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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2025

Was damals geschah

Himmelerdenblau
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Das war tatsächlich mein erstes Buch von Romy Hausmann - und ich wurde nicht enttäuscht.
Zwar mag ich es bei Thrillern normalerweise etwas härter, doch 'Himmelerdenblau' überzeugt mit einer anderen, dafür ...

Das war tatsächlich mein erstes Buch von Romy Hausmann - und ich wurde nicht enttäuscht.
Zwar mag ich es bei Thrillern normalerweise etwas härter, doch 'Himmelerdenblau' überzeugt mit einer anderen, dafür umso raffinierteren und durchdachten Geschichte. Schon nach wenigen Seiten hatte mich die Autorin komplett gepackt.

Die beiden True-Crime-Podcaster Liv und Phil rollen in ihrer Show einen alten Entführungsfall neu auf - und bringen damit mehr ins Rollen, als ihnen lieb ist. Gemeinsam mit Theo, dem mittlerweile dementen Vater der vor Jahren verschwundenen Julie, versuchen sie herauszufinden, was in jener Nacht wirklich geschehen ist.
Lebt Julie noch? Ist sie vielleicht freiwillig verschwunden? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Der Fall ist spannend aufgebaut, und ich wusste bis zum Schluss nicht, welche Wahrheit sich dahinter verbirgt. Einige Nebenstränge fand ich ebenfalls interessant, doch am meisten berührt hat mich alles rund um Theo und seine Demenzerkrankung.
Romy Hausmann hat diesen Aspekt unglaublich authentisch und feinfühlig umgesetzt - das war sicherlich keine einfach Aufgabe, aber sie ist ihr großartig gelungen.

Man fiebert bis zum Ende mit und hofft, dass Theo das Schicksal seiner Tochter noch in einem halbwegs Moment Zustand aufklären kann. Trotz kleiner Längen gegen Ende ist 'Himmelerdenblau' ein unblutiger, aber durchweg fesselnder Thriller, der sich sehr angenehm lesen lässt.
Mein Fazit: Eine kluge, emotional berührende und spannend erzählte Geschichte - durchaus empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Kein leichter Weg

Der Butterberg
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Schonungslos ehrlich, manchmal witzig und mal traurig regt dieses Buch zum Nachdenken an.
In 'Der Butterberg' erzählt der Autor Sven Weiss, angelehnt an seine eigenen Erfahrungen, von der Zeit in einer ...

Schonungslos ehrlich, manchmal witzig und mal traurig regt dieses Buch zum Nachdenken an.
In 'Der Butterberg' erzählt der Autor Sven Weiss, angelehnt an seine eigenen Erfahrungen, von der Zeit in einer Klinik für Adipositas.
Schonungslos ehrlich und ungeschönt wird hier über das Leben mit erheblich zu vielen Pfunden erzählt. Aber auf eine sehr angenehme Weise, und für mich fühlte es sich an, als würde mir ein Kumpel erzählen wie es dort war.
Wir erleben mit, wie die Hauptfigur Jan mit einer ziemlich hohen und stabilen Mauer um sich herum in der Klinik ankommt, und nach und nach bröckelt diese betont lustige und lockere Fassade.
Auch die anderen Figuren der Gruppe sind alles ganz eigene Typen und haben zusätzlich zum Gewicht noch ordentlich Ballast zu tragen.
Es ist eine schöne Gruppendynamik zu spüren.
Etwas gefehlt hat mir, mehr von dem Klinik Konzept zu erfahren und was es den Menschen schlussendlich gebracht hat.
Ich habe diesen Roman an einem Wochenende durchgelesen und der lockere, flockige Schreibstil hat mir eine gute Lesezeit beschert.
Ein Buch, das gute Einblicke in das Leben mit "zuviel auf den Rippen" gibt und Platz für Verständnis schafft. Auch Adipositas ist eine Krankheit.














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Veröffentlicht am 07.10.2025

Freundschaft

Drei Frauen am See
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'Drei Frauen am See' ist ein wunderbar angenehmer Auftakt zur Haus-am-See-Triologie von Dora Heldt.
Erschienen bereits 2018, ist es mal was Älteres - und wie schön ist das bitte, wenn man nicht ewig auf ...

'Drei Frauen am See' ist ein wunderbar angenehmer Auftakt zur Haus-am-See-Triologie von Dora Heldt.
Erschienen bereits 2018, ist es mal was Älteres - und wie schön ist das bitte, wenn man nicht ewig auf die Fortsetzungen warten muss. 😍

Die Geschichte ist schnell erzählt:
Vier Freundinnen, seit ihrer Jugend eng verbunden, jede mit ganz eigener Persönlichkeit - bilden zusammen ein lustiges Mädchen-Kleeblatt.
Nichts scheint sie trennen zu können, bis ein Zerwürfnis alles auseinanderreißt.
Eine von ihnen, Marie, ist leider mit keiner guten Gesundheit gesegnet, und ihr letzter Wunsch ist, alle wieder zu versöhnen.
Ob ihr das gelingt?

