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Veröffentlicht am 10.01.2026

Gutes Buch für nebenbei

Fractured Fates
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Fractured Fates ist insgesamt ein solides und angenehm zu lesendes Buch. Der Schreibstil ist flüssig, wodurch man in einen guten Lesefluss kommt. Besonders die Ermittlungen rund um den Mord sind gut aufgebaut. ...

Fractured Fates ist insgesamt ein solides und angenehm zu lesendes Buch. Der Schreibstil ist flüssig, wodurch man in einen guten Lesefluss kommt. Besonders die Ermittlungen rund um den Mord sind gut aufgebaut. Als Lektüre für zwischendurch eignet sich das Buch daher definitiv.

Allerdings hatte ich stellenweise Schwierigkeiten, wirklich mit den Charakteren warm zu werden. Mit Carter hat das noch am besten funktioniert, zu ihm konnte ich relativ schnell eine Verbindung aufbauen. Bei Holly bzw. Isabelle hat es dagegen etwas gedauert, bis ich emotional Zugang zu ihr gefunden habe. Florence konnte mich leider bislang gar nicht überzeugen und ist mir bisher nicht sympathisch geworden.

Auch wenn die Geschichte durchgehend interessant bleibt, fehlte mir zwischendurch etwas Spannung und vor allem emotionale Tiefe. Manche Szenen hätten für meinen Geschmack intensiver ausgearbeitet sein können. Der Cliffhanger am Ende ist dafür umso gemeiner – ein starker Anreiz, den zweiten Band lesen zu wollen. Wahrscheinlich wird dort noch einiges an Entwicklung und Hintergrund folgen.

Insgesamt ist Fractured Fates ein gutes Buch für nebenbei: nicht langweilig, gut geschrieben, aber mit Luft nach oben, was Spannung und Charaktertiefe betrifft.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Ein ungewöhnlicher Fantasy-Trip zwischen Tiefe, Humor und Einhorn-Absurdität

Forsaken
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Forsaken – Der letzte Schwur von Christian Hübner war für mich ein ungewöhnliches Leseerlebnis – und das in vielerlei Hinsicht. Als jemand, der vor allem Romantasy liest und eine ausgewogene Mischung aus ...

Forsaken – Der letzte Schwur von Christian Hübner war für mich ein ungewöhnliches Leseerlebnis – und das in vielerlei Hinsicht. Als jemand, der vor allem Romantasy liest und eine ausgewogene Mischung aus Gefühl, Tiefe, leichten humorvollen Momenten und einer Prise Spice bevorzugt, war dieses Buch für mich eine Art Ausflug in ein anderes Genre, aber mit einigen überraschenden Elementen.

Das Buch wird komplett aus der Sicht eines männlichen Protagonisten erzählt – für mich eher ungewohnt, da ich normalerweise weibliche Perspektiven bevorzuge oder zumindest einen Perspektivwechsel habe. Trotzdem hat mich Croa als Figur zunächst positiv überrascht: Seine Schuld, sein innerer Konflikt, seine verlorene Liebe und die düstere Grundstimmung der Welt verleihen ihm eine gewisse emotionale Tiefe, die mich abgeholt hat. Die Atmosphäre ist ernst, manchmal melancholisch, manchmal brutal – und dann kommt plötzlich dieses sprechende, trinkfreudige Einhorn ins Spiel.

Allein die Playlist und die ersten Kommentare des Einhorns haben mich tatsächlich laut lachen lassen. Ich habe mich wirklich kurz gefragt: Was genau lese ich hier eigentlich? Dieser Humor ist einzigartig, völlig unerwartet und macht das Buch definitiv besonders – aber er ist auch ein Punkt, der polarisiert. Denn gerade wenn die Story tief, ernst oder emotional wird, bricht der Humor sie teils abrupt wieder auf. Für Leser:innen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ernsthaftigkeit und Witz mögen, kann das funktionieren – für mich war es manchmal eine Spur zu viel, zu präsent und zu sehr im Mittelpunkt.

