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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Netter, cosy Crime für gemütliche Lesestunden

Der Tag, an dem Barbara starb
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Der Kriminalroman „Der Tag, an dem Barbara starb“ handelt von der 89-jährigen Margaret Winterbottom, die nach dem Tod ihrer Nachbarin Barbara gemeinsam mit ihrem Enkel James die Ermittlungen aufnimmt, ...

Der Kriminalroman „Der Tag, an dem Barbara starb“ handelt von der 89-jährigen Margaret Winterbottom, die nach dem Tod ihrer Nachbarin Barbara gemeinsam mit ihrem Enkel James die Ermittlungen aufnimmt, als die Polizei in dem Fall nicht weiterkommt. Margaret ist eine Institution in dem kleinen nordenglischen Dorf, in dem sie fast ihr ganzes Leben verbracht hat. Leider lässt sie ihr Gedächtnis in letzter Zeit öfter im Stich und daher kann sie sich nicht mehr daran erinnern, was Barbara ihr kurz vor ihrem Tod Wichtiges anvertraut hat. Gemeinsam mit dem Leser machen sich Margaret und James auf die Suche nach den fehlenden Puzzleteilen, denn Margaret ist wild entschlossen, alles dafür zu tun, dass Barbaras Tod aufgeklärt wird, egal welchen Preis sie dafür zahlen muss.

Der Roman hat mir insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist schön flüssig und eindringlich. Die Geschichte wird aus Margarets Perspektive geschrieben und so können wir tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen. Margaret finde ich als Charakter sehr berührend, da sie sich oft bewusst ist, dass sie vieles vergisst, manchmal aber auch denkt, dass ihr Mann noch lebt und in ihrer eigenen Welt lebt. Das Thema Demenz wird hier wirklich sehr authentisch, behutsam und berührend umgesetzt. James, Margarets Enkel, finde ich sehr clever. Er bringt mit seiner Art und den richtigen Fragen ein bisschen Schwung in die Bude und gemeinsam sind Margaret und er ein unschlagbares Ermittlerduo. Die Spannung des Kriminalromane wird leise aufgebaut und bis zum Ende subtil aufrecht erhalten. Das Setting im nordenglischen Dorf hat mir gut gefallen und es versprüht auch Small Town Charme. Mir hat es insgesamt gut gefallen, Margaret und James bei den Ermittlungen zu begleiten.

Fazit: Ein berührender, emotionaler cosy Crime für gemütliche Lesestunden im Herbst oder Winter.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Fabelhaft erzählter, spritziger und detailreicher Roman

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Das Buch Fabula Rasa ist ein Roman, in dem die Autorin die Geschichte von Angelika Moser erzählt, einer Buchhalterin, die im Wiener Grand Hotel Frohner arbeitet und ansonsten das Wiener Nachtleben sehr ...

Das Buch Fabula Rasa ist ein Roman, in dem die Autorin die Geschichte von Angelika Moser erzählt, einer Buchhalterin, die im Wiener Grand Hotel Frohner arbeitet und ansonsten das Wiener Nachtleben sehr zu schätzen weiß. Angelika kommt aus einfachen Verhältnissen und ihr Job im Grand Hotel eröffnet ihr einen Einblick in die Welt der Schönen und Reichen, die verführerisch ist und sie in ihren Bann zieht. Als sie plötzlich Mutter wird, fängt sie an, Rechnungen zu manipulieren, um sich und ihrem Sohn ein gutes Auskommen zu ermöglichen. Jahrzehnte vergehen, bis der ganze Schwindel auffliegt und Angelika sich verantworten muss.

Das Buch wird nach einer wahren Begebenheit erzählt, die sich in Wien in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts zugetragen hat. Die Autorin hat die wahre Angelika Moser, eine charismatische, schlagfertige Frau, nach ihrer Verurteilung elf Mal in der Justizanstalt besucht, um ihre Geschichte aufzuschreiben. Wobei dazu gesagt werden muss, dass bei den anderen im Roman vorkommenden Charakteren auch die künstlerische Freiheit der Autorin zum Ausdruck gelangt.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Sehr beeindruckt hat mich der spritzige und lebendige Schreibstil der Autorin. Sie kann so unglaublich bildhaft und ausdrucksstark erzählen, dass man das Gefühl hat, mitten in der Geschichte zu sein. Die Geschichte ist interessant aufgebaut und man erhält einen umfassenden Einblick in die ausführlich gezeichneten Charaktere und ihre Abgründe. Die bildhafte Erzählung und die Wortkreationen sind wirklich toll, manchmal aber auch sehr langatmig und ausschweifend, sodass mir da manchmal der Kopf geschwirrt hat. Da das ganze auch teilweise in Wienerischem Dialekt abgefasst ist, musste ich manches zweimal lesen und einzelne Wörter nachschlagen, um es zu verstehen. Es werden halt viele Details genannt und Darstellungen ausgeschmückt, so dass ich manchmal erst mal wieder zum roten Faden zurückfinden musste. Der weltbekannte Wiener Schmäh kommt in der Erzählung wunderbar rüber. Wien als Setting mit alle seinen Örtlichkeiten und Facetten vom Nachtleben bis zu dem Grand Hotel wird wunderbar bildhaft und eindringlich beschrieben. Der Roman ist ein interessantes und zeitweise witziges Gesamtkunstwerk, das auch vor den wichtigen Lebensthemen wie finanzielle Probleme, der Kampf alleinerziehender Mütter, familiäre Konflikte, der Herausforderungen in der Arbeitswelt, toxische Beziehungen nicht zurückschreckt und sie realistisch in die Geschichte einwebt.

Fazit: Interessanter, lebendig erzählter Roman. Zuweilen langatmig mit einer überbordenden Fülle an Details. Auf jeden Fall abwechslungsreich und unterhaltsam. Kein kleiner Snack für zwischendurch, sondern eher ein acht Gänge Menü. Für Liebhaber ausschweifender und opulenter Erzählkunst sicherlich ein Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Nette Love Story mit wunderschönem Setting

Die kleine Inselbibliothek
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Im Roman „Die kleine Inselbibliothek“ wird die Geschichte von Lucy Sullivan erzählt, die in ihrem Heimatort Heron Isle an der Küste Floridas nicht nur eine Buchhandlung führt, sondern auch ein offenes ...

Im Roman „Die kleine Inselbibliothek“ wird die Geschichte von Lucy Sullivan erzählt, die in ihrem Heimatort Heron Isle an der Küste Floridas nicht nur eine Buchhandlung führt, sondern auch ein offenes Bücherhäuschen, die „Little Free Library“ hegt und pflegt. Die Idylle wird jedoch gestört, als der ehrgeizige Stadtplaner Logan Lancaster die Hafenpromenade modernisieren will, um den finanziell angeschlagenen Ort attraktiver zu machen. Lucy, der die Interessen der Insulaner und der örtlichen Geschäftsleute sehr am Herzen liegen, hat wenig übrig für Logans Pläne und stellt sich ihm entschieden entgegen. In diesem Roman dürfen wir uns überraschen lassen, wer sich mit seinen Vorstellungen durchsetzen wird oder ob Amor vielleicht längst einen eigenen Plan mit Lucy und Logan verfolgt? Denn keiner der beiden ahnt, dass sie durch die „Little Free Library“ bereits ein zartes Band zueinander gesponnen haben.

Das Buch ist ein echter Feelgood Roman und hat mir gut gefallen. Die beiden Charaktere Lucy und Logan fand ich authentisch und sympathisch dargestellt. Die Anziehung zwischen Ihnen ist von Anfang an spürbar, wenn da nur nicht ihre konträren Interessen bezüglich der Stadtentwicklung wären. Es gibt wie in jeder guten Love Story Konflike und Missverständnisse, zumal Lucy in ihrem Leben schon genug Enttäuschungen erlebt hat und sich damit schwertut, sich auf jemand neues einzulassen und Logan ja nur für das Projekt in dem kleinen Ort weilt. Das Knistern ist jedoch die ganze Zeit vorhanden, zumal beide auch einige Verbindungen haben, wie bspw. die Begeisterung und Liebe für Literatur. Die Geschichte ist vorhersehbar und daher nicht wirklich spannend, aber doch herzberührend, romantisch und unterhaltsam. Der Schreibstil der Autorin ist locker sowie flüssig und das Buch liest sich sehr angenehm. Das sommerliche Setting an der Küste Floridas sowie der spürbare Small Town Charme haben mir besonders gut gefallen und meine Sehnsucht nach Meer und Strand geweckt.

Fazit: Ein netter, cozy Feelgood Roman für alle Leser, die kleine Buchhandlungen und die Magie der Bücher lieben. Herzerwärmend und berührend mit einer netten Love Story und zauberhaftem Setting.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Poetischer und emotionaler Roman mit bildhaften Naturbeschreibungen

Wilder Honig
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Der Roman „Wilder Honig“ erzählt die Geschichte dreier Frauen, die alle einen mehr oder weniger starken Bezug zum kleinen Ort Berllan Deg in Wales haben. Da ist zum einen Hannah, die mit ihrem Ehemann ...

Der Roman „Wilder Honig“ erzählt die Geschichte dreier Frauen, die alle einen mehr oder weniger starken Bezug zum kleinen Ort Berllan Deg in Wales haben. Da ist zum einen Hannah, die mit ihrem Ehemann John immer in Berllan Deg im Haus ihrer Eltern gewohnt hat. Des Weiteren ist da Ihre Schwester Sadie, die sich dort eingeengt gefühlt hat und so schnell wie möglich ausgezogen und ihr eigenes Leben gelebt hat. Dann ist da noch Megan, Johns Geheimnis, von der Hannah erst kurz nach Johns Tod erfährt und die ihre Welt zum Wanken bringt. Alle drei Frauen wirken zunächst verloren und nähern sich nur langsam aneinander an. Alle sind verbunden durch John, Hannahs Mann, einen Schriftsteller und Imker, der die Welt durch die Sprache der Bienen zu verstehen lernte und Hannah 11 Liebesbriefe hinterlassen hat, um ihr Antworten zu geben. Sind die Schatten der Vergangenheit zu stark, oder wird es den drei Frauen gelingen, ihre Wunden zu heilen und den zerbrochenen Garten Eden wieder aufzubauen? Wir dürfen sehr gespannt sein.


Der Roman hat mir insgesamt gut gefallen. Das Buch behandelt so viele interessante Lebensthemen wie beispielsweise die große Liebe, Trauer, die Suche nach Identität und Zugehörigkeit, Vertrauen, Geheimnisse, Enttäuschung, Dankbarkeit, Schwesternschaft sowie Verlust und Neubeginn. Im idyllischen Setting der walisischen Landschaft werden die großen Themen eindringlich dargestellt und alle Facetten menschlicher Emotionen bis in die hinterste Ecke ausgeleuchtet. Der Schreibstil ist eindringlich und bildhaft, die Naturbeschreibungen der walisischen Landschaft sowie des alten Obstgartens und des Lebens der Bienen sind so wunderschön und laden zum Träumen ein. Es ist ein Buch mit leisen Tönen und einer diffusen Spannung, das zum Nachdenken über das Leben einlädt und noch lange nachhallt. Die Sprache ist poetisch und unaufgeregt. Die Briefe von John finde ich sehr schön in die Geschichte eingeflochten. John ist am Ende seines Lebens selbstreflektiert und etwas melancholisch. Er versucht in den Briefen anhand seiner Erzählungen aus dem Leben der Bienen seiner Frau Antworten zu geben, warum ihrer beider Leben so verlaufen ist, wie es ist und er sein Geheimnis bis zu seinem Ableben bewahrt hat. Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet und intensiv gezeichnet. Da Hannah (70), Sadie (64) und Megan (Mitte 20) aus unterschiedlichen Generationen kommen, ist es auch ein wunderbarer generationenübergreifender Roman, der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie die Verbundenheit von Frauen aus zwei Generationen beleuchtet. Sehr gut gefallen hat mir das umfangreiche Wissen über das Leben der Bienen, das ich sehr bereichernd fand.

Fazit: Ein stiller, tiefgründiger und kluger Roman, in dem viele Lebensthemen behandelt werden. Intensiv und herzberührend. Für alle Menschen, die emotionale, tiefgründige und leise Roman schätzen und die Schönheit der Natur sowie die Weisheit, die ihr innewohnt in bildhaften Beschreibungen genießen möchten.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Schonungslos ehrlicher und sehr herzberührender autobiografischer Roman

All the Way to the River
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Wow, das Buch hat mich von Beginn an gepackt, richtig durchgeschüttelt und hinweggefegt. Elizabeth Gilbert nimmt uns in diesem Buch mit auf eine schonungslos aufrichtige und authentische Reise durch einen ...

Wow, das Buch hat mich von Beginn an gepackt, richtig durchgeschüttelt und hinweggefegt. Elizabeth Gilbert nimmt uns in diesem Buch mit auf eine schonungslos aufrichtige und authentische Reise durch einen turbulenten, bewegenden Abschnitt ihres Lebens. Allein dafür hat sie meinen größten Respekt verdient.

Im Jahr 2000 lernte Elizabeth Gilbert ihre zunächst Freundin, spätere Seelenverwandte und letztendlich Geliebte Rayya Elias kennen. Beide sind Süchtige, jede auf ihre Art und Weise. Elizabeth ist süchtig nach Liebe, emotionaler und körperlicher Zuneigung und Sex, Rayya hat ein eingehendes Drogenproblem. Beide zusammen sind ein ein hochexplosiver Cocktail. Sie führen ein unkonventionelles Leben, das aus tiefen Gefühlen, Freiheit und Exzessen besteht. Als Rayya eine vernichtende Krebsdiagnose erhält, beginnt eine intensive Zeit mit einer Achterbahn der Gefühle sowie des Abschiednehmens. Nach Rayyas Tod geht für Elizabeth die Reise weiter von Selbstreflexion und Identitätssuche bis hin zu Heilung, Befreiung von Abhängigkeiten und Selbstliebe.

Ich finde das Buch sehr interessant. Elizabeth Gilbert beschreibt ihre autobiografische Geschichte authentisch und intensiv mit allen Höhen und Tiefen, wie ich es noch in keinem Buch erlebt habe.
Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt, aufgewühlt und mitgerissen. Es ist die Geschichte einer Frau, die viel erlebt und nichts ausgelassen hat, ihre Sucht nach Liebe und Geborgenheit von außen überwunden hat und letztendlich heilen und zu sich selbst finden konnte. Elizabeth öffnet mit diesem Buch ihre Seele und lässt uns hautnah an allem teilhaben, was sie erlebt und bewegt hat. Dieser tiefgehende Prozess ist beeindruckend sowie sehr herzberührend und zeigt uns Lesern, dass wir uns selbst sein dürfen und uns letztendlich so annehmen dürfen, wie wir sind. Es ist ein unkonventioneller und facettenreicher Roman, der sehr nachdenklich macht und lange nachhallt. Aufgelockert wird der Roman, durch Zeichnungen, poetische Gedichte und Briefe der Autorin an Gott und ihre verstorbene Freundin Rayya.

Der Roman ist allerdings keine leichte Lektüre. Es geht auch um ernste Themen wie Drogenexzesse, eine Krebserkrankung, spirituelle, esoterische Erfahrungen auch mit Medien und das Thema mentale Gesundheit. Ich würde den Roman Menschen mit gravierenden mentalen Problemen nicht empfehlen und hätte mir auch eine entsprechende Triggerwarnung gewünscht, damit jeder für sich selbst vorab entscheiden kann, ob er mit diesen Themen konfrontiert werden möchte.

Fazit: Für mich persönlich ist der Roman ein eindringlich geschriebenes, mitreißendes und tiefgehendes Leseerlebnis für Menschen, die abseits des Mainstreams und Feelgood-Romanen einen authentischen Roman mit Tiefe und persönlicher Entwicklung lesen wollen. Inspirierend und jederzeit ermutigend, sich selbst zu akzeptieren und anzunehmen, wie man ist.

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