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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Toll!

Fahr Rad!
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„Fahr Rad“ von Ondřej Buddeus ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, das mit umfangreichem Wissen über das vielleicht beste Fortbewegungsmittel überhaupt aufwartet. Ob historische Entwicklung, unterschiedlichste ...

„Fahr Rad“ von Ondřej Buddeus ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, das mit umfangreichem Wissen über das vielleicht beste Fortbewegungsmittel überhaupt aufwartet. Ob historische Entwicklung, unterschiedlichste Radtypen, technische Details, Arten von Stürzen, der Kampf der Frauen für das Recht Rad zu fahren, Radausflüge, Ökologie, Radrennen oder Radeln in der Stadt: nahezu jeder Aspekt des Fahrradfahrens wird hier beleuchtet. Besonders sind auch die ausdrucksstarken Illustrationen des preisgekrönten Jindřich Janíček, die durch den speziellen Zeichenstil und die Farbgebung in warmen Gelb- und Orangetönen ins Auge fallen und den Text wunderbar unterstreichen.

Die Altersempfehlung ab 10 Jahren empfinde ich als sehr passend. Durch den unterschwelligen Humor, der immer wieder durchblitzt, wirkt das Sachbuch nie trocken, sondern lädt Groß und Klein zum Schmökern ein. Für alle Fahrradfans sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Absolut genial!

Penis!
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„Penis! Wissen für unter die Gürtellinie“ ist ein hervorragend gelungenes Aufklärungsbuch, das nicht nur mit allerhand Wissen rund ums Genital aufwartet, sondern dieses auch herrlich erfrischend, ungezwungen ...

„Penis! Wissen für unter die Gürtellinie“ ist ein hervorragend gelungenes Aufklärungsbuch, das nicht nur mit allerhand Wissen rund ums Genital aufwartet, sondern dieses auch herrlich erfrischend, ungezwungen und humorvoll vermittelt. Kongenial ergänzt wird das Ganze durch die Illustrationen von Sandra Bayer, die so unverkrampft und oft auch witzig sind, dass erst gar keine falsche Scham aufkommt.

Neben biologischen Fakten zu Funktion und Aufbau thematisiert das Buch unter anderem auch die richtige Körperhygiene, Verhütung, Transidentität und Risiken im Internet wie Sexting und Grooming. Dank des jugendlichen, aber nicht anbiedernden Schreibstils liest sich das Buch äußerst unterhaltsam, und auch als Erwachsene habe ich noch Neues erfahren. Toll finde ich, dass es Raum für eigene Aufzeichnungen lässt bzw. Anregungen für Eintragungen gibt.

Ich bin absolut begeistert von diesem Buch – genau so etwas hätte ich mir in meiner eigenen Teenagerzeit gewünscht, und ich bin froh, meinem Sohn dieses nun an die Hand geben zu können. Das Pendant „Vulva!“ werde ich auf jeden Fall auch noch kaufen, denn alle Jugendlichen sollten über den männlichen und den weiblichen Körper Bescheid wissen. Eine ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

starker vierter Teil einer hervorragenden Kinderbuchreihe

Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung
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Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: ...

Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: Sie müssen die nahezu uneinnehmbare Festung Tor Malan bezwingen und eine kostbare Kette stehlen. Zugleich ist die berüchtigte Verbrecherbande „Die Namenslosen“ hinter ihnen her, die diesmal einen besonders perfiden Plan verfolgt. Um sie zu überlisten, müssen die sechs über sich hinaus wachsen und als Team alles geben…

Seit Monaten fiebert mein Sohn (11) auf die Fortsetzung der Reihe entgegen. Von Band 1 an sind wir große Fans von Gabriel, Penelope, den Okoro-Zwillingen und Amira. Inzwischen wurde die Bande noch um ein sechstes Mitglied erweitert (wen, wird hier nicht verraten), das für zusätzliche Dynamik und unterhaltsame Dialoge sorgt.

Jedes Bandenmitglied zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten und Eigenheiten aus, und wir haben jedes einzelne ins Herz geschlossen, auch wenn Gabriel Avery natürlich eine ganz besondere Rolle einnimmt. Der verantwortungsbewusste, ruhige und besonnene Junge ist durch seine Empathie und Fürsorge der integrative Part der Gruppe. J.J. Arcanjo erzählt nicht nur eine richtig spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, sondern vermittelt dabei auch wichtige Botschaften. Er zeigt, dass hinter einer abweisenden, harten Fassade ein sensibler, tief verletzter Mensch stecken kann, und dass es ein Zeichen von Stärke sein kann, um Hilfe zu bitten. In einem Team wird auch die größte Herausforderung bezwingbar, wenn man füreinander einsteht, fest zusammenhält und an sich arbeitet.

Wir können es kaum erwarten, den fünften und finalen Roman zu lesen und empfehlen die gesamte Crookhaven-Reihe unbedingt weiter. Für uns eine der besten Kinderbuchreihen überhaupt!

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ein toller Reihenauftakt mit originellen Figuren

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist 28 und Trauerredner. Er lebt mit seinem Vater Fridtjof unter einem Dach und führt ein recht beschauliches Leben, als eines Nachts ein merkwürdiger Brief mit einer geheimen Botschaft vor ...

