Abenteuer. Der Kleine baut sich aus Möbeln und Dekoration ein Schiff. Bevor es in See sticht, braucht es natürlich eine Schatzkarte. Schnell sind die Rollen verteilt: Papa wird zum Matrosen, das Kind ist der Kapitän. Gemeinsam begegnen sie wilden Tieren, stellen sich Gefahren und meistern mutig alle Abenteuer.

🧠 Unsere Meinung:

Besonders überzeugt haben mich die wunderschönen Illustrationen. Sie sind detailreich, farbenfroh und begeistern nicht nur mich, sondern auch die Kinder. Schwieriger war allerdings das Vorlesen. Die Geschichte besteht nicht aus einem durchgehenden Fließtext, sondern  ausschließlich aus Sprechblasen. Diese sind recht kurz und manchmal abgehackt, was den Erzählfluss stört. Hinzu kommen Wörter wie z.B. Poopdeck, Klüver oder Wantenspanner. Zwar werden sie vorne erklärt, tauchen aber im Alltag eines Kleinkinds kaum auf. Meinem Enkel waren sie fremd und daher wenig zugänglich. Man merkte deutlich, dass ihm meine freie, ausgeschmückte Erzählweise mit Geräuschen, lebendigen Betonungen und eigenen Worten besser gefiel als das strikte Vorlesen. So wurde das Buch für uns schließlich zu einem interaktiven Erlebnis, das die Fantasie anregt und uns beide aktiv ins Spielen bringt.

✅️ Fazit:

Ahoi, alle an Bord und Leinen los ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das durch seine Illustrationen und die Möglichkeit zur kreativen Gestaltung besticht. Für kleine Zuhörer kann die Lektüre in der Originalform jedoch sperrig sein, gerade wegen der kurzen Sätze und ungewohnten Fachbegriffe. Es eignet sich daher besonders für Eltern und Großeltern, die Freude daran haben, Geschichten frei und lebendig zu erzählen, statt sich eng am Text zu halten. Dann kann es zu einem gelungenen Vorlese- und Mitmachbuch werden, das kleine Abenteurer begeistert. In der Form gefällt es uns sehr gut.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Überraschend gut

Von hier aus weiter
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Buch kam als Überraschungspost vom Verlag. Eigentlich hätte ich es vielleicht gar nicht zur Hand genommen, denn „Kat & Easy“ von Susann Pásztor hatte mich damals ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Buch kam als Überraschungspost vom Verlag. Eigentlich hätte ich es vielleicht gar nicht zur Hand genommen, denn „Kat & Easy“ von Susann Pásztor hatte mich damals nur mittelmäßig begeistert. Entsprechend war ich skeptisch. Aber manchmal sind es ja gerade die skeptisch gestarteten Bücher, die dann am Ende überraschen.

🔎 Worum geht’s?

In "Von hier aus weiter" geht es um Marlene, die nach dreißig Jahren Ehe plötzlich Witwe ist und das nicht unbedingt gut erträgt. Zwischen Wut, Rückzug und dem Gefühl, dass alles sinnlos ist, hängt sie fest. Erst, als ein alter Bekannter als Klempner wieder in ihr Leben tritt, kommt Bewegung ins Spiel.

🧠 Meine Meinung:

Mir gefiel besonders dieser Mix aus traurigem Thema und humorvollen Momenten. Schon die erste Szene auf der Toilette bei der Beerdigung ist herrlich absurd: eklig, ja, aber auch so lustig, dass ich lachen musste. Überhaupt mag ich es, wenn ernste Geschichten durch Humor leichter werden. Die angeheiratete Familie rund um Marlene ist zwar ziemlich eigen, aber trotzdem liebenswert, weil man im Laufe der Geschichte  merkt, dass sie es eigentlich nur gut meinen. Die zusätzliche Geschichte rund um Jack und Ida mochte ich auch und lädt förmlich dazu ein,  weitererzählt zu werden. Das Ende kam überraschend. War jetzt zwar kein echtes Highlight für mich,  aber dennoch sehr unterhaltsam und deutlich besser, als ich nach meiner Skepsis erwartet hatte.

✅️ Fazit:

Eine kleine Überraschung, die sich gelohnt hat. Warmherzig, skurril und mit genug Humor, um auch schwere Themen leicht(er) zu machen. Keine große Offenbarung, aber definitiv ein Buch, das man gerne liest und den Raum lässt, auch noch eine andere Geschichte (Jack & Ida) weiterzuerählen.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Herzerwärmend, aber etwas zu kurz

Freitags um fünf
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Bei dieser Geschichte hatte ich sofort das Gefühl, das wird ein Herzensbuch, ein Jahreshighlight. Cover gesehen, Klappentext gelesen und schon war es um mich geschehen. ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Bei dieser Geschichte hatte ich sofort das Gefühl, das wird ein Herzensbuch, ein Jahreshighlight. Cover gesehen, Klappentext gelesen und schon war es um mich geschehen. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen.

🔎 Worum geht’s?

