Platzhalter für Profilbild

Wolkenspiel

Lesejury-Mitglied
offline

Wolkenspiel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wolkenspiel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2025

Beeindruckende und spannende Unterhaltung

Uns führt der Mut
0

Deutschland 1932: Das Dresdner Unternehmen Otto Kaiser AG steht kurz vor der Insolvenz. Emma, die jüngste Tochter und gleichzeitig Buchhalterin der Fabrik, fühlt sich dafür verantwortlich und sucht nach ...

Deutschland 1932: Das Dresdner Unternehmen Otto Kaiser AG steht kurz vor der Insolvenz. Emma, die jüngste Tochter und gleichzeitig Buchhalterin der Fabrik, fühlt sich dafür verantwortlich und sucht nach Lösungen. Als der reiche Franz von Altrock ihr den Hof macht, scheint dies die Lösung zu sein. Aber reicht ihre Liebe? Und dann ist da ja noch Max, ein mittelloser, aber sehr einfallsreicher Arbeiter mit großem Gottvertrauen. Zur gleichen Zeit gewinnt die NSDAP immer mehr an Macht. Wem kann man noch trauen? Zumal ein Mitglied der Familie Kaiser jüdische Wurzeln hat und immer mehr Anfeindungen ausgesetzt wird.

Mir gefiel Emmas Mut sehr. Sie steht zu ihren Überzeugungen und tritt dafür ein. Herrlich sind die Szenen als Emma ihren Führerschein macht oder am Auto herumwerkelt. Sie fährt in der Prüfung 20 km/h und als sie beschleunigen soll tut sie dies auf enorme 23 km/h. Wunderschön von Sylvia B. Barron beschrieben.

Auch Franz zeigt sich sympathisch wie er Emma umwirbt. Er macht eine Entwicklung durch, aber da möchte ich nicht zuviel verraten.

Max ist mit seinem eigenen Unternehmen zwar bankrott gegangen, aber er gibt nicht auf. Mit Gottvertrauen geht er durch die Welt und möchte das Gute – nicht nur für sich, sondern gerade auch für andere. Das ist nicht immer ganz ungefährlich und er gerät in manch heikle Situtation. Seine fröhliche und zuversichtliche Art durchs Leben zu gehen ist ansteckend und kann auch auf den Leser überspringen, wenn man es zulässt. Max ist ein Mensch, den ich sehr gerne mal persönlich kennenlernen würde.

Sylvia B. Barron hat einen sehr angenehmen, flüssigen und mitnehmenden Schreibstil. Der Roman bleibt unterhaltsam und spannend, auch wenn schwierige Themen zugrunde liegen wie z.B. Armut durch die Wirtschaftskrise, Antisemitismus,… . Die Autorin liefert eine sehr gut recherchierte Darstellung Dresdens in den 30-er Jahren und der damaligen Lebensumstände.

Der Auftakt der Dresden-Saga nimmt mit und weckt große Vorfreude auch Band 2 und 3!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2025

Adventszeit mit Addy und Howard - berührend

Der Schimmer von Weihnachten
0

Hier handelt es sich um die in sich abgeschlossene Fortsetzung zu „Die Wege, dir wir wählen“. Addy und Howard erleben ihre erste Advents- und Weihnachtszeit als junges Ehepaar. Während Addy die ersten ...

Hier handelt es sich um die in sich abgeschlossene Fortsetzung zu „Die Wege, dir wir wählen“. Addy und Howard erleben ihre erste Advents- und Weihnachtszeit als junges Ehepaar. Während Addy die ersten Schritte wagt eigenständig einen Haushalt ohne Angestellte zu führen, tritt der achtjährige Jack in ihr Leben. Gemeinsam machen sich die drei auf die Suche nach Jacks Familie. Wird Jacks Weihnachtswunder wahr? Oder hat Gott eine andere Antwort auf sein Gebet?

Lynn Austin hat ihren Roman in vier Teile unterteilt und diese jeweils wunderbar passend einer der Adventskranzkerzen Hoffnung, Liebe, Freude und Frieden zugeordnet. Zudem verbreitet sie eine heimelige, weihnachtliche Stimmung. Man spürt förmlich die Liebe zwischen Addy und Howard und die Hoffnung und Sehnsucht von Jack und kann sich in die Adventszeit einstimmen. Gleichzeitig merkt man, dass Addy, im Vergleich zum vorherigen Roman, eine große Entwicklung durchgemacht hat. Sie weiß, was sie will und steht dafür ein, ist selbstbewusster und bekommt auch selbst einige Antworten für ihr Leben.
Der Kern der Weihnachtsbotschaft wird klar benannt: „Unser himmlischer Vater wünscht sich nichts so sehr, wie mit seinen verlorenen Kindern wieder vereint zu sein. Deshalb hat er Jesus gesandt.“ (S. 203)
Dieser Roman stimmt auf Weihnachten ein, beinhaltet aber soviel mehr als einfach nur eine nette, adventliche Geschichte. Es werden die damals sehr schwierigen Verhältnisse armer Leute beleuchtet und wie Frauen um ihre Rechte kämpften. Aber auch, wie wenig oft nötig ist, um anderen eine Freude zu machen und etwas Gutes zu tun. Vielleicht ist das etwas für unsere Adventszeit. Oft braucht es gar nicht viel um anderen Gottes Liebe weiterzugeben.
Wer „Die Wege, die wir wählen“ gelesen hat, sollte sich diese Fortsetzung nicht entgehen lassen. Wer den Vorgänger noch nicht kennt, kann sich hier dennoch auf eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2025

