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Veröffentlicht am 30.09.2025

Eine Frau geht beharrlich ihren Weg

Es könnte so einfach sein
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„Es könnte so einfach“ wurde geschrieben von Carla Grosch und Volker Jarck (Pseudonym Anne Handorf).

In dem Roman geht es um die Höhen und Tiefen im Leben der Protagonistin Vera. Vera ist Schriftstellerin.
Die ...


„Es könnte so einfach“ wurde geschrieben von Carla Grosch und Volker Jarck (Pseudonym Anne Handorf).

In dem Roman geht es um die Höhen und Tiefen im Leben der Protagonistin Vera. Vera ist Schriftstellerin.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Wir erfahren in Rückblicken, wie es Vera in der männerdominierten Buchbranche erging. In den 70er Jahre durften zum Beispiel ihre Bücher nur unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht werden. Eine Frau als Autorin war undenkbar.
Die andere Zeitebene spielt um 2005. Eine Frau wird zum ersten Mal Kanzlerin. Dieses Ereignis wird mehrmals im Buch hervorgehoben. Wahrscheinlich haben die Autoren das Jahr 2005 als zweite Zeitebene gewählt, um die Bedeutsamkeit hervorzuheben: Endlich ändert sich etwas. Auch eine Frau hat das Zeug und wird gesehen!

Die Geschichte um Vera, die beharrlich ihren Weg geht, ist gut geschrieben. Sie ist selbstbewusst und schaffte es in der männerdominierten Buchbranche Fuß zu fassen. Vera führt seit Jahrzehnten eine glückliche und gleichberechtigte Ehe. Die Figur „Leo“, ihren Ehemann, finde ich allerdings etwas lasch dargestellt. Er kommt für mich als Pantoffelheld rüber. Die kleinen und großen Familiendramen sind etwas vorhersehbar.
Die eingestreuten Textpassagen, die zeigen, wie Vera an ihrem letzten großen Roman arbeitet, fand ich nach einiger Zeit störend. Ich habe sie dann nur noch überflogen.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Schönes Setting, viele Nebensächlichkeiten

Träume aus Salz
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Ich wollte „Träume aus Salz“ wirklich mögen, das Setting klang auch genau nach meinem Geschmack. Flo und Matty machen Urlaub auf einer griechischen Insel, und das ist auch ganz klar die große Stärke des ...

Ich wollte „Träume aus Salz“ wirklich mögen, das Setting klang auch genau nach meinem Geschmack. Flo und Matty machen Urlaub auf einer griechischen Insel, und das ist auch ganz klar die große Stärke des Buches. Man spürt die warmen Urlaubsvibes, hört förmlich das Rauschen des Meeres und taucht in eine sommerliche Atmosphäre ein. Besonders die teilweise sehr poetischen Beschreibungen haben mir gut gefallen.

Gleich zu Beginn wird angedeutet, dass Flo ein großes Geheimnis mit sich herumträgt, das sie Matty nicht erzählen will. Als Leser fragt man sich natürlich die ganze Zeit: Was kann so schlimm sein, dass sie es ihrem Freund nicht sagt? Genau dieser Spannungsbogen sorgt auch dafür, dass man am Ball bleibt und unbedingt weiterlesen möchte. In dieser Hinsicht gelingt es der Autorin auf jeden Fall, Spannung aufzubauen.

Leider verliert sich die Geschichte für mich aber zu sehr in Nebensächlichkeiten. Viele Szenen wirken eher aneinandergereiht und tragen wenig zur eigentlichen Handlung bei. Auch die Figuren bleiben insgesamt schwer greifbar. Die Familiengeschichte hat durchaus Potenzial, und besonders das Kapitel zur Trennung der Eltern ist erzählerisch und sprachlich wirklich gelungen. Hier zeigt die Autorin, was möglich gewesen wäre, wenn sie öfter so in die Tiefe gegangen wäre.

Die Tarot-Thematik war zudem nicht ganz meins. Das ist natürlich Geschmackssache. Figuren wie Nico erschließen sich mir in ihrer Funktion nicht wirklich und wirken eher wie ein loses Element. Sophia sehe ich eher als eine Art Mittlerin, und es wirkt so, als würde Flo in ihr ihre Schwester Nadine erkennen, was letztlich dazu führt, dass sie sich öffnet.

Was mich zusätzlich gestört hat war, dass immer wieder erwähnt wird, dass irgendwer was auf Englisch sagt. Why?

Am Ende bleiben für mich viele Fragen offen, und der große Knall, auf den man die ganze Zeit wartet, bleibt leider aus. Immer wieder hatte ich die Hoffnung, dass noch etwas wirklich Überraschendes oder Spektakuläres passiert. Doch das Finale verpufft eher.

Insgesamt ist es ein nettes Sommerbuch mit einem wirklich schönen Setting, aber inhaltlich konnte es mich durch die vielen Belanglosigkeiten und verpassten Chancen leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Zu gewollt lustig

Frankie
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Eine Katze, die spricht. Leider zu „gewollt lustig“.

Ich kann die vielen positiven Stimmen zu dem Buch leider nicht nachvollziehen. Der Protagonist Gold, der mit seinem Leben abschließen will, findet ...

Eine Katze, die spricht. Leider zu „gewollt lustig“.

