Spannend, clever und mitreißend bis zur letzten Seite
A Good Girl’s Guide to MurderIch muss ehrlich sagen: Ich bin eigentlich Team Fantasy – aber „A Good Girl’s Guide to Murder“ hat mich komplett abgeholt. Der Einstieg war direkt spannend und ich wollte sofort wissen, wie sich alles ...
Ich muss ehrlich sagen: Ich bin eigentlich Team Fantasy – aber „A Good Girl’s Guide to Murder“ hat mich komplett abgeholt. Der Einstieg war direkt spannend und ich wollte sofort wissen, wie sich alles entwickelt. Schon nach den ersten Seiten war klar: Dieses Buch ist kein 08/15-Jugendthriller.
Zur Handlung
Pippa – oder besser gesagt Pip – rollt für ein Schulprojekt einen alten, längst abgeschlossenen Mordfall neu auf. Und obwohl man denkt, man wisse, wie die Sache ausgeht, spürt man sofort: Hier stimmt was nicht. Die Idee, einen Kriminalfall aus der Perspektive einer Schülerin zu erzählen, die sich mit echter Hartnäckigkeit durch alte Spuren, neue Hinweise und Verstrickungen kämpft, ist einfach genial umgesetzt. Dass man als Leser*in direkt Einblicke in ihre Notizen, Transkripte und Gedanken bekommt, macht die Geschichte noch realistischer. Ich habe beim Lesen wirklich mitgerätselt und mich oft dabei ertappt, wie ich meine eigene „Verdächtigenliste“ im Kopf erstellt habe.
Erzählstil & Aufbau
Holly Jackson schreibt so, dass man einfach dranbleiben muss. Ihr Stil ist schnörkellos, aber voller Energie – mit genau der richtigen Portion Humor und Tiefgang. Besonders die Einbindung der Interviewauszüge, Fallnotizen und Zeitungsartikel haben das Ganze wie ein True-Crime-Podcast in Buchform wirken lassen. Das macht richtig Spaß beim Lesen und sorgt dafür, dass man sich wie ein Teil der Ermittlung fühlt
.
Charaktere
Pip war mir direkt sympathisch. Sie ist ehrgeizig, klug, neugierig – und dabei trotzdem total authentisch. Ich fand es sehr erfrischend, wie sie mit ihrer eigenen Unsicherheit umgeht und trotzdem so zielstrebig bleibt. Besonders mochte ich ihre Dynamik mit Ravi, dem Bruder des angeblichen Täters. Die Chemie zwischen den beiden ist toll geschrieben – kein kitschiges Liebesdrama, sondern echtes Vertrauen, das langsam wächst. Auch die Nebenfiguren sind glaubwürdig gezeichnet, manche mochte ich sofort, andere... na ja. Ich sag nur: Jeder war bei mir einmal verdächtig.
Spannung & Atmosphäre
Die Spannung ist über das ganze Buch hinweg präsent. Klar, es gibt ruhigere Momente – aber genau das fand ich gut. Man bekommt immer wieder Zeit zum Mitdenken und Reflektieren, bevor es zur nächsten Wendung geht. Und davon gibt es einige! Manche hatte ich so gar nicht kommen sehen, andere hatte ich leise im Hinterkopf – aber selbst da war die Auflösung so clever inszeniert, dass ich mehrfach überrascht wurde. Besonders stark fand ich das Ende: überraschend, aber logisch. Und vor allem zufriedenstellend.
Cover & Gesamteindruck
Das Cover ist schlicht, aber auffällig – es hat mich sofort neugierig gemacht, weil es irgendwie nach etwas Düsterem klingt, aber trotzdem modern wirkt. Rückblickend passt es perfekt zur Geschichte: klar, spannend und mit Tiefgang.
Mein Fazit:
Ich verstehe jetzt absolut, warum dieses Buch (und die Reihe insgesamt) so gehypt wird. Für mich war „A Good Girl’s Guide to Murder“ eine echte Überraschung – spannend, clever aufgebaut und mit einer Protagonistin, die man einfach gernhaben muss.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne miträtseln, True-Crime mögen oder einfach mal wieder einen richtig guten Jugendthriller lesen wollen. Für mich ein echtes Highlight – und definitiv nicht das letzte Buch, das ich von Holly Jackson lesen werde.