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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein spannender zweiter Teil

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos ...

Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos und direkt an den ersten Band an und rankt weiter um den Untergang des Ausflugsdampfers General Slocum auf dem East River im Juni 1904. An diesem Tag waren über 1300 Menschen aus dem Little Germany oder Kleindeutschland, manchmal auch "Deutschländle" genannten deutschen Viertel New Yorks an Bord der Slocum. Anlass war ein Jahresausflug, Ziel ein Picknickgelände am Long Island Sound. Man hatte den Schaufelraddampfer gechartert, um die Gesellschaft hinzubringen und am Abend wieder abzuholen. Doch bereits nach 15 Minuten - der Dampfer passierte gerade die berüchtigte Enge Hell Gate - geschah ein dramatisches Unglück und mittendrin, Lissys liebste Menschen.

Nach dem Schiffsunglück beginnt für Lissi, die schwerste Zeit ihres Lebens aber zum Glück sind da ihre Freunde, die stets versuchen sie aufzufangen.
Auch das Leben selbst im ganzen Viertel Little Germany hat sich nach der Schiffskatastrophe verändert, denn die Menschen sind gelähmt von ihrer Trauer um die vielen Toten und verlassen Little Germany. Was sollen Lissi und Julia also hier noch! Schnell ist beschlossen, sie wagen einen Neuanfang in Yorkville und eröffnen „Lissi's Kleine Konditorei“. Sie haben Glück und die kleine Konditore, ist bald wie ein aufstrebender Stern am German Broadway und von Erfolg gekrönt, denn die Kunden lieben die schwäbische Confiserie. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage.

Der ausführliche Anhang, mit einem Personenregister, historischen Hintergründe, dem Glossar und den schönen Rezepten aus Lissi’s Kleiner Konditorei, runden die Dilogie, perfekt ab.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und flüssigen Schreibstil eine lebendige Geschichte über Verluste und Neuanfänge, über die Kraft der Liebe, über das starke Band der Freundschaft und des Zusammenhalts, gelungen. Die Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet und es hat mir großen Spaß gemacht, diese in ihrer Entwicklung und auf ihrem Weg, zu begleiten.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Die Schatten der Vergangenheit

Zwei Leben: Das Versprechen
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Die Autorin Astrid Korten legte bereits mit ihrem ersten Band „Zwei Leben – Hinter dem Schweigen“ ihren ersten historischen Familienroman auf zwei Zeitebenen vor, der auf den Erinnerungen ihrer Großeltern ...

Die Autorin Astrid Korten legte bereits mit ihrem ersten Band „Zwei Leben – Hinter dem Schweigen“ ihren ersten historischen Familienroman auf zwei Zeitebenen vor, der auf den Erinnerungen ihrer Großeltern väterlicherseits sowie auf wahren Begebenheiten aus dem Zweiten Weltkrieg basiert. „Zwei Leben – Das Verprechen“ ist der zweite Band dieser historischen Familiensaga. Beide Teile können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ich habe das Buch zur Hand genommen und wurde gleich auf den ersten Seiten in die Geschichte gezogen. Die Handlung ist absolut fesselnd.

Brügge 2014: Nach einem Zusammenbruch wird Juna von den Ärzten mit einem "Ein Burn-out", für Monate krankgeschrieben, doch sie fühlt sich alleine und nutzlos. Um sich nicht zu verlieren, beginnt sie, als ehrenamtlicher Buddy zu arbeiten. Die Koordinatorin der ehrenamtlichen Mitarbeiter bietet ihr die Vermittlung mit dem 93jährigen Vincent Molen, der keine Angehörigen mehr hat aber sehr speziell ist, an. Juna leidet selbst an ihrer Einsamkeit, entwickelt aber ein unglaubliches Feingefühl für Vincent und gewinnt damit sein Vertrauen.

Juna hört zu, lockt Vincent zu Spaziergängen und Unternehmungen auf, die er zuerst grimmig annimmt aber scheinbar doch immer mehr Freude daran hat, als er zugibt. Selbst für Juna sind die Begegnungen erfüllt von Leben, denn sie hat den alten Herrn in ihr Herz geschlossen. Sie hört ihm zu und es entfaltet sich Stück für Stück Vincents Leben, das von Mut geprägt, von Verlust gezeichnet und von einer großen Liebe getragen ist. Etwas in seiner Geschichte ruft auch in Juna Erinnerungen wach. Sie spürt, dass da noch mehr ist. Etwas Ungesagtes, ein Schatten in seinem Blick. Eine Wahrheit, die ans Licht will. In Juna keimt eine Idee auf, denn wenn sie Vincent an die Orte seiner Vergangenheit führt, werden seine Erinnerungen greifbar und bald stößt sie auf die Spuren eines gebrochenen Versprechens.

