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Veröffentlicht am 20.04.2026

Komm an Bord

Flut aus schwarzem Stahl
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Anthony Ryan entführt uns immer wieder in fremde Welten, diesmal geht es nach Ascarlia. Wer seine Reihe "Der stählerne Bund" gelesen hat, dem wird dieses Buch ein wenig wie Heimkommen sein, denn "Flut ...

Anthony Ryan entführt uns immer wieder in fremde Welten, diesmal geht es nach Ascarlia. Wer seine Reihe "Der stählerne Bund" gelesen hat, dem wird dieses Buch ein wenig wie Heimkommen sein, denn "Flut aus schwarzem Stahl" knüpft lose daran an.

Ascarlia ist das Reich der Schwesterköniginnen, ein loser Inselverbund, der von Stammesoberhäuptern regiert und durch die direkten Beauftragten der Königinnen, ihre Vellihre, kontrolliert wird. Dieser mehr oder weniger sicherer Frieden wird von einer unbekannten Macht bedroht, die sich aus dem Westen anschleicht- dort, wo es angeblich nichts mehr gibt.

Anthony Ryan hat es einfach drauf, den Leser in mehreren Perspektiven in eine unheimlich komplexe, brutale und doch fesselnde Welt zu entführen, ihn förmlich einzusaugen und 600 Seiten später vollkommen emotional zerstört aber gücklich wieder auszuspucken.

Ja, es sind anfangs unheimlich viele Namen, an die man sich gewöhnen muss (keine Sorge, nicht alle bleiben lange relevant oder am Leben) und das gesellschaftliche und Glaubenssystem ist nicht ganz leicht zu verstehen. Aber dafür liebt man die High Fantasy doch, oder?

Für diejenigen, die seine vorhergehenden Bücher gelesen haben, verbirgt die Geschichte auch einiges an mehr oder weniger versteckten Hinweisen und Anknüpfungspunkten. Aber alle werden zum Schluss mit einem gigantischen Showdown und dem übelsten Cliffhanger aller Zeiten belohnt!

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Überraschend gut

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige ...

Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige Denken einstellt, sobald sie auf den düsteren, mysteriösen Fremden trifft, der sie mit seinen Geheimnissen ködert und neben dunkel und grummelig nicht viel zu bieten hat.

Stattdessen bekommt man mit Tamlyn eine starke Protagonistin, die sich trotz ihres Schicksals als Prügelmädchen der königlichen Familie nicht bemittleidet und in ihrem Elend suhlt. Stattdessen nutzt sie die Chance, die sich ihr mit Kriegsfürst Fell bietet und kämpft für ihre Unabhängigkeit.

Mit Fell und Tamlyn haben wir zwei wirklich sympathische Hauptfiguren, die sich selbst nicht verlieren, obwohl die Anziehung zwischen den beiden nicht gerade kalt brennt. Gleichzeitig schafft aber gerade er es sehr überraschend, seiner Prinzessin auf Augenhöhe zu begegnen und ihr ihr Schicksal nicht zum Vorwurf zu machen.

Die Kirsche auf diesem Sahnebecher von Buch ist allerdings das Wolrdbuilding. Wir haben Kriege, wir haben Intrigen und sagenhafte Figuren. Was wir, dank der Geschichte dieser Königreiche nicht mehr haben, sind Drachen. Und doch beherrschen sie jedes Kapitel mit den Ängsten und Geschichten, die sie in dieser Welt hinterlassen haben.

Und ich will unbedingt mehr davon lesen! Zum Glück erscheinen die beiden Folgebände noch dieses Jahr!

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Starke Frauenfigur

Die toten Katzen-Assassinen
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Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken ...

Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken Figuren. Das sind die großen Pluspunkte aller seiner Bücher. Sein größtes Talent liegt allerdings darin, all diese Elemente in packende Novellen zu gießen. Eine spannende, vielseitige Geschichte auf gerade einmal etwas über 200 Seiten zu entfalten, ohne dass man irgendetwas vermisst, kann nicht jeder. Diesmal begleiten wir Eveen, eine (un)tote Katzenassasinin, auf der Jagd nach der Erfüllung eines unmöglichen Auftrags. Ihre Motivation könnte nicht größer sein, hängt doch schließlich nicht nur ihr Leben, sondern das ihrer ganzen Gilde davon ab. Mein Loblied habe ich ja bereits gesungen: Eine große Runde interessante Figuren, jede mit individuellen Merkmalen, und eine besonders herausragende Heldin (?) mitten drin. Eine packende Story, bei der ein Eregnis das nächste jagt. Und ein Ende, das mich voll und ganz überzeugt und zufrieden gestellt hat.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Düsteres Märchen

Das Dreizehnte Kind
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Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

Gemeinsam ...

Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

Gemeinsam verfolgen wir Hazels Leben, das sich bereits vor ihrer Geburt wie ein Märchen liest. Nur dass sie nicht die Prinzessin ist. Stattdessen wächst sie als dreizehntes Kind in einem verarmten Haushalt auf und wartet ihr Leben lang auf einen göttlichen Paten, der sie zu sich nehmen sollte, aber nie kam. Und doch wird sie zu einer bekannten Heilerin in einem von Armut gebeutelten Königreich.

Wie gesagt, es liest sich wie ein Märchen, richtet sich dem Gefühl nach an ein jugendliches Publikum, hat aber auch sehr erwachsene, düstere Tendenzen. Der Umgang mit Krankheit und Tod ist ernst und wenig beschönigend, ohne dabei den fantastischen Rahmen zu verletzen.

Wirklich gelungen ist aber die Beschreibung der Figuren und die emotionale Achterbahnfahrt, die Hazel durchlebt. Gerade sie ist unheimlich gut getroffen und man baut im Laufe der Geschichte eine ganz wunderbare Bindung zu ihr auf, die einem zum Schluss das Herz bricht.

Ich habe jede einzelne der 667 Seiten geliebt und angebetet!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Fehler, die wir machen

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Wie sehr prägen uns die Erfahrungen der Generationen, die vor uns kamen. Was lernen wir aus den Fehlern, die unsere Eltern gemacht haben? Diesen und einigen anderen Fragen geht Anna Maschik auf wundervolle ...

Wie sehr prägen uns die Erfahrungen der Generationen, die vor uns kamen. Was lernen wir aus den Fehlern, die unsere Eltern gemacht haben? Diesen und einigen anderen Fragen geht Anna Maschik auf wundervolle Weise nach. Dabei bleibt "Wunder" das Motto des Buches.

Alma als letztes verbliebenes Glied trägt die Bruchstücke ihrer Familiengeschichte zusammen und nimmt uns mit in die Leben ihrer Vorfahren. Dabei lässt sie ausschließlich die Frauen zu Wort kommen und sie die Unwägbarkeiten der damaligen Zeit durchstehen, die Männer sind eher Momentaufnahmen, die vorbeiziehen.

Allein diese Idee, den Frauen der Familie eine Stimme zu verleihen, gefiel mir schon sehr. Wie flüchtig Eindrücke und Erfahrungen sein können, wird aber durch die bruchstückhafte Erzählweise noch sehr viel besser verdeutlicht. Vieles bleibt ungesagt oder diffus im Hintergrund, maches muss man sich zusammenreimen. Was jedoch ganz deutlich am Ende steht, sind die Erfahrungen und Entscheidungen, die sich wiederholen.

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