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Janine_Morgenstern

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Spannend, clever und mitreißend bis zur letzten Seite

A Good Girl’s Guide to Murder
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Ich muss ehrlich sagen: Ich bin eigentlich Team Fantasy – aber „A Good Girl’s Guide to Murder“ hat mich komplett abgeholt. Der Einstieg war direkt spannend und ich wollte sofort wissen, wie sich alles ...

Ich muss ehrlich sagen: Ich bin eigentlich Team Fantasy – aber „A Good Girl’s Guide to Murder“ hat mich komplett abgeholt. Der Einstieg war direkt spannend und ich wollte sofort wissen, wie sich alles entwickelt. Schon nach den ersten Seiten war klar: Dieses Buch ist kein 08/15-Jugendthriller.

Zur Handlung
Pippa – oder besser gesagt Pip – rollt für ein Schulprojekt einen alten, längst abgeschlossenen Mordfall neu auf. Und obwohl man denkt, man wisse, wie die Sache ausgeht, spürt man sofort: Hier stimmt was nicht. Die Idee, einen Kriminalfall aus der Perspektive einer Schülerin zu erzählen, die sich mit echter Hartnäckigkeit durch alte Spuren, neue Hinweise und Verstrickungen kämpft, ist einfach genial umgesetzt. Dass man als Leser*in direkt Einblicke in ihre Notizen, Transkripte und Gedanken bekommt, macht die Geschichte noch realistischer. Ich habe beim Lesen wirklich mitgerätselt und mich oft dabei ertappt, wie ich meine eigene „Verdächtigenliste“ im Kopf erstellt habe.

Erzählstil & Aufbau
Holly Jackson schreibt so, dass man einfach dranbleiben muss. Ihr Stil ist schnörkellos, aber voller Energie – mit genau der richtigen Portion Humor und Tiefgang. Besonders die Einbindung der Interviewauszüge, Fallnotizen und Zeitungsartikel haben das Ganze wie ein True-Crime-Podcast in Buchform wirken lassen. Das macht richtig Spaß beim Lesen und sorgt dafür, dass man sich wie ein Teil der Ermittlung fühlt
.
Charaktere
Pip war mir direkt sympathisch. Sie ist ehrgeizig, klug, neugierig – und dabei trotzdem total authentisch. Ich fand es sehr erfrischend, wie sie mit ihrer eigenen Unsicherheit umgeht und trotzdem so zielstrebig bleibt. Besonders mochte ich ihre Dynamik mit Ravi, dem Bruder des angeblichen Täters. Die Chemie zwischen den beiden ist toll geschrieben – kein kitschiges Liebesdrama, sondern echtes Vertrauen, das langsam wächst. Auch die Nebenfiguren sind glaubwürdig gezeichnet, manche mochte ich sofort, andere... na ja. Ich sag nur: Jeder war bei mir einmal verdächtig.

Spannung & Atmosphäre
Die Spannung ist über das ganze Buch hinweg präsent. Klar, es gibt ruhigere Momente – aber genau das fand ich gut. Man bekommt immer wieder Zeit zum Mitdenken und Reflektieren, bevor es zur nächsten Wendung geht. Und davon gibt es einige! Manche hatte ich so gar nicht kommen sehen, andere hatte ich leise im Hinterkopf – aber selbst da war die Auflösung so clever inszeniert, dass ich mehrfach überrascht wurde. Besonders stark fand ich das Ende: überraschend, aber logisch. Und vor allem zufriedenstellend.

Cover & Gesamteindruck
Das Cover ist schlicht, aber auffällig – es hat mich sofort neugierig gemacht, weil es irgendwie nach etwas Düsterem klingt, aber trotzdem modern wirkt. Rückblickend passt es perfekt zur Geschichte: klar, spannend und mit Tiefgang.

Mein Fazit:
Ich verstehe jetzt absolut, warum dieses Buch (und die Reihe insgesamt) so gehypt wird. Für mich war „A Good Girl’s Guide to Murder“ eine echte Überraschung – spannend, clever aufgebaut und mit einer Protagonistin, die man einfach gernhaben muss.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne miträtseln, True-Crime mögen oder einfach mal wieder einen richtig guten Jugendthriller lesen wollen. Für mich ein echtes Highlight – und definitiv nicht das letzte Buch, das ich von Holly Jackson lesen werde.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 14.02.2024

Eine Achterbahn der Gefühle – mitreißend, spannend und garantiert emotional!