Und genau da kam ich an den Punkt, an dem das Buch mich etwas verloren hat.
Ich mag Geschichten, die spürbare Tiefe in Figuren und Handlung, emotionale Entwicklungen, Spannung, Wendungen und ein bisschen Miträtseln bieten. Forsaken hat dafür definitiv Ansätze – Intrigen, Geheimnisse, eine komplexe Vorgeschichte und eine bedrohte Welt. Doch Teile der Handlung wirken sich wiederholend, und manche Figuren bleiben für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Auch der romantische Aspekt, der für mich ein wichtiges Element beim Lesen ist, spielt hier nur eine sehr kleine Rolle und bleibt im Hintergrund.

Wenn man vor allem den Abenteuer-Aspekt, Kämpfe, Humor und eine eher klassische High-Fantasy-Erzählung sucht, dann liefert Forsaken genau das. Für mich persönlich, mit meinem Wunsch nach emotionalen Band, einer spürbaren Liebesentwicklung, Charaktertiefe und einem guten Gleichgewicht zwischen ernsten Momenten und Humor, war es nicht ganz die perfekte Mischung.

Mein Fazit:
Forsaken ist originell, mutig und definitiv anders. Das Einhorn allein macht es zu einem Buch, das man so schnell nicht vergisst. Doch für mich persönlich, mit meinen Romantasy-Erwartungen und dem Wunsch nach mehr emotionaler Tiefe und weniger Schwerpunkt auf reinen Humor- und Actionmomenten, war es nicht ganz das Passende.

Deshalb vergebe ich am Ende 3 von 5 Sternen – nicht schlecht, aber für mich nicht die optimale Kombination aus Humor, Gefühl und Tiefe.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Käfig voller Rätsel

The Blackgate Invitation
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The Blackgate Invitation von Sarah Henning ist ein Roman, der mit einer geheimnisvollen Grundstimmung und einem klassischen Locked-Room-Mystery überzeugt – allerdings auf eine eher ruhige, bedächtige Art. ...

The Blackgate Invitation von Sarah Henning ist ein Roman, der mit einer geheimnisvollen Grundstimmung und einem klassischen Locked-Room-Mystery überzeugt – allerdings auf eine eher ruhige, bedächtige Art. Das Erzähltempo ist insgesamt gemächlich, was der Geschichte viel Raum für Atmosphäre und Charaktertiefe gibt, aber gleichzeitig dafür sorgt, dass der Lesefluss hin und wieder etwas ins Stocken gerät.

Die Charaktere sind vielschichtig und interessant gestaltet, auch wenn sie alle ihre Eigenheiten haben. Ada konnte mich persönlich nicht ganz für sich gewinnen, während mir Auden als ruhiger, ausgeglichener Charakter gut gefallen hat. Evander war stellenweise etwas anstrengend, Winter dagegen sehr sympathisch und authentisch. Ruby reagiert in manchen Situationen etwas zu panisch, und Wren ist mit ihrer impulsiven Art eine Figur, die Bewegung in die Handlung bringt und für Dynamik sorgt.

Trotz dieser interessanten Figurenkonstellation fehlten mir die echten Spannungshöhepunkte. Es gibt zwar durch die Rätsel und eingebauten Wendungen immer wieder kurze Momente der Spannung, allerdings halten diese Spannungsspitzen meist nicht sehr lange an – etwas mehr konstante Spannung hätte dem Buch aus meiner Sicht gutgetan. Das Buch bleibt über weite Strecken ruhig, fast zu ruhig, um einen wirklich zu packen. Als Locked-Room-Mystery ist es eher atmosphärisch als mitreißend – das Rätsel ist da, aber der Nervenkitzel fehlt.

