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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Historie für Jugendliche

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Greta Grimaldis Vater ist Detektiv. 1829 befinden die beiden sich in Nürnberg um den mysteriösen Fall von Kaspar Hauser aufzudecken. Dabei nimmt Greta selbst einen sehr aktiven Part ein und geht eigene ...

Greta Grimaldis Vater ist Detektiv. 1829 befinden die beiden sich in Nürnberg um den mysteriösen Fall von Kaspar Hauser aufzudecken. Dabei nimmt Greta selbst einen sehr aktiven Part ein und geht eigene Ermittlungswege.

Die Geschichte um Kaspar Hauser beruht natürlich auf der historischen Persönlichkeit. Viele Fakten und Personen aus der Geschichte um Greta sind real. Andere hingegen sind, wie in vielen historischen Romanen fiktiv, auch Greta selbst sowie ihr Vater. Der Roman bringt somit auf eine unterhaltsame und spannende Weise die Ereignisse um Kaspar Hauser Jugendlichen näher. Dabei kann man den Roman auch durchaus als Erwachsener lesen und neue Erkenntnisse gewinnen. Sehr gelungen sind auch die Bilder im Innenteil des Buches. Wogegen ich das Bild von Greta auf dem Cover etwas zu kindlich dargestellt finde.

Was mir jedoch gar nicht gefallen hat ist die Triggerwarnung am Ende des Buches. Aber leider entspricht so was ja inzwischen unserem aktuellen Zeitgeist, indem man keinem mehr auch nur das Geringste zumuten darf. Sonst handelt es sich um ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Wunderbar erzählt

Weißes Licht
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Der Roman handelt von den drei Freunden Cece, Charlie und Garrett. Alle drei kennen sich bereits seit dem College. Das Buch beginnt mit den Hochzeitsvorbereitungen von Cece und Charlie. Zu der Feier ist ...

Der Roman handelt von den drei Freunden Cece, Charlie und Garrett. Alle drei kennen sich bereits seit dem College. Das Buch beginnt mit den Hochzeitsvorbereitungen von Cece und Charlie. Zu der Feier ist auch Garrett eingeladen, zu dem seit Jahren kein Kontakt mehr bestand. Jedoch finden Cece und Garrett immer mehr zueinander und es einsteht eine verfahrene Situation. Aber Rückblicke lassen erahnen, dass bereits in der Vergangenheit Brüche stattfanden. In der Folge begleitet der Leser die Lebensgeschichte der drei Freunde bis in hohe Alter und die Entscheidungen in jungen Jahren lassen ihre Spuren auch in späterer Zeit noch erkennen.

Der Autor versteht es wunderbar die kleinsten Gefühlsregungen der Protagonisten eindrücklich zu beschreiben. Man kann richtiggehend mit den Personen mitfühlen. Große Sensationen finden sich in dem Werk nicht, dafür verfolgt man als Leser ein langsames Drama in all seinen Facetten. Langweilig wird es dabei nie. Gefühlsmäßig ist es ein wunderbares Buch für Herbsttage und durchaus empfehlenswert.
Das Cover mit seiner kühlen und dennoch schönen Landschaft vermittelt die Atmosphäre des Roman sehr gut.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Unterhaltsam

Earthventure in Las Vegas
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Josh, der bisher ein unaufgeregtes Leben in Las Vegas führte und chronisch pleite ist, erhält unversehens einen lukrativen Nebenjob als Fremdenführer für Außerirdische. Der Mittelsmann, oder -alien Odiklu ...

Josh, der bisher ein unaufgeregtes Leben in Las Vegas führte und chronisch pleite ist, erhält unversehens einen lukrativen Nebenjob als Fremdenführer für Außerirdische. Der Mittelsmann, oder -alien Odiklu vermittelt ihm seine erste Klientin Ulionk, die er anschließend zehn Tage mit vermeintlich typisch irdischen Freizeittätigkeiten, darunter u. a. ein Kindergeburtstag und ein Hahnenkampf bespaßt und sie obendrein in seinem Bett schlafen lässt.

Natürlich geht bei den Ausflügen der beiden so einiges schief und auch das Aussehen der ungewöhnlichen Touristin sorgt immer wieder für Aufsehen, sogar in Las Vegas. Und so kommt man aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Der Roman ist durch und durch unterhaltsam. Wenn es auch an jeglicher Tiefe fehlt, Langeweile kommt auf jeden Fall nicht auf. Allerdings hätte ich anhand es Sprachstils und des Anspruchs eher gedacht, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt.

Bei dem Roman handelt es sich um eine Neuauflage. Die aktuelle Ausgabe ist optisch deutlich ansprechender. Das Cover mit der kunterbunten Skyline von Las Vegas und Ufo sieht einfach wunderschön aus und sticht sofort ins Auge. Ein Highlight ist der rosa Farbschnitt mit den Donuts.

