Beeindruckende und spannende Unterhaltung
Uns führt der MutDeutschland 1932: Das Dresdner Unternehmen Otto Kaiser AG steht kurz vor der Insolvenz. Emma, die jüngste Tochter und gleichzeitig Buchhalterin der Fabrik, fühlt sich dafür verantwortlich und sucht nach ...
Deutschland 1932: Das Dresdner Unternehmen Otto Kaiser AG steht kurz vor der Insolvenz. Emma, die jüngste Tochter und gleichzeitig Buchhalterin der Fabrik, fühlt sich dafür verantwortlich und sucht nach Lösungen. Als der reiche Franz von Altrock ihr den Hof macht, scheint dies die Lösung zu sein. Aber reicht ihre Liebe? Und dann ist da ja noch Max, ein mittelloser, aber sehr einfallsreicher Arbeiter mit großem Gottvertrauen. Zur gleichen Zeit gewinnt die NSDAP immer mehr an Macht. Wem kann man noch trauen? Zumal ein Mitglied der Familie Kaiser jüdische Wurzeln hat und immer mehr Anfeindungen ausgesetzt wird.
Mir gefiel Emmas Mut sehr. Sie steht zu ihren Überzeugungen und tritt dafür ein. Herrlich sind die Szenen als Emma ihren Führerschein macht oder am Auto herumwerkelt. Sie fährt in der Prüfung 20 km/h und als sie beschleunigen soll tut sie dies auf enorme 23 km/h. Wunderschön von Sylvia B. Barron beschrieben.
Auch Franz zeigt sich sympathisch wie er Emma umwirbt. Er macht eine Entwicklung durch, aber da möchte ich nicht zuviel verraten.
Max ist mit seinem eigenen Unternehmen zwar bankrott gegangen, aber er gibt nicht auf. Mit Gottvertrauen geht er durch die Welt und möchte das Gute – nicht nur für sich, sondern gerade auch für andere. Das ist nicht immer ganz ungefährlich und er gerät in manch heikle Situtation. Seine fröhliche und zuversichtliche Art durchs Leben zu gehen ist ansteckend und kann auch auf den Leser überspringen, wenn man es zulässt. Max ist ein Mensch, den ich sehr gerne mal persönlich kennenlernen würde.
Sylvia B. Barron hat einen sehr angenehmen, flüssigen und mitnehmenden Schreibstil. Der Roman bleibt unterhaltsam und spannend, auch wenn schwierige Themen zugrunde liegen wie z.B. Armut durch die Wirtschaftskrise, Antisemitismus,… . Die Autorin liefert eine sehr gut recherchierte Darstellung Dresdens in den 30-er Jahren und der damaligen Lebensumstände.
Der Auftakt der Dresden-Saga nimmt mit und weckt große Vorfreude auch Band 2 und 3!