Ich mochte besonders die atmosphärische Kulisse am See, die unterschiedlichen Charaktere der Protagonistinnen und ihre liebevoll gezeichneten Eigenheiten.
Trotz der vielen Seiten empfand ich das Buch als sehr kurzweilig - es liest sich leicht und flüssig. Die Perspektiven wechseln regelmäßig, sodass jede der Frauen zu Wort kommt.
Rückblenden in die Vergangenheit ergänzen das Bild und lassen uns als Leser*innen die tiefe Verbindung zwischen den Figuren nachvollziehen.
Ein wirklich schöner Roman über Freundschaft, Verlust, Versöhnung und das Leben selbst - mit emotionalen Höhen und Tiefen, aber ohne ins Kitschige abzudriften.
Für alle die einfach mal wieder in eine warmherzige Geschichte abtauchen möchten, eine klare Empfehlung.
Ich freue mich jetzt schon auf Teil zwei und drei.


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Veröffentlicht am 29.09.2025

Bunte Welt

Was du siehst
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Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr ...

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr gelungener.
Wir begleiten Andi und Jule ab dem Jahr 1967 und erleben, wie sie sich im Laufe der Jahre immer näherkommen.
Eine besondere Freundschaft wächst heran, zu der beide mit ihren sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten etwas beitragen.
Jule ist getrieben von der Sehnsucht, ihren Vater zu finden, und reist nach der Wende durch die Welt.
Andi hingegen geht seinen eignen Weg - und wartet auf seine Jule.
Ob sie zu ihm zurückkehrt? Das müsst ihr selbst lesen. ☺️
Besonders gefallen haben mir die farblich betitelten Kapitel - ein schöner Einfall - sowie die kleinen Rituale zwischen Jule und Andi, die ihre Verbindung so besonders machen.
Auch die Nebenfiguren haben mich berührt - allen voran Frieda, die für meinen Geschmack ruhig noch mehr Raum in der Geschichte hätte einnehmen dürfen.
Ihre kleine Erzählung war ebenfalls sehr schön und, wie ich finde, noch nicht auserzählt.
Auch Andis Vater - verschroben, aber liebenswert - ist mir im Gedächtnis geblieben.
Es ist kein spannungsgeladener Roman, aber einer, der zu Herzen geht.
Manche Leser*innen fanden bestimmte Stellen etwas langatmig - das habe ich persönlich nicht so empfunden.
Lediglich das Ende wirkte auf mich etwas konstruiert, was aber sicher Geschmackssache ist.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen und empfehle ihn mit gutem Gewissen weiter.


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Veröffentlicht am 22.09.2025

(Un)glaube

Monstergott
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Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder ...

Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder von einem gewissen Humor durchzogen ist.
Einfach herrlich.
Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Ben und Esther, die fest in ihrer Freikirche und ihrem Glauben verwurzelt sind.
Doch nach und nach treten Widersprüche und Erfahrungen zutage, die sie dazu bringen, ihren Glauben zu hinterfragen - auf ganz unterschiedliche Weise.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der feministische Aspekt von Esthers Geschichte. Ihre Sehnsucht nach einem selbstbestimmten und selbstverwirklichenden Leben ist absolut nachvollziehbar, und die innere Spannung, die sich daraus ergibt, dass ihr Glaube - oder Gott selbst - ihr im Weg zu stehen scheint, ist sehr eindringlich geschildert.
Ben hingegen hat mich mit seiner inneren Zerrissenheit tief berührt und ich habe bis zum Schluss mit ihm gefühlt und auf ein gutes Ende gehofft.
Ich fand es total spannend, in anderen Rezensionen zu lesen, wie realistisch die Darstellung des Lebens in einer Freikirche empfunden wird.
Da fehlte mir persönlich der Erfahrungshintergrund - umso interessanter war dieser Einblick für mich.
Im Vergleich zu Schmitts Debüt 'Liebewesen' reicht 'Monstergott' für mich nicht ganz heran. 'Liebewesen' hatte mich damals komplett mitgerissen.
Ich finde der Einstieg in 'Monstergott' war etwas zäh, aber dann nimmt die Geschichte deutlich an Tiefe und Tempo auf.
Alles in allem ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle - vor allem denjenigen die sich für Glaube, Identität und Selbstbestimmung interessieren.

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