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Veröffentlicht am 14.10.2025

Unentschlossen

Furye
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Das Cover deutet schon auf das Kernproblem, das das Buch aus meiner Sicht hat.

Es geht um Alec, erfolgreiche Musikmanagerin in der Großstadt, die dank eines Anrufs in ihre Vergangenheit zurückgezogen ...

Das Cover deutet schon auf das Kernproblem, das das Buch aus meiner Sicht hat.

Es geht um Alec, erfolgreiche Musikmanagerin in der Großstadt, die dank eines Anrufs in ihre Vergangenheit zurückgezogen wird. Zurück in ihrem Heimatort wird sie bald von Erinnerungen an den Sommer, als sie 17 war, eingeholt.

So wirklich kann sich die Autorin nicht entschieden, worin es in ihrem Buch gehen soll. Den Sommer der ersten großen Liebe. Entscheidungen, die wir treffen und die uns ein Leben lang verfolgen. Die alles entscheidende Freundschaft dreier Mädchen auf der Schwelle zum Frausein. Die Probleme zwischen Männern und Frauen, von denen so einige Leserinnen ein Liedchen trällern können werden.

Jedes Thema für sich genommen hätte einen ganzen Roman füllen können. So ist es eine wilde Mischung, die keinem der Temen den ihm zustehenden Raum bieten kann.

Zudem ist Alec auch eine nicht gerade sympathische Figur, deren Entscheidungen und Handlungen nicht immer nachvollziehbar und freundlich wirken.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten, aber lange nachhallen wird es eher nicht.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Effekt verfehlt

Dr. No
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Percival Everett hat ein unglaubliches Talent, mit Worten umzugehen und tiefgründige Bedeutung dahinter zu verstecken. Mit "James" und "Die Bäume" hat er mir den Kopf gesprengt (im positiven Sinne), aber ...

Percival Everett hat ein unglaubliches Talent, mit Worten umzugehen und tiefgründige Bedeutung dahinter zu verstecken. Mit "James" und "Die Bäume" hat er mir den Kopf gesprengt (im positiven Sinne), aber diesmal war es zu viel.

Wala Kitu, eine Matheprofessor, der sich mti Theorien rund um das "Nichts" beschäftigt, wird von einem schwarzen Multimilliradär engagiert, um genau das zu tun. Das Nichts aus Fort Knox zu stehlen. Begleitet wird er dabei von seinem einbeinigen Hund, seiner hübschen Kollegin Eigen und Bösewicht-Girl Victoria.

Den James Bond-Effekt hat er perfekt eingefangen, keine Frage. Wir haben alles, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. Vielleicht liest sich der Roman deshalb so ernüchternd, weil er die leere Hülle entlarvt, die er darstellt.

Daneben geht es um sehr viel (wortgewandtes) Nichts, das massive Kritik an Amerika, Rassismus, Klimaverbrechen und vielen mehr (von dene ich vermutlich nicht einmal die Hälfte zur Gänze wahrgenommen, geschweige denn verstanden habe).

Denn das ist irgendwie auch mein großes Problem mit diesem Buch: ich verstehe kaum die Hälfte von dem, was Herr Everett schreibt. Was normalerweise okay wäre, wenn mich der Rest unterhalten würde (auf irgendeiner Art und Weise) und ich am Ende nicht das Gefühl hätte, dass es so überhaupt keinen Unterschied gemacht hat, dass ich das alles nicht verstanden habe!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Das Monster hinter der Fassade

Bestie
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Der Titel des Buches spielt ebenso wie seine Figuren mit der Wahrnehmung des Lesenden: Monster oder beste Freundin? Wer ist gemeint?

Delia sucht eine neue Bleibe für einen Neuanfang und dabei sind ihr ...

Der Titel des Buches spielt ebenso wie seine Figuren mit der Wahrnehmung des Lesenden: Monster oder beste Freundin? Wer ist gemeint?

Delia sucht eine neue Bleibe für einen Neuanfang und dabei sind ihr beinahe alle Mittel recht. Als Lilly bewirbt sie sich bei Influencerin Anouk für ein WG-Zimmer und bekommt es dank einiger Missverständnisse. Doch auch bei Anouk ist nicht alles so wie es nach außen hin wirkt. Kann aus dieser Konstellation eine Freundschaft erwachsen oder drohen ihre Geheimnisse früher oder später, die Beziehung zu zerstören? Wie weit sind beide bereit zu gehen?

Joana June scheint zu wissen, wovon sie schreibt. Die Autorin ist selbst ziemlich erfolgreich auf Instagram unterwegs und weiß deshalb genau, wie Anouks Alltag aussieht.