Coldhart - Strong & Weak
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Wow, wow, wow! Lena Kiefer hat sich mit ihrem neuen Buch "Coldwell - Strong & Weak" wieder einmal selbst übertroffen. Die Charaktere, das Setting und die Handlung wurden von ihr super detailliert und schlüssig ...

Wow, wow, wow! Lena Kiefer hat sich mit ihrem neuen Buch "Coldwell - Strong & Weak" wieder einmal selbst übertroffen. Die Charaktere, das Setting und die Handlung wurden von ihr super detailliert und schlüssig ausgearbeitet und ihr schöner, flüssiger Schreibstil macht es einen leicht direkt in die Geschichte einzusteigen. Meine Emotionen während des Lesens waren eine einzige Achterbahnfahrt – von Euphorie, Traurigkeit, Freude bis hin zu Wut habe ich alles einmal durchlebt, was zeigt, wie sehr mich die Geschichte von Elijah und Felicity in den Bann gezogen hat.

*Achtung – Meine Rezension enthält kleine Spoiler!*

Von der ersten Seite an befand ich mich nicht mehr in meinem Wohnzimmer, sondern in New York City – aber nicht auf der schönen schillernden, sondern auf der düsteren Seite der Stadt. Der Einstieg ist absolut unerwartet und wirft eine These auf, die ich während des Lesens die ganze Zeit im Hinterkopf hatte. Felicity war mir von Beginn an sympathisch. Sie ist wie das „nette Mädchen von nebenan“, ohne dabei langweilig zu sein. Ehrlich gesagt, wäre ich selbst gerne mit ihr befreundet. Es war leicht New York City durch sie zu erleben und ich konnte sowohl ihre Freude, als auch ihren Schock über die Stadt nachempfinden. Elijah durften wir bereits in der Westwell-Reihe kennenlernen. Hier hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten mir den kleinen, unsicheren, verängstigten Elijah nun als erwachsenen Mann vorzustellen, der sein Leben absolut unter Kontrolle hat. Und Kontrolle scheint sein neuer Lebensinhalt zu sein. Elijah hat sich einen Lebensstil angeeignet, mit dem er zwar mehr als gut zurecht kommt aber im Laufe des Buches wird deutlich, dass es ihn trotzdem nicht glücklich macht. Ihm fehlt eine tiefgründige Beziehung, jemand mit dem er seine Gefühle, Gedanken und Ängste teilen kann und dieses Leere können auch seine Freunde nicht füllen. Felicity ist diejenige, die ihm im Verlaufe des Buches zeigt, was er durch seine Entscheidung, niemanden an sich ranzulassen verpasst (hat) und das alles ohne Elijah dabei unter Druck zu setzen. Die beiden harmonieren von Anfang an super miteinander, ohne dass es irgendwie erzwungen wirkt. Wie auch im echten Leben passt es einfach zwischen den beiden, ohne, dass es eine große Erklärung bedarf. Meiner Meinung nach hat Lena zwischen Elijah und Felicity eine absolut authentische Beziehung geschaffen und ich hatte hier nie den Moment wo ich mir gedacht habe „na das ist jetzt aber unlogisch“. Wie vermutlich jeder wollte ich ab ihrer ersten Begegnung, dass sie ein Paar werden und vor allem zum Ende des Buches haben gefühlt nicht nur die beiden gelitten, sondern auch ich. Auch wenn Elijahs Entscheidung und Verhalten gegenüber Felicity auf den letzten Seiten mich ziemlich wütend gemacht hat, war seine Reaktion hier trotzdem nicht unrealistisch. Denn die Aufarbeitung eines Traumas verläuft niemals gradlinig und manchmal reicht eben der Wille etwas zu verändern eben nicht aus. Von Lena war auch dieser Cliffhanger sehr gut durchdacht, was mir wieder gezeigt hat wie viel Herzblut sie in das Buch hat fließen lassen.