Spritzig, witzig und romantisch

Eine unmögliche Braut
0

Finola Shanahans bestrebtes Ziel ist es in einen Orden einzutreten. Bisher konnte sie noch jeden Heiratskandidaten vertreiben. Aber nun schaltet die Familie den ambitionierten Heiratsvermittler Bellamy ...

Finola Shanahans bestrebtes Ziel ist es in einen Orden einzutreten. Bisher konnte sie noch jeden Heiratskandidaten vertreiben. Aber nun schaltet die Familie den ambitionierten Heiratsvermittler Bellamy ein.

Riley Rafferty ist fest entschlossen nach dem Tod seiner Frau nie wieder zu heiraten. Als jedoch sein Vater einen Herzinfarkt erleidet, nimmt er Riley das Versprechen ab sich wieder eine Frau zu suchen. Und Bellamy sieht in Finola und Riley das perfekte Match. (engl. matchmaker= Heiratsvermittler) Riley erkennt recht schnell, dass Finola DIE Frau für ihn sein könnte. Aber Finola will an ihrem Versprechen in den Orden zu gehen festhalten und sucht nach Möglichkeiten Riley zu vergraulen. Obwohl auch sie beginnt die Vorzüge Rileys wahrzunehmen und die beiden gerne immer mehr Zeit miteinander verbringen.

Finola und Riley sind sehr starke Protagonisten, die ihre Ziele jeweils mit viel Finesse verfolgen. Beide bestechen durch ihren Einsatz für Minderheiten und Notleidende und sind allein dadurch schon sehr sympathisch. Es kommt immer wieder zu witzigen und erheiternden Szenen.

Ich weiß nicht, ob es solche Heiratsvermittler wirklich gab und einzelne Szenen wirkte auch etwas übertrieben. Aber dieses Buch hatte mich von Beginn an für sich eingenommen und las sich quasi von selbst, weil es so viel Spaß machte und auch spannenden Momente bereithielt.

Jody Hedlund beschreibt so gut, dass mehrfach innerlich der passende Film dazu bei mir ablief und ich das Buch am liebsten gar nicht aus den Händen gelegt hätte. Es war für mich ein Genuss, es zu lesen. Leider kam mir der Alltag dazwischen und ich musste es mal zur Seite legen. Aber das Schöne ist, dass dies der Auftakt einer neuen Reihe ist, so dass ich hoffentlich sehr bald in die nächsten Bände eintauchen kann.
Ich bin mir sicher, wer Jody Hedlund und Karen Witemeyer mag, wird auch diesen Roman sehr gerne lesen und seine Freude daran haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2025

Drei Frauengenerationen, die das Herz bewegen

Die Wege, die wir wählen
0

Zunächste fehlten mir die Worte für diesen wunderbaren Roman. Es musste erst noch ein wenig in mir nachwirken und gerne würde ich wieder „zurück und in die Geschichte eintauchen.“
Den Inhalt dieses bewegenden ...

