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Veröffentlicht am 29.09.2025

Immer wieder gut

Frau Morgenstern und die Offenbarung
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FRAU MORGENSTERN UND DIE OFFENBARUNG heißt der neue, mittlerweile siebte Teil aus der Frau Morgenstern-Krimireihe des Schweizer Schriftstellers Marcel Huwyler. Ich begleite die Reihe seit dem zweiten Band ...

FRAU MORGENSTERN UND DIE OFFENBARUNG heißt der neue, mittlerweile siebte Teil aus der Frau Morgenstern-Krimireihe des Schweizer Schriftstellers Marcel Huwyler. Ich begleite die Reihe seit dem zweiten Band und kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie einfach herzerfrischend anders ist.
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Darum geht’s: Elf auf einen Streich. Der neue Auftrag für Violetta Morgenstern und Miguel Schlunegger hat es in sich. Sie sollen einen Archäologen und sein Team eliminieren, die in Ägypten einen Fund gemacht haben, der die Geschichtsschreibung verändern könnte…
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Schon an der kurzen Inhaltsangabe erkennt ihr, dass euch hier kein normaler Krimi erwartet. Die pensionierte Lehrerin Violetta Morgenstern ist eine Auftragskillerin im Namen des Staates. Mittlerweile wohnt sie in einem Patchwork-Haushalt mit ihrem Kollegen Miguel Schlunegger und seinen Töchtern zusammen. Das Familien-Chaos nimmt in diesem Band der Reihe viel Raum ein. Der Killerauftrag spielt sich gefühlt fast ein bisschen am Rande ab. Aber ich lieb’s. Das Morgenstern-Universum ist eben etwas ganz Besonderes. Die Geschichte ist schräg und verrückt. Das gilt auch für die Charaktere, die gleichzeitig aber auch absolut liebenswert sind.
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Die Morgenstern-Reihe ist eine Parodie auf das Agententhriller-Genre. Auch FRAU MORGENSTERN UND DIE OFFENBARUNG sprüht wieder vor skurrilen Ideen und schwarzem Humor. Außerdem schätze ich Huwylers einzigartige Art mit Worten zu spielen. Der Autor (er)findet immer wieder neue einfallsreiche Begriffe und schreibt mit einer sprachlichen Finesse, die auch diesmal wieder ein Fest ist.
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Fazit: Morgenstern & Schlunegger sind einmal mehr Unterhaltung vom Feinsten. Ein absolut abgefahrener Lesespaß!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Märchenhafte Romantasy

Star-Crossed Hearts
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Marissa Meyer eilt ein gewisser Ruf voraus: Sie gilt als Märchen-Queen, die magisch-düstere und romantische Retellings schreibt. STAR CROSSED HEARTS ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen ...

Marissa Meyer eilt ein gewisser Ruf voraus: Sie gilt als Märchen-Queen, die magisch-düstere und romantische Retellings schreibt. STAR CROSSED HEARTS ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe – und damit ist sie ihrem Ruf auf jeden Fall gerecht geworden.
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Das Buch ist eine optische Schönheit. Der Schutzumschlag ist wunderschön gestaltet. Auch beim Hardcover darunter wurde nicht gespart. Die end pages und der Farbschnitt ergänzen den zauberhaften Gesamteindruck, der schon für die richtige Einstimmung auf die Geschichte sorgt.
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Darum geht’s: Catherine Pinkerton träumt von einer eigenen Bäckerei und der großen Liebe. Ihre Eltern wollen sie mit dem albernen Herzkönig verheiraten. Caths Herz schlägt dagegen für den Hofnarren Jest…
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Der Klappentext hat mich direkt angesprochen – ohne dass ich weiter darüber nachgedacht habe, in welchem Universum ich mich hier bewege. Bekannte Figuren wie zum Beispiel die Grinsekatze und der Hutmacher lassen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Geschichte im Alice im Wunderland-Kosmos spielt. Erzählt wird die Vorgeschichte der Herzkönigin. Und das macht Marissa Meyer mit poetischen Worten und großer Bildgewalt. So war ich ruckzuck drin in der Geschichte und komplett fasziniert.
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Der Lovestory, die sich hier entspinnt, bin ich mit fast kindlicher Naivität gefolgt – obwohl mir aufgrund der Vorlage von Lewis Carrol hätte klar sein müssen, dass mir letztendlich das Herz zerrissen wird. Wer Alice im Wunderland kennt, kennt natürlich auch die übellaunige Herzkönigin, die schnell Todesurteile fällt. Das soll Catherine Pinkerton sein? Darauf deutet zunächst so gar nichts hin. Und deshalb hat mein Herz auch so ein kleines bisschen gehofft, dass Cath und Jest vielleicht doch ein Happyend erleben dürfen. Aber in diesem Punkt hält sich Marissa Meyer an die Vorlage.
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Der Buchumschlag verrät es auch bereits. Der Trope ist vorgegeben STAR CROSSED HEARTS ist eine Villain-Origin-Story, beschreibt also die Entstehungsgeschichte eines Bösewichts. Und hier habe ich aus der Feder von Marissa Meyer eben erfahren, wie aus aus einem sympathischen und träumerischen Mädel eine dunkle Antagonistin geworden ist. Diese entscheidenden Lebensveränderungen und den Wandel mitzuerleben, geht ans Eingemachte. Die Herzkönigin wird dadurch zu einem fesselnden und verständlichen und greifbaren Charakter mit einem eigenen Schicksal. Danach sieht man die Bösewicht-Figur definitiv mit anderen Augen.
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STAR CROSSED HEARTS verleiht den Leser*innen einen frischen Blick auf einen altbekannten Klassiker. Ich wollte, dass es anders ausgeht … aber nun ja, ein Retelling ist eben kein Wunschkonzert. Ich musste mit einigen unliebsamen Wendungen klarkommen. Das sollte angesichts der Art der Geschichte eigentlich nicht überraschend kommen – und doch haben die Entwicklungen zielgenau mitten ins Herz getroffen und mit dem Schwert noch schön in der offenen Wunde herumgebohrt. Wenn man sich mit Haut und Haar auf das Erzählte einlässt, wird auch das ein oder andere Tränchen verdrückt.
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Das Buch hat über 500 Seiten. Bei diesem Umfang beginne ich langsam Respekt zu bekommen. Vor allem, wenn das Genre außerhalb meiner Komfortzone liegt. Der Roman hat für meinen Geschmack durchaus auch ein paar Längen. Hier und da ergeht sich Marissa Meyer in Ausschweifungen und hätte straffer zum Punkt kommen können, um mich gefühlsmäßig noch stärker zu erreichen. Insgesamt hat mir STAR CROSSED HEARTS aber gut gefallen und ich hatte mit dieser Fantasy-Story eine faszinierende und unterhaltsame Lesezeit.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Gute Neuentdeckung

Love, Mom
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LOVE, MOM von Iliana Xander lockt mit toller Aufmachung und Farbschnitt. Das Buch ist also schonmal ein absoluter Eyecatcher. Dazu wird es vom Verlag noch als das „explosivste Thrillerdebüt des Jahres“ ...

