Profilbild von westeraccum

westeraccum

Lesejury Star
offline

westeraccum ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit westeraccum über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Die Macht des Geldes

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
0

Der fünfte Band der Reihe über den Donnerstagsmordclub erfüllt alle Erwartungen an das Genre des Cozy Crime.
Joyce freut sich auf die Hochzeit ihrer Tochter, Elizabeth trauert, in Rons Familie überschlagen ...

Der fünfte Band der Reihe über den Donnerstagsmordclub erfüllt alle Erwartungen an das Genre des Cozy Crime.
Joyce freut sich auf die Hochzeit ihrer Tochter, Elizabeth trauert, in Rons Familie überschlagen sich die Ereignisse und Ibrahim therapiert immer noch seine Lieblingskriminelle.
Doch dann entdeckt der Trauzeuge des Bräutigams ein Bombe unter seinem Auto und fühlt sich bedroht. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin besitzt er einen äußerst wertvollen Code für Bitcoins und er glaubt, dass es jemand auf dieses Geld abgesehen hat. Das alles ist natürlich genau das Richtige für den Donnerstagsmordclub und so werden alle zur neuen Ermittlung zusammengetrommelt.
Ich hatte bisher nur den ersten Band der Reihe gelesen, aber in der Zwischenzeit hat sich der Club weiterentwickelt. Elizabeth ist immer noch der führende Kopf, aber Joyce denkt jetzt richtig mit und plappert nicht mehr ziellos herum. Ron ist nicht mehr gut drauf, da gleicht sein Enkel einige Defizite aus.
Das Buch ist wieder amüsant zu lesen, aber auch spannend und der Plot ist ungewöhnlich. Wieder einmal ein gelungenes Buch von Richard Osman!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2025

Menschliche Abgründe

No Way Home
0

Ich freue mich immer auf ein neues Buch von T.C. Boyle, denn das garantiert hervorragende Qualität und Lesevergnügen. Dass dieses Buch bei mir nur vier Sterne bekommt, liegt vielleicht daran, dass ich ...

Ich freue mich immer auf ein neues Buch von T.C. Boyle, denn das garantiert hervorragende Qualität und Lesevergnügen. Dass dieses Buch bei mir nur vier Sterne bekommt, liegt vielleicht daran, dass ich einfach zu alt bin für Liebesschwüre und Rachegedanken.
Terry ist Assistenzarzt und als seine Mutter plötzlich stirbt, muss er sich um die Beisetzung und das geerbte Haus in Nevada kümmern. Kurz nach seiner Ankunft lernt er Bethany kennen, die ihm anbietet sich um alles zu kümmern, damit er wieder in sein Hospital zurückkehren kann. Dafür möchte sie für kurze Zeit in dem Haus wohnen, bis sie eine neue Wohnung gefunden hat. Das geht natürlich schief, zumal Bethanys Ex-Freund Jesse auftaucht und sehr eifersüchtig ist.
Terry ist ein überforderter Prokrastinierer. Zwar ist er ein guter, sachkundiger und empathischer Arzt, aber im Alltag ist bekommt er nichts auf die Reihe. Bethany nutzt das voll aus und sichert sich damit ihre Machtposition. Jesse dagegen ist der typische Bad Boy, der auf manche Frauen eine große Anziehungskraft ausübt.
Das Buch ist im für Boyle typischen lakonischen, manchmal witzigen Stil geschrieben, aber die Personen blieben mir als Leserin fremd. Es ist durchaus spannend, hat aber nicht die Qualität früherer Boyle-Bücher, da es sich auf das Privatleben einiger Menschen beschränkt und die gesellschaftliche Dimension weitgehend ausspart. Dadurch wirkt es auf mich beliebig.
Trotzdem lesenswert, aber man sollte nicht zu große Erwartungen haben. Dass Buch bleibt so blass wie das Cover.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Zwiespältig

Sunny
0

Ich hatte vor einigen Jahren das Buch "Fischers Frau" über die Fischerteppiche an der Ostsee gelesen und das Buch hat mich begeistert. Deshalb war ich gespannt auf das neue Buch von Karin Kalisa, das sich ...

Ich hatte vor einigen Jahren das Buch "Fischers Frau" über die Fischerteppiche an der Ostsee gelesen und das Buch hat mich begeistert. Deshalb war ich gespannt auf das neue Buch von Karin Kalisa, das sich mit einem ganz anderen Thema befasst.

