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Veröffentlicht am 26.09.2025

Geballter Wortwitz

Mumien morden mittwochs nie
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Geballter Wortwitz

Inhalt:
Dr. Apollonia Obermoser, genannt Polly, strebt dem Höhepunkt ihrer Karriere zu, der Ausstellung von unglaublichen altägyptischen Artefakten im Museum Gamser. Doch schon bei ...

Geballter Wortwitz

Inhalt:
Dr. Apollonia Obermoser, genannt Polly, strebt dem Höhepunkt ihrer Karriere zu, der Ausstellung von unglaublichen altägyptischen Artefakten im Museum Gamser. Doch schon bei der Pressekonferenz bekommt Polly einen empfindlichen Dämpfer: Ein Mitarbeiter des Museums kommt auf unerklärliche Weise zu Tode. Liegt etwa ein Fluch auf den Artefakten?

Meine Meinung:
Ich habe nun schon einige Bücher von Tatjana Kruse gelesen und habe sie alle sehr genossen. Ich liebe ihren genialen Schreibstil, der locker, aber nicht zu einfach ist und jede Menge Wortwitz enthält. So auch hier bei „Mumien morden mittwochs nie“. Von Anfang bis Ende hat mich die Autorin mit Wortwitz und Situationskomik in hohem Maß erfreut. Da kommt der Krimi zunächst fast ein bisschen zu kurz. Natürlich kann man auf knapp 250 Seiten, von denen etliche auch noch leer sind, weil Kapitel grundsätzlich auf einer rechten Seite beginnen, keine so hoch komplexe Handlung entwerfen. Trotzdem entwickelt sich der Kriminalfall nach einem eher gemächlichen Anfang dann immer rasanter und spannender. An der Seite von Polly schleichen wir durch das Museum, immer auf der Hut vor dem Mörder. Manche Szene ist recht gruselig, anderes einfach nur witzig. Im Prinzip sind alle anwesenden Personen verdächtig, zumindest solange sie noch leben. Doch die Auflösung konnte mich dann wirklich überraschen.

Fazit:
Ein herrliches Lesevergnügen, für das ich mir ein paar Seiten mehr für eine komplexere Handlung gewünscht hätte.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.09.2025

Kopfkino pur!

Grand Hotel Avalon
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Kopfkino pur!

Inhalt:
West Virginia, Anfang 1942, kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbour. June Hudson leitet das luxuriöse Hotel Avalon, umgeben von Bergen und einem mysteriösen süßen Heilwasser. Dieses ...

Kopfkino pur!

Inhalt:
West Virginia, Anfang 1942, kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbour. June Hudson leitet das luxuriöse Hotel Avalon, umgeben von Bergen und einem mysteriösen süßen Heilwasser. Dieses Heilwasser zieht sich durch das Hotel und durch die ganze Handlung. Als das Avalon von der Regierung verpflichtet wird, dreihundert feindliche Diplomaten bis zu deren Ausreise zu beherbergen, droht das Süßwasser durch all die schlechten Gefühle zu kippen. Nur June kann es besänftigen, aber der Preis ist hoch …

Meine Meinung:
Ich habe schon einiges von Maggie Stiefvater gelesen, vor allem ihre phantastischen Jugendbuchreihen. Als ich nun auf die Kurzbeschreibung von „Grand Hotel Avalon“, das im September 2025 im S. Fischer Verlag erschien, stieß, suchte ich zunächst vergeblich nach phantastischen Elementen. Aber in Form des mysteriösen Süßwassers, das auf die Gefühle der Menschen reagiert, gibt es sie sehr wohl. Allerdings fehlte mir bis zum Schluss eine genauere Erklärung dazu. Aber gut, man kann es auch einfach als gegeben hinnehmen und die Geschichte trotzdem genießen.

