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Veröffentlicht am 14.12.2025

Miss Marple gepaart mit Trotzkopf

Tatort Kettenhofweg
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Helga Lindemeyer ist seit mehr als einem Jahr Witwe und lebt im Frankfurter Kettenhofweg mit ihrem Dackel Karlchen. Ihre beschauliche Wohngegend gerät in Aufruhr als am 15.8.1994 in der gegenüberliegenden ...

Helga Lindemeyer ist seit mehr als einem Jahr Witwe und lebt im Frankfurter Kettenhofweg mit ihrem Dackel Karlchen. Ihre beschauliche Wohngegend gerät in Aufruhr als am 15.8.1994 in der gegenüberliegenden Villa 6 Leichen gefunden werden. Bereits davor hat Helga dort immer wieder leichtbekleidete junge Frauen in und vor der Villa beobachtet. Da sie sonst keine weiteren Hobbys pflegt, hat sie sich angewöhnt aus ihrem Erkerzimmer die Menschen auf ihrer Straße zu beobachten. Verdächtig kam ihr so manch einer vor. Was sie aber nun erfährt, bringt ihr Weltbild über den Kettenhofweg völlig ins Wanken …..
Helga kann man als neugierig, hartnäckig und manchmal auch eigensinnig beschreiben. Irgendwie hat sie mich an Miss Marple erinnert. Sie hat einen Plan und setzt diesen auch ohne wenn und aber um. Sie kann mit Gegenargumenten dabei überhaupt nicht umgehen und wer mit ihr befreundet ist, wie Erika, Isolde und Rosa, der muss schon so einiges einstecken können. Das mitzuerleben war manchmal sehr lustig und manchmal wirkte es auf mich einfach nur konstruiert. Dass Helga Jahrzehnte nicht bemerkt hat, was im gegenüberliegenden Haus vorgeht, konnte ich nicht glauben. Steht das doch im krassen Gegensatz zu ihrer sonst so aufmerksamen, ja aufdringlich neugierigen Art. Darum hielt sich bei mir auch die Spannung in Grenzen. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

erst ganz am Ende kam Spannung auf

Die weiße Nacht
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Lou Faber ist eine junge Fotografin, die jetzt in der Nachkriegszeit um zu überleben händeringend nach Abnehmern für ihre Fotos sucht. Bei ihren Streifzügen durch das noch immer vom Krieg gezeichnete Berlin ...

Lou Faber ist eine junge Fotografin, die jetzt in der Nachkriegszeit um zu überleben händeringend nach Abnehmern für ihre Fotos sucht. Bei ihren Streifzügen durch das noch immer vom Krieg gezeichnete Berlin findet sie in einer Ruine eine tote Frau. Die liegt im Schnee und wirkt mit ihren gefalteten Händen wie aufgebahrt. Bevor sie die Polizei verständigt, macht Lou noch einige Fotos von der Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt die Ermittlungen und Marianne Melzer, so heißt die Tote, wird nicht die einzige zur Schau gestellte Leiche bleiben. Die Presse spricht bald vom Ruinenmörder…
Der Krimi spielt in den ersten Nachkriegsjahren in Berlin und es gelingt der Autorin den zu der Zeit herrschenden Mangel an Wohnraum, an Nahrung und dem Aufblühen des Schwarzhandels anschaulich in die Handlung einfließen zu lassen. Nicht nur die Bevölkerung, auch die Behörden, in diesem Fall die Polizei, müssen versuchen trotz der vielen Widrigkeiten und fehlendem Personal die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Und dann ist da noch die Kälte. Es ist ein eisiger Winter und Heizmaterial kaum noch zu finden. Das hat die Autorin alles sehr anschaulich vermittelt, wobei diese Beschreibungen sich im Buch vielfach ähneln und wiederholen.
Dann gibt es auch noch Kapitel, die vom Kriegsgefangenen Gregor berichten. Den konnte ich bis zum Schluss nicht in den Krimi einordnen. Aber sicher wird er in den folgenden Teilen zunehmend eine Rolle spielen. Denn am Schluss setzt die Autorin und das hat dann bei mir auch etwas Spannung gebracht, viele Cliffhanger, die Neugier auf weitere Bücher mit Lou und König wecken.
Insgesamt betrachtet hatte ich mir mehr Spannung erhofft und gebe daher nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

es zieht sich hin

Wolfskälte
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Eilean Eadar, eine abgeschiedene Insel vor Schottland, ist unwirtlich und trotzdem leben hier etwas mehr als 200 Menschen. Vor 3 Wochen ist ein junger Mann tödlich verunglückt. Mord oder Selbstmord? Um ...

