Platzhalter für Profilbild

MrInsomnia

aktives Lesejury-Mitglied
offline

MrInsomnia ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MrInsomnia über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

starkes Debüt

Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht
0

Julia Jost präsentiert mit ihrem Debütroman “Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht” ein beeindruckendes Werk. Genau dort, 40 Kilometer vom spitzesten Zahn entfernt, versteckt ...

Julia Jost präsentiert mit ihrem Debütroman “Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht” ein beeindruckendes Werk. Genau dort, 40 Kilometer vom spitzesten Zahn entfernt, versteckt sich die elfjährige, namenlose Erzählerin unter einem LKW. Sie spielt Verstecken mit ihrer Freundin Luca und wartet, bis Luca von 100 rückwärts zählt, um sie zu suchen. Während dieses Wartens erfahren wir zahlreiche Geschichten über das Aufwachsen auf dem Kärntner Land, über einen verstorbenen Klassenkameraden sowie über die Vorgeschichte ihrer Eltern und Großeltern. Da ich selbst ein Jahr nach der Autorin in Kärnten geboren und in einer ländlichen Gegend aufgewachsen bin, hat mich das Buch sofort angesprochen. Erstaunlich, wie viele kleine Details man aus der eigenen Vergangenheit im Text wiedererkennt. Durch die vielen Sprünge zwischen Gegenwart und verschiedenen Geschichten aus der Vergangenheit ist es nicht immer klar, wo wir uns gerade befinden, bis der Kontext genug Hinweise gibt. Dennoch war das Buch für mich äußerst spannend zu lesen, weckte viele Erinnerungen und ich kann die Lektüre nur empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

interessante Mischung aus Geschichte und Fiktion

Gefährliche Betrachtungen
0

Thomas Mann, insbesondere bekannt durch seinen Bildungsroman Der Zauberberg, hielt im Oktober 1930 in Berlin seine "Deutsche Ansprache – ein Appell an die Vernunft". Der vorliegende Kriminalroman beleuchtet ...

Thomas Mann, insbesondere bekannt durch seinen Bildungsroman Der Zauberberg, hielt im Oktober 1930 in Berlin seine "Deutsche Ansprache – ein Appell an die Vernunft". Der vorliegende Kriminalroman beleuchtet fiktiv den Sommer 1930, in dem Thomas Mann heimlich in Nidden an dieser bedeutenden Rede arbeitet. Als das Manuskript der Rede verloren geht, entspinnt sich daraus ein spannender Kriminalfall. Der Sprachstil des gesamten Buches gefällt mir äußerst gut. Er passt hervorragend zur Person Thomas Mann und lässt sich sehr gut lesen. Wie auch die Bücher von Thomas Mann ist dieser Roman sicher nicht “ganz einfach” im Sinne eines gemütlichen Kriminalfalls zu lesen, man findet aber sehr schnell hinein. Insgesamt finde ich die Verwebung von tatsächlicher Geschichte über Thomas Mann und dem fiktiven Kriminalfall um die verlorene Rede sehr gut gelungen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

gelungener Historienroman, teils zu oberflächlich

Die Tochter der Drachenkrone
0

Wales, 1197 – eine Zeit und ein Ort, die mich beide sehr faszinieren. Daher schien die Kombination in diesem Buch perfekt für mich. Ich kannte die Autorin Sabrina Qunaj bisher nicht und war überrascht ...

Wales, 1197 – eine Zeit und ein Ort, die mich beide sehr faszinieren. Daher schien die Kombination in diesem Buch perfekt für mich. Ich kannte die Autorin Sabrina Qunaj bisher nicht und war überrascht zu erfahren, dass sie sogar im gleichen Bundesland wie ich lebt. Der Roman ist angenehm zu lesen und stellt die zwölfjährige Fürstentochter Gwenllian in den Mittelpunkt. Wie in dieser Epoche üblich, sind Machtkämpfe und Intrigen allgegenwärtig, was das mittelalterliche Wales zu einem gefährlichen Schauplatz macht. Obwohl das Buch ein historischer Roman ist, bleibt es für meinen Geschmack zu sehr an der Oberfläche. Ich hätte mir eine tiefere Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen gewünscht. Der Beginn des Buches zieht sich etwas in die Länge, aber mit der Zeit wird die Erzählung immer fesselnder. Insgesamt handelt es sich um einen gelungenen Historienroman, der sich besonders gut für verschneite Lesestunden eignet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

solides Lesevergnügen mit Potenzial nach oben

Wackelkontakt
0

Von Wolf Haas habe ich schon alles gelesen, da darf sein neues Buch „Wackelkontakt“ natürlich nicht fehlen. Das grelle gelbe Cover ist ein echter Hingucker, zieht alle Blicke auf sich und löst bei genauer ...

Von Wolf Haas habe ich schon alles gelesen, da darf sein neues Buch „Wackelkontakt“ natürlich nicht fehlen. Das grelle gelbe Cover ist ein echter Hingucker, zieht alle Blicke auf sich und löst bei genauer Betrachtung fast schon Augenbeschwerden aus. Nach den ganzen medialen Anpreisungen hatte ich mir jedoch mehr versprochen. Die Grundidee des Buches finde ich genial: Zwei Handlungsstränge, die sich über das Lesen des jeweiligen Buches in der Handlung miteinander verzahnen und zu einer Geschichte werden. Während der Lektüre wurde ich jedoch das Gefühl nicht los, dass man aus dieser Idee noch viel mehr hätte machen können. Die Hauptfigur Escher war mir von Anfang an sympathisch, aber ich hatte das Gefühl, dass man die Figur noch weiter hätte vertiefen können, ebenso wie die anderen Charaktere. Neben der interessanten zentralen Idee fehlt mir daher insgesamt noch etwas Tiefe und das gewisse Etwas, das das Buch zu einem absoluten Highlight machen würde. „Wackelkontakt“ ist dennoch ein solides Buch, das unterhält und leicht zu lesen ist. Daher kann ich die Lektüre empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Zugfahrt Wien-München

In einem Zug
0

Eine Zugfahrt von Wien nach München – so lange "dauert" der neue Roman von Daniel Glattauer. In diesem Zug sitzt Eduard Brünhofer, ein Autor von Liebesromanen, ihm schräg gegenüber Catrin Meyr. Durch Catrins ...

Eine Zugfahrt von Wien nach München – so lange "dauert" der neue Roman von Daniel Glattauer. In diesem Zug sitzt Eduard Brünhofer, ein Autor von Liebesromanen, ihm schräg gegenüber Catrin Meyr. Durch Catrins direkte Fragen entspinnt sich auf dieser Zugreise ein intensives Gespräch. So einfach ist der Plot, den Glattauer uns hier präsentiert. "In einem Zug" ist der Titel des Buches, und so hätte ich es wohl auch lesen sollen (und empfehle es jedem, es so zu lesen): in einem Zug durch das Buch. Glattauers Stil hat mir bisher immer gut gefallen, und auch dieser Text ist sehr gut geschrieben, leicht zugänglich und flüssig zu lesen. Dennoch hat mir das letzte "gewisse Etwas" gefehlt, das mich an das Buch gefesselt hätte. So habe ich es zwar Kapitel für Kapitel – im Buch Bahnhof für Bahnhof – gelesen, aber bei weitem nicht in einem Zug. Zwar sind die beiden Hauptcharaktere interessant gezeichnet, doch inhaltlich fehlte mir ein fesselndes Element. Trotz dieses - für mich - Fehlens einer komplexeren Handlung bzw. einer gewissen Spannung besteht kein Zweifel: Das Buch ist gut geschrieben, sehr solide und unterhaltsam. Daher gerne das Buch zur Hand nehmen, am besten in einem Zug!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere