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Veröffentlicht am 23.03.2026

Woyzeck einmal anders, verständlich, aber wenn möglich mit dem Original als Kontext

Woyzeck verstanden! Lektürehilfe frei nach Georg Büchner
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Die Autorin Latona hat mit "Woyzeck verstanden!" eine sehr gute literarische Unterstützung zum Verständnis eines komplexen und schwierigen Dramas - im Original von Georg Büchner verfasst - geschrieben.

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Die Autorin Latona hat mit "Woyzeck verstanden!" eine sehr gute literarische Unterstützung zum Verständnis eines komplexen und schwierigen Dramas - im Original von Georg Büchner verfasst - geschrieben.

In dem Drama wird das Seelenchaos von Woyzeck beschrieben. Hervorgerufen durch seine Armut, die Herabwürdigung der Mitmenschen und seiner Eifersucht Marie gegenüber. Eigentlich möchte er Marie unbedingt heiraten. Er hat jedoch zu wenig Geld, um eine Familie ernähren zu können. Als er dann von Maries Seitensprung mit dem Tambourmajor erfährt, nimmt das Drama seinen Lauf.

Viele Schüler/innen wären mit Sicherheit dankbar gewesen, hätten sie bei der Lektüre des Originals von Georg Büchner diese Lektürehilfe schon als Unterstützung gehabt. Die Autorin versteht es in leichter Sprache uns die Geschichte näher zu bringen und in einer verständlichen Sprache zu präsentieren.

Jedoch empfehle ich allen Leser/innen diese tatsächlich nur als Lektürehilfe zu verwenden, damit die Intention, die Originalsprache und die Dramaturgie des Originals nicht verloren geht.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannende, realistische und interessante Reise

TINTE und SCHWERT
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Matthias Soeder nimmt uns in "Tinte und Schwert" mit auf die Reise in die Zeit zu Beginn des dreißigjährigen Krieges.
Wir treffen dort auf die Familie von Jacob Wolffen, einem jungen Mann, der mehr durch ...

Matthias Soeder nimmt uns in "Tinte und Schwert" mit auf die Reise in die Zeit zu Beginn des dreißigjährigen Krieges.
Wir treffen dort auf die Familie von Jacob Wolffen, einem jungen Mann, der mehr durch seine Intelligenz besticht als durch Wehrhaftigkeit. Und genau bei diesem Mann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Seine Familie wird brutal überfallen und Jacob, der diesen Überfall knapp überlebt, wird genötigt, der Armee von General Mansfeld als Schanzer beizutreten. Durch eine glückliche Fügung erreicht er die Stellung eines Schreibers und lernt Anna kennen. Zusammen mit ihr schmiedet er einen Plan, sich an die Mörder seiner Familie zu rächen. Doch wird es den beiden gelingen? Und wie kommt Jacob mit seinem Gewissen klar, da er Priester werden möchte?

Die Geschichte ist so lebendig und realistisch erzählt, das wir Leser/innen Jacobs Schmerzen, Ängste und Verzweiflung mehr als nachempfinden können. Wir erhalten einen historischen Einblick in die Ränke und Gewalten des Kriegsgeschehens und lernen das umkämpfte Böhmen und ihre Städte Pilsen und Budweis kennen. Die Personen, fiktiv wie historisch belegt, sind sehr lebendig dargestellt, so das auch hier unsere Gefühle und Sympathien wie Antipathien direkt angesprochen werden.
Der Spannungsbogen beginnt durch den frühen Überfall auf die Wolffens zeitnah während der Lektüre und zieht sich durch den kompletten Roman hindurch. Jacobs Schicksal fesselt von Beginn an und lässt uns nicht mehr los.

Da ein zweiter Band dem ersten Band "Tinte und Schwert" folgt, endet dieser Roman völlig offen, so das ich es kaum erwarten kann zu erfahren, wie es Jacob und Anna weiter ergeht.
Allen Leser/innen, die spannende und gut recherchierte Historienromane lieben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Spannender zweiter Teil der Trilogie um Palineas, dem magischen Jungen

Palineas: Zweites Buch - Aufstieg
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Mit "Der Aufstieg" ist Mario Hackel eine sehr spannende Fortsetzung des ersten Teiles gelungen.

Eristria ist im Umbruch. Der schwarze Drache ist wieder frei und lebendig und damit kehren alle Drachen ...

Mit "Der Aufstieg" ist Mario Hackel eine sehr spannende Fortsetzung des ersten Teiles gelungen.

Eristria ist im Umbruch. Der schwarze Drache ist wieder frei und lebendig und damit kehren alle Drachen wieder zurück, zum Teil in zerstörerischer Mission.

Verschiedene Gruppierungen um Palineas, Marek und Melande machen sich auf den Weg das Gleichgewicht Eristrias und den Frieden wiederherzustellen. Werden sie erfolgreich sein? Und was erwartet sie auf ihrem nicht ungefährlichen Weg?

Klingt für den ein oder anderen nach "Herr der Ringe"? Parallelen sind durchaus vorhanden, dennoch ist die Trilogie um den Jungen Palienas mit seinen magischen Fähigkeiten und seiner spannenden Entwicklung eine ganz eigene und fantastische Geschichte. Mario Hackel gelingt es erneut uns in eine fantastische Welt mit ihren fantasievollen Bewohnern zu entführen. Die Illustrationen vor jedem Kapitel, gepaart mit einem weisen Spruch eines fiktiven Chronisten, sind herausragend gestaltet und regen neben der tollen Geschichte und dem fliessenden Schreibstil unsere Fantasie noch zusehends an. Die Erzählung begeistert wiederholt.

