Eine Suche nach den Wurzeln, die mich nicht ganz überzeugt hat
Ein ganz besonderer OrtDieser Roman ist bereits aus dem Jahr 2004 und ist 2005 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ erstmals auf Deutsch erschienen.
Die vorliegende Fassung wurde bearbeitet und neu übersetzt.
Protagonistin ...
Dieser Roman ist bereits aus dem Jahr 2004 und ist 2005 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ erstmals auf Deutsch erschienen.
Die vorliegende Fassung wurde bearbeitet und neu übersetzt.
Protagonistin ist Suzanna Peacock, die mit Neil verheiratet ist.
Die beiden sind gerade aus London in ein kleines Städtchen im Umland gezogen und bewohnen dort ein kleines Cottage.
Die meisten der dort lebenden Männer arbeiten in London, so dass die Frauen unter der Woche ihre Zeit alleine dort verbringen.
Suzanna und Neal sind seit einigen Jahren verheiratet und Neal möchte nun endlich ein Kind. Suzanna hat damit noch ein Problem, denn sie fühlt sich irgendwie immer noch verloren, nicht angekommen und nicht so richtig zu Hause.
Dann eröffnet sie ein Ladengeschäft mit Café, das sie das „Peacock Emporium“ nennt. Es soll ein Treffpunkt für Menschen sein, die dort einkaufen und miteinander ins Gespräch kommen können.
Doch bis es soweit ist, musste ich mich durch mehrere Kapitel lesen, die im Jahr 2001 bzw. sogar 1963 spielen und ich konnte nicht erkennen, in welcher Beziehung die Figuren zu Suzanna stehen könnte. Das erschließt sich erst sehr viel später.
Dann lerne ich Suzanna und Neal kennen und erfahre einiges über Suzanna. Sie lernte ihre leibliche Mutter nie kennen, da diese verstarb. Aufgezogen wurde sie von der zweiten Frau ihres Vaters, Stiefmutter Vivi. Rein optisch sieht sie ihren Halbgeschwistern gar nicht ähnlich, daher fühlte sie sich schon immer als Außenseiterin. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum sie noch kein Kind möchte.
Aber Suzanna ist mir insgesamt nicht sehr sympathisch. An Neil hat sie ständig etwas auszusetzen, sie ist oft unzufrieden und wenig aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen.
Daher fragte ich mich auch, wie sie ein Geschäft führen will, von dem sie möchte, dass es ein Treffpunkt wird.
Als die fröhliche Jessie häufiger in ihren Laden kommt fühlt Suzanna sich regelrecht überfordert, denn Jessie möchte mit ihr reden und sagt ihr das auch. Sie lässt nicht locker und tatsächlich schafft sie es, Suzanna zu überzeugen und die beiden freunden sich an.
Und dann gibt es da noch den geheimnisvollen Alejandro, der öfter im Café erscheint und Suzannas Interesse weckt.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieser Roman häufig sehr verwirrt hat. Es gibt häufige Perspektivwechsel, bei denen man nicht immer sofort erkennen kann, um wen es da gerade geht. Dann gibt es Abschnitte in der Ich-Form, verwirrende Zeitsprünge und auch die Stiefmutter Vivi bekommt viel mehr Raum als gedacht.
Suzanna hat mich anfangs tatsächlich nur genervt mit ihrer Nörgelei und Jammerei und auch die Emotionen kamen nicht bei mir an.
Da merkt man deutlich, dass es ein sehr früher Roman der Autorin ist, denn der Schreibstil ist noch ganz anders als man es aus aktuelleren Romanen von ihr kennt. Gerade ihr Einfühlungsvermögen fehlt mir hier und die Fähigkeit, die ganz großen Gefühle zu beschreiben und zum Leser zu transportieren.
Die Geschichte thematisiert so einiges über Freundschaft, Ehe, Schwangerschaften, Rollenbilder von Frauen und die Suche nach sich selbst und sie verläuft so ganz anders, als ich erwartet hatte.
Mich konnte sie leider nicht so fesseln und mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte.
Diese Geschichte über einen besonderen Ort ist voller Geheimnisse aber leider auch verwirrend und häufig langatmig, so dass sie mich nicht vollständig überzeugen konnte!
Fazit: 3 von 5 Sternen
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