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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2025

Weihnachtshighlight 2025

Ring the Bells
2

Zum Inhalt:
Es ist Weihnachtszeit bei The Stranger Times und während das Team die aktuellste Ausgabe zu drucken versucht, wird die Redaktion Opfer eines Hackerangriffs, der alle Computer lahmlegt. Und ...

Zum Inhalt:
Es ist Weihnachtszeit bei The Stranger Times und während das Team die aktuellste Ausgabe zu drucken versucht, wird die Redaktion Opfer eines Hackerangriffs, der alle Computer lahmlegt. Und das gerade in einer Zeit, als ein Buchclub versehentlich ein uraltes Wesen namens Zalas heraufbeschwört, der nicht nur ein blutiges Gemetzel hinterlässt, sondern direkt einen Weltuntergang ansteuert. Denn er hat sich die Rolle des Weihnachtsmanns angeeignet und ein magisches Winterwunderland geschaffen, das alle "Gläubigen" verzaubert. Banecroft und Co. müssen ihn um jeden Preis aufhalten, bevor die Menschheit zu Grunde geht.

Meine Leseerfahrung:
Als Fan der Reihe musste ich natürlich wieder dabei sein, wenn das Team von Stranger Times wieder am Start ist. Das erste Buch hatte ich ja sowas von gefeiert, die Folgebände waren auch superlustig und unterhaltsam, wenn auch die allererste Euphorie des Auftaktbandes mir später etwas gefehlt hatte. Mit "Ring the Bells" hatte ich definitiv wieder diesen konstanten Spaß wie auch beim ersten Teil.

Die Dialoge sind wieder irrwitzig, die Charaktere einfach unglaublich detailliert und facettenreich und die Handlung strotzt nur so vor Action. Bei keinem anderen Buch habe ich so oft auflachen müssen wie hier. Aber was mir zusätzlich schöne Lesestunden beschert hat, war ein weiterer Handlungsstrang um das älteste Mitglied des Teams, das die Redaktion in diesem Teil nun für immer verlässt. Wir kriegen endlich einen Einblick in Mannys Vergangenheit, die der Autor in Rückblicken erzählt und die für mich dermaßen emotional waren, dass ich McDonnell ein dickes Lob aussprechen muss. Diese Kapitel um Manny zeigen nämlich, wie schreibbegabt der Autor eigentlich ist, wenn er in einer durchweg lustigen Komödie ein derart bewegendes Drama einarbeiten kann. Als Leser erlebt man eine irre Achterbahnfahrt durch verschiedene Emotionen, was für mich ein absolutes tolles Erlebnis war und ich in vielen Büchern der heutigen Zeit eher vermisse.

Ich hoffe auf viele weitere Bände dieser Reihe, der ich ganz sicher bis zum Schluss treu bleiben werde.

Fazit
"Ring the Bells" von C.K. McDonnell ist für mich ein wunderschönes Weihnachtshighlight, das nicht nur für große Lacher, sondern auch für bewegende Momente und viel Spannung sorgt.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Ein Kinderlexikon mit Humor

Das Lexikon gruseliger Tiere
1

Zum Inhalt:
In Philip Buntings "Das Lexikon gruseliger Tiere" werden auf humorvolle und kindgerechte Weise Sachinformationen mit spannenden Fakten über außergewöhnliche Tiere aus aller Welt verbunden. ...

Zum Inhalt:
In Philip Buntings "Das Lexikon gruseliger Tiere" werden auf humorvolle und kindgerechte Weise Sachinformationen mit spannenden Fakten über außergewöhnliche Tiere aus aller Welt verbunden. Das Buch ist durchgehend illustriert und eignet sich bereits für Kinder ab 4 Jahren. Durch das vermittelte Tierwissen werden Schritt für Schritt vorhandene Ängste abgebaut und Interesse und Begeisterung für die Natur geweckt.

Meine Leseerfahrung:
Das Cover ist vielleicht ein Hingucker, aber allein der Titel des Buches hat bereits unsere Neugier geweckt. Unser Jüngster ist sehr interessiert in allem, was in der Tierwelt vor sich geht. Ganz besonders findet er die Lebewesen der Tiefsee, Insekten und Echsen spannend. Ich hatte also schon geahnt, dass er dieses Buch lieben wird.

Die Illustrationen sind schon sehr ansprechend, die einzelnen Tiere sind leicht verniedlicht dargestellt. Zu jedem Tier gibt es den dazugehörigen lateinischen Fachbegriff, der allerdings durchgestrichen und durch einen weitaus lustigeren Begriff ersetzt worden ist. So wird beispielsweise aus Pygocentrus nattereri (Roter Piranha übrigens) der lustigere Name Scharfus zahnus giericus. Als ob das nicht schon witzig genug ist, sind um den Fisch herum nicht wirklich fachliche, aber dafür umso humorvolle Kurzinfos verteilt, wie "Schaut grimmig drein." oder "Jeder Schurke, der etwas auf sich hält, hält ihn im Aquarium." Ich musste bei jedem Bild schmunzeln, unsere Jungs (7 und 10 Jahre alt) fanden es superwitzig. Sie haben nicht nur einen, sondern sehr viele Tierarten für sich entdeckt, die sie auf Grund ihrer Fähigkeiten besonders faszinierend fanden. Mir persönlich gefällt an diesem Buch die Vielfalt der vorgestellten Tiere, insbesondere dass nicht nur völlig unbekannte exotische Tiere, sondern auch allgemein bekannte Tiere wie der Schimpanse, der Wolf oder der Löwe enthalten sind.