Antwerpen 1942: Die Stadt ist von den Deutschen besetzt und Esther leidet als Jüdin unter den Repressalien der Besatzer, weg kann sie nicht, dafür ist kein Geld vorhanden und sie kann ihre kranke Mutter und ihre Großmutter nicht alleine lassen. Zum Glück hat sie noch eine Arbeit als Buchhalterin in der Diamantschleiferei als sie Vincent, der im Verborgenen dem Widerstand angehört, kennenlernt. Langsam bahnt sich eine tiefe Liebe zwischen der Jüdin und dem Nichtjuden an. Als die Lage für Esther immer bedrohlicher wird, versteckt Vincent sie, doch der Deportation entkommt sie nicht …

Der Autorin gelingt es hervorragend beide Zeitebenen sehr Emotional zu erzählen und geschickt miteinander zu verweben.

Am Ende gibt es kein Happy End im klassischen Sinne, sondern ein leises Verstehen, dass Liebe nicht endet, wenn ein Mensch geht – sondern weiterlebt in den Spuren, die er hinterlässt.

Fazit:
„Zwei Leben: Das Versprechen“ ist ein Buch, das nicht laut spricht, sondern still wirkt – und gerade dadurch tief berührt. Es erzählt nicht einfach eine Geschichte, sondern lädt dazu ein, sich auf eine stille Reise zu begeben – eine Reise durch Erinnerungen gegen das Vergessen.
Mit ihrem wunderbaren Schreibstil und ihren starken Charaktere, ist der Autorin eine berührende Fortsetzung ihrer Familiensaga gelungen, die mir ausgesprochen gut gefallen hat und die ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Eine gefühlvolle Erzählung, die mein Herz berührt

Der Himmel trägt ein goldenes Herz
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„Der Himmel trägt ein goldenes Herz“ von Jando ist eine bewegende Erzählung voller Hoffnung – über Abschied, der nicht das Ende ist, und über Liebe, die bleibt – wie der Wind, der uns sanft berührt, auch ...

„Der Himmel trägt ein goldenes Herz“ von Jando ist eine bewegende Erzählung voller Hoffnung – über Abschied, der nicht das Ende ist, und über Liebe, die bleibt – wie der Wind, der uns sanft berührt, auch wenn wir ihn nicht sehen.

Inhalt:
Als Felippo den schmalen Pfad zu den Klippen hinaufsteigt, trägt er nicht nur die Erinnerung an seine geliebte Frau Aurora bei sich, sondern auch eine kleine hölzerne Urne. Während der Wind ihre Asche sanft mit sich nimmt, erkennt Felippo, dass Abschiednehmen nicht das Ende bedeutet. Denn Aurora hat ihm eine Spur hinterlassen – Botschaften an Orten, die sie einst gemeinsam liebten. Von den sandigen Dünen bis hin zu den Bergen, die ihre Sehnsucht nach Freiheit spiegelten, führt ihn ihre Liebe auf eine Reise. Und Felippo begreift: Wahre Liebe vergeht nicht – selbst dann nicht, wenn die Erinnerungen verblassen.

Fazit:
Felippos Geschichte ist berührend erzählt und als plötzlich eine fremde Frau an seiner Seite auftaucht um ihn stützend und helfend auf seiner Reise zu begleiten, lassen mich die Gefühle nicht mehr los und ich bin mittendrin im Geschehen. Seine große Liebe Aurora ist es nicht aber wer ist die Fremde? Doch zu viel möchte ich hier nicht vom Inhalt verraten.

Beim Lesen schwingt eine besondere Atmosphäre mit, bei der ich hoffte, sie möge nie enden. Selbst die überraschende Wendung am Ende, traf mich mitten ins Herz.

Bisher habe ich von Jando noch kein Buch gelesen und bin völlig überrascht von seiner bewegenden Erzählung, die mich von der ersten Zeile an, in ihren Bann gezogen hat. Der Schreibstil mit seinen einfühlsamen Worten und kurzen Sätzen, hat mich tief berührt und nachdenklich zurückgelassen. Die Handlung und die Charaktere sind sehr gut und berührend ausgearbeitet.

Das liebevoll gestaltete Buch mit seinen wunderschönen Illustrationen von Robby Krüger, verleiht dieser poetischen Geschichte, eine gelungene Tiefe.

Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Eine ungleiche Liebe – bitter und süß -

Bittersüß
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In ihrem Roman „Bittersüß“ erzählt die Autorin Hattie Williams eine fiktive Geschichte über Abhängigkeiten und toxische Machtverhältnisse.

Die Ich-Erzählerin Charlie, leidet in ihrer Jugend nach dem Tod ...

In ihrem Roman „Bittersüß“ erzählt die Autorin Hattie Williams eine fiktive Geschichte über Abhängigkeiten und toxische Machtverhältnisse.

Die Ich-Erzählerin Charlie, leidet in ihrer Jugend nach dem Tod ihrer Mutter unter schweren Depressionen und fühlt sich nirgends zugehörig. Als ihr Stiefvater eine neue Familie gründet, sucht sie sich in London eine Arbeit. Das Geld ist knapp und so freut sich Charlie, dass sie für eine geringe Miete bei ihrer besten Freundin Ophelia und ihrem Mitbewohner Eddy, einziehen kann. Die drei Freunde werden unzertrennlich.

