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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein Buch, das fesselt und fordert

Katabasis
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Dies war mein drittes Buch von R.F. Kuang und wie immer hat sie mich tief beeindruckt. Ich hatte etwas in Richtung „Babel" erwartet, und obwohl man die Werke vergleichen kann, ist Katabasis auf eine ganz ...

Dies war mein drittes Buch von R.F. Kuang und wie immer hat sie mich tief beeindruckt. Ich hatte etwas in Richtung „Babel" erwartet, und obwohl man die Werke vergleichen kann, ist Katabasis auf eine ganz eigene Weise faszinierend. Dieses Buch braucht Zeit, und genau das sollte man ihm auch geben, denn es entfaltet seine Wirkung langsam, aber unglaublich intensiv. Es ist ein echtes Slow-Burn-Erlebnis, aber keine Geschichte, die man wegen der Romantik liest.

Erzählt aus Alices Sicht in der dritten Person, ist es sprachlich anspruchsvoll, durch und durch akademisch und zugleich unglaublich atmosphärisch. Kuang erschafft eine dichte, fast greifbare Stimmung, in der Themen wie Sexismus, Machtmissbrauch, Philosophie, Religion, Naturwissenschaften, Aufopferung und existenzielle Fragen miteinander verwoben sind. Ich mochte, wie sie komplexe Konzepte erklärt, ohne dass man sich je verloren fühlt, alles wirkt nachvollziehbar, klug und tiefgründig.

Alice verkörpert internalisierte Misogynie, was sie zu einer faszinierenden, aber auch unangenehmen Figur macht. Gerade deshalb hätte ich mir zusätzlich eine Auseinandersetzung mit Rassismus gewünscht, denn als chinesische Frau in der westlichen Akademia wäre diese doppelte Marginalisierung unglaublich spannend gewesen.

Besonders überrascht hat mich der Humor, trocken, intelligent und genau richtig dosiert. Ich musste mehrmals wirklich lachen, obwohl das Buch insgesamt düster, schwer und von emotionaler Tiefe geprägt ist. Ich habe gelacht, geschluckt, war schockiert und hatte Tränen in den Augen.

Besonders der Mittelteil war für mich emotional am stärksten, während das Ende etwas zu abrupt kam und mir der letzte Wow-Moment fehlte. Trotzdem liebe ich, wie Kuang Intellekt, Gefühl und subtile Romantik zu einem vielschichtigen, dunklen und wunderschönen Gesamtwerk verwebt. Katabasis ist keine klassische High Fantasy, aber dafür ein einzigartiges, kluges Stück Dark Academia, das noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Herbstbuch mit Herz

Rewitched
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Die Geschichte hat mich von Anfang an total abgeholt. Durch die Ich-Perspektive war ich sofort nah bei Belle und konnte ihre Gefühle und Emotionen greifbar miterleben. Sie ist eine Figur, die ich unglaublich ...


Die Geschichte hat mich von Anfang an total abgeholt. Durch die Ich-Perspektive war ich sofort nah bei Belle und konnte ihre Gefühle und Emotionen greifbar miterleben. Sie ist eine Figur, die ich unglaublich sympathisch fand, erfrischend anders, weil sie nicht wie in so vielen Fantasy-Büchern eine Jugendliche ist, sondern eine 30-jährige Frau, die mitten im Leben steht. Das hat dem Buch für mich eine ganz neue Note gegeben.

Das Tempo der Geschichte war genau richtig, insgesamt eher schnell, sodass ich mich nie gelangweilt habe. Besonders schön fand ich, dass die Liebesgeschichte zwar da ist und mich an einigen Stellen zum Schmunzeln gebracht hat, aber nicht in den Vordergrund gerückt ist. So konnte ich mich viel mehr auf Belle, ihre Prüfungen und die Magie konzentrieren. Die Nebencharaktere waren außerdem lebhaft und haben für mich das Gefühl vermittelt, wirklich Teil dieser kleinen Hexenwelt zu sein.
Die Atmosphäre war cozy, auch wenn es einige actionreiche Szenen gab, die Spannung hineinbrachten. Vor allem das Setting im Herbst, in Belles Wohnung mit ihrer besten Freundin und der Katze, dazu der Arbeitsplatz in der Buchhandlung, das war einfach perfekt. Ich konnte mich sofort dorthin träumen.

Der Schreibstil war angenehm und leicht zu lesen, sodass ich die Seiten nur so verschlungen habe. Auch wenn das Magiesystem nicht völlig neu erfunden wurde, hatte die Geschichte ihren ganz eigenen Charme und ein paar spannende Ansätze, die sie von anderen Hexen-Büchern abgehoben haben. Insgesamt also ein wirklich schönes Leseerlebnis, das perfekt in die Jahreszeit passt.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Ein Krimi voller Charm und Spannung

Death at Morning House
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Dieses Buch hat mich richtig gefesselt. Erzählt wird aus Marlowes Ich-Perspektive, und man spürt sofort, wie sympathisch sie ist. Ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar. Am meisten haben mich ...

Dieses Buch hat mich richtig gefesselt. Erzählt wird aus Marlowes Ich-Perspektive, und man spürt sofort, wie sympathisch sie ist. Ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar. Am meisten haben mich der Schreibstil und der Humor überzeugt. Sie machen das Lesen leicht, unterhaltsam und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Besonders schön fand ich außerdem, dass Marlowe zwischendurch direkt die Leser/innen anspricht. Das verleiht der Geschichte einen charmanten Ton, ohne aufgesetzt zu wirken.

Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeiten: Zum einen die Gegenwart auf der abgelegenen Insel, zum anderen die Vergangenheit der Villa in den Dreißigern. Dieser Aufbau gibt der Geschichte viel Tiefe und macht sie besonders spannend, weil sich Stück für Stück erschließt.

Auch die anderen Charaktere wachsen einem ans Herz. Die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe ist sehr schön und macht viele Szenen lebendig. Die Lovestory bleibt im Hintergrund, wodurch das Buch trotzdem ein schnelles und flüssiges Tempo hat.

Die Ermittlungen treten erst nach der Hälfte stärker in den Vordergrund, wer auf klassische Krimis mit vielen Hinweisen hofft, könnte hier etwas anderes erwarten. Trotzdem ist die Handlung nie vorhersehbar und hat diese Mischung aus Humor, Gusel und Geheimnis, die richtig Spaß macht.

Insgesamt ist es ein spannendes und unterhaltsames Buch, das man kaum aus der Hand legen möchte.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Ein intelligenter Thriller mit Sogwirkung

Der Da Vinci Code
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Die Geschichte startet direkt mit Spannung und wird von Seite zu Seite intensiver. Erzählt wird aus der dritten Person mit wechselnden Perspektiven, was die Handlung noch undurchschaubarer macht.
Niemand ...

Die Geschichte startet direkt mit Spannung und wird von Seite zu Seite intensiver. Erzählt wird aus der dritten Person mit wechselnden Perspektiven, was die Handlung noch undurchschaubarer macht.
Niemand zeigt sofort sein wahres Gesicht. Jeder Charakter wirkt, als würde er etwas verbergen, selbst die, die man eigentlich sympathisch findet.

Robert Langdon ist ein ruhiger, kluger und angenehm sachlicher Charakter. Seine Gedanken beim Lösen der Rätsel sind nachvollziehbar und spannend zugleich.
Die Story entwickelt sich rasant. Kaum wurde ein Geheimnis gelöst, wartet schon das nächste.

Besonders spannend ist, dass die Kapitel sehr kurz sind und oft mit Cliffhangern enden. Das sorgt dafür, dass man immer weiterlesen muss, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist leicht zugänglich, aber trotzdem klug und durchdacht. Er passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte, die gleichzeitig mysteriös, geschichtlich aufgeladen und voller geheimer Codes ist.

Besonders gefallen haben mir die Themen des Buches: Geheimbünde, Heidentum, Kunstgeschichte, religiöse Ursprünge und unterschwellige Kritik am Patriarchat. Ein Teil der Auflösung ließ sich erahnen, aber das große Ganze kam völlig überraschend.
Dieses Buch ist ein Pageturner, wie man ihn sich wünscht.

⚠️ Im Buch wird das Wort „Zigeuner" verwendet - ein Begriff, der heute als abwertend und diskriminierengilt und nicht mehr genutzt werden sollte. ⚠️

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein Buch, das alles richtig macht

The West Wind – Reich aus Licht und Dornen (The Four Winds 2)
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„The West Wind" von Alexandria Warwick konnte mich richtig begeistern. 💚 Ich hatte anfangs echt
Angst, dass die Geschichte in eine Richtung geht, die ich nicht cool gefunden hätte - so nach dem Motto: ...

„The West Wind" von Alexandria Warwick konnte mich richtig begeistern. 💚 Ich hatte anfangs echt
Angst, dass die Geschichte in eine Richtung geht, die ich nicht cool gefunden hätte - so nach dem Motto: religiöse Frauen sind nicht selbstbestimmt oder müssen ihren Glauben für einen Mann aufgeben.

Aber das ist zum Glück nicht passiert.
Ich selbst bin nicht religiös, aber ich konnte mich total gut und schnell in Brielles Gedankenwelt hineinversetzen. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Werte und ihr Glaube wurden so einfühlsam beschrieben, dass ich komplett mitfühlen konnte.

Der Schreibstil war super angenehm und flüssig, ich war total schnell in der Geschichte drin. Das Worldbuilding war nicht mega detailreich, aber das hat mich gar nicht gestört - ich hatte trotzdem die ganze Zeit ein klares Bild im Kopf. Besonders schön fand ich, wie mit Geschlechterrollen gespielt wurde.
Nichts mit Klischees, sondern im Gegenteil: sehr reflektiert und angenehm modern.

Was mich total gefreut hat: Die Protagonistin ist übergewichtig und das wird weder romantisiert noch problematisiert - einfach realistisch und erfrischend.

Die spicy Szenen waren wie im ersten Band richtig gut geschrieben. Es wurde offen und respektvoll mit Körperlichkeit umgegangen, inklusive Intimbehaarung und den richtigen Begriffen für Vulvalippen etc.

Ich war auch echt positiv überrascht, als zwei queere Nebencharaktere aufgetaucht sind und einer der Hauptcharaktere sogar eine queere Vergangenheit hatte. 🫶🏻

Das Buch hat sich teilweise ein bisschen lang angefühlt, aber es war nie langweilig. Der Fokus liegt ganz klar auf der Liebesgeschichte und der Entwicklung der Figuren, aber Action gibt's auch genug. Und der Epilog war wieder ein ganz süßes Highlight!

Die Bände sind zwar unabhängig lesbar, aber ich würde trotzdem empfehlen, mit Band 1 anzufangen.
Für alle Romantasy-Fans echt ein Must-Read💫

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