Besonders gefallen hat mir auch, dass wir (wenn auch nur verhältnismäßig kurz) wieder Helena und Jess treffen durften und auch die Entwicklung ihrer Beziehung mitverfolgen konnten. Auch Elijahs Entführung ist selbstverständlich wieder Thema und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, auch wenn ich fand, dass der Grund seiner Entführung eher nebensächlich war. Das einzige was mir aufgefallen ist, dass sich die komplette Handlung nur an wenigen Orten abspielt, was natürlich den Fokus mehr auf die Hauptfiguren lenkt. Ich denke, dass war auch mit der Grund wieso ich beim lesen so sehr mitgefühlt habe. Mir persönlich hat Coldwell auch nochmal deutlich besser gefallen, als die Westwell-Reihe und mich freut es, dass Lena beschlossen hat uns auch zukünftig mehr an Elijahs (und Felicitys) Geschichte teilhaben zu lassen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und es ist lange her, dass ich es kaum abwarten konnte endlich weiterlesen zu können.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Zwischen Alltag, Erkenntnis und der Suche nach mehr

This isn't happiness
1

This Isn’t Happiness hat mich wirklich überrascht. Kein großes Drama, kein actionreicher Plot – und trotzdem war ich völlig gefesselt. Mary Newnham schafft es mit viel Humor, Beobachtungsgabe und einer ...

This Isn’t Happiness hat mich wirklich überrascht. Kein großes Drama, kein actionreicher Plot – und trotzdem war ich völlig gefesselt. Mary Newnham schafft es mit viel Humor, Beobachtungsgabe und einer ehrlichen Stimme, eine Beziehung zu schildern, wie sie wahrscheinlich viele von uns schon erlebt haben oder gerade erleben.

Amy war mir von Anfang an nah. Ihre Gedankenwelt, ihr innerer Spagat zwischen Harmoniebedürfnis und wachsender Unzufriedenheit – das war so nachvollziehbar, dass ich oft gar nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder einfach nur wütend sein sollte. Besonders die Einschübe in Klammern haben mir gefallen: bissig, pointiert und genau auf den Punkt.

Josh hingegen hat es mir nicht leicht gemacht. Seine Gleichgültigkeit, das ständige Abtauchen in Fitness und Protein-Routinen, während Amy versucht, den Laden zusammenzuhalten, hat bei mir ziemlich viel Frust ausgelöst. Ich habe mich oft gefragt, wie wenig zwei Menschen miteinander reden können – und wie viel trotzdem unausgesprochen zwischen ihnen steht. Und genau das trifft die Autorin sehr gut.

Was mir besonders gefallen hat, war, dass es eben nicht nur um die Beziehung geht, sondern um Amys ganz eigene Entwicklung. Wie sie im Job wächst, sich langsam traut, ihre Meinung zu sagen, und merkt, dass da noch so viel mehr in ihr steckt. Diese Szenen waren für mich echte Highlights.

Auch die Nebenfiguren bringen Leben in die Geschichte – besonders Lace, auch wenn ihre Entwicklung gegen Ende ein wenig überzeichnet wirkte. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und weniger Drama gewünscht. Manche Auflösungen, besonders gegen Schluss, kamen mir etwas zu abrupt oder unrealistisch vor. Auch Amys Entwicklung zur Influencerin war zwar charmant erzählt, wirkte aber etwas konstruiert.

Der Schreibstil ist leicht, modern und trotz aller Leichtigkeit nie oberflächlich. Ich bin durch die Seiten geflogen, aber einige Gedanken sind geblieben – besonders die Frage: Wollen wir glücklich sein, oder einfach nur nicht allein?

This Isn’t Happiness ist für mich kein klassischer Liebesroman – eher ein Roman übers Aufwachen. Und manchmal fühlt sich genau das am Anfang gar nicht nach Glück an. Aber genau darin liegt die Stärke dieses Buchs: Es zeigt, wie wichtig es ist, ehrlich hinzuschauen – und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.

Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit Tiefgang, leiser Ironie und einer guten Portion Selbstreflexion lieben – mit kleinen Abzügen für ein paar überzogene Wendungen im letzten Drittel.

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