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MrInsomnia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

hervorragendes Debüt

Dorf ohne Franz
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Der Debütroman von Verena Dolovai "Dorf ohne Franz" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Zum Teil recht nüchtern wird das Aufwachsen und Schicksale mehrerer Dorfbewohner erzählt. Wobei "nüchtern" ...

Der Debütroman von Verena Dolovai "Dorf ohne Franz" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Zum Teil recht nüchtern wird das Aufwachsen und Schicksale mehrerer Dorfbewohner erzählt. Wobei "nüchtern" hier nicht negativ zu sehen ist, das Landleben in den 1960ern ist nunmal auch ein wenig nüchtern, geprägt von Rollenklischees, Zuschreibungen und auch brutaler Rauheit. Die Lektüre hat mich sehr schnell über meine Eltern und Großeltern nachdenken lassen, die auch in so einem Dorf aufgewachsen und gelebt haben. Das Ausbrechen aus den Dorfmustern, das Loslösen von zugeschriebenen Rollen, all dies beschäftigt(e) viele Menschen am Land. Die Autorin schafft es mit klarer Sprache dieses Leben, insbesondere das Leben der Protagonistin Maria realitätsnah zu beschreiben. Vielleicht macht genau die Nüchternheit und das raue Dorflebenden Reiz aus, der mich von Anfang an gefesselt hat. Ein wirklich hervorragendes Debüt, die Lektüre kann ich wirklich nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Sprachgewaltig und erschreckend

Zitronen
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Valerie Fritsch bearbeitet in ihrem Buch "Zitronen" ein ernstes Themen bzw. eigentlich mehrere ernste Themen, die aufsummiert ein Leben ergeben, das voll von Angst und Zweifel ist. August Drach wird vom ...

Valerie Fritsch bearbeitet in ihrem Buch "Zitronen" ein ernstes Themen bzw. eigentlich mehrere ernste Themen, die aufsummiert ein Leben ergeben, das voll von Angst und Zweifel ist. August Drach wird vom Vater geschlagen, später mischt die Mutter Medikamente ins Essen, um ihn krank zu machen, damit sie sich um ihn kümmern kann. August kann durch ein Wunder aus dieser Situation ausbrechen, aber sein weiteres Leben ist geprägt durch die Ereignisse in seiner Kindheit. Valerie Fritsch erzählt diese erschreckende Geschichte sprachgewaltig und äußerst dicht. Auch bei so einem ernsten Thema kann man das Buch nicht einfach so weglegen, es beschäftigt einen weiter. Beim Nachdenken über manche Vorkommnisse in diesem Buch kommt einem die Gänsehaut, weil leider alles davon in unserer Welt auch tatsächlich vorkommen kann und vorkommt. Eine sehr starke Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Außergewöhnlich und dicht

Lauter
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Schon Stephan Roiss letzten Roman Triceratops habe ich mit Begeisterung gelesen. In "Lauter" folgen wir dem Protagonisten Leon, dessen Krebserkrankung einen Wendepunkt darstellt. In einer Reise quer nach ...

Schon Stephan Roiss letzten Roman Triceratops habe ich mit Begeisterung gelesen. In "Lauter" folgen wir dem Protagonisten Leon, dessen Krebserkrankung einen Wendepunkt darstellt. In einer Reise quer nach Venedig und später quer durch Italien beschäftigt er sich mit Meditation, mit Erinnerungen, mit seiner verstorbenen Mutter und mit seinem Vater. Stephan Roiss hat hier einen sehr dichten Roman vorgelegt, beschreibt bildhaft die Szenerie und das Innenleben des Protagonisten. Ein außergewöhnlicher Roman, den ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Wow, da wird einem mulmig!

Siebenmeilenherz
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Katharina Winklers Roman Siebenmeilenherz greift ein schwieriges Thema auf: den sexuellen Übergriff auf Kinder. Diese Traumata der Kindheit begleiten eine Person ein Leben lang. Das Buch erzählt die Geschichte ...

Katharina Winklers Roman Siebenmeilenherz greift ein schwieriges Thema auf: den sexuellen Übergriff auf Kinder. Diese Traumata der Kindheit begleiten eine Person ein Leben lang. Das Buch erzählt die Geschichte eines Missbrauchs eines Mädchens und vermittelt eindrucksvoll ihr Innenleben. Schon die Thematik geht einem unter die Haut, der gewählte Stil verschärft dies nur und lässt einen das gesamte Buch mit Gänsehaut lesen. Die anfangs fünfjährige Ich-Erzählerin schildert ihre Erlebnisse und ihr Innerstes. Dabei fallen Worte wie “Einhorn” und “Horn”, “Zauberritze” und “Wundersaft”, der weiß und klebrig ist. Durch diese Sprache aus der Sicht eines Kindes wird einem beim Lesen noch viel mulmiger. Gleichzeitig stimmt es einen traurig, dass genau das tagtäglich auf der Welt passiert – sexuelle Übergriffe an Kindern sind leider allgegenwärtig und kommen nur selten ans Licht. Es ist ein Buch, das mir ein wenig den Atem geraubt hat, ein Buch, das ich durch die sprachliche Dichte in Form eines Langgedichts in einem Rutsch lesen musste. Schockiert regte mich das Buch zum Nachdenken an. Ich kann der Autorin nur für dieses wichtige Buch danken. Auch wenn das Thema schwierig ist, gebe ich eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Schreibstil hat mich begeistert

Beteigeuze
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Nach dem Lesen des Klappentextes war ich gespannt, was mich in diesem Buch erwartet. Und was für eine Überraschung! In einem Feuerwerk aus Bildern und Episoden erlebt man hautnah, wie es um die eigene ...

Nach dem Lesen des Klappentextes war ich gespannt, was mich in diesem Buch erwartet. Und was für eine Überraschung! In einem Feuerwerk aus Bildern und Episoden erlebt man hautnah, wie es um die eigene Gedankenwelt steht, wenn man seine Medikamente nicht nimmt. Neben der “wahnsinnigen” Welt, die vollkommen auf Beteigeuze ausgerichtet ist, blitzen immer wieder Fakten über das Leben der Protagonistin Theresa auf. Ihre Vorfahren, ihr Zusammenleben mit Freund Josef, die Ratschläge des Therapeuten Schaller – all das erscheint kurz zwischen der Obsession für Beteigeuze. Die Autorin versteht es wunderbar, mit kurzen Sätzen Bilder zu erschaffen, die einen staunen lassen. Dass der Plot dabei überschaubar bleibt, tut dem Ganzen keinen Abbruch, da es hier um die Atmosphäre und die Gedankenwelt ohne Medikamente geht. Mich hat der Schreibstil restlos begeistert. Ein wunderbares Buch – wärmste Empfehlung!

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