So nimmt sie uns mit in eine Welt, in der mehr Schein als Sein herrscht und Freundschaften nie ohne Hintergedanken und Nutzen geschlossen werden. In diese Welt will auch Lilly eintauchen, um Anouks Kontakte zu nutzen und ihrem Ziel als Bühnenautorin näher zu kommen. Verkompliziert wird das Ganze durch die Männerwelt und die Lügen, auf denen alles gründet.

Sympathisch ist mir keine der Figuren, dafür bleiben sie aber perfekt unperfekt. Die Autorin schafft es sehr gut, die Ecken und Kanten der Figuren in Szene zu setzen, um ihnen Tiefe zu verleihen.
Und doch versucht sie für meinen Geschmack, zu viele Themen unterzubringen. Allein der Einblick in die Untiefen des Social Media-Starlebens hätte mir schon gereicht. Der Roman hätte genug Raum geboten, um die scharfen Kanten dieser dunklen Seite auszuloten. Doch das hat ihr offensichtlich nicht gereicht. Und dadurch hat sie mich leider etwas verloren.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Perspektivwechsel

Im Leben nebenan
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Bei lebensverändernden Entschiedungen spielt man ja gerne mal im Kopf durch "Was wäre, wenn...?". Und welche Entscheidung wäre für eine Frau tiefgreifender als die, ob man ein Kind möchte oder nicht. Anne ...

Bei lebensverändernden Entschiedungen spielt man ja gerne mal im Kopf durch "Was wäre, wenn...?". Und welche Entscheidung wäre für eine Frau tiefgreifender als die, ob man ein Kind möchte oder nicht. Anne Sauer spielt dieses Szenario in ihrem Debut auf kreative Weise durch.

Toni lebt mit ihrem Freund in der gemeinsamen Wohnung, seit Monaten versuchen sie schwanger zu werden. Bis hin zur künstlichen Befruchtung versuchen sie alles, doch nix funktioniert. Während sie noch darüber nachdenkt, aufzugeben, wacht sie eines Morgens als Antonia auf. Auf dem Bauch liegt ihr neugeborenes Baby Hanna, in der Tür steht Anton, ihre Jugendliebe und offenbar mittlerweile ihr Ehemann.

Grundsätzlich haben mir diese Perspektivwechsel gefallen. Anne Sauer erzählt in einer bildschönen Sprache und baut sehr passende Übergänge ein. Die Thematik wird aus (fast) allen Bickwinkeln betrachtet und man merkt, dass hier eine Frau am Werk ist, die sich selbst schon ausgiebig mit dem Thema befasst hat.

Und doch ist mir der Kontrast zwischen Toni und Antonia nicht stringent genug, denn in Antonia steckt ja trotzdem immer noch Toni. Und das Ende lässt mich dann letztlich leider etwas zu ratlos zurück.

Insgesamt ist "Im Lebene nebenan" also für mich ein Erstling mit Laufschwierigkeiten. Den Namen Anne Sauer sollte man sich aber auf jeden Fall merken.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Astro-Nonsens

Stars
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Das Buch gewinnt viel durch seine glänzende Aufmachung, dieses Cover war für mich der ultimative Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Danach kam die Ernüchterung, beim Lesen.

Carla verdient ...

Das Buch gewinnt viel durch seine glänzende Aufmachung, dieses Cover war für mich der ultimative Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Danach kam die Ernüchterung, beim Lesen.

Carla verdient sich nebenbei was, indem sie als Cosmic Charlie Horoskope erstellt. Genau dieser Nebenjob war es ürbigens auch, der sie das Philosophiestudium gekostet und sie zu einem öden Job im Möbelversandhandel verdammt hat. Bis ein unerwartetes Ereignis sie dazu bringt, den Job zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen.

Dieses Astrothema war es eigentlich, das mich so für dieses Buch gewonnen hat, mein Interesse geweckt hat. Gemeinsam mit dem unerwarteten Geldgeschenk hatte das viel Potential für Action und Spannung.
Stattdessen wird das Geld im Schrank begraben, gemeinsam mit dem Drive der Story. So plätschert die Erzählung vor sich hin, das Astro-Thema wirkt auf mich zudem austauschbar.

Die angebliche Erfolgsgeschichte vom rasanten Social Media-Aufstieg ist beliebig und hätte ihr mit jedem anderen Thema genauso passieren können.

So bleibt das Buch relativ mittelmäßig, einzig die letzten beiden Seiten haben einen unrewarteten Twist reingebracht, der mich wieder aufwecken konnte.

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