Bundeskanzler Ernst Meister trifft zufällig auf die zehnjährige Emma, als er sich im Kanzleramt verläuft. Sie spielen Murmeln und aus einer spontanen Begegnung wird ein fester Termin, "freitags um fünf". Zwischen Murmelrunden lernt Meister, was im Leben wirklich zählt.
Als Emma plötzlich nicht mehr erscheint, merkt er, wie wichtig sie ihm geworden istnund macht sich auf die Suche nach ihr.

🧠 Meine Meinung:

Kaum hatte mich die Geschichte ganz für sich gewonnen, war sie auch schon vorbei. Mit rund 160 Seiten ist sie schnell gelesen, vielleicht zu schnell. Für den Preis hätte sie gerne etwas länger sein dürfen. Nicht nur aus Kostengründen, sondern vor allem, weil ich gerne mehr Zeit mit dieser berührenden Handlung verbracht hätte.

Bundeskanzler Ernst Meister begegnet zufällig der zehnjährigen Emma, die völlig in ihr Murmelspiel vertieft ist. Für sie ist er kein Kanzler, kein Politiker, einfach nur ein Mensch. Emma begegnet ihm offen, direkt, unbefangen. Genau das bringt ihn zum Innehalten. Zwischen Sitzungen, Terminen und politischen Entscheidungen findet er sich Woche für Woche bei ihr wieder. Sie spielen Murmeln, reden ehrlich miteinander, teilen stille Momente, nichts Spektakuläres und doch geschieht etwas Großes.

Auch die Nebenfiguren tragen dazu bei, dass die Geschichte so warm wirkt. Herr Schnute z.B., den mochte ich irgendwie gleich.
Gespannt war ich vor allem darauf, mehr über Emmas familiären Hintergrund zu erfahren. Man merkt früh, dass dort etwas nicht stimmt. Gleichzeitig fragt man sich, wie ein zehnjähriges Mädchen so oft unbeaufsichtigt sein kann, ohne dass es jemandem auffällt. Diese Frage schwingt zwar immer mit, steigert aber auch die Neugier. Ob das realistisch ist, lasse ich dahingestellt, doch bei dieser Geschichte konnte ich darüber hinwegsehen, was vor allem an der besonderen Beziehung zwischen Ernst und Emma liegt. Die beiden zusammen sind einfach herzerwärmend, auch wenn ich finde, dass die Geschichte insgesamt zu kurz geraten ist.

Thomas Montasser erzählt eine ruhige Geschichte, die auf der einen Seite wie eine Komödie wirkt und erheitert, auf der anderen Seite aber auch traurig ist und Werte vermittelt. Er erinnert daran, was wirklich zählt: Freundschaft, Mitgefühl, füreinander da sein, schlicht Menschlichkeit.
Oder, wie es auf Seite 159 so schön heißt:

> „Manchmal genügt eine kleine Murmel, um die ganze Welt auf den Kopf zu stellen.“

✅️ Fazit:

Ein feines, warmherziges Buch, das mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht hat. Hätte, für mich,  gerne länger sein dürfen

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Hat Spaß gemacht

Eine von uns
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❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Als mir dieses Buch vorgeschlagen wurde, musste ich nicht lange überlegen, es klang spannend und hat mich sofort neugierig gemacht.

🔎 Worum geht’s?

Nachdem Ginas Haus ...

❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Als mir dieses Buch vorgeschlagen wurde, musste ich nicht lange überlegen, es klang spannend und hat mich sofort neugierig gemacht.

🔎 Worum geht’s?

Nachdem Ginas Haus abgebrannt ist, steht ihr Leben auf dem Kopf. Zum Glück nimmt ihre alte Freundin Annie Gina und deren Familie vorübergehend in ihr wunderschön renoviertes Haus auf, da sie selbst im Urlaub ist. Doch dann taucht eine Frau namens Mary auf, die sich als Haushälterin ausgibt, und Gina beginnt zu zweifeln. Etwas stimmt nicht. Bald holen sie Erinnerungen an eine dunkle Nacht ein, die sie längst verdrängt hatte. Doch das ist erst der Anfang.

🧠 Meine Meinung:

Schon früh hatte ich eine Ahnung, was es mit Mary auf sich haben könnte und trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich fragte mich ständig, habe ich recht oder täusche ich mich? Die Geschichte entwickelt eine starke Sogwirkung, die einen immer wieder zum Weiterlesen drängt.
Marys Sohn Tyler bringt zusätzlich eine seltsame, beklemmende Stimmung ins Geschehen. Zwar hatte die Geschichte zwischendurch Momente, in denen sie ins Stocken geriet, doch die Grundspannung blieb weiterhin erhalten.
Interessant fand ich auch die kleinen, eingestreuten Sätze, bei denen ich nie sicher war, sind sie wichtig oder sollen sie mich nur in die Irre führen? Atmosphärisch wirklich stark. Einziger Kritikpunkt, - nicht alles wirkte perfekt durchdacht, aber komischerweise störte es mich hier nicht, weil ich gar keine Zeit hatte länger darüber nachzudenken. Die Geschichte war einfach zu fesselnd, um loszulassen. Und dann kam noch ein letzter Twist, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.

✅ Fazit:

Ein atmosphärischer Thriller mit psychologischem Tiefgang und einem unerwarteten Finale. Hat mir Spaß gemacht!

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