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Veröffentlicht am 23.01.2018

Wo ist Julia?

Immerschuld
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Mit "Immerschuld" schließt der Autor an seinen Roman "Immerstill" an, den man jedoch auch ohne Vorwissen lesen kann.
Wir befinden uns wieder in Grundendorf in Niederösterreich, nahe der slowakischen Grenze. ...

Mit "Immerschuld" schließt der Autor an seinen Roman "Immerstill" an, den man jedoch auch ohne Vorwissen lesen kann.
Wir befinden uns wieder in Grundendorf in Niederösterreich, nahe der slowakischen Grenze. Patrick hat nach dem Entführungsfall im letzten Winter und dem Selbstmordversuch seiner Exfreundin seinen Polizeidienst quittiert. Er versinkt immer mehr in Depressionen und schottet sich von seiner Umwelt ab, als ihn die Nachricht erreicht, dass seine 12jährige Kusine Julia verschwunden ist. Ihr Hund wurde verstümmelt im Wald gefunden. Entsetzen macht sich in Patrick breit: In Grundendorf hat das Grauen wieder Einzug gehalten. Nach den Entführungefällen vor einem halben Jahr, kann doch nicht schon wieder jemand spurlos verschwunden sein.... Patrick wird aus seiner Lethargie gerissen und versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Als eine Leiche gefunden wird, gerät er jedoch selbst in Verdacht...

Dies ist mein dritter Thriller des Autors. Leider hatte ich diesmal kleine Anfangsschwierigkeiten und fand nicht sofort in die Geschichte. Die sehr beklemmende und depressive Stimmung, in die unser Hauptprotagonist anfangs steckt, machte es mir nicht ganz so einfach. Die Atmosphäre ist düster und erdrückend. Man bewegt sich zwischen flirrender Hitze, dem Summen von Mücken und unwegsamen Waldwegen. Die heimelige Kleinstadtidylle findet man hier nicht - im Gegenteil. Klementovic beschreibt diese Stimmung so authentisch, dass man sich der anfänglichen Düsternis nur schwer entziehen kann. Doch sehr bald nimmt die Spannung überhand und man klebt, wie von seinen anderen Büchern gewohnt, an den Seiten.
Der Fokus der Geschichte liegt diesmal bei Patrick. Als Leser begleitet man den Expolizisten bei seinen Nachforschungen, während seine Exkollegen kaum eine Rolle spielen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und authentisch. Es wimmelt von kauzigen und unsympathischen Figuren, wie zum Beispiel Patricks ehemaliger Chef Wimmer.

Das Motiv für Julias Verschwinden und die darauffolgenden Taten bleiben dem Leser lange Zeit unerschlossen. Umso überraschter und schockierter ist man, als man die Wahrheit erfährt. Doch hier ist der Thriller noch nicht zu Ende, denn Klementovic versteht es großartig seine Leser mit dem Wissen, was der Mörder vorhat, noch mehr zu packen. Man kann ab diesen Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen steigt ab dem Verschwinden von Julia kontinuierlich an und endet in einem Grande Finale, das so einige überraschende Wendungen für den Leser bereithält.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Roman Klementovic ist detailliert und sehr bildhaft. Der Spannungsbogen wächst kontinuierlich. Sätze und Kapitel sind eher kurz gehalten. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive in Präsens. Als Leser verfolgt man direkt die Gefühle und Gedanken des Hauptprotagonisten. Nach dem Verschwinden von Julia steht über die folgenden Kapitel als Überschrift: "Julia vermisst seit.....Stunden......Minuten"

Fazit:
Ein weiterer spannender Thriller aus der Feder von Roman Klementovic mit einer sehr düsteren Atmosphäre und einer stetig ansteigenden Spannungskurve. Das Finale hat es dann in sich....!