Vorlesen müssen wir hier zwar nicht mehr. Aber ich begrüße es dennoch, dass die sachlich informativen Texte unter jedem Tierbild zudem sehr einfach gehalten und nicht allzu lang sind. So steht dem Lesespaß der Kinder nichts entgegen.

Fazit:
"Das Lexikon gruseliger Tiere" von Philip Bunting hilft Kindern, ihre Ängste vor unbekannten und schaurig wirkenden Tieren zu überwinden, und das auf eine spannende, unterhaltsame und sehr humorvolle Weise!

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Spannende kurzweilige Geschichten

Arsène Lupin. Der Gentleman-Gauner
1

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène ...

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène Lupin aus 1907 in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Sonderausgabe heraus, der den ersten Band des Krimi-Klassikers bilden soll. Enthalten sind insbesondere die bekannteren Geschichten wie "Arsène Lupin wird verhaftet", "Das Halsband der Königin" sowie "Die schwarze Perle".

Meine Leseerfahrung:
So oft hatte ich mir vorgenommen, diesen Klassiker noch zu lesen. Nun bin ich froh, dass ich es endlich geschafft habe, denn sonst wäre mir ein Stück französische Kriminalliteratur entgangen, die ihresgleichen sucht. Arsène Lupin ist ein Meisterdieb und Verwandlungskünstler, und hat tadellose Umgangsformen. Doch was ihn so sympathisch für die Leserschaft macht, ist die Tatsache, dass seine Opfer auch nicht gerade saubere Bürger sind und man sich insgeheim doch wünscht, dass diese dekadenten Schnösel eine angemessene Bestrafung durch Lupin erfahren. Außerdem stellt sich der Meisterdieb in einigen Fällen auch als Helfer dar, wie zB in der Kurzgeschichte "Der mysteriöse Fahrgast", als er der Polizei hilft, einen Mörder zu fassen.

Bei diesem Buch darf man keine typischen Kriminalgeschichten erwarten. Für mich persönlich waren es eher Abenteuergeschichten um einen ungewöhnlichen Gauner mit Charme und Herz, den man sicherlich zu den ersten Antihelden der klassischen Literatur zählen darf. Besonders beeindruckend ist dabei, wie intelligent er in seinen Unternehmungen vorgeht. Zudem gefällt mir auch der gehobene Humor, dessen sich Leblanc beim Erzählstil bedient.

Ich werde ganz sicher noch die folgenden Bände über die Kultfigur Lupin lesen und freue mich bereits auf weitere Sonderausgaben aus dem Verlag.

Fazit:
Unübertroffener Klassiker über einen Meisterdieb mit Gentleman-Manieren in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Ausgabe! Dieses Buch sollte in keinem Buchregal fehlen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Thriller-Highlight 2025

Dunkle Sühne
1

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich ...

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich verschwinden. Der Fall geht Emmy besonders nah, weil Madison die Stieftochter ihrer besten Freundin ist. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mädchen lebend gefunden werden. Emma stürzt sich mit ihrem Vater, dem Sheriff Gerald Clifton, in die Ermittlungen und bringt verstörende dunkle Geheimnisse zutage.

Meine Leseerfahrung:
Als Fan der Will-Trent-Reihe hatte ich eigentlich auf eine Fortsetzung gehofft. Aber dieser Auftakt zur neuen Reihe mit Emmy Clifton war dermaßen gut, dass ich Will Trent fast, aber nur fast, vergessen habe. Es ist nicht nur der Erzählstil von Karin Slaughter, der mich immer wieder abholt. Hier passt einfach alles: Der Plot, die Charaktere, die Handlung, die Ermittlungen....

Emmy Clifton als Hauptfigur finde ich persönlich sehr ansprechend. Sie ist die Art Frau, mit der man gern befreundet wäre. Zum Einen ist sie sehr authentisch und menschlich, und hat so ihre Fehler, die sie auszubügeln versucht. So hart sie auch im Beruf ist, zeigt sie dennoch oft genug ihre Emotionen. Zum Anderen ist sie eine intelligente Person, die bei ihren Ermittlungen systematisch vorgeht und lehrbuchmäßig arbeitet. Eine Hauptfigur, die vielschichtig und sympathisch ist. Aber auch die anderen Charaktere, und zwar auch jede einzelne Nebenfigur, sind sehr glaubwürdig. Man merkt, mit welcher Aufmerksamkeit sich die Autorin einzelnen Charakterentwicklungen widmet.

Die Geschichte muss man allerdings mit Vorsicht genießen. Sie ist nichts für schwache Gemüter, denn hier geht es um pädophile Sexualstraftäter und Vergewaltigung. Karin Slaughter schreibt hart, brutal und sehr intensiv.

Mich hat der Auftakt überzeugt, an dieser Reihe werde ich sicherlich dranbleiben. Bisher habe ich aber auch kein Buch von Slaughter schlecht bewertet. Die Autorin liefert immer solide Thriller ab. Aber bei "Dunkle Sühne" würde ich sogar mehr als 5 Sterne vergeben. So gut ist dieses Buch.

Fazit:
"Dunkle Sühne" ist ein unerwartetes Thriller-Highlight des Jahres, das konstante Spannung und starke Emotionen bietet. Nichts für schwache Nerven, aber ein geeigneter Einstieg in die Welt von Karin Slaughter, wenn man einen richtig guten Thriller von ihr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Eine Geschichte übers Mutigsein

Nuria
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Zum Inhalt:
Nuria ist ein achtjähriges Mädchen mit berufstätigen Eltern, die immerzu beschäftigt sind. Als sie merken, dass das Familienleben, insbesondere die Ehe, darunter leidet, beschließen Mama und ...

Zum Inhalt:
Nuria ist ein achtjähriges Mädchen mit berufstätigen Eltern, die immerzu beschäftigt sind. Als sie merken, dass das Familienleben, insbesondere die Ehe, darunter leidet, beschließen Mama und Papa in den Ferien auf eine Reise ans Meer zu fahren. Nuria soll in dieser Zeit zu ihrer eigenwilligen Oma Ella, zu der sie eigentlich seit Langem keinen Kontakt mehr haben. Die hat wiederum kurzfristig einen Auftrag bekommen und muss eine Ladung Sand mit ihrem Lastenkahn überbringen. Damit beginnt für Nuria ein kleines Abenteuer mit Höhen und Tiefen...


Meine Leseerfahrung:
Der Grund, warum ich unbedingt dieses Buch mit meinen Kindern lesen wollte, ist der Titel. Nuria ist nämlich der Name meiner Mutter und für mich ist sie die mutigste und stärkste Frau in meinem Leben. Da passt es ganz besonders, dass die Geschichte von Nuria vom Mutigsein und Selbstbestimmung handelt.

Als Mutter habe ich das Buch sicherlich ganz anders wahrgenommen als meine Kinder. Mir bereitete bereits die familiäre Situation, in der Nuria steckt, Bauchschmerzen. Dass die Eltern ohne sie in den Urlaub starten, ist vielleicht noch nachvollziehbar, weil sie eine Zeit in Zweisamkeit brauchen. Aber das Kind bei der Großmutter abzugeben, obwohl man kaum noch Kontakt mit ihr hat, zeigt eigentlich schon, dass die Erwachsenen deutliche Probleme haben und nicht einmal in der Lage sind, ihren Alltagsstress zu bewältigen. Nuria ist die Leidtragende und muss nun lernen, auch mal allein zu sein. Dann kommt sie auch noch zu einer schwierigen Person, die ohnehin nicht glücklich darüber ist, den Babysitter zu spielen. Und wieder einmal fühlt sich Nuria ungewollt. Die Zeit auf dem Kahn ist auch nicht einfach. Alles läuft schief, was schief laufen kann. Und die Beziehung zu Oma Ella wird einfach nicht besser. Denn die alte Dame ist nicht besonders großmütterlich, geschweige denn liebevoll. Sie hat kaum noch Geduld übrig für Nurias Unbeholfenheit Doch alles ändert sich, als Nuria auflehnt und ihren eigenen Weg geht.

Die Geschichte wird in einer kindgerechten Sprache erzählt und ist sehr realitätsnah und generationenübergreifend, so dass jede/r Leser/in, ob groß oder klein, sich womöglich darin wiederfindet. Das Buch ist nicht nur lehrreich, sondern auch ermutigend, und hat sicherlich auch einen pädagogischen Wert. Zeevaert zeigt ein beeindruckendes Gespür für kindliche Gedankengänge und gibt der jungen Leserschaft mit ihren ganz eigenen Bedürfnissen eine Stimme, die gehört werden muss.

Gut finde ich persönlich zudem, dass das Buch auf mehrere Kapitel unterteilt ist, die nicht allzu lang sind. Unser Großer war nämlich zuerst skeptisch bei den vielen Seiten, aber die Kürze der Kapitel animiert letztendlich doch zum Lesen. Abgerundet wird das Buch mit schön gestalteten Illustrationen in schwarzweiß, die ansprechend wirken.


Fazit:
"Nuria" von Sigrid Zeevaert ermutigt kleine Leser/innen, sich Herausforderungen zu stellen und eigenständig zu handeln, und macht gleichzeitig Erwachsene auf die kindlichen Sorgen und Ängste aufmerksam. Ein kleines Juwel im Kinderbuchregal!

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