Seit einem Jahr arbeitet Charlie als Presseassistentin bei einem renommierten Londoner Buchverlag, der bald das neue Buch des preisgekrönten Richard Aveling herausbringt. Bei einer Zigarette im Regen trifft Charlie den dreißig Jahre älteren Richard und ist überwältigt, den zum ersten Mal fühlt sie sich gesehen und ernst genommen. Ihr Traum erfüllt sich noch, als sie mit ihm zusammenarbeiten soll. Aus der Arbeitsbeziehung wird viel zu schnell eine Affäre, die auf Macht, Kontrolle und Schweigen beruht. Charlie, sucht Halt und Liebe, doch der 30 Jahre ältere Richard, ist ihr weit überlegen und nutzt seine Macht aus.
Charlie isoliert sich nach und nach von ihren Freunden und bittet sie um Schweigen über ihre Affäre im Verlag, den diese Verbindungen werden nicht gerne gesehen und führen normalerweise zur Kündigung. Durch das Schweigen entsteht ein geschicktes manipulatives Verhältnis, aus dem Charlie sich kaum befreien kann.

Das vorauszusehende Ende der Beziehung ist wie zu erwarten herzzerreißend und schmerzvoll für Charlie. In dieser Zeit stehen aber nicht nur ihre Freunde ihr zur Seite sondern auch ihr Stiefvater, dem sie sich endlich öffnen kann und seine neue Familie, lieben lernt.

Fazit:
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die toxischen Machtverhältnisse und die innere Zerrissenheit von Charlie, authentisch zu schildern. Sprachlich konnte mich der Roman mit seiner stillen Kraft, welche durch eindrucksvolle Beschreibungen noch mehr emotionalen Tiefgang erhielt, überzeugen. Ein sehr interessanter Roman, den ich gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Die Macht der Musik

Durch das Raue zu den Sternen
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Die Ich-Erzählerin Arkadia Fink, genannt Moll, ist 13 Jahre alt, musikalisch hochbegabt und mit reichlich Fantasie gesegnet. In ihrem bayerischen Dorf macht sie das zur Außenseiterin. Dann hat auch noch ...

Die Ich-Erzählerin Arkadia Fink, genannt Moll, ist 13 Jahre alt, musikalisch hochbegabt und mit reichlich Fantasie gesegnet. In ihrem bayerischen Dorf macht sie das zur Außenseiterin. Dann hat auch noch vor acht Monaten, drei Wochen und sechs Tagen ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben stattgefunden. Ihre Mutter ist „kurz weggegangen“, wie sie es zu sagen pflegt. Seitdem leidet sie unter der bedrückenden Abwesenheit und der quälenden Frage, wann sie endlich zurückkommt. Sie redet sich zeitweise ein, dass sie ohne sie gut klar kommt aber ihr Vater nicht, denn er ist nicht mehr er selbst, hat seitdem nichts mehr in seiner Werkstatt, geschreinert und die offenen Rechnungen stapeln sich.

Geblieben ist der 13jährigen Ihre beste Freundin Bernhardina, die im Seniorendomizil Phoenix lebt und früher Musiklehrerin in Namibia, war. Moll muss Bernhardina jeden Abend anrufen und sich vergewissern, dass sie noch lebt, obwohl sie von Pflegepersonal umgeben ist. Manchmal ist sie zu spät dran, dann ruft Bernhardina sie an.
Bernhardina ist nur dann nicht mehr ihre beste Freundin, wenn sie sagt, dass ihre Mutter vielleicht nicht mehr zurückkommt. Deshalb sind sie sich nicht immer einig.

Der Neo-Bechstein ihrer Mutter, wird für Moll zur absoluten Hingabe zur Musik. Sie kann singen und hat eine Idee, denn wenn der weltberühmteste Knabenchor Deutschlands sie aufnimmt und sie auf der großen Bühne singt, wird ihre Mutter zurückkehren. Die Hürden scheinen zuerst unüberwindbar zu sein, denn noch nie hat ein Mädchen in dem Knabenchor gesungen aber Moll denkt nicht daran aufzugeben. Sie ist sicher, ihr Ziel kann sie nur über die Musik erreichen.

Fazit:
Zuerst wußte ich nicht so recht, wie ich Molls Wut auf der einen Seite und der absoluten Liebe auf der anderen verstehen soll, doch schnell wird klar, dass sie der Realität nicht ins Auge sehen will. Erst zum Ende lösen sich die tragischen Ereignisse auf.
Der Autor hat auf eine berührende Art und Weise eine Geschichte zum Thema Trauer und Verlust, Liebe und Wut und von der Macht der Musik, melancholisch aber dennoch hoffnungsvoll, geschrieben. Der Roman „Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble, ist eine gefühlvolle und lebendige Geschichte, die ich allen Literaturbegeisterten gerne weiterempfehle.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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