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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ich sehe was, was du nicht siehst...

Was du siehst
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Bei "Was du siehst" handelt es sich um den Debütroman von Laura Maaß, die erst nach der Wende in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist. Ihre Geschichte beginnt aber mitten in der Zeit der DDR, 1967. ...

Bei "Was du siehst" handelt es sich um den Debütroman von Laura Maaß, die erst nach der Wende in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist. Ihre Geschichte beginnt aber mitten in der Zeit der DDR, 1967. Die schwangere Ruth muss Ost-Berlin auf Wunsch ihres systemtreuen Vaters verlassen, nachdem der Vater ihres Kindes (wie sie vermutet in den Westen) verschwunden ist. Sie findet ein neues Zuhause bei ihrem Onkel in einem kleinen Dorf in Mecklenburg nahe der Elbe, das von Kiefernwäldern umgeben ist. Dort wächst dann ihre Tochter Jule zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Andi auf und die beiden werden noch vor dem Mauerfall ein Paar. Die Wiedervereinigung und Jules Familiengeschichte stellen ihre Beziehung dann aber auf eine harte Probe.

Ich lese sehr gerne Romane, die sich in irgendeiner Form mit der deutsch-deutschen Vergangenheit beschäftigen und der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Probleme und Besonderheiten der damaligen Zeit einzufangen, obwohl sie selbst ein Nachwendekind ist. Sie beschreibt sehr anschaulich und steigert durch ihren Schreibstil immer wieder die Spannung, indem sie immer wieder vage Hinweise auf Zukünftiges einstreut. Die Personen wirken alle sehr authentisch und haben ihre Ecken und Kanten. Nicht ganz zufrieden gestellt haben mich allerdings die Geschehnisse, wie sie sich nach der Wende zugetragen haben sollen. Hier erschien mir einiges nicht vollkommen realistisch und ich hätte mir eine etwas andere Abrundung des Romans gewünscht.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Selbstfindung

Junge Frau mit Katze
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Der Titel des Romans hat mich neugierig gemacht, den Roman der Autorin, der sich um die Mutter der aktuellen Protagonistin dreht, kannte ich jedoch noch nicht. Ela steht gerade vor dem Abschluss ihrer ...

Der Titel des Romans hat mich neugierig gemacht, den Roman der Autorin, der sich um die Mutter der aktuellen Protagonistin dreht, kannte ich jedoch noch nicht. Ela steht gerade vor dem Abschluss ihrer Promotion und hat eine Stelle in der Forschung in Aussicht, als ihr Körper (mal wieder) nicht mehr mitspielt und diverse unerklärliche Symptome entwickelt. Dies führt dazu, dass sie einerseits diverse Ärzte unterschiedlichster Fachgebiete aufsucht, die ihr aber nicht wirklich weiterhelfen, sich andererseits aber auch mehr mit dem Verhältnis zu ihrer Mutter befasst und auch ihre beruflichen Ambitionen hinterfragt.

Leider bin ich mit Ela nicht so recht warm geworden. Die verschiedensten Krankheitssymptome und vor allem, wie sie dann mit diesen umgeht, waren etwas zu viel für meinen Geschmack. Auch die sich anbahnende Liebesbeziehung erschien mir nicht vollkommen nachvollziehbar, irgendwie blieb alles recht distanziert. Gut gefallen hat mir jedoch der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin, insbesondere die den Kapiteln vorangestellten Zitate und die schönen Begriffe aus vergangenen Zeiten, die mit Elas Arbeit zu tun haben.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Vergiftetes Präsent

Das Geschenk
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Dies ist mein erster Roman der flämischen Autorin. Sie lässt diesen nicht in ihrer Heimat, sondern in Berlin spielen. Die Handlung beginnt damit, dass der Präsident von Botswana 20000 Elefanten nach Deutschland, ...

Dies ist mein erster Roman der flämischen Autorin. Sie lässt diesen nicht in ihrer Heimat, sondern in Berlin spielen. Die Handlung beginnt damit, dass der Präsident von Botswana 20000 Elefanten nach Deutschland, speziell in den Großraum Berlin, schickt. Das erklärt auch die Covergestaltung. Er erklärt sein Geschenk damit, dass Deutschland ein Einfuhrverbot für Jungstrophäen beschlossen hat und damit einem Teil seiner Bevölkerung die Lebensgrundlage durch Einnahmen aus dem Tourismus entzogen wurde, während obendrauf die Elefanten immer mehr werden und Ernten vernichten. Der deutsche Bundeskanzler steht nun vor einem enormen Problem, da die Elefanten in der Großstadt schnell Schaden anrichten, was die Bevölkerung gegen die Regierung aufbringt, während zugleich radikalere Parteien einfache Lösungen für das Problem versprechen.