Die Geschichte lebt von ihrer geheimnisvollen Atmosphäre, den cleveren Rätseln und den moralischen Zwischentönen. Es ist kein nervenaufreibender Thriller, sondern eher ein leises Mystery, das mit seinen Andeutungen und kleinen Enthüllungen punktet.
Insgesamt war The Blackgate Invitation für mich eine solide, aber unaufgeregte Lektüre – gut geeignet zum Nebenbei-Lesen, aber kein Buch, das ich verschlungen hätte. Ein Page-Turner war es für mich leider nicht, weil mir einfach der Flow fehlte.
Für jüngere Leserinnen und Leser, die keinen extremen Nervenkitzel brauchen, sondern sich auf eine ruhig aufgebaute, rätselreiche Geschichte mit interessanten Figuren einlassen möchten, ist The Blackgate Invitation genau das richtige Buch. Ein stimmungsvolles, durchdachtes Werk – vielleicht nicht voller Adrenalin, aber auf seine Weise dennoch fesselnd.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

langsam aber mit Biss

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Das Buch überzeugt mit einem atmosphärischen Setting und einer spannenden Idee rund um Clans, Prüfungen und göttliche Wesen. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen Sora und Ran – humorvoll, neckisch ...

Das Buch überzeugt mit einem atmosphärischen Setting und einer spannenden Idee rund um Clans, Prüfungen und göttliche Wesen. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen Sora und Ran – humorvoll, neckisch und gleichzeitig von einer zarten Spannung getragen. Ran als beschützerischer Tigergott ist einfach zum Verlieben, und die Dialoge zwischen den beiden haben oft für ein Schmunzeln gesorgt.

Allerdings brauchte ich etwas, um mit Sora warm zu werden. Ihre impulsive, teils unausgeglichene Art machte es mir schwer, wirklich mit ihr zu fühlen. Mit Ran an ihrer Seite wurde sie zwar erträglicher, aber oft blieb sie für mich zu unüberlegt.

Der Schreibstil ist angenehm, das Tempo gemächlich – manchmal fast zu langsam. Dennoch hatte das etwas Beruhigendes, und stellenweise war ich richtig gefesselt. Leider blieb die Spannung insgesamt unter meinen Erwartungen. Das Buch ist brutal und intensiv, aber zugleich überraschend ruhig im Lesefluss.

Ich glaube, ich bin einfach mit zu hohen Erwartungen an die Geschichte herangegangen – sie konnte mich zwar gut unterhalten, hat mich aber nicht so sehr gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.

Unterm Strich ein solides, schön geschriebenes Werk mit tollen Momenten, das meine hohen Erwartungen aber leider nicht ganz erfüllen konnte.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Dystopische Welt, sympathische Figuren – aber erzählerisch mit Schwächen

2048: Die Macht des Sturms
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Der Schreibstil von 2048 – Die Macht des Sturms ist leicht, bildhaft und verständlich, sodass man schnell in die Handlung hineinfindet. Besonders die Darstellung der dystopischen Zukunft hat mir gefallen ...

Der Schreibstil von 2048 – Die Macht des Sturms ist leicht, bildhaft und verständlich, sodass man schnell in die Handlung hineinfindet. Besonders die Darstellung der dystopischen Zukunft hat mir gefallen – sie wirkt atmosphärisch und interessant.
Die Figuren sind abwechslungsreich und nahbar, mit individuellen Eigenschaften, Hintergründen und Problemen. Das macht sie sympathisch und sorgt dafür, dass man sich gerne mit ihnen auf die Reise begibt. Auch die wechselnden Perspektiven der fünf Hauptcharaktere geben der Handlung Tiefe und halten die Geschichte lebendig.

Die Handlung entwickelt sich grundsätzlich gut weiter, mit immer wieder neuen Wendungen. Allerdings haben mich manche Formulierungen irritiert, da sie nicht ganz passend wirkten und den Lesefluss störten. Außerdem hätte ich mir gewünscht, mehr über Ariana zu erfahren – ihre Rolle bleibt recht blass, und auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Darren und Caitlin bleibt an der Oberfläche. Die große Bedrohung, die anfangs so dramatisch angekündigt wird, verliert im Verlauf zu sehr an Präsenz, was die Spannung abschwächt.

Insgesamt ist 2048 – Die Macht des Sturms eine interessante Dystopie mit vielen guten Ansätzen, sympathischen Charakteren und einer spannenden Grundidee. Doch die Umsetzung bleibt stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Für mich daher 3 von 5 Sternen – solide und unterhaltsam, aber mit noch viel Luft nach oben für die Fortsetzung.

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