June Hudson ist eine wunderbar charismatische Frau, der die Angestellten ergeben sind, ebenso wie ihre drei Dackel. Ihr Bestreben ist es, nicht nur die Gäste mit Luxus zu verwöhnen, selbst in Kriegszeiten, sondern auch für ihre Angestellten da zu sein. Auch den deutschen, italienischen, ungarischen und japanischen Diplomaten und ihren Familien versucht sie, jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Der Gast ist nun mal König, auch wenn es der Feind ist. Denn hinter jedem steckt einfach ein Mensch. Bei all ihren Anstrengungen bleibt June selbst ein wenig auf der Strecke.

Neben June spielen der FBI-Agent Tucker Minnick und der Hotelbesitzer Edgar Gilfoyle eine Rolle. Zu beiden fühlt June sich hingezogen, doch Pflichtbewusstsein und Loyalität stehen den Wünschen entgegen. Und dann ist da noch die zehnjährige Hannelore, Tochter eines deutschen Diplomaten. Hannelore ist anders, sie spricht nicht, beobachtet aber ihre Umwelt konzentriert. Bei einer Rückkehr nach Deutschland droht ihr eventuell die Euthanasie.

Maggie Stiefvater erzählt hier unaufgeregt eine ganz große Geschichte. Ich liebe ihren leisen, detaillierten, einfach wunderschönen Schreibstil, durch den ich den Protagonist*innen ganz nahe kommen kann. Das Hotel Avalon erstand vor meinem inneren Auge so bildhaft, als ob ich wirklich dort wäre, und auch die ganze Umgebung wird so beschrieben, dass man ein klares Bild vor Augen hat. Es ist eine beeindruckende Kulisse, die ich mir in einer Verfilmung gut vorstellen könnte.

★★★★☆

Veröffentlicht am 22.09.2025

Gewaltiges Finale

Lichterloh - Himmel in Flammen
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Gewaltiges Finale

Inhalt:
Die Einwohner von Rußstadt halten Cleo und Gwynnie für tot, doch die beiden Schwestern kämpfen im Untergrund zusammen mit den anderen Rebellen für eine saubere und gerechte Stadt. ...

Gewaltiges Finale

Inhalt:
Die Einwohner von Rußstadt halten Cleo und Gwynnie für tot, doch die beiden Schwestern kämpfen im Untergrund zusammen mit den anderen Rebellen für eine saubere und gerechte Stadt. Doch ziehen nicht alle Rebellen am selben Strang, und die Industriellen erwidern den Kampf mit allen Mitteln …

Meine Meinung:
Der im September 2025 im Magellan Verlag erschienene dritte Band dieser Trilogie baut direkt auf den vorhergehenden auf. Diese sollte man daher unbedingt gelesen haben. Die Reihe wird hiermit zu einem runden Schluss geführt.

Das Erzähltempo ist recht hoch, man fliegt nur so durch die Seiten. Trotzdem konnte mich dieser Band nicht ganz so begeistern wie der zweite. Vieles von der Spannung ist auf Gewaltszenarien zurückzuführen, was mir in dieser Ballung zu viel war. Hier hätte ich es bevorzugt, wenn die Protagonist*innen noch mehr mit Listen und Tricks vorgegangen wären, als einfach immer wieder nur alles in Rauch und Asche aufgehen zu lassen, wobei man den Eindruck bekommt, dass kaum ein Bewohner von Rußstadt noch leben kann.
Auch schien mir manches nicht wirklich glaubwürdig, und Cleo wirkt manchmal naiver, als sie sein sollte.

Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dieser ganzen Reihe, die eine Gesellschaft und ihre Missstände beschreibt, die man so auch übertragen im echten Leben sehen kann.

Die Trilogie:
1. Stadt unter Ruß
2. Funken in der Luft
3. Himmel in Flammen

★★★★☆

Veröffentlicht am 05.09.2025

Ganz amüsant, wenn man Hunde mag

Man sieht nur mit der Schnauze gut
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Ganz amüsant, wenn man Hunde mag

Inhalt:
Aspro liebt es zu apportieren. Doch einmal geht es so richtig granatenmäßig schief und sein Herrchen ist nicht mehr …

Eine nette Polizistin nimmt sich des Mischlingshundes ...

