Platzhalter für Profilbild

JohannaMaus

Lesejury Star
offline

JohannaMaus ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit JohannaMaus über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2025

Ein Grenzgänger zwischen Genie und Getriebenheit.

Hochmair, wo bist du?
0

Wer Philipp Hochmair schon einmal auf der Bühne gesehen hat, weiß: Dieser Mann lebt seine Rollen. Er spielt nicht, er explodiert, verschmilzt und verbrennt. Genau diese Intensität fängt „Hochmair, wo bist ...

Wer Philipp Hochmair schon einmal auf der Bühne gesehen hat, weiß: Dieser Mann lebt seine Rollen. Er spielt nicht, er explodiert, verschmilzt und verbrennt. Genau diese Intensität fängt „Hochmair, wo bist du?” ein und macht daraus kein klassisches Biografie, sondern ein kraftvolles Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers.

Katharina von der Leyen begleitet Hochmair mit spürbarer Faszination und viel Gespür für Zwischentöne. In Gesprächen, Beobachtungen und Textfragmenten zeichnet sie das Bild eines Menschen, der sich ganz der Kunst verschrieben hat: rastlos, kompromisslos, manchmal zerrissen. Der Schauspieler, der den Jedermann als Rockstar interpretiert, Schiller in Ekstase versetzt und auf der Bühne jede Grenze sprengt, wird hier zugleich als verletzlicher Mensch gezeigt, der sich im Rausch seiner Rollen selbst zu verlieren droht.

Die Gestaltung des Buches ist ebenso eindrucksvoll wie der Inhalt: Zahlreiche Fotos, abwechslungsreiche Texte und ein hochwertiges Layout machen das Lesen zu einem Erlebnis. Besonders stark sind die Passagen, in denen Hochmair selbst zu Wort kommt – ehrlich, reflektiert und überraschend leise.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Biografie über einen außergewöhnlichen Künstler. Voller Energie, Leidenschaft und Tiefgang. Wer verstehen möchte, was es heißt, für die Kunst zu leben – und manchmal daran zu zerbrechen –, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein kunterbuntes, verrücktes Abenteuer voller Fantasie und Humor

Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge
0

Dieses Buch ist ein einziges, kunterbuntes Abenteuer! Schon der Einstieg reißt einen sofort mit, weil man direkt mitten in die Geschichte hineingeworfen wird. „Du“ und „ich“ stolpern ohne große Einleitung ...

Dieses Buch ist ein einziges, kunterbuntes Abenteuer! Schon der Einstieg reißt einen sofort mit, weil man direkt mitten in die Geschichte hineingeworfen wird. „Du“ und „ich“ stolpern ohne große Einleitung ins Land der verlorenen Dinge – genau das macht den Charme aus. Man hat sofort das Gefühl, Teil des verrückten Teams zu sein.
Die Ideen sind herrlich schräg und kreativ. Ob der grantige Stier, der bei „Muhnopoly“ die Beherrschung verliert, Johnny Faustdick in seiner fliegenden Badewanne oder eine Armbanduhr, die buchstäblich die verlorene Zeit verkörpert – das Buch steckt voller Fantasie. Besonders lustig fand ich die Szene mit der Katze im Pfotarium, die immer größer wird, je mehr man sie krault. Das war so absurd, dass ich laut lachen musste. Auch die Rettung über die Schildkrötenpanzer, die Begegnung mit dem Piratenhasen und die endlose Planke gehören für mich zu den Höhepunkten.
Trotz des ganzen Chaos wirkt die Geschichte am Ende rund. Jeder findet etwas Verlorenes wieder, sei es ein Gegenstand, ein Freund oder einfach der rote Faden. Damit hat das Buch nicht nur viele witzige Momente, sondern auch eine schöne Botschaft.
Ein großes Plus sind die Illustrationen. Jede Seite ist mit Zeichnungen versehen, oft mit zusätzlichen kleinen Cartoons oder Gags, die beim Lesen entdeckt werden können. Dadurch wirkt die Geschichte noch lebendiger und ist perfekt für Kinder geeignet, die nicht so gerne lange Texte lesen. Der Comic-Roman-Stil erinnert an „Gregs Tagebuch“, ist aber noch fantasievoller und durchgeknallter.
Fazit:
„Abenteuer ohne Ende – Im Land der verlorenen Dinge“ ist ein turbulentes, humorvolles und fantasievolles Kinderbuch, das garantiert für viele Lacher sorgt. Es eignet sich wunderbar zum Vorlesen und ist perfekt für Kinder, die gerade selbst Spaß am Lesen entwickeln. Ein tolles Abenteuer voller Ideen, Witz und Kreativität – von mir gibt es eine klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 22.09.2025

Zwischen Liebe, Schicksal und Hoffnung

Jenseits der Hitze
0

„Jenseits der Hitze“ von Ellis Marant ist ein Buch, das mit seiner leisen, poetischen Sprache berührt und die Leser*innen direkt in das Leben seiner beiden Hauptfiguren zieht. Amina Marzban und Julian ...