Mads Madsen ist 28 und Trauerredner. Er lebt mit seinem Vater Fridtjof unter einem Dach und führt ein recht beschauliches Leben, als eines Nachts ein merkwürdiger Brief mit einer geheimen Botschaft vor seiner Tür liegt. Zeitgleich stirbt sein bester Freund Patrick aus Kindheitstagen, zu dem er seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Mads beginnt nachzuforschen: Besteht hier ein Zusammenhang? Und wie gut kennt er seinen Jugendfreund wirklich? Seine Recherchen bleiben nicht unbemerkt, und unversehens gerät Mads in den Fokus finsterer Gestalten. Zum Glück kann er auf die tatkräftige Unterstützung seines Freundes Fiete zählen, dem Sohn des örtlichen Bestatters.

Seit „Kein guter Mann“ bin ich Fan der Bücher von Andreas Izquierdo, und so war ich natürlich sehr gespannt auf „Über die Toten nur Gutes“. Ein junger Trauerredner ist neben den genreüblichen Ermittlern und Rentnerdetektiven mal eine erfrischend neue Idee, und Mads war mir sehr schnell sympathisch. Meine heimliche Lieblingsfigur ist jedoch sein Papa Fridtjof, der mich ein bisschen an Volker Pastewka (ja, ich liebe diese Serie!) erinnert und herrlich skurril und unkonventionell ist. Er sorgt für viele lustige Momente, auch wenn er mich im echten Leben wohl in den Wahnsinn treiben würde. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit ihm im nächsten Band! Auch die junge raubeinige Kommissarin Mills und der geheimnisvolle Thanatopraktiker Herr Barnardy bieten noch viel spannendes Potential für weitere Fälle.

Die Geschichte startet gleich mit einer herrlichen witzigen Szene, bei der ich breit grinsend vor meinem Buch saß und mich köstlich über die Dialoge und die Situationskomik amüsierte. Trotz vieler humorvoller Passagen bietet der Krimi jedoch auch viel Nachdenkliches und zeigt, wie Erfahrungen in unserer Kindheit die Weichen für ein ganzes Leben stellen können. Der Fall bleibt bis zum Schluss spannend.

Fazit: Ein unterhaltsamer und abwechslungsreicher Krimi mit außergewöhnlichen Figuren, der Spannung, Humor und Tiefgang perfekt vereint und Lust macht auf weitere Bände!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

sehr differenziert und bewegend geschrieben

Beduinenmilch
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Die Deutsch-Israelin Talia ist knapp 18 Jahre alt und verbringt die Sommerferien wie jedes Jahr bei ihrer Familie in Tel-Aviv. Dort fühlt sie sich geborgen und zu Hause. Da ihre Volljährigkeit bevorsteht, ...

Die Deutsch-Israelin Talia ist knapp 18 Jahre alt und verbringt die Sommerferien wie jedes Jahr bei ihrer Familie in Tel-Aviv. Dort fühlt sie sich geborgen und zu Hause. Da ihre Volljährigkeit bevorsteht, hat sie für sich eine weitreichende Entscheidung getroffen: Obwohl sie als deutsche Staatsbürgerin eine Befreiung hat, möchte sie ihrer Verpflichtung für Israel nachkommen und den zweijährigen Militärdienst ableisten. Ihre Familie weiß noch nichts davon, doch Talia ist fest entschlossen. Doch in den Ferien lernt sie den illegalen palästinensischen Arbeiter Haytham kennen, trifft den Menschenrechtsaktivisten Yona, mit dem sie ins Westjordanland reist, und ihre Gewissheiten geraten ins Wanken. Sie beginnt, die antiarabische Haltung des Großteils ihrer Familie zu hinterfragen und entwickelt unter dem Eindruck ihrer Erfahrungen und Begegnungen eine immer differenziertere Sichtweise, die sie vor einen schweren Gewissenskonflikt stellt.

Nirit Sommerfeld erzählt diesen Roman auf zwei sich abwechselnden Zeitebenen: Die erste spielt im Jahr 2014 und schildert Talias Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Die zweite besteht aus Tagebucheinträgen von Talias kürzlich mit 95 Jahren verstorbenem Großvater, der in der 1930er Jahren vor den Nazis aus Deutschland nach Palästina floh und dort als Mitglied der Hagana bzw. nach Ausrufung des Staates Israel als Soldat der israelischen Streitkräfte u.a. an der Vertreibung der arabischen Bevölkerung und dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg beteiligt war. Diese Tagebucheinträge, die zwischen 1947 und 1961 entstanden sind, werfen einen Blick auf den historischen Hintergrund des Nahost-Konfliktes und zeigen auch das Leid und das Unrecht, das die arabische Bevölkerung erfahren musste.

Beide Zeitebenen sind einfühlsam erzählt. Da die Tagebucheinträge nicht chronologisch angeordnet sind, erschweren die Sprünge gelegentlich das Verständnis etwas und ich musste mehrfach zurückblättern, um die Ereignisse in die richtige Reihenfolge zu bringen. Talias Ebene habe ich als deutlich lebendiger, authentischer und mitreißender empfunden, und sie hat mich emotional stärker angesprochen. Talias innere Zerrissenheit ist direkt greifbar, und als Leser:in sieht man die Ausweglosigkeit des palästinensisch-israelischen Konfliktes und die komplexen politischen, gesellschaftlichen und moralischen Dimensionen durch ihre Augen. Besonders berührt hat mich auch die kluge und starke Figur von Savta Malka, der Großmutter von Talia.

Ich habe durch „Beduinenmilch“ sehr viel über die aktuelle und historische Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten hinzugelernt und kann dieses Buch nur nachdrücklich empfehlen. Auch für jugendliche Leser:innen ab. ca. 15 Jahren sehr lesenswert!

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