Ganz amüsant, wenn man Hunde mag

Inhalt:
Aspro liebt es zu apportieren. Doch einmal geht es so richtig granatenmäßig schief und sein Herrchen ist nicht mehr …

Eine nette Polizistin nimmt sich des Mischlingshundes an und ihn in ihre Familie auf, die bald um ein Baby erweitert wird. Auch ohne Abschluss der Polizeihundeschule mausert sich Aspro zum besten Polizeihund aller Zeiten.

Meine Meinung:
Mit einem Augenzwinkern beschreibt Bernhard Aichner, der durch viele Thriller berühmt ist, den Alltag des gewitzten Hundes. In kurzen Kapiteln gelingt es Aspro immer wieder, Diebe zu entlarven, Drogen aufzuspüren oder einen Menschen vor dem Tod zu retten. Es gibt praktisch nichts, was der verfressene und immer müde Aspro (typisch Hund eben ) nicht kann.

Es macht viel Spaß, von seinen Abenteuern zu lesen und die Welt aus der Sicht eines Hundes zu erleben. Das Büchlein kann gut unterhalten und gerade als Hundehalter*in wird man viele von Aspros Eigenarten auch bei dem eigenen Hund wiederfinden. Vielleicht kann man dadurch so manches Ärgernis zukünftig mit einem Schmunzeln betrachten.

★★★★☆

Veröffentlicht am 04.09.2025

History, Fantasy und viel Romance

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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History, Fantasy und viel Romance

Inhalt:
Alle wollen, dass Inez Ägypten verlässt, doch die junge Dame ist mit dem Land noch nicht fertig. Immer noch hofft sie, ihren Vater lebend zu finden und ihrer ...

History, Fantasy und viel Romance

Inhalt:
Alle wollen, dass Inez Ägypten verlässt, doch die junge Dame ist mit dem Land noch nicht fertig. Immer noch hofft sie, ihren Vater lebend zu finden und ihrer Mutter die gestohlenen Artefakte wieder abnehmen zu können. Doch dazu müsste sie auch diese erst einmal finden. Dummerweise ist ihr Onkel Ricardo ihr Vormund und kann über ihren Aufenthaltsort und ihr Vermögen bestimmen. Ihr bleibt kein anderer Ausweg, als heimlich Whitford Hayes zu heiraten, damit sie in Ägypten bleiben kann. Doch der hat wiederum seine eigenen Pläne …

Meine Meinung:
„Where the Library Hides“ schließt direkt an den 1. Band der Die Geheimnisse des Nil-Dilogie aus dem Ravensburger Verlag an. Man sollte Band 1 unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Die Reihe findet mit dem 2. Band einen guten Abschluss. Alle Fragen sind am Ende beantwortet.

Das Cover passt hervorragend zu dem von Band 1 und die tollen Farbschnitte der ersten Auflage der beiden Bände ergeben zusammen ein ganzes Bild. Auch inhaltlich kann das Buch überzeugen, obwohl ich am Anfang eine längere Durststrecke hatte. Über zig Seiten geht es nur um die Hochzeit von Inez und Whit. Hier schien sich die Handlung ewig im Kreis zu drehen und nicht vorwärts zu kommen. Mit so viel Romantik hatte ich einfach nicht gerechnet, da es in Band 1 nicht so „schlimm“ war.

Doch irgendwann nahm die Handlung dann Fahrt auf und konnte mich wieder richtig mitreißen. Isabel Ibañez schreibt so locker und schwungvoll, dass man einfach durch die Seiten rauscht. Dabei erzählt sie eine verzwickte Geschichte von Liebe, Familie und Freundschaft, von Ägypten und Kleopatra, von Missständen und Moral. Mehr als ein Mal geraten unsere lieb gewonnenen Protagonist*innen in Lebensgefahr und man bangt unweigerlich mit. Die stets ansteigende Spannung entlädt sich schließlich in einem furiosen Show down.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Romantasy-Fans.

Die Dilogie:
1. What the River Knows
2. Where the Library Hides

★★★★☆