Veröffentlicht am 10.01.2018

Die Höllenschlucht

Tod im Höllental
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Im vierten Band rund um die Begine Serafina steht die Arbeit der Christoffelschwestern nicht so stark im Fokus, wie in den Vorgängerbänden, denn unsere Hauptprotagonistin steht kurz vor der Hochzeit mit ...

Im vierten Band rund um die Begine Serafina steht die Arbeit der Christoffelschwestern nicht so stark im Fokus, wie in den Vorgängerbänden, denn unsere Hauptprotagonistin steht kurz vor der Hochzeit mit dem Stadtmedicus Adalbert Achaz.
Doch die Idylle wird durch die Hetzreden des Basler Dominikanermönches Thomas gestört. Eine Schmähschrift und blutige Wandschmierereien gegen die Beginen lassen Serafina die Hochzeitsvorbereitungen vergessen. Immer mehr Bürger der Stadt stehen den Christoffelschwestern plötzlich feindlich gegenüber. Auch Achaz kann den Stadtrat nicht überzeugen, dass die Hetzreden Unheil über die Einwohner von Freiburg bringen. Als dann auch noch die junge Lämmlein Schwester Mia erschlagen aufgefunden wird, ist Serafina entsetzt und fürchtet um das Leben ihrer Mitschwestern. Serafinas Meisterin Catherina macht sich gemeinsam mit Hedwig, einem Neuzugang im Beginenhaus, auf den Weg nach Konstanz, um den Bischof um Hilfe zu bitten. Dabei müssen die beiden Frauen auch durch das gefürchtete Höllental. Als eine Gauklertruppe mit einer schwerverletzten Frau in Freiburg ankommt, die sie am Ausgang dieses Tales gefunden haben, sind auch Serafina und Achaz nicht mehr zu halten. Die Beiden begeben sich ebenfalls ins gefürchtete Tal Richtung Konstanz....

Wie schon im letzten Band gibt es zu Beginn ein Personenregister, welches auch Quereinsteiger ermöglicht die vielen Figuren zuzuordnen. Wer die Reihe schon kennt, hat keine Probleme damit, da es sich neben ein paar neuen Namen um altbekannte Charaktere aus den Vorgängerbänden handelt. Diesmal ist auch eine Karte der Höllenschlucht integriert, sowie ein Glossar am Ende des Buches.

Wer Serafina noch nicht kennt, wird schnell feststellen, dass sie eine sehr sympathische Protagonistin ist, die meistens intuitiv handelt bevor sie nachdenkt. Das bringt sie immer wieder in größere Schwierigkeiten. Dabei hat sie aber das Herz auf den rechten Fleck und ist eine hilfsbereite Frau, die sich für Gerechtigkeit einsetzt und zupacken kann.
Die mittelalterliche Stimmung und Atmosphäre hat die Autorin wieder hervorragend eingefangen. Der damalige Aberglaube spielt ebenso eine große Rolle, wie die Arbeit der Beginen.

Der Krimianteil, den wir aus den anderen Büchern der Reihe kennen und bei dem Serafina leidenschaftlich ihre Nase in Dinge steckt, die sie immer wieder in lebensgefährlichen Situationen bringt, ist in diesem vierten Band kleiner gehalten. Sie spielt diesmal weniger Ermittlerin, als in den ersten drei Bänden, ist aber wieder mitten im Geschehen. Trotzdem ist der Spannungsbogen sehr hoch, denn natürlich befindet sich unsere zukünftige Arztfrau sehr schnell wieder in Schwierigkeiten. Überraschende Wendungen lassen keinerlei "Ermüdungserscheinungen" beim Lesen aufkommen und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich war in einigen Stunden durch und habe es sehr genossen Serafina zu begleiten.

Man kann diesen Roman alleinstehend lesen, jedoch empfehle ich bei Bänden immer die Reihenfolge einzuhalten. Durch das Lesen der Vorgängerbände lassen sich alle handelnden Figuren verstehen und ihre Entwicklung besser nachvollziehen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Astrid Fritz ist bei dieser Reihe leicht und flüssig zu lesen. Wie immer sind die historischen Begebenheiten hervorragend recherchiert, die Sprache ist der Zeit angepasst. Der Spannungsbogen wird diesmal sehr hoch gehalten und bleibt auch konstant.