Ich kann die vielen positiven Stimmen zu dem Buch leider nicht nachvollziehen. Der Protagonist Gold, der mit seinem Leben abschließen will, findet in einem zugelaufenen Kater Frankie wieder einen Lebenssinn. An sich eine nette Idee. Die Umsetzung misslingt aber, meiner Meinung nach. Es ist sehr oberflächlich geschrieben.
Die Geschichte nimmt uns mit in die Gedankenwelt Frankies.

Ausgedachte Namen wie „Puschnelka Schnurrilenko“ oder manche Dialoge Frankies sind zu gewollt lustig.

Der Brief am Schluss und der Hoffnungsschimmer lassen mich aber versöhnlich stimmen.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Ein Buch über Freundschaft, Selbstfindung und queerer Liebe

Die drei Leben der Cate Kay
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„Der Trick im Leben, so wie ich das jetzt sehe, besteht darin, das schön zu gestalten, was um einen herum ist. Von da ausgehend wächst es weiter. Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen.“ (S.380)


Gleich ...

„Der Trick im Leben, so wie ich das jetzt sehe, besteht darin, das schön zu gestalten, was um einen herum ist. Von da ausgehend wächst es weiter. Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen.“ (S.380)


Gleich vornweg- das Buch hat leider überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen. Der Klappentext und die Empfehlung von "Reese‘s Book Club" hatten mich zunächst neugierig gemacht das Buch zu lesen.

In dem Roman "Die drei Leben von Cate Kay" steht die Freundschaft zwischen Annie und Amanda im Vordergrund. Seit Kindheitstagen sind sie beste Freundinnen und unzertrennlich. Sie haben einen gemeinsamen Traum: Beide wollen raus aus dem Kleinstadt-Mief und Karriere als Schauspielerinnen in Hollywood machen. Ein schicksalhafter Vorfall durchkreuzt aber ihre Pläne und verändert ihre Leben. Sie entzweien sich. Annie beginnt anonym ein neues Leben als Cass, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich vor der Realität zu verstecken. Später gibt sie sich das Pseudonym Cate Kay und startet darunter eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerin. Ihre Roman-Trilogie wird verfilmt und sie verliebt sich in die Hauptdarstellerin.

Cate Kay beschließt ihr Leben als Memoir aufzuschreiben und blickt auf ihr Leben zurück. Die Memoiren werden aber nicht nur aus der Sichtweise Cates geschildert, sondern es kommen auch Personen zu Wort, die ihren Lebensweg geprägt haben. Der Roman hat dadurch mehrere Erzählperspektiven.
Inhaltlich geht es um verpasste Chancen und um falsche Entscheidungen, die getroffen wurden und darum, wie man seinen eigenen Weg findet, auch wenn nicht alles so läuft, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Die Handlung empfinde ich allerdings als unrealistisch, oberflächlich und ereignisarm.

Meiner Meinung nach tauchen viel zu viele Figuren auf, die unnötig und überflüssig sind, wie zum Beispiel Sidney, mit der Cass eine zeitlang eine seltsame Beziehung geführt hat. Die Figur wirkt auf mich viel zu konstruiert.

Die vielen Figuren tragen auch dazu bei, dass der Lesefluss manchmal ins Stocken gerät, da man der Handlung und den Gedankengängen der Personen manchmal schwer folgen kann.

Nachdem Cate jahrelang so ein Geheimnis um ihre Identität gemacht hat und vor ihren Fehlern und Problemen geflohen ist, kommt das Ende sehr abrupt und steckt voller Klischees und ist in meinen Augen kitschig.

Positiv anzumerken ist, dass die Frauen im Roman langsam zu sich finden.


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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein von Metaphern dominierter Roman

Wilder Honig
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„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah ...

„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah (70 Jahre alt) verliert nach 50 Ehejahren ihren Mann John aufgrund einer schweren Krankheit. Nach Johns Tod erfährt sie von seinem schwerwiegendem Geheimnis.

In 11 Briefen, die John hinterlassen hat, versucht er seine Gedanken in Worte zu fassen, die ihn zu Lebzeiten sprachlos zurück ließen.
John war zeitlebens leidenschaftlicher Imker und zieht in den Briefen Parallelen zwischen seiner Ehe mit Hannah und dem Leben seiner Bienen. Das Leben der Bienen steht hier als Metapher zur Liebe und Ehe mit Hannah.

Hannah findet nach Johns Tod Trost und Zuflucht in ihrem Obstgarten. Die Umgestaltung und das Arbeiten im Garten tragen dazu bei, dass sie sich ihrer Trauer und Einsamkeit stellt und sie langsam verarbeitet.

Die Briefe sind meiner Meinung nach nicht richtig in die Handlung eingebunden. Sie stehen fragmentarisch neben der Handlung, die kaum Fahrt aufnimmt. Es gibt keine Handlungstiefe. Die Figuren sind alle distanziert, man bekommt keine Nähe zu ihnen, da Caryl Lewis hier mit Emotionen sehr sparsam umgeht. Die Figuren bleiben schemenhaft.
Themen werden manchmal nur kurz angerissen, Gedankengänge nicht zu Ende gedacht. Es gibt Handlungsstränge, die eingeschoben werden, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Die intensiven und schönen Naturbeschreibungen stehen im Vordergrund. Für meinen Geschmack waren es zu viele, da ich persönlich lieber mehr über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten erfahren hätte. Inhaltlich gibt es keine großen Emotionen. Es gibt auch keine dramatische Handlung.

Wer Metaphern und anschauliche Naturbeschreibungen liebt, kommt aber hier auf seine Kosten!

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