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MrInsomnia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Außergewöhnlich und dicht

Lauter
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Schon Stephan Roiss letzten Roman Triceratops habe ich mit Begeisterung gelesen. In "Lauter" folgen wir dem Protagonisten Leon, dessen Krebserkrankung einen Wendepunkt darstellt. In einer Reise quer nach ...

Schon Stephan Roiss letzten Roman Triceratops habe ich mit Begeisterung gelesen. In "Lauter" folgen wir dem Protagonisten Leon, dessen Krebserkrankung einen Wendepunkt darstellt. In einer Reise quer nach Venedig und später quer durch Italien beschäftigt er sich mit Meditation, mit Erinnerungen, mit seiner verstorbenen Mutter und mit seinem Vater. Stephan Roiss hat hier einen sehr dichten Roman vorgelegt, beschreibt bildhaft die Szenerie und das Innenleben des Protagonisten. Ein außergewöhnlicher Roman, den ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Wow, da wird einem mulmig!

Siebenmeilenherz
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Katharina Winklers Roman Siebenmeilenherz greift ein schwieriges Thema auf: den sexuellen Übergriff auf Kinder. Diese Traumata der Kindheit begleiten eine Person ein Leben lang. Das Buch erzählt die Geschichte ...

Katharina Winklers Roman Siebenmeilenherz greift ein schwieriges Thema auf: den sexuellen Übergriff auf Kinder. Diese Traumata der Kindheit begleiten eine Person ein Leben lang. Das Buch erzählt die Geschichte eines Missbrauchs eines Mädchens und vermittelt eindrucksvoll ihr Innenleben. Schon die Thematik geht einem unter die Haut, der gewählte Stil verschärft dies nur und lässt einen das gesamte Buch mit Gänsehaut lesen. Die anfangs fünfjährige Ich-Erzählerin schildert ihre Erlebnisse und ihr Innerstes. Dabei fallen Worte wie “Einhorn” und “Horn”, “Zauberritze” und “Wundersaft”, der weiß und klebrig ist. Durch diese Sprache aus der Sicht eines Kindes wird einem beim Lesen noch viel mulmiger. Gleichzeitig stimmt es einen traurig, dass genau das tagtäglich auf der Welt passiert – sexuelle Übergriffe an Kindern sind leider allgegenwärtig und kommen nur selten ans Licht. Es ist ein Buch, das mir ein wenig den Atem geraubt hat, ein Buch, das ich durch die sprachliche Dichte in Form eines Langgedichts in einem Rutsch lesen musste. Schockiert regte mich das Buch zum Nachdenken an. Ich kann der Autorin nur für dieses wichtige Buch danken. Auch wenn das Thema schwierig ist, gebe ich eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Schreibstil hat mich begeistert

Beteigeuze
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Nach dem Lesen des Klappentextes war ich gespannt, was mich in diesem Buch erwartet. Und was für eine Überraschung! In einem Feuerwerk aus Bildern und Episoden erlebt man hautnah, wie es um die eigene ...

Nach dem Lesen des Klappentextes war ich gespannt, was mich in diesem Buch erwartet. Und was für eine Überraschung! In einem Feuerwerk aus Bildern und Episoden erlebt man hautnah, wie es um die eigene Gedankenwelt steht, wenn man seine Medikamente nicht nimmt. Neben der “wahnsinnigen” Welt, die vollkommen auf Beteigeuze ausgerichtet ist, blitzen immer wieder Fakten über das Leben der Protagonistin Theresa auf. Ihre Vorfahren, ihr Zusammenleben mit Freund Josef, die Ratschläge des Therapeuten Schaller – all das erscheint kurz zwischen der Obsession für Beteigeuze. Die Autorin versteht es wunderbar, mit kurzen Sätzen Bilder zu erschaffen, die einen staunen lassen. Dass der Plot dabei überschaubar bleibt, tut dem Ganzen keinen Abbruch, da es hier um die Atmosphäre und die Gedankenwelt ohne Medikamente geht. Mich hat der Schreibstil restlos begeistert. Ein wunderbares Buch – wärmste Empfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein innerer Dialog voller Poesie

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" - nur der Buchtitel allein hat mich schon sofort überzeugt. Ein wunderschöner Satz, wenn man mal darüber nachdenkt, gefällt mir außerordentlich gut, dafür ...

"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" - nur der Buchtitel allein hat mich schon sofort überzeugt. Ein wunderschöner Satz, wenn man mal darüber nachdenkt, gefällt mir außerordentlich gut, dafür ist das Cover für mich eher unauffällig. Wir befinden uns im Zug von Zürich nach Hamburg und begleiten Elisa in ihrem inneren Dialog mit Mascha Kaléko, der Dichterin, die sie über alles liebt und verehrt. Durch diesen inneren Diskurs lernen wir die Geschichte der Protagonistin kennen, sie denkt zurück an ihre Mutter, das Jugendheim und den Jugendheimleiter, den "Onkel", an die erste Liebe usw. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht jener verehrten Lyrikerin, auf das der innere Dialog aufbaut und referenziert. Ein Konzept, das hervorragend funktioniert und die Liebe der Protagonistin zu Mascha sehr deutlich hervorhebt und ausdrückt. Das Buch ist gut strukturiert, leicht zu lesen und führt den Leser in die Gedichte von Mascha Kaléko ein. Ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Natur als Vorbild

Mit Pflanzen die Welt retten
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Die Menschheit hat sich für zahlreiche Innovationen von der Natur inspirieren lassen, denn sie bietet oft überraschende Lösungen für komplexe Probleme. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ...

Die Menschheit hat sich für zahlreiche Innovationen von der Natur inspirieren lassen, denn sie bietet oft überraschende Lösungen für komplexe Probleme. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob wir uns auch im Kampf gegen die Klimakrise noch stärker von natürlichen Prinzipien leiten lassen können. Bernhard Kegel gibt in seinem Buch einen fundierten Einblick in aktuelle Forschungsansätze und kreative Ideen, die sich die Natur zunutze machen. Dabei wird deutlich, dass die Natur zu Erstaunlichem fähig ist – doch in den letzten Jahrzehnten sind wir nicht sonderlich sorgsam mit ihr umgegangen. Neben dem steigenden CO₂-Ausstoß durch unsere Lebensweise haben wir wertvolle Ökosysteme zurückgedrängt: Wälder wurden gerodet, Moore trockengelegt, Küsten verbaut. Dieses Buch hat mir viele bereits bekannte Ansätze wieder ins Bewusstsein gerufen, aber auch völlig neue Perspektiven eröffnet. Es ist hervorragend geschrieben, äußerst informativ und bietet einen fundierten Überblick über die Thematik. Die Natur allein wird uns wohl nicht retten können – doch ohne einige der vorgestellten Konzepte werden wir die Klimakrise kaum bewältigen.

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