was für ein bitteres Geheimnis!
Als Großmutter im Regen tanzte
Mein Paten“kind“ verbringt grade ihr Auslandssemester in Norwegen. Da ist es ja wohl höchste Zeit für mich, endlich mal einen Roman der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige zu lesen! Danke an @sfisherverlage ...
Mein Paten“kind“ verbringt grade ihr Auslandssemester in Norwegen. Da ist es ja wohl höchste Zeit für mich, endlich mal einen Roman der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige zu lesen! Danke an @sfisherverlage für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Juni kehrt nach dem Tod Mutter Silla ins das alte Haus ihrer verstorbenen Großeltern auf einer norwegischen Insel zurück. Dort findet sie ein Foto, das ihre auch bereits verstorbene Großmutter Tekla neben einem deutschen Soldaten zeigt. Juni reist schließlich nach Ostdeutschland, um mehr über die Geschichte ihrer Familie zu erfahren und entdeckt ein bitteres Geheimnis, das vieles erklärt. Gleichzeitig bringt eine weitere Entdeckung neue Erkenntnisse zu ihren eigenen Wurzeln.
Ich war überrascht, wie detailliert und schonungslos Trude Teige die Gräueltaten während der Kriegszeit darstellt. Aber gleichzeitig fand ich es auch gut, hier keine verharmlosenden Passagen einzubauen, die den unfassbaren Schmerz falsch abbilden würden.
Trotz der harten Geschichte in einem fordernden Setting ist das Buch erstaunlicherweise sehr gefällig zu lesen. Die Sprache spielt eher eine Nebenrolle, hier steht definitiv der Plot im Vordergrund.
Spannend fand ich meine Lesebeobachtung, dass das Buch zugleich sehr rührend, sehr hart, sehr herzergreifend und manchmal für meinen Geschmack ganz kurz auch fast ein bisschen kitschig war (z.B, Juni und Georg im Regen), dann aber wieder ernst, leise und voll Schmerz.
Ein berührender Roman über die große Liebe, Verlust, Resilienz, Selbstschutz und den Willen, auch unter widrigsten Umständen weiterleben zu wollen.
„Otto ist nicht da, er ist bei mir.“