LOVE, MOM von Iliana Xander lockt mit toller Aufmachung und Farbschnitt. Das Buch ist also schonmal ein absoluter Eyecatcher. Dazu wird es vom Verlag noch als das „explosivste Thrillerdebüt des Jahres“ angepriesen. Nur schöner Schein oder ist da tatsächlich was dran? Wollen wir doch mal schauen…
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Darum geht’s: Die Bestsellerautorin V.E. Renge aka Elizabeth Casper ist durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen. Ihre Tochter Mackenzie bekommt nach ihrem Tod mysteriöse Briefe, aus denen sie unbekanntes über die Vergangenheit ihrer Mutter erfährt und die andeuten, dass ihr Tod vielleicht gar kein Unfall war…
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LOVE, MOM ist ursprünglich im Selfpublishing erschienen und hat da so viel Aufmerksamkeit erzielt, dass der Thriller es jetzt in zahlreichen Ländern auf den Buchmarkt schafft. Bei uns hat sich der Heyne Verlag der Sache angenommen, investiert sichtbar ins Marketing und verteilt großzügig Vorschusslorbeeren, um den Thriller an die Leserschaft zu bringen. Oha, das macht mich ja doch immer ein bisschen skeptisch. Es gibt ja oft genug diese Bücher, die dann mit den aufgebauten Erwartungen so gar nicht mithalten können. Auf LOVE, MOM war ich aber extrem neugierig. Beim Reinlesen hat der kurze Prolog ausgereicht, um mich gleich mal in den Bann zu ziehen. Also habe ich nicht lange gefackelt, sondern bin direkt dran geblieben. Nach den ersten 50 Seiten hatte sich ein ordentlicher Lese-Sog eingestellt. Will sagen: LOVE, MOM hat sich als flüssig zu lesender Pageturner entpuppt, den ich in der Folge kaum aus der Hand legen konnte.
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Der Thriller erinnert mich von der leichtgängigen Schreibe und auch vom Aufbau her total an Freida McFadden. Wenn ihr also unsere Housemaid-Autorin mögt, solltet ihr euch auf jeden Fall auch Iliana Xanders Debüt mal genauer ansehen. In der Geschichte ist man schnell drin. Die wichtigen Charaktere werden auch zügig eingeführt. Und der Spannungsaufbau lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten. Die Briefe, die Mackenzie erhält, deuten düstere Geheimnisse an und haben mich immer tiefer in die Geschichte eintauchen lassen. Hier greift eines gut ins andere über, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Dann kommt der Kniff, von dem Autoren gerade des Öfteren mal Gebrauch machen: Ein Mega Plottwist bereits zur Mitte des Buches, der bei mir für einen echten WTF-Moment gesorgt hat.
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Auf den Plottwist folgt eine Zäsur. An dieser Stelle startet Teil 2 der Story. Und der ist mit einem Zeitsprung in die Vergangenheit und einem Perspektivwechsel verbunden. Das ist gut gemacht, weiterhin spannend zu lesen und lässt auf jeden Fall keine Langeweile aufkommen. Ein bisschen schade fand ich lediglich, dass das Briefmotiv an dieser Stelle durchbrochen wird. Nach einer weiteren Teilung kehrt die Handlung im dritten Teil der Story dann aber wieder zur Mackkenzie-Perspektive im Hier und Jetzt zurück. Damit holt die Handlung dann zum großen Finale aus und nimmt nochmal spannende Wendungen, die bei mir bis zum Ende für echtes Lesevergnügen gesorgt haben. Letztendlich war LOVE, MOM mal wieder ein Thriller, den ich in kurzer Zeit richtig schön inhaliert und durchgesuchtet habe.
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Fazit: Eigentlich war mir ja Iliana Xanders zweiter Thriller MAN OF THE YEAR, der im Januar 2026 erscheint, als erstes aufgefallen. Nach der Lektüre von LOVE, MOM bleibt dieses Buch auch definitiv auf meiner Leseliste. Iliana Xander hat mich mit ihrem Debüt überzeugt und ich möchte wissen, ob sie daran anknüpfen kann. Ich bin schon gespannt, ob auch ihr nächstes Buch mir wieder Freida McFadden-Vibes gibt oder vielleicht ganz anders wird. LOVE, MOM ist ein echt gutes und vielversprechendes Thrillerdebüt, dem für meinen Geschmack nicht viel zum Highlight fehlt. Vielleicht schafft Iliana Xander es ja mit Thriller Nummer 2 in diese Sphäre vorzustoßen. Ich bleibe auf jeden Fall mal am Ball.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Interessant und fesselnd

Mit kalter Hand
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MIT KALTER HAND heißt der neue Rechtsmedizin-Thriller von Michael Tsokos. Es ist der mittlerweile dritte, in dem Rechtsmedizinerin Sabine Yao im Zentrum der Handlung steht. Aber ganz egal, wer in Tsokos‘ ...

MIT KALTER HAND heißt der neue Rechtsmedizin-Thriller von Michael Tsokos. Es ist der mittlerweile dritte, in dem Rechtsmedizinerin Sabine Yao im Zentrum der Handlung steht. Aber ganz egal, wer in Tsokos‘ Büchern im Sektionssaal Hand anlegt - interessant ist es immer.
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Auch diesmal hat es Dr. Sabine Yao wieder mit mehreren bizarren Todesfällen zu tun, die in unterschiedlicher Ausprägung eine Rolle im Buch spielen. Unter anderem ist ihre Expertise bei den Ermittlungen um den „Pferderipper von Lübbars“ gefragt. Und dann sind da noch die Leichenteile, die von einer Hundebesitzerin im Spandauer Forst gefunden werden…
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Meine Liebe zu den Rechtsmedizin-Thrillern von Michael Tsokos lässt sich vor allem mit dem Begriff „Faszination“ erklären. MIT KALTER HAND kann man nicht mit anderen spannungs- oder auch actiongeladenen Thrillern vergleichen. Die morbide Welt, in die Dr. Tsokos mich einmal mehr mitnimmt, ist aber wieder ganz besonders. Sie ist auch in Buchform nicht unbedingt etwas für allzu Zartbesaitete. Tsokos gelingt es aber auch diesmal wieder, die Leser*innen aus sicherer Entfernung an den Sektionstisch zu führen und ganz viele profunde Kenntnisse zu vermitteln. Und genau das nehme ich aus den Büchern immer so gerne mit. Die Handlung ist eine fiktionalisierte Darstellung echter Kriminalfälle und ihrer Untersuchungen. Die Begebenheiten und Tötungsdelikte haben sich in der ein oder anderen Form so zugetragen. Und genau dieses Wissen, macht für mich den Reiz und die Spannung aus. Leichtgängig und fast wie nebenbei habe ich hier wieder sehr interessante Einblicke bekommen. Tsokos gelingt es einmal mehr typische Sachbuch-Themen in einen Thriller zu verpacken, der einfach super zu lesen ist.
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Ihr interessiert euch für Rechtsmedizin, mögt aber keine Sachbücher? Ihr möchtet beim Lesen auch was lernen? Ein bisschen True Crime-Feeling inklusive? Dann empfehle ich euch die Thriller von Michael Tsokos. Ich folge dem Autor immer wieder gerne in die düsteren Gefilde. Auch MIT KALTER HAND hat mich wieder gefesselt und Rechtsmedizin in spannender Form greifbar gemacht.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Abschluss der Retro-Krimireihe

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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Mit DER STUMME ZEUGE geht die historische KRIMINALISTINNEN-Krimi-Trilogie von Mathias Berg zu ende. Die Reihe spielt Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre, als die ersten Frauen bei der Polizei ausgebildet ...

Mit DER STUMME ZEUGE geht die historische KRIMINALISTINNEN-Krimi-Trilogie von Mathias Berg zu ende. Die Reihe spielt Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre, als die ersten Frauen bei der Polizei ausgebildet wurden. Wenn ich mal etwas im historischen Genre lese, bin ich meist in der Regency-Ära unterwegs. Im Vergleich dazu ist das Abtauchen in eine nicht ganz so ferne Vergangenheit mal eine gelungene Abwechslung. Da spielt auch viel persönliches Nostalgiegefühl mit rein, weil ich einiges von dem, was geschildert wird auch noch so oder so ähnlich aus meiner Kindheit in Erinnerung habe. Das hat auch hier im Abschlussband wieder für ganz viel Lesevergnügen gesorgt.
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Vor allem die erste Hälfte des Krimis konnte mich komplett in den Bann ziehen. Lucia Specht und ihre Kolleginnen sind in ihrem finalen Ausbildungsjahr angekommen. Lucia ist gerade in der Abteilung für Vermisstenfälle eingesetzt, als ein Kind von einem Spielplatz verschwindet. Mathias Berg stellt das Geschehen und die Ermittlungen sehr authentisch dar. Mir hat gefallen, dass hier auf reißerische Elemente verzichtet wird. Dass Lucia dann auf einmal von dem Fall abgezogen wird, um inkognito in einem anderen Fall in Köln zu ermitteln habe ich zwar irgendwie als Bruch in der Geschichte empfunden – es hat der Story aber wiederum auch nochmal einen spannenden Zusatzdreh gegeben.
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Gut gefallen hat mir auch wieder die Darstellung der damaligen Gesellschaft. Während einige noch an alten Zöpfen festhalten, sind andere in ihrem Denken schon vergleichsweise modern unterwegs. Wie Frauen sich in diesem Zwiespalt zwischen Heim & Herd und möglicher Karriere bewegt, behauptet und weiterentwickelt haben, ist sehr interessant zu lesen. Auch wie das Thema Homosexualität damals noch unter den Teppich gekehrt wurde, ist hier erneut Thema. Von diesen Sidekick-Aspekten lebt die Krimireihe.
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Fazit: DER STUMME ZEUGE ist ein gelungener Reihenabschluss. Die Kriminalistinnen-Trilogie ist einfach mal etwas anderes und verströmt einen ganz besonderen Charme. Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, sollte sich die Bücher auf jeden Fall mal näher anschauen.

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