Eilean Eadar, eine abgeschiedene Insel vor Schottland, ist unwirtlich und trotzdem leben hier etwas mehr als 200 Menschen. Vor 3 Wochen ist ein junger Mann tödlich verunglückt. Mord oder Selbstmord? Um das zu untersuchen, kommen zwei Polizisten aus Glasgow auf die Insel, Georgina Lennox, genannt George, und ihr älterer Kollege Richard Steward. Hier Ermittlungen zu führen ist keine leichte Aufgabe, denn die Einwohner sind eine verschworene Gemeinschaft und Leute vom Festland werden mit Argwohn betrachtet. Einzig Kathy MacKinnon, die Postmeisterin der Insel, kümmert sich rührend um die beiden Inspektoren. In meinen Augen war Kathy nicht nur fürsorglich, ich fand sie aufdringlich und konnte kaum Sympathien für sie entwickeln. Aber eines zeichnete sie aus: sie wusste alles über die Insel und ihre Bewohner. Irgendwie hat jeder Inselbewohner auf mich mürrisch gewirkt und krampfhaft darauf gehofft, dass die beiden Ermittler bald wieder von der Insel verschwinden.
Die Autorin hat es gut verstanden, die unwirtliche Natur auf der Insel schildern. Die Kälte, die Nässe, die unwegsamen Pfade und vor allem die abweisende Bevölkerung. Nur leider ziehen sich diese Ausführungen sehr lang hin. Da ist Ausdauer beim Leser gefragt, ehe sich im letzten Drittel des Buchs endlich Puzzleteile an die richtige Stelle setzen und das Inselgeheimnis Gestalt annimmt. Erst ab da kam bei mir etwas Spannung auf. Unglaublich was da auf der abgeschiedenen Insel, wo wegen der eingeschränkten Möglichkeiten jeder auf jeden angewiesen ist, sich für eine zwanghafte Verbindung zwischen Menschen entwickelt hat. Kann es so etwas wirklich geben? So ganz überzeugt hat mich die Geschichte nicht. Von mir gibt’s darum auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Spannung ausbaufähig

Gift
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Das Cover hat mich angesprochen, wie auch die Kurzbeschreibung. Nur leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es lag in meinen Augen daran, dass der Autor die privaten Probleme der Hauptfiguren zu ...

Das Cover hat mich angesprochen, wie auch die Kurzbeschreibung. Nur leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es lag in meinen Augen daran, dass der Autor die privaten Probleme der Hauptfiguren zu sehr ausgeweitet hat. Chefkommissar Elliði hält zwar große Stücke auf Dora und Rado, jedoch sind die beiden wegen der Bewältigung ihrer privaten Probleme gar nicht zu 100% einsetzbar. Dora hat nach wie vor seit dem Mordversuch an, ihr gesundheitliche Probleme und kann ihrer Wahrnehmung nicht immer trauen. Rado dagegen hat mit familiären Problemen zu kämpfen. Selbst der Chef Elliði spricht dem Alkohol mehr zu als ihm zuträglich ist. Es hat sich in mir nach dem Lesen des Buchs der Eindruck verfestigt, dass Island von Bandenkriminalität beherrscht wird und die Polizei dem fast machtlos gegenübersteht. Außerdem scheint dort jeder von irgendeiner Droge abhängig zu sein oder psychische Probleme zu haben. Der eigentliche Fall mit den Drogentoten ist dabei ins Hintertreffen geraten, so dass bei mir leider kaum Spannung aufgekommen ist. Im Gegensatz zum ersten Band, kann ich hier leider nur 3 Lese-Sterne geben.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

konnte mit mich Hauptfigur nicht anfreunden

Die Farbe des Schattens
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Dieser Krimi führt den Leser in die Wendezeit nach Mecklenburg-Vorpommern. Hauptkommissar Arno Groth hat sich nach Jahren als Ermittler in Hamburg in seine alte Heimat, Wechtershagen, versetzen lassen. ...

Dieser Krimi führt den Leser in die Wendezeit nach Mecklenburg-Vorpommern. Hauptkommissar Arno Groth hat sich nach Jahren als Ermittler in Hamburg in seine alte Heimat, Wechtershagen, versetzen lassen. Es gibt dafür einen Grund. Noch immer hat Groth den Unfalltod seiner Tochter nicht verarbeitet. Wie ihm diese Arbeit als Aufbauhelfer Ost dabei helfen soll, weiß er selbst nicht. Überhaupt ist er in meinen Augen ein zerrissener Mensch, der keinen Plan für sein weiteres Leben hat.
Als Groth und seine Kollegen nach dem 11jährigen Matti Beck suchen hatte ich den Eindruck, dass Groth völlig unstrukturiert an die Suche geht und das als Ermittlungsleiter. Er arbeitet weitere Schritte heraus, vergisst dann aber sie zu verfolgen und umzusetzen. Für mich war dieser Mann völlig inkompetent und fehl am Platz. Spannung habe ich da kaum gespürt. Es war eher Unwillen gegenüber seinem Verhalten, der bei mir aufgekommen ist. Das zog sich dann auch durch das gesamte Buch. Einzig die Schilderungen zu der sozial schwachen Wohngegend mit den Menschen, die keine Perspektive sehen nach der Wiedervereinigung, wo jeder Bewohner anders damit umgeht, habe ich als realitätsnah empfunden. Nur hatte das mit dem Fall nur indirekt zu tun und hat auch nicht für Spannung bei mir gesorgt, so dass ich insgesamt nur 3 Lese-Sterne vergebe.

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