Somit wirkt die Geschichte auch etwas wie ein Gleichnis bezogen auf die Flüchtlingsthematik. Die Autorin bringt viele interessante Gedankengänge und auch eine ordentliche Portion Satire ein, ohne zu sehr ins klamaukhafte abzugleiten. Somit wird man einerseits gut unterhalten, andererseits aber auch zum Nachdenken darüber angeregt, wie unsere eigenen Verhaltensweisen, aktuell und auch schon weit in der Vergangenheit dazu beitragen, dass es Menschen anderswo schlecht geht. Auch, was unsere Reaktionen auf Problemsituationen angeht, wird uns als Leser:in und auch der Politik so oft ein Spiegel vorgehalten. Der Schreibstil war dabei gut lesbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuches empfand ich als passend gewählt. Man konnte ihr sehr gut folgen. Teilweise hätte ich mir aber noch etwas genauere Hintergründe gewünscht, insbesondere dazu, wie 20000 Elefanten überhaupt nach Deutschland gekommen sein sollen, aber auch zu weiteren konkreten Problemsituationen, die durch ihre Anwesenheit in der Großstadt entstanden sind.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Cold Case am Campingplatz

Der Trailer (Donkerbloem 1)
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Das Cover dieses Thrillers ist düster gestaltet und so sehr passend zur Thematik. Die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke nimmt, angeregt durch einen True-Crime-Podcast, und, weil das potentielle Opfer ...

Das Cover dieses Thrillers ist düster gestaltet und so sehr passend zur Thematik. Die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke nimmt, angeregt durch einen True-Crime-Podcast, und, weil das potentielle Opfer aus ihrem Heimatort stammt, die Ermittlungen im 15 Jahre alten Cold Case einer unter mysteriösen Umständen auf einem abgelegenen Campingplatz in den Ardennen verschwundenen Studentin wieder auf. Von dem Podcast hat auch Wout Meertens, ein Stalker und Barbesitzer aus Köln, der zur selben Zeit wie die verschwundene junge Frau in Camp Donkerbloem war, etwas mitbekommen. Er zögert jedoch, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, da er wegen seiner Vorgeschichte Angst hat, verdächtigt zu werden. Dann geschehen auch noch weitere Morde, die in Zusammenhang zu dem alten Fall zu stehen scheinen.

Ich fand den Thriller grundsätzlich sehr spannend, mit einigen überraschenden Wendungen und einem Cliffhanger zum nächsten Teil am Ende. Nicht richtig warm wurde ich aber mit der Ermittlerin und ihrer Lebenseinstellung. Positiv anzumerken ist der sehr anschauliche Schreibstil, durch den man sich die Personen und Orte der Handlung sehr gut vorstellen kann. Auch der Sprecher des Hörbuchs war gut gewählt. Er passte zur Stimmung des Thrillers und man konnte ihm gut folgen. Auch die Spannung wurde durch ihn passend transportiert.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Pläne sind dazu da, umgeworfen zu werden

Weihnachten in Applemore
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Bei Weihnachten in Applemore handelt es sich um den vierten Teil einer Reihe, um mehrere Geschwister und eine Dorfgemeinschaft. Wie das Cover und der Titel eindeutig verraten, handelt die neueste Episode ...

Bei Weihnachten in Applemore handelt es sich um den vierten Teil einer Reihe, um mehrere Geschwister und eine Dorfgemeinschaft. Wie das Cover und der Titel eindeutig verraten, handelt die neueste Episode um Weihnachten herum.

Harry, der beste Freund von Polly (beide haben sich noch nicht eingestanden, mehr füreinander zu empfinden) möchte über die Weihnachtstage sein Hotel mit Pub und zugleich gehobener Küche schließen, um es renovieren zu lassen, damit die Zimmer wieder dem Stand der Zeit entsprechen. Da funkt ihm allerdings Influencerin Ivy dazwischen, die sehr spontan und ausgerechnet an Weihnachten, in seinem Hotel heiraten möchte. Das wäre natürlich eine super Werbung für das Hotel, sorgt aber für jede Menge zusätzliche Arbeit und bringt alle Pläne durcheinander. Polly überzeugt Harry aber, die Anfrage anzunehmen und es gibt in Applemore ja zum Glück auch sonst viele helfende Hände, die ihn unterstützen wollen.

Es handelt sich hier um ein weihnachtliches Wohlfühlbuch, mit dessen Hilfe man beim Lesen in einen kleinen Ort in den Schottischen Highlands abschweifen kann. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar, gut für einen tristen Herbst- oder Wintertag auf dem Sofa. Die Menschen der Dorfgemeinschaft sind allesamt auf ihre Art sympathisch. Mir fiel es allerdings etwas schwer, mit den ganzen Namen und Zusammenhängen klar zu kommen, da ich ansonsten nur den ersten Teil kenne. Das ist nicht so schlimm für die aktuelle Geschichte, es schadet aber sicher grundsätzlich nicht, auch die anderen Teile gelesen zu haben. Gut fand ich, dass die Autorin auf zu explizite Sexszenen, wie sie heute oft üblich sind, verzichtet hat. Die Liebesgeschichte hätte aber grundsätzlich noch etwas mehr Raum neben den ganzen Nebenhandlungen bedingt durch die recht hohe Anzahl der Nebenfiguren, einnehmen dürfen.

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