Insgesamt ein schönes Buch für unterhaltsame Stunden.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Enttäuschte Erwartungen

Adlergestell
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Drei Mädchen im Grundschulalter erleben den gerade begonnen Wandel in Ostdeutschland. Die Mauer ist vor kurzem gefallen, Ost- und Westdeutschland sind wieder vereint und alles ist plötzlich ganz anders.

Namensgebend ...

Drei Mädchen im Grundschulalter erleben den gerade begonnen Wandel in Ostdeutschland. Die Mauer ist vor kurzem gefallen, Ost- und Westdeutschland sind wieder vereint und alles ist plötzlich ganz anders.

Namensgebend für das Buch ist die längste Straße in Berlin "Adlergestell". Hier erleben die drei Freundinnen mit Stauen, großen Erwartungen und aus Kindersicht den rasanten Wandel der sich in Ostdeutschland in den 90er Jahren vollzog. Doch oft stellen sich diese Erwartungen als unrealistisch heraus. So unterschiedlich die Drei auch zu sein scheinen, eines haben sie gemeinsam, sie wünschen sich eine Flucht aus ihrem Zuhause in eine andere Welt. Denn in ihrem Zuhause erleben sie u.a. Gewalt, Vernachlässigung, Rassismus, plötzlich geschieden Eltern und Arbeitslosigkeit. Die Freundinnen verbringen ihre Nachmittage u. a. mit dem Klauen von Mercedessternen, Telefonstreiche, und Stelen von allerlei Dingen. Erzählt werden die Erlebnisse als Rückblick aus der Gegenwart. In kurzen Einschüben zwischen den einzelnen Kapiteln liest man die sehr treffende Interpretationen westlicher Werbung, des Comichelden Captain Planet oder des PC-Gams Lemminge, deren medialen Charaktere Ostdeutschland eroberten.

Mir ist diese Zeit ebenfalls aus Kindertagen bekannt, jedoch aus westdeutscher Sicht. Umso interessanter fand ich es den Erlebnissen und Erfahrungen der drei Mädchen aus ostdeutscher Sicht zu folgen. Die Autorin verstehet es mit ihrem Schreibstil die Dinge in aller Kürze und einer unglaublichen Sprachgewandtheit auf den Punkt zu bringen. Teilweise muten die Sätze richtig poetisch an.

Das Cover spielgelt in seiner einfachen und kindlichen Darstellung den Inhalt bestens wieder. Das Gespenst auf dem Titelbild kann man sowohl bildlich, als Umriss den die Kinder auf der Straße sehen, als auch im übertragenen Sinn, als den Wandel der in jedem Haus in Ostdeutschland durch das Leben der Bewohner spuckt, verstehen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Sprachlich überaus gelungen, beschreibt er das Lebensgefühl einer jungen Generation die mit dem Wandel den sie und ihre Familie erleben oft überfordert zu sein scheinen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Großartiges Debüt

Lázár
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Über mehrere Generationen begleitet der Roman die adlige ungarische Familie Lázár. Dabei tummeln sich in der Handlung fast ausnahmslos charakterstarke Persönlichkeiten und teilweise sehr skurrile Gegebenheiten. ...

Über mehrere Generationen begleitet der Roman die adlige ungarische Familie Lázár. Dabei tummeln sich in der Handlung fast ausnahmslos charakterstarke Persönlichkeiten und teilweise sehr skurrile Gegebenheiten. Die Beziehungen der einzelnen Individuen zueinander bewegt sich zwischen absoluter Verachtung, Argwohn, und Abgewandtheit über Gleichgültigkeit bis hin zu glühender Liebe und Bewunderung. Darüber hinaus erfährt man den geschichtlichen Hintergrund Ungarns, von dem Zerfall der der Monarchie Österreich-Ungarns bis hin zu den Wirren und Schreckens des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Nachkriegszeit.

Der junge Autor hat einen wunderbaren Schreibstil und erweist mit seinem Roman eine große Weitsicht. Kurz und knapp handelt er die einzelnen Generationen der Familie Lázár ab, ohne ein Wort zu viel und dennoch scheint alles Wesentliche gesagt. Und so fliegt man geradezu über den Verlauf des Adelsgeschlechts mit all seinen Tiefschlägen und Verrücktheiten. Die Generationen kommen und gehen und man staunt über die Kuriositäten eingebunden in den Alltag der Menschen. Dabei wirkt die Sprache oft äußerst poetisch.

Das Cover mit dem edlen Pferd und dem barocken Hintergrund ist sehr schön gestaltet, ich konnte jedoch hierin keinen wirklichen Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches feststellen. Lediglich am aller äußersten Rand werden die Pferde der Familie Lazar erwähnt.

Insgesamt ein eindrucksvoller Debütroman des äußerst jungen Autors. Inspiriert von seiner eigenen Familiengeschichte beschreibt er die Geschehnisse des Familie Lazar sehr bildhaft, eindrucksvoll und unterhaltsam. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und bin gespannt auf ein weiteres Werk des Autors.

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