Einziger Wermutstropfen für mich sind die zahlreichen Namen, ihre Verbindungen und die Sprünge in der Geschichte. Zunächst hätte ich mir das Personenregister, welches sich am Ende des Buches befindet eher zu Beginn des Buches gewünscht. Bei näherer Betrachtung hätte sich der Autor aber dadurch selbst gespoilert, so daß die Platzierung so doch richtig und sinnvoll ist.

Für alle Leser/innen, die Romane des Fantasiegenres lieben, kann ich auch den zweiten Teil, der besser unter Kenntnis des ersten Teiles erst gelesen werden sollte, sehr empfehlen und freue mich nun auf den letzten Band "Die Auflösung", da der zweite Teil dafür alles offen lässt.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Bach bewegt nicht nur im Film, sondern auch bei der Lektüre dieses Buches

Bach bewegt
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Knut Elstermann hat sich in "Bach bewegt" mit den zahlreichen filmischen Versuchen, das Leben des großen Komponisten und Menschen Johann Sebastian Bachs wiederzuspiegeln, auseinandergesetzt. Er beäugt ...

Knut Elstermann hat sich in "Bach bewegt" mit den zahlreichen filmischen Versuchen, das Leben des großen Komponisten und Menschen Johann Sebastian Bachs wiederzuspiegeln, auseinandergesetzt. Er beäugt dabei teil sehr kritisch aber auch teils wohlwollend die Drehbücher, schauspielerischen Leistungen und die Arbeit der Regisseure und Kameramänner. Sehr schön stellt er bei jedem Film, über den er dann schreibt, den Bezug nicht nur zu Bach selber, sondern auch zu seinem Umfeld, Freunden, Bekannten und den Orten seines Schaffens dar. Wir bekommen somit stellenweise ein ganz neues Bild und viele neue Informationen über Bach zu lesen, was dieses Buch so interessant macht. Dabei schafft er es den doch eher trockenen Stoff sehr lebendig zu schildern und die Filme uns so spannend zu schildern, das wir, obgleich wir nicht jeden Film bisher gesehen haben, uns doch in die Szenerien hineinversetzen können. Es ist ebenfalls sehr spannend zu verfolgen, wie unterschiedlich sich die Regisseure dem Menschen Bach bei ihrer Arbeit annähern.

Für mich persönlich war besonders zum Ende des Buches die Aufzählungen und Erläuterungen der Verwendung der Kompositionen von Bach als begleitende Filmmusik sehr gelungen. Darüber hätte ich gerne noch mehr gelesen.

Hervorzuheben sei hier noch die Abbildung von vielen Fotos aus den verschiedenen Filmen, die uns natürlich die Lektüre noch eindrucksvoller erfahren läßt.

Allen Bachfreunden/-freundinnen und Liebhaber/innen von klassischer Musik, aber auch Cineasten, die insbesondere Biopics lieben kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Dieser französische Sommer verläuft ein wenig zu lang

Merci Agneta
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"Merci Agneta" von Emma Hamberg ist ein Roman über den Selbstfindungsprozess einer schwedischen Frau nach einer gescheiterten Ehe.

Agneta ist noch mit Magnus verheiratet als sie sich in die Provence aufmacht, ...

"Merci Agneta" von Emma Hamberg ist ein Roman über den Selbstfindungsprozess einer schwedischen Frau nach einer gescheiterten Ehe.

Agneta ist noch mit Magnus verheiratet als sie sich in die Provence aufmacht, um Abstand zu ihrer gescheiterten Beziehung und zu ihren Eltern zu bekommen. Sie verbringt die Tage ohne jegliche Sprachkenntnisse in einem Kloster in dem französischen Dorf Saint Carelle. Dort kümmert sie sich um den an Demenz erkrankten Einar. Agneta stellt von Tag zu Tag fest, das die französische Lebensart ihr erheblich mehr entgegenkommt als ihr bislang geführtes Leben in Schweden. Als jedoch eine erhebliche Summe in Form einer Stromnachzahlung auf Einar zukommt, entwickelt Agneta zusammen mit Bonnibelle eine außergewöhnliche Geschäftsidee. Sie lernt den Barbesitzer Fabien kennen und lieben. Da aber die Idee einer neuartigen Unterwäscheproduktion misslingt, muss Agneta schweren Herzens nach Schweden zurück. Wird sie Fabien und Saint Carelle je wiedersehen?

Emma Hamberg hat eine wunderbar bildreiche und humorvolle Art zu schreiben. Wir Leser/innen tauchen gemeinsam mit Agneta tief in Südfrankreich ein, geniessen das Klosterleben, fühlen das Leiden von Einar und die aufkeimende Liebe zu Fabien. Die Personen sind sehr gut beschrieben, so dass wir zum einen (beinahe im Schwarz-Weiß-Stil) die Einwohner von Saint Carelle seitenweise unsere Sympathie entgegenbringen und zum anderen Agnetas Eltern und ihren Noch-Ehemann unsere Abneigung spüren lassen. Besonders hervorzuheben sind Emma Hambergs Gespür für menschliche Gefühle und ihr Wortwitz. Das Ende des Romans lässt Raum für eine Fortsetzung von Agnetas weiteren Schicksal.

Für meinen Geschmack kann die Autorin leider aber den Spannungsbogen nicht aufrechterhalten. Die Geschichte gerät nach der Hälfte des Romans ins Stocken und verläuft sich in zu ausschmückende Auseinandersetzungen mit Agnetas Mutter oder Agnetas innere Dialoge mit dem verstorbenen Einar oder der Realität.

"Merci Agneta" ist ein Roman, den man entspannt als Urlaubs- oder Abendlektüre lesen und geniessen kann.

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