Zunächste fehlten mir die Worte für diesen wunderbaren Roman. Es musste erst noch ein wenig in mir nachwirken und gerne würde ich wieder „zurück und in die Geschichte eintauchen.“
Den Inhalt dieses bewegenden Romans kann man im Klappentext nachlesen. Daher werde ich dazu nicht viel schreiben. Nach dem Tod von Arthur Stanhope und der drohenden Mittellosigkeit begleiten wir Junietta, seine Mutter, Sylvia, seine Frau und Adelaide, seine Tochter, auf ihren Wegen ins Leben.
Sylvia möchte für Adelaide noch einen reichen Heiratskandidaten finden bevor bekannt wird, dass sie kaum noch über finanzielle Mittel verfügen. Junietta möchte, dass Adelaide frei über ihr Leben bestimmen kann und Adelaide will es zunächst jeder recht machen.
Im Laufe des Romans blicken wir zurück auf Juniettas und auf Sylvias Leben und erfahren was sie geprägt hat und wie sie zu den Menschen wurden, die sie heute sind.
Junietta mochte ich sofort. Sie ist eine wunderbare Person mit sehr viel Liebe und Weisheit in sich, die sie gerne weitergibt. Sylvia schien mir sehr kühl und eher ein Kopf- als ein Herzmensch. Und Adelaide war für mich zu Beginn eher farblos und ein Mäuschen ohne eigene Meinung.
Alle drei machen eine Entwicklung durch, die mich bewegt hat. An mehreren Stellen musste ich schlucken, was für Wendungen und schwere Zeiten es im Leben von Junietta und Sylvia gab. Und dennoch gaben sie nie auf.
Der christliche Glaube wird mit einer Tiefe in die Handlung eingewoben und es werden klare Aussagen gemacht, die auch für uns heute noch von großer Bedeutung sein können. Z.B.:
„Sünde ist Sünde und wir alle sündigen. Jeder von uns. Ihre Sünde ist nur ein bisschen offensichtlicher als meine.“ (S. 111)
„Und sie haben es verdient, bestraft zu werden. Aber Christus wurde an Ihrer Stelle verurteilt. Er hat freiwillig die Strafe für Ihre Sünde auf sich genommen. Dadurch sind sie frei geworden.“ (S. 175)
„Du solltest dich von den Erwartungen der Leute frei machen.“ (S. 34)
Dieser Roman ist voll von wunderbaren Zitaten, mit denen man ein eigenes Heftchen füllen könnte.
Es gelingt Lynn Austin, dass man nur so durch die Seiten fliegt und mit allen drei Frauen mitleidet, mitfiebert und sich mitfreut. Der Roman war kurzweilig und unterhaltsam, aber auch mit einer Tiefe, Lebensweisheiten und einer klaren Christusbotschaft und Heilsbotschaft versehen. Ich kann mich nicht erinnern schon mal so viele klare Worte zum Thema Sünde, Vergebung und Heilsbotschaft ein einem so guten Roman verpackt gelesen zu haben.
Daher von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses grandiose Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Familiengeheimnis auf zwei Zeitebenen sehr interessant erzählt

Was wir für wahr gehalten haben
0

Tennessee
1969: Seit der Todesnachricht ihres Zwillingsbruders Mark ist Mattie auf der Flucht. Erst als ihre Mutter im Sterben liegt, kommt sie nach Hause. Dort muss sie sich nicht nur mit einem Familiengeheimnis ...

Tennessee
1969: Seit der Todesnachricht ihres Zwillingsbruders Mark ist Mattie auf der Flucht. Erst als ihre Mutter im Sterben liegt, kommt sie nach Hause. Dort muss sie sich nicht nur mit einem Familiengeheimnis auseinandersetzen, das ihre Mutter ihr nach und nach eröffnet, sondern u.a. auch mit ihren eigenen Vorurteilen, Vergebung und dem Verlust ihres Bruders.
1942: Nachdem Richard beim Angriff auf Pearl Harbour zu Tode kam, findet sich Ava als junge Witwe alleine auf der Farm mit ihrer Schwiegermutter wieder. Bei der Arbeit in einem Internierungslager lernt sie den dort gefangen gehaltenen deutschen Medizinstudenten Gunter kennen und freundet sich mit ihm an.
Michelle Shocklee gelingt es beide Handlungsstränge interessant und spannend zu erzählen. Lange bleibt die Verbindung der beiden Geschichten offen. Ich hatte zwar bald Vermutungen, die will ich aber lieber nicht äußern, um nicht zu spoilern oder in die falsche Richtung zu lenken. Denn es bleibt lange ungewiss und es gibt immer wieder Wendungen.
Ava war mir sofort sympathisch, und ich habe mit ihr unter der Schwiegermutter und den Umständen gelitten. Mattie dagegen schien mir zunächst jugendlich-rebellisch und wenig reflektiert und daher schwer zu fassen. Durch Marks Freund Nash, der als Kriegsversehrter aus Vietnam zurückkam und auf der Farm hilft, muss sich Mattie intensiv mit der Thematik Krieg und Verlust auseinandersetzen. Dabei ist Nash wunderbar geduldig und findet meist die richtigen Worte. Z.B. „Gib ihnen (deinen Eltern) die Chance, dir ihre Geschichte zu erzählen, bevor du ein vorschnelles Urteil über Dinge fällst, die vor langer Zeit passiert sind.“ (S. 346) Eine Aussage, die sich wohl jeder von uns zu Herzen nehmen sollte. Wie oft urteile ich vorschnell?
Der christliche Glaube ist unaufdringlich, aber klar immer wieder Teil des Lebens von Ava, Gunter und all den anderen.
Ein wundervolles Buch, das mitnimmt in eine heile Familiengeschichte, die plötzlich gar nicht mehr so heil scheint wie man immer dachte. Eine Familie, die ich sehr gerne mal auf ihrer Farm besuchen würde, da sie mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere