Schwächer als Band 1
Memories So Golden Like Us (Blue Eternity 2)Ich fand den ersten Band so unglaublich emotional und bewegend und hatte natürlich entsprechend hohe Erwartungen an den Folgeband. Vielleicht waren diese Erwartungen zu hoch. Im ersten Band ging es um ...
Ich fand den ersten Band so unglaublich emotional und bewegend und hatte natürlich entsprechend hohe Erwartungen an den Folgeband. Vielleicht waren diese Erwartungen zu hoch. Im ersten Band ging es um Sam, dem großen Bruder von Blair, der aber an einem Hirntumor starb. In diesem geht es jetzt um Blair und insbesondere um ihre Trauerbewältigung. Ihre Trauer betäubt sie mit Party und Männern. Immer wieder landet sie negative Schlagzeilen und lässt sich etwas gehen. Ihr ist eigentlich alles egal. Auch ihre Kunst läuft nicht mehr, denn sie hat eine Blockade. Das Internet und die Kommentare dort machen es sicher nicht besser, denn die sind voll von Hatern. Um endlich dort rauszukommen, schicken ihre Eltern sie nach St Ives, wo sie eine Bildreihe für die Tate erstellen muss, wo sie möglicherweise den Verlust verarbeiten kann.
Ich finde Blairs Schmerz spürbar und gut beschrieben. Selbst Kleinigkeiten bringen sie aus dem Alltag und bestärken die Trauer. Entsprechend kann man verstehen, dass sie ihren Schmerz betäuben will. Ist das die richtige Art? Wahrscheinlich nicht, aber trotzdem kann man sie immerhin nachvollziehen. In St Ives ist auch Connor dabei, der beste Freund ihres Bruders und gleichzeitig der Typ, auf den Blair schon lange stand. Doch er ist mit ihrer Freundin Elle zusammen. Ab hier fand ich das Buch recht zäh. Blair war weiterhin in ihrer Trauer gefangen und Connor ist um sie herum und für sie da, aber eben unerreichbar. Trotzdem kommen sie sich näher. Insbesondere als herauskommt, dass Connor möglicherweise doch zu haben ist. Ihre Annäherung hatte schon ein paar Funken, aber eher wenig. Und recht schnell fand ich die ganze Sache total überstürzt. Mir fehlten hier sehr viele Gefühle zwischen den beiden. Viel zu sehr war die Trauer von Blair im Vordergrund und das Verlangen von beiden. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Es gab zwar hier und da Gefühlsausbrüche, aber die haben meiner Meinung nach zu wenig Raum bekommen. Generell fand ich Connor bis zum Ende hin total blass und nicht greifbar.
Die Trauer nimmt auch der Story ziemlich viel Platz. Der Film, der da gedreht werden soll, wird kaum erwähnt, wenn überhaupt. Denn Blair ist halt erst ewig in der Blockade und als sie die überwunden hat, war das Buch quasi auch schon wieder vorbei. Das finde ich echt schade. Das Thema Kunst war schon mehr Fokus. Immerhin hat sie verschiedene Techniken ausprobiert, um wieder malen zu können. Und natürlich ganz vorne die Selbstfindung und das Selbstwertgefühl. Die Kommentare im Internet lassen nicht einfach nach, weswegen Blair lernen muss, damit klarzukommen. Insgesamt hat sich aber, was das angeht, sehr viel wiederholt. Natürlich kommt man nicht mal eben aus der Trauer und der Blockade, aber weil auch drumherum nicht so viel Spannendes passierte, war es doch fast schon zäh.
Fazit:
Leider deutlich schwächer als Band eins. Vielleicht hatte ich auch einfach zu viele Erwartungen, weil der erste Band einfach so emotional und gut war. Blair steckt in ihrer Trauer und ihrer Blockade und muss dort wieder herauskommen, ihren Schmerz fand ich gut beschrieben. Das sind die Fokus-Themen der Story und viele Teile wiederholen sich immer wieder. Der Film, der gedreht werden soll, ist leider eher zweitrangig. Die Beziehung zwischen Connor und Blair kam mir zu plötzlich und gefühllos. Generell war Connor für mich eher blass.
3/5 Sterne