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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2025

Zwei Mädchen kämpfen um die Anerkennung ihrer Mutter

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Eine Mutter und ihre zwei erwachsenen Töchter - beide Mädchen kämpfen ihr Leben lang um die Anerkennung der Mutter.

In dem Buch geht es um Wanda und Antonia. Sie sind Schwestern und unterschiedlicher ...

Eine Mutter und ihre zwei erwachsenen Töchter - beide Mädchen kämpfen ihr Leben lang um die Anerkennung der Mutter.

In dem Buch geht es um Wanda und Antonia. Sie sind Schwestern und unterschiedlicher als die beiden kann man kaum sein. Antonia ist alleinerziehend und bekommt oftmals nichts auf die Kette. Wanda ist die Fleißige, Erfolgreiche und kämpft ihr Leben lang mit einer Essstörung.

Die Mutter ist sehr dominant, lässt ihre Töchter auch immer wieder spüren, was sie für sie aufgegeben hat bzw. was für Abstriche sie in ihrem Leben für sie machen musste.

Der Roman zeigt sehr gut, wie subtil oftmals das Mutter-Tochter-Verhältnis ist und wie schwer es ist, sich selbst als Erwachsene von den Erwartungen eines Elternteil zu lösen.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Eine ungleiche Mädchenfreundschaft

Meine geniale Freundin
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Eine Freundschaft zwischen 2 Mädchen in Neapel in den 1950er Jahren.

Elena und Lila sind zwei unterschiedliche Mädchen. Elena ist ruhig und zurückhaltend, während Lila eine Person ist, die macht was sie ...

Eine Freundschaft zwischen 2 Mädchen in Neapel in den 1950er Jahren.

Elena und Lila sind zwei unterschiedliche Mädchen. Elena ist ruhig und zurückhaltend, während Lila eine Person ist, die macht was sie will und auch immer bekommt, was sie möchte. Auch Elena gegenüber ist sie dominant.

Es ist eine ungewöhnliche Freundschaft. Beide Mädchen wohnen im Arbeiterviertel Neapels und versuchen mit Bildung und fleißigem Lernen dem gewalttätigen Leben im Rione zu entfliehen. Die Handlung spielt in den 1950er Jahren.

Ich habe „Meine geniale Freundin“ gern gelesen. Allerdings sind es mir zu viele Personen und Figurenkonstellationen, mit denen ich mich als Leser erst einmal zurecht finden musste.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Wie sehr prägen uns unsere Rollenbildee?

Die bärtige Frau
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M
„Sie fragt sich, warum sie unbedingt ein Kind wollte und es ihr Herz bestimmt gebrochen hätte, keines zu bekommen. (…) War ihr Wunsch nicht einfach das Ergebnis ihrer Sozialisierung als Frau? Oder stand ...

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„Sie fragt sich, warum sie unbedingt ein Kind wollte und es ihr Herz bestimmt gebrochen hätte, keines zu bekommen. (…) War ihr Wunsch nicht einfach das Ergebnis ihrer Sozialisierung als Frau? Oder stand er mit ihrer Mutter in Verbindung? Weil ihr Muttersein sie definierte? Sie diese Identität hochhielt und an sie weitergab?“ (S.31)


Bettina Wilpert setzt sich in diesem Roman mit Lebensrollen, selbstgewählten Entscheidungen und Prägung auseinander.

Alex, vor einem Jahr Mutter geworden, ist das erste Mal getrennt von ihrer Tochter Paula. Alex hilft ihrer Mutter ein Zimmer zu entrümpeln und setzt sich dabei immer wieder mit ihrer Rolle als Frau und Mutter auseinander. In Gedanken setzt sie sich noch einmal mit ihrer Schwangerschaft auseinander: „Sie hatte ständig Angst: Angst zu fallen, Angst geschubst zu werden(…). (S.78)

Die Verunsicherung als Neu-Mutter sich im Alltag zurechtzufinden in unserer (kinderfeindlichen) Gesellschaft, die oftmals von Kindern erwartet, leise zu sein und ja nicht mit einem Kind aufzufallen. Auf sich allein gestellt zu sein, Kind und Beruf zu vereinigen - mit unserem Gesellschaftsmodell oftmals nicht kompatibel. Hier schafft Bettina Wilpert in ihrem zeitgenössischem Roman „Die bärtige Frau“ uns als Gesellschaft einen Spiegel vor das Gesicht zu halten.

„Sie verstand plötzlich, was sie bereits vor der Geburt wusste, bevor sie sich für ein Kind entschieden hatte, denn sie sah es bei Freundinnen: Das System funktioniert nicht. Es funktioniert nicht, wenn beide arbeiten. Man bräuchte neben den Eltern und dem Tagespapa noch eine vierte Person, die einspringen kann, wenn das Kind krank ist.“ (S.169)

Wilperts Sprachstil ist ausdrucksstark. Sie beschönigt nichts.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Die Kraft der kleinen Gedanken

Was wäre, wenn ...
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Dieses wundervolle Bilderbuch richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Es steckt voller inspirierender und kluger Fragen, die immer mit „Was wäre wenn…“ beginnen. Was, wenn jeder lächeln würde? Was ...


Dieses wundervolle Bilderbuch richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Es steckt voller inspirierender und kluger Fragen, die immer mit „Was wäre wenn…“ beginnen. Was, wenn jeder lächeln würde? Was wäre, wenn wir die leisen Stimmen genauso ernst nehmen würden wie die lauten? Was, wenn jeder den anderen so respektieren würde, wie er ist?

Zu jedem Gedankenspiel gibt es eine passende Illustration. Diese sind nicht überfrachtet, sondern reduziert gehalten, sodass die Fragen zum Nachdenken im Vordergrund stehen.

Das Bilderbuch ist eine schöne Geschenkidee, vor allem für alle, die Gedankenspiele mögen. In dem Buch sind zahlreiche hoffnungsvolle Gedanken zu finden, die dem Leser aufzeigen, dass jeder von uns es in der Hand hat, unsere Welt ein bisschen schöner und friedlicher zu machen.

Das Zitat Gandhis trifft es hier auf den Punkt: „Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Erinnerungen, die weh tun

Wiederholung
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Kurzmeinung: Der Roman zeigt, wie eine Frau durch die Wiederholung von Erinnerungen, ihre traumatische Vergangenheit und sich selbst neu begreift.
Erinnerungen, die weh tun

In "Wiederholung" von Vigdis ...

Kurzmeinung: Der Roman zeigt, wie eine Frau durch die Wiederholung von Erinnerungen, ihre traumatische Vergangenheit und sich selbst neu begreift.
Erinnerungen, die weh tun

In "Wiederholung" von Vigdis Hjorth kehrt eine Frau gedanklich immer wieder in ihre traumatische Jugend zurück. Auslöser ist der Wunsch, ein lang verdrängtes Erlebnis neu zu betrachten und zu bewerten und sich die eigene Geschichte zurückzuerzählen. Dabei kreist sie vor allem um die Beziehung zu ihren Eltern.

Es geht um Loyalität, Schuld und vor allem um das Schweigen innerhalb einer Familie.

Im typischem Hjorth-Stil erzählt die Autorin sehr nüchtern und ohne große Ausschmückungen. Die Erinnerungen machen sichtbar, wie fest Schuld, Scham und auch Wut in einem sitzen können. Der Roman verzichtet weitgehend auf äußere Handlungen und konzentriert sich voll ganz auf den inneren Prozess der Protagonistin.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch das schwächste von Vigdis Hjorth.

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