Fazit:
Für Einsteiger in das historische Genre ist diese Reihe rund um die Begine Serafina perfekt geeignet. Der leichte und flüssige Schreibstil und die spannenden Elemente lassen einem durch das Buch rasen. Man rätselt und fiebert mit der sympathischen zukünftigen Frau des Medicus mit und erhält ebenfalls die gewünschte mittelalterliche Atmosphäre.

Veröffentlicht am 04.01.2018

Hoffnung für die Hopes

Nur zusammen ist man nicht allein
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Bewertung: 4 1/2 Sterne

Nach dem überraschenden Unfalltod seiner Frau Laura steht Tom Hope mit seinen beiden Töchtern Evie (13) und Lola (8) plötzlich alleine da. Der englische Fernsehproduzent und Workaholic ...

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Nach dem überraschenden Unfalltod seiner Frau Laura steht Tom Hope mit seinen beiden Töchtern Evie (13) und Lola (8) plötzlich alleine da. Der englische Fernsehproduzent und Workaholic stürzt sich nach einer Depression noch mehr in die Arbeit und vergisst dabei seine Mädchen völlig, die seine Unterstützung dringen benötigen würden. Tom verlässt sich dabei komplett auf seine Schwiegermutter Linda, die seit dem Tod ihrer Tochter bei den Hopes wohnt undder selbst kaum Zeit zum Trauern bleibt. Linda kann nach einem Jahr nicht mehr zusehen, wie sich Tom immer mehr von seinen Töchter entfremdet und er rein gar nichts vom Leben außerhalb seiner TV-Show mitbekommt. Linda versucht alles Mögliche, scheitert jedoch. Deswegen greift Linda zu einer drastischen Maßnahme: Sie nimmt die Einladung ihrer Freundin Moira an, die sie schon einige Male in ihre neue Heimat Australien eingeladen hat. Linda bucht ihren Flug und hat vor ganze sechs Monate zu bleiben - komme, was wolle! Tom ist wie vom Kopf gestoßen. Nach anfänglicher Wut auf Linda nimmt er sich eine Auszeit vom Job und versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch wird er es schaffen wieder Zugang zu seinen Töchtern zu finden?

Mike Gayle beschreibt in seinem Roman sehr gefühlvoll und eindringlich die Emotionen von Tom, Linda und auch seinen Töchtern, Evie und Lola. Er erzählt abwechselnd aus der Sicht von Linda und Tom. Als Leser erlebt man alle Gefühlsebenen der vier Hauptcharaktere hautnah mit: Wut, Verzweiflung, Trauer, aber auch Hoffnung und neuen Lebensmut. Die Figuren sind sehr lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Sie haben Ecken und Kanten und man fühlt mit ihnen mit. Nicht nur Tom hat jede Menge zu lernen, sondern auch Linda findet in der Ferne endlich Zeit ihren Verlulst zu verarbeiten, den sie seit dem Unfall verdrängt hat, um rund um die Uhr für Tom und ihre Enkelinnen da zu sein. Alle Charaktere entwickeln sich weiter und man hat das Gefühl mit ihnen mitzuwachsen.

Obwohl das Thema nicht neu ist, erzählt Mike Gayle diese Geschichte sehr behutsam und eindringlich. Dabei fliegt man richtig durch die Seiten und möchte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor hat die Gabe, die Stimmungen seiner Figuren wirklich sehr gut zu vermitteln. Mit Clive Maynard, einem kauzigen alten Mann und großartigen ausgefeilten Charakter, kommt auch eine Prise Humor und Spritzigkeit in den Roman. So hat man nicht das Gefühl ein Buch in den Händen zu halten, das nur von Trauerarbeit erzählt, sondern eines, das Mut und Zuversicht gibt. Vorallem Werte wie Zusammenhalt, Liebe und Vergebung werden vom Autor vermittelt.
Das letzte Drittel hält dann noch so einige Überraschungen für den Leser parat und lässt auf ein Happy End hoffen...

Fazit:
Ein wundervoller Roman mit einem sehr einfühlsamen Schreibstil, der einem im Buch versinken lässt und man erst wieder auftaucht, wenn man die letzte Seite zuschlägt. Zum Entspannen am Wochenende, eingekuschelt in der Lieblingsdecke und einer Tasse heißen Kakao....Lesen kann ich nur sagen.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Easant und voller Überraschungen

Mordsschnee
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Nach "Abfahrt in den Tod", dem ersten Krimi von Michaela Grünig und dem ehemaligen fünffachen Weltcupsieger Marc Girardelli, der im Skizirkus spielt, durfte ich nun den Folgeband lesen.
Schon der erste ...

Nach "Abfahrt in den Tod", dem ersten Krimi von Michaela Grünig und dem ehemaligen fünffachen Weltcupsieger Marc Girardelli, der im Skizirkus spielt, durfte ich nun den Folgeband lesen.
Schon der erste Roman rund um den Skirennläufer Marc Gassmann hat mich gesfesselt. Auch den neuen Krimi "Mordsschnee" konnte ich kaum aus der Hand legen.
Marc Gassmann versucht nach seinem schweren Unfall einen neuerlichen Anlauf um sein Ziel zum 5. Mal den Gesamtweltcup zu gewinnen, zu erreichen.
Seine Freundin Anna Brunner, die den Polizeidienst gekündigt hat, um Marc zu seinen Weltcuprennen zu begleiten, fühlt sich in ihrer neuen Rolle nicht wirklich wohl. Sie denkt bereits daran wieder in den Polizeidienst zurückzukehren, wovon Marc nicht wirklich begeistert ist. Als die Journalistin Lara Frey, eine Exfreundin von Marc, tot in einem Luxushotel in St. Moritz aufgefunden wird, gerät Marc unter Verdacht. Zuvor hat er sich nach seiner Trainingsabfahrt vor vielen Zeugen im Zielraum mit der Journalistin lautstark gestritten. Als Andrea auch noch erfährt, dass ihr Freund danach noch im Hotel bei Lara war, kriselt es noch mehr. Trotzdem ist Andrea überzeugt, dass Marc nicht der Täter sein kann, während sich die Schlinge um den Hals des Rennfahrers immer enger zuzieht. Für Staatsanwältin Mariela Carmassi steht bereits fest, dass Marc der Täter sein muss und Andrea hat alle Hände voll zu tun ihre alten Netzwerke zu aktivieren, um seine Unschuld zu beweisen.

Ein weiteres Thema neben dem Mord an Lara Frey, dem Skizirkus und dem Kampf um Hundertstelsekunden, ist diesmal die Umwelt und die Klimaerwärmung. Letztere hat zur Folge, dass die Schneesicherheit in den Alpen allmählich abnimmt und immer mehr Tourismusgebiete auf Kunstschnee zurückgreifen müssen. Dies funktioniert aber nur bei bestimmten Temperaturen und Bedingungen. Massentourismus und Abholzungen der Wälder begünstigen diese Probleme in allen Regionen der Alpen. Immer mehr Umweltschützer protestieren gegen die Beschneiung mit Kunstschnee, der nicht so gefahrlos ist, wie er dargestellt wird. Hier erhält der Leser einen Blick auf die Gefahren, die unsere Umwelt heutzutage ausgesetzt wird. Die Autoren möchten mit diesem Thema die Leser auf die Umweltsünden aufmerksam machen, damit auch die nachkommenden Generationen noch die Möglichkeit erhalten den Schisport so auszuüben, wie wir ihn heute kennen....

Obwohl es nicht allzu viele Charaktere im Buch gibt, die als Täter in Frage kommen, wusste ich bis zum Ende nicht, wer dahintersteckt und vorallem nicht warum Lara ermordet wurde. Gekonnt haben Grünig und Girardelli noch einige überraschende Wendungen, die den Leser auf falsche Spuren führen, eingebaut.

Auch im zweiten Band hat mich das Duo Girardelli-Grünig mit ihrem Krimi begeistert. Die Jagd auf den Täter gestaltet sich genauso spannend und rasant, wie die Beschreibungen der Abfahrtsläufe. Hier hat sich wirklich ein Dream-Team gefunden! Ich hoffe Marc Gassmann legt seine Rennlauf-Karrierer noch nicht auf Eis und wir dürfen uns auf einen weiteren Krimi im Skizirkus freuen!

Schreibstil:
Das Autorenteam hat wieder ganze Arbeit geleistet. Der Krimi liest sich von Anfang fesselnd und äußerst flüssig. Man fühlt sich die ganze Zeit hindurch mitten im Geschehen, egal ob auf der Skipiste oder bei Andrea's Nachforschungen und Versuchen den wahren Täter zu finden. Die Charaktere sind lebendig und haben Ecken und Kanten. Auch diesmal verfolgt der Leser wieder die Gedanken einer Person, die in kursiver Schrift festgehalten werden. Man stellt aber bald fest, dass es sich dabei nicht um den Mörder handeln kann, diese Person aber einiges Hintergrundwissen mitbringt.

Fazit:
Ein rasanter Krimi aus dem Skizirkus, der sich diesmal nicht nur um Hundertstelsekunden dreht, sondern auch Umweltaktivisten und einen Mord (oder auch zwei) zum Thema hat. Wieder toll geschrieben und absolut fesselnd mit überraschenden Wendungen und authentischen Figuren. Für Skisport- und Krimifreunde eine Leseempfehlung! Ich hoffe, dass Marc und Andrea sich auch noch ein drittes Mal auf Mörderjagd begeben....

Veröffentlicht am 26.12.2017

Für Hundeliebhaber und Romantiker

Kleiner Streuner - große Liebe
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Die letzten beiden Jahre habe ich vor dem Weihnachtsfest immer einen der süßen Hunderomane von Petra Schier gelesen. Auch dieses Jahr durfte ich bei der LB Leserunde mit dabei sein und diesmal den kleinen ...

Die letzten beiden Jahre habe ich vor dem Weihnachtsfest immer einen der süßen Hunderomane von Petra Schier gelesen. Auch dieses Jahr durfte ich bei der LB Leserunde mit dabei sein und diesmal den kleinen Socke begleiten, der die Aufgabe bekommen hat, Eva und André zusammenzubringen. Und auch in diesen Roman ist dieses Vorhaben gar nicht so einfach....
Wie immer bei den Hunde-Weihnachtsgeschichten der Autorin, habe ich mich auf einen leichten Wohlfühlroman eingestellt, den ich auch bekommen habe. Hier wird eindeutig winterliche und weihnachtliche Stimmung verbreitet, verpackt in ein kleines Weihnachtsmärchen, das perfekt in diese Zeit des Jahres passt.

Eva, Lidia und Sophie sind gerade fertig mit dem Packen der Umzugskisten, denn Eva wird demnächst in eine neue Wohnung ziehen. Die abgeschlossene Schufterei wird nun ausgiebig mit ein paar Flaschen Wein gefeiert. In der ausgelassenen Stimmung erzählt Sophie von ihrem Wunsch an den Weihnachtsmann, den sie vor zwei Jahren abgeschickt hat und der prompt erfüllt wurde. Sie schlägt vor, dass es ihr Eva gleichtun sollte, um endlich ihren Traummann zu finden. Die bereits angeheiterte Clique setzt sogleich die Idee um und so landet bald darauf ein Schreiben beim Weihnachtsmann und seinen Elfen. Dieser setzt auch diesmal wieder auf einen ausgesetzten Hund, der sich nach einem Zuhause sehnt. Mit dem kleinen Socke haben wir diesmal ein ganz armes Hündchen, das erst ein Jahr alt ist und noch nie Liebe und Zuwendung kennengelernt hat. Der Kleine ist schon sehr schwach, denn er hat schon lange nichts mehr gegessen und zittert vor Kälte, als ihn Eva und André in der Nähe der Sozialstation finden, in der sie beide arbeiten. Die Beiden bringen ihn sofort zum Tierarzt und päppeln den kleinen Socke auf, der vom Weihnachtsmann die Aufgabe erhalten hat, Eva und André endlich zusammenzubringen.....

Auch wenn die Geschichte ziemlich vorhersehbar und nach einem ähnlichen "Strickmuster" wie die anderen Hunde-Weihnachtsgeschichten aufgebaut ist, genieße ich gerade in der Vorweihnachtszeit diesen Zauber, den die Autorin in ihren Büchern verbreitet. So gibt es auch in jedem Roman ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus den vorherigen Büchern. Die Liebesgeschichte mit einigen Irrungen und Wirrungen wurde sehr gefühlvoll beschrieben. Ein bisschen erotisches Knistern durfte auch diesmal nicht fehlen. Weder die Liebe noch die Weihnachtsstimmung kommt hier zu kurz!

Auch die kurzen Kapitel mit den Dialogen zwischen dem Weihnachtsmann, seiner Frau und den Elfen sind mir schon aus den beiden Vorgängern bekannt und sind das Markenzeichen dieser märchenhaften und weihnachtlichen Bücher. Die Gedanken von Socke sind in kursiver Schrift festgehalten.

Die Charaktere sind alle sehr liebevoll und lebendig dargestellt. Zu den Höhepunkten der Handlung gehört der Schlagabtausch zwischen Eva und Andrè, die schon vor zwei Jahren eine kleine Affäre hatten. Eva, die sich keine tiefen Gefühle zugesteht, hat diese damals kurzzeitig beendet. Trotzdem konnten weder sie noch André den Anderen seither vergessen. André war einst ein Sternekoch und konnte weder den Druck standhalten, noch fühlte er sich in diesen Gesellschaftskreisen wohl. Er arbeitet ebenso in der Sozialstation, wie Eva.
Evas Eltern sind lieblose, karriereorientierte Menschen, die sogar ihre eigene Tochter für Geld verkaufen wollen...an den passenden Mann, mit dem sie ihre Geschäftsbeziehungen zu vertiefen gedenken.
Auch auf der Sozialstation selbst gibt es wieder jede Menge interessante Charaktere. Besonders Walter habe ich ins Herz geschlossen, der mit seinen treffenden und sarkastischen Bemerkungen die Geschichte

Schreibstil:
Petra Schier schreibt sehr flüssig, locker und leicht. Es ist eine tolle Mischung aus Romantik, Märchen und ein klein bisschen Kitsch, das aber in diese Zeit des Jahres passt. Der Roman ist wieder in 24 (plus ein Extra) Kapitel eingeteilt und kann auch als Adventkalender gelesen werden.....wenn man tatsächlich täglich nur ein Kapitel lesen kann, was sehr schwierig ist...den einmal angefangen, hört man nicht so schnell auf zu lesen.
Das süße Cover lässt das Herz aller Hundefreunde höher schlagen.

Fazit:
Ab und zu gehört auch eine richtige Portion Romantik ins Leben und besonders in der Weihnachtszeit greife ich gerne zu den Hunde-Weihnachtsgeschichten von Petra Schier. Sie bescheren mir eine märchenhafte und weihnachtliche Stimmung, die ich in der hektischen Vorweihnachtszeit gerne auf diesen Weg konsumiere. Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar ist, konnte mich auch "Kleiner Streuner - große Liebe" überzeugen und ich habe die Portion Hunde- und Liebesglück genossen. Perfekt zum zurücklehnen und träumen...