Es geht um zwei Liebesgeschichten: Benno liebt die Äthiopierin Alamee, doch sie hat ihn verlassen. Jon liebt Sunny, ein Mädchen aus seiner Klasse, aber als er ohne Abschlusss von der Schule fliegt und auch noch sein Handy verliert, kann er sie nicht mehr erreichen. Die Geschichten der beiden Männer werden in diesem Buch kunstvoll miteinander verschränkt und in Rückblicken erfährt man mehr über die Beziehungen und ihre Geschichte. Schließlich treffen Benno und Jon in einer verfallenen Jugendhochschule der DDR aufeinander und es beginnt eine ganz besondere Beziehung zwischen den so unterschielichen Männern.

Der Beginn des Buches ist etwas zäh und man kommt nicht gut in das Buch hinein. Im zweiten Teil wird es aber besser und ich habe sehr fasziniert die Geschichten der beiden verfolgt. Sie haben zwar unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber die Verzweiflung über den Verlust der großen Liebe ist ähnlich. Besonders gut haben mir auch die Gedichte von Alamee gefallen, die sich an das "Hohe Lied Salomos" anlehnen und doch eine ganz eigene Sprache finden. Der Zusammenhang erschließt sich allerdings erst im Laufe des Buches. Leider wird auf das Schicksal Alamees nicht weiter eingegangen.

Das Buch ist insgesamt anspruchsvoll und keine leichte Lektüre. Vor allem an Anfang sind Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Dann wird es allerdings mit jeder Seite zugänglicher bis zum (märchenhaften) Ende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Eine Außenseiterin

Prinzessin Alice
0

Alice von Battenberg wurde gehörlos in eine Familie des englisch-deutschen Hochadels geboren und war mit allen Königshäusern in Europa verwandt. Sie war ihr ganzes Leben über eine Außenseiterin, heiratete ...

Alice von Battenberg wurde gehörlos in eine Familie des englisch-deutschen Hochadels geboren und war mit allen Königshäusern in Europa verwandt. Sie war ihr ganzes Leben über eine Außenseiterin, heiratete einen griechischen Prinzen, wurde aus Griechenland nach einem Militärputsch vertrieben, lebte abhängig von Verwandten in Paris und kehrte schließlich nach der Wiederherstellung der Monarchie nach Griechenland zurück. Bei ihr wurde Schizophrenie diagnostiziert, weil sie sich intensiv in den Glauben an Gott hineinsteigerte, aber gesichert war diese Diagnose nicht, eher ein Vorwand, um sie in "Kurkliniken" abzuschieben.
In diesem Buch gibt Irene Dische der einsamen, verkannten Frau eine Stimme und lässt sie selbst aus ihrem Leben erzählen. Dabei findet Dische einen ganz besonderen Tonfall, der die Leser in das Leben von Alice mitnimmt und ihr Handeln teilweise nachvollziehbar macht. Ihr einziger Sohn Prinz Philipp von Edinburgh holte sie später zu sich in den Buckingham Palace, wo sie auch starb. So konnte sie am Ende ihres Lebens dann doch noch ihren Frieden finden.
Es ist hilfreich, wenn man sich über Alice von Battenberg und ihre Verwandtschaft abseits des Buches informiert, denn Dische gibt dazu keine weiteren Informationen. Die vielfältigen Verflechtungen im Hochadel aber erschließen sich dadurch besser.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2025

Dick aufgetragen

Animal
0

Das Schwein Rosa klagt auf Freilassung aus der engen Käfighaltung. Geht das? Was steht im Gesetz?

Der Anwalt Dr. Ben Lorenz muss für seine Großkanzlei den beklagten Konzern vertreten, auf der Gegenseite ...

Das Schwein Rosa klagt auf Freilassung aus der engen Käfighaltung. Geht das? Was steht im Gesetz?

Der Anwalt Dr. Ben Lorenz muss für seine Großkanzlei den beklagten Konzern vertreten, auf der Gegenseite steht der renommierte Anwalt Henrik Rabenstein mit seiner Assistentin Enna. Da Tiere gesetzlich wie eine Sache behandelt werden, scheint die Klage aussichtslos. Doch dann ergeben sich neue Aspekte und Ben fliegt mit Enna nach Mexiko, wo es ein Projekt gibt, um die Sprache der Tiere zu verstehen. Ben beginnt am Sinn der Arbeit für den Konzern zu zweifeln.

Tibor Rode hat einen sehr spannenden Thriller geschrieben, der von Anfang an fasziniert und zum Nachdenken anregt. Die Personen handeln nachvollziehbar, egal, auf welcher Seite sie stehen. Allerdings gleitet das Buch gegen Ende immer mehr ins Märchenhafte ab und den Schluss fand ich zu sehr an den Haaren herbeigezogen und ziemlich realitätsfern.

Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen und es hat mich nachdenklich gemacht. Da wir kaum noch Fleisch essen, aber nicht ganz darauf verzichten, werden wir in Zukunft noch mehr auf die Fleischqualität achten. Aber Veganer werden wir trotzdem vermutlich nicht...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere