Ein Roman, der Fragen stellt statt Antworten gibt
HustleHallo alle zusammen, ich habe das Buch nun auch beenden können, nachdem bei mir das echte Leben voll dazwischen gekommen ist. Ich habe etwas Abstand und Zeit nach dem Beenden des Buches benötigt und teile ...
Hallo alle zusammen, ich habe das Buch nun auch beenden können, nachdem bei mir das echte Leben voll dazwischen gekommen ist. Ich habe etwas Abstand und Zeit nach dem Beenden des Buches benötigt und teile hier einmal meine Meinung mit euch:
„Hustle“ hat mich beim Lesen sehr beschäftigt, aber auch ein Stück weit überfordert. Die Geschichte dreht sich um Leonie, die versucht, in einer teuren Stadt über die Runden zu kommen, und dabei Wege einschlägt, die moralisch nicht immer eindeutig sind. Genau diese Mischung aus Alltag, Geldsorgen, Freundschaften und der Frage „Wie viel Risiko ist erlaubt?“ fand ich spannend, auch wenn ich nicht alles sofort verstanden habe.
Der Schreibstil liest sich wir auch promoted mit dem schwarzhumorigem Unterton, und an vielen Stellen sehr treffend. Gleichzeitig hatte ich manchmal Mühe, den roten Faden oder die Botschaft ganz klar zu erkennen. Ich hatte das Gefühl, dass mir etwas entgeht oder ich Unterschwelliges übersehe/nicht richtig wahrnehme. Im Nachhinein glaube ich aber, dass es genau darum geht: „Hustle“ will keine einfachen Antworten liefern, sondern zeigt die Grauzonen im Leben, in denen man sich immer wieder bewegt.
Leonie als unsere Protagonistin habe ich eher als naiv, impulsiv und nicht immer nachvollziehbar wahrgenommen. Manchmal war mir ihr Verhalten ein bisschen „too much“. Trotzdem bleibt sie dadurch auf eine gewisse Art auch authentisch – weil sie eben keine Vorzeigefigur ist, sondern eine Figur voller Widersprüche, die auch Fehler macht.
Auch wenn ich mich manchmal schwergetan habe, würde ich sagen: Das Buch hat mich gefordert, aber auch dazu gebracht, länger über bestimmte Fragen nachzudenken. Für mich ist es ein Roman, der eher Zwischentöne setzt als eindeutige Antworten gibt.
Mein Fazit: „Hustle“ von Julia Bähr ist ein unterhaltsames Buch mit gesellschaftskritischem Kern.Wer Lust hat, sich auf Ambivalenzen und offene Fragen einzulassen, wird viel daraus mitnehmen. Für Leser*innen, die eher klare Handlungsstränge und eindeutige Botschaften bevorzugen, kann es herausfordernd sein.