„Jenseits der Hitze“ von Ellis Marant ist ein Buch, das mit seiner leisen, poetischen Sprache berührt und die Leser*innen direkt in das Leben seiner beiden Hauptfiguren zieht. Amina Marzban und Julian Blum Brosnan stammen aus vollkommen unterschiedlichen Welten. Doch ihre Begegnung hinterlässt Spuren, die sie über Jahre nicht vergessen können. Die Geschichte entfaltet sich über mehrere Kontinente – von Kabul und Delhi über München bis nach Kapstadt, New York und Martha’s Vineyard – und verbindet persönliche Wendepunkte mit politischen Umbrüchen, ohne dabei je den emotionalen Kern zu verlieren.

Besonders beeindruckt hat mich die Fähigkeit der Autorin, Gefühle subtil, aber intensiv darzustellen. Die Zerrissenheit, die Hoffnung und die Sehnsucht der beiden Figuren werden spürbar und lassen die Lesenden innehalten. Amina als Ich-Erzählerin vermittelt ein tiefes Verständnis ihrer Entscheidungen, während Julians Perspektive die Geschichte ergänzt und erweitert. Trotz der Tragik in ihrem Schicksal entsteht eine leise Spannung, die mich beim Lesen gefesselt hat.

Die Beschreibungen der Städte und Orte sind so anschaulich, dass man sich fast selbst dorthin versetzt fühlt. Gleichzeitig gelingt es Ellis Marant, eine Liebesgeschichte abseits von Klischees und oberflächlicher Romantik zu erzählen: Es geht um Mut, Angst, Nähe, Entfremdung und die Frage, wie weit man für die Liebe gehen kann.

Ein Buch, das mich emotional mitgenommen hat, ohne laut zu sein; ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachklingt. „Jenseits der Hitze“ ist eine klare Empfehlung für alle, die poetische, tiefgründige Liebesgeschichten schätzen.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Ein ehrliches, tief berührendes und zugleich informatives Buch über den Kinderwunsch

Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert
0

Mit „Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert“ ist Marie von den Benken ein außergewöhnliches Werk gelungen, das gleichermaßen emotional wie aufklärend ist.

Bereits ab der ersten Seite spürt man die Ehrlichkeit, ...

Mit „Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert“ ist Marie von den Benken ein außergewöhnliches Werk gelungen, das gleichermaßen emotional wie aufklärend ist.

Bereits ab der ersten Seite spürt man die Ehrlichkeit, mit der sie über ihre eigene Kinderwunschreise schreibt. Acht Jahre voller Hoffen, Bangen, medizinischer Eingriffe und seelischer Grenzerfahrungen – das liest man nicht einfach, das fühlt man mit. Viele ihrer Fragen und Gedanken werden den Leser:innen vertraut vorkommen, sei es aus eigener Erfahrung oder aus dem Umfeld.

Besonders stark ist die Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht, Tagebucheinträgen und fundiertem Fachwissen. Dadurch entsteht ein Buch, das berührt, informiert und Orientierung bietet. Themen wie Endometriose, späte Mutterschaft, Eizelleneingfrieren oder Adoption werden nicht nur angerissen, sondern verständlich erklärt. Ergänzt durch die Stimmen anderer Betroffener sowie von Fachleuten aus Medizin und Psychologie entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Realität von ungewollter Kinderlosigkeit aufzeigt.

Gerade weil das Thema in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu ist, halte ich dieses Buch für sehr wichtig. Es macht Mut, gibt Kraft und vermittelt das Gefühl: „Du bist nicht allein.” Gleichzeitig sensibilisiert es all jene, die bisher keinen Bezug dazu hatten – und genau das ist nötig, um mehr Verständnis und Empathie zu schaffen.

Am Ende bleibt ein Gefühl der Hoffnung. Dass es trotz aller Rückschläge Wege geben kann und Glück viele Formen haben darf. Für mich ist dieses Buch ein Mutmacher, ein Augenöffner und ein wertvoller Beitrag zu einem Thema, das viel mehr Gehör finden sollte.

Fazit:
Ein authentisches, mutmachendes und wichtiges Buch, das ich Betroffenen, Angehörigen und Interessierten nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Zum Schmunzeln und laut Lachen

Bordgeflüster
0

Steffi von Wolff gelingt es, das Leben an Bord so lebendig und humorvoll einzufangen, dass man sich fast selbst auf dem Segelboot „Alte“ wähnt. Die kleinen Geschichten aus dem Hafenalltag sind kurzweilig, ...

Steffi von Wolff gelingt es, das Leben an Bord so lebendig und humorvoll einzufangen, dass man sich fast selbst auf dem Segelboot „Alte“ wähnt. Die kleinen Geschichten aus dem Hafenalltag sind kurzweilig, charmant und voller Situationskomik. Manchmal habe ich laut gelacht und konnte nicht anders, als die Szenen meinem Freund vorzutragen.

Besonders gut haben mir die Schilderungen der typischen Marotten von Seglern, chaotischer Begegnungen und der Reibungen zwischen Skipper und Crew mit viel Selbstironie und Witz gefallen. Man merkt, dass jede Anekdote aus eigener Erfahrung stammt. Das macht das Buch so authentisch und unglaublich unterhaltsam.

Für mich ist „Bordgeflüster” ein Buch, das sowohl Segