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Veröffentlicht am 26.09.2025

Frostige Abenteuer, die das Herz wärmen

Fjolla, Hüterin der Schneelande
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Schneesturm im Wohnzimmer! So fühlt es sich an, wenn man mit Fjolla durch die Seiten wirbelt. Dieses Buch hat uns reingesogen wie ein Polarwind, und meine Tochter und ich saßen nebeneinander auf dem Sofa, ...

Schneesturm im Wohnzimmer! So fühlt es sich an, wenn man mit Fjolla durch die Seiten wirbelt. Dieses Buch hat uns reingesogen wie ein Polarwind, und meine Tochter und ich saßen nebeneinander auf dem Sofa, mit Kakao und Decke, und haben uns gegenseitig laut vorgelesen. Sie lacht immer, wenn ich die Eisbären zu tief röhrend spreche – angeblich klingt das wie mein Schnarchen. Ich behaupte: künstlerische Freiheit!

Die Story ist ein Mix aus kuschligem Wohlfühl-Fantasy und echtem Nervenkitzel. Fjolla ist nicht nur ein starkes Mädchen, sondern auch herrlich wild, warmherzig und unerschrocken. Drifa, die Polarfüchsin, hat sich sofort einen Platz im Herzen meiner Tochter gesichert. Während sie jedes Mal "Awww" gerufen hat, musste ich eher bei den frostigen Stürmen und geheimnisvollen Eisschichten die Stirn runzeln – so eine Gänsehaut-Atmosphäre funktioniert eben nicht nur draußen im Winter, sondern auch drinnen beim Lesen.

Was uns richtig gefallen hat: das Teamwork zwischen Fjolla, Yuki und Aubin. Wir haben jedes Mal geraten, wer wohl den nächsten guten Einfall hat oder wer über sich hinauswächst. Mein Töchterchen war Team Yuki, ich eher Team Fjolla – logisch, Papa muss ja den Heldenbonus verteidigen.

Zwischendurch haben wir die Nase aus dem Buch gehoben und durchs Fenster geschaut, nur um festzustellen, dass unser kleiner Garten definitiv zu wenig Eismagie hat. Und keine Eisbären. Aber die Sehnsucht nach Winterabenteuer war sofort da.

Ein Buch wie gemacht für kalte Tage: spannend, magisch, voller Naturwunder und Humor. Es wärmt das Herz, auch wenn draußen der Wind pfeift. Unser Fazit: Fjolla ist nicht nur Hüterin der Schneelande, sondern jetzt auch Hüterin unserer Leseherzen.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Zwischen Safran, Straßenprotesten und Herzklopfen

Im Herzen der Katze
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Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt ...

Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt an nichts Böses, und plötzlich stolpert man in eine Mischung aus Familiengeschichte, politischem Brennglas und poetischem Fiebertraum. Das liest sich wie eine Erinnerung, die man nie selbst hatte, die sich aber trotzdem in die eigene Haut brennt.

Die Autorin zieht einen zwischen Südfrankreich und Iran hin und her, und ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, mit ihr im Taxi zu hocken oder am Esstisch der Tanten zu sitzen. Diese Bilder sind so plastisch, dass du fast den Duft von Safran und gegrilltem Fleisch in der Nase hast. Und dann wieder dieser Cut – Proteste, Straßendemonstrationen, die Gewalt der Sittenpolizei. Zack, Herzklopfen, Schweißhände. Es ist diese Spannung zwischen Wärme und Bedrohung, die den Text so krass lebendig macht.

Humor blitzt immer wieder durch, manchmal still, manchmal bissig, als wollte Khayyer sagen: „Ja, das Leben ist ernst, aber wer den Witz darin nicht sieht, hat schon verloren.“ Und genau das rettet einen beim Lesen, weil die Schwere sonst wie Blei auf die Brust drückt.

Was mich echt beeindruckt hat: Sie stellt große Fragen – Zugehörigkeit, Freiheit, Mut – ohne dass man sich belehrt fühlt. Stattdessen wird man reingezogen, denkt mit, fühlt mit, stolpert mit. Am Ende sitzt man da, schließt das Buch und weiß: Dieses Herz der Katze schlägt auch in mir nach. Keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist verdammt große Kunst.

Fazit: Politisch, persönlich, poetisch – und trotzdem so nahbar, dass man beim Lesen eher einen Roadtrip mit einer Freundin als eine schwere Lektüre erlebt. Für mich ganz klar: fünf Sterne und ein dickes „Wow“.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Wenn ein Buch swingt wie eine Jam-Session

The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz
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Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt ...

Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt es, hier rebelliert der Jazz. Peter Kemper nimmt einen mit auf eine Tour durch hundert Jahre Musikgeschichte, die eigentlich gar nicht nur Musikgeschichte ist, sondern pure Zeitgeschichte mit Trompete, Saxophon und einem Haufen Energie. Wer dachte, Jazz sei bloß eine schräge Begleitung zum Rotwein-Schwenken, der sollte sich anschnallen.

Kemper schreibt, als säße er mitten in einer verrauchten Kellerbar, während Archie Shepp mit dem Saxophon die Wände zum Wackeln bringt. Leidenschaft tropft aus jeder Seite, man spürt förmlich, wie eng Jazz mit der Geschichte der Afroamerikaner verwoben ist – mit all ihrem Schmerz, Widerstand und der ewigen Suche nach Freiheit. Und ja, manchmal ist das Buch so intensiv, dass man es fast wie eine Jam-Session lesen muss: mal langsam, mal voller Speed, immer mit der Gefahr, den Faden zu verlieren, nur um dann an einer ganz anderen Stelle wieder mitten reinzuschlittern.

Die vielen Abbildungen und Fotos sind nicht nur Beiwerk, sondern wirken wie kleine visuelle Bassläufe, die den Text aufpeppen. Ein „Jazzbuch, wie es noch keines gab“? Könnte man sagen. Ich sage: Es ist ein Manifest, das aufzeigt, warum Jazz nie einfach nur Musik war, sondern immer auch ein Aufschrei, eine Geste, ein rebellischer Beat gegen Ungerechtigkeit.

Am Ende klappt man das Buch zu und hat das Gefühl, gerade selbst auf einer Bühne gestanden zu haben – verschwitzt, euphorisiert, mit wummerndem Herzen. Und denkt sich: Verdammt, das war keine Lektüre, das war ein Solo. Standing Ovations von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Monster, Magie und jede Menge Chaos – Suri rockt!

Suri, die Monsterjägerin
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Monster, Magie und jede Menge Chaos – das ist ungefähr die Kurzfassung von dem, was Suri und ich (okay, streng genommen meine Nichte und ich) hier erlebt haben. Wir haben uns diesen Comic geschnappt und ...

Monster, Magie und jede Menge Chaos – das ist ungefähr die Kurzfassung von dem, was Suri und ich (okay, streng genommen meine Nichte und ich) hier erlebt haben. Wir haben uns diesen Comic geschnappt und sind sofort in eine Welt reingestolpert, in der man nie weiß, ob gleich ein Katzengeist auftaucht, ein goldener Faden Ärger macht oder ein Riesenmonster laut brüllt. Und das Beste: Man kann gar nicht aufhören zu lesen – oder vorzulesen, in meinem Fall. Meine Nichte saß mit leuchtenden Augen neben mir und hat jedes Panel verschlungen, während ich innerlich gehofft habe, dass unser Wohnzimmer nicht gleich von echten Monstern übernommen wird.

Suri ist eine Hauptfigur mit richtig Feuer im Hintern: frech, mutig, ein bisschen stur und genau die Sorte Charakter, die man sofort ins Herz schließt. Sie ist nicht nur eine Erzählerin von Monsterabenteuern, sondern will selbst mittendrin sein – und dieser Drang macht sie so herrlich unberechenbar. Ich fand’s genial, wie viel Witz und Charme in die Dialoge gesteckt wurde. Manche Sprüche haben mich so erwischt, dass ich laut lachen musste (meine Nichte fand das eher peinlich, aber egal).

Die Zeichnungen? Absolut grandios! Düster, verspielt, detailverliebt – und trotzdem so klar, dass Kinder locker mitkommen. Man merkt einfach, dass das eine Graphic Novel ist, die nicht nur unterhalten, sondern auch in eine richtig schräge, fantastische Welt entführen will. Besonders die Katzengeister fand ich genial creepy. Meine Nichte hingegen schwärmte natürlich sofort von Suris riesigem, lauten Freund. Typisch.

Alles in allem: Ein turbulentes Abenteuer mit Herz, Humor und ganz viel Fantasie. Perfekt für Kids, die in Geschichten eintauchen wollen, aber genauso spaßig für Erwachsene, die beim Vorlesen plötzlich merken, dass sie selbst genauso gefesselt sind. Ich sage mal so: Wenn Suri noch weitere Monster bändigen will, sind wir definitiv wieder mit dabei!

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Hoffnung, die heller brennt als das Leid

Hoffnung im Leid
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Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine ...

Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine Situation, die man keinem wünscht. Zwei Kinder, beide mit einer unheilbaren Krankheit geboren, beide viel zu früh gestorben. Schon beim Lesen zieht es einem das Herz zusammen. Und doch – da ist diese unfassbare Hoffnung, die sich wie ein heller Faden durch das Dunkel zieht.

Was mich dabei so gepackt hat: Sie schreibt ehrlich, ohne fromme Floskeln, aber auch ohne sich im Selbstmitleid zu baden. Sie geht mit Gott ins Ringen, schreit, fragt, zweifelt – und zeigt damit, dass echter Glaube nicht aus glatten Antworten besteht, sondern aus einer Beziehung zu einem Gott, der wirklich trägt. Dieses Buch ist kein „Alles wird gut“-Ratgeber, sondern ein „Da ist Hoffnung, auch wenn alles zusammenbricht“.

Besonders stark fand ich, wie sie ihre Geschichte mit Hiob verbindet. Der Typ aus der Bibel, der wirklich alles verloren hat, ist plötzlich nicht mehr bloß eine uralte Figur, sondern so greifbar, dass man fast meint, mit ihm am Feuer zu sitzen. Und mittendrin: Gottes Herz, das größer ist als jeder Schmerz.

Ich habe beim Lesen gelacht, geweint und immer wieder gestaunt, wie ehrlich und gleichzeitig tröstlich Worte sein können. Für Christen ist das Buch eine tiefe Ermutigung, weil es zeigt: Wir haben einen Gott, der nicht nur am Sonnenschein interessiert ist, sondern der mitten im Leid bleibt. Für alle, die Gott vielleicht nicht kennen, ist es ein starkes Zeugnis, dass Glaube eben nicht Weltflucht bedeutet, sondern Erdung mitten im Chaos.

Fazit: Kein leichter Lesesnack, sondern ein ehrlicher, tiefgehender Wegbegleiter für dunkle Täler. Absolut empfehlenswert – nicht, weil es Leid schönredet, sondern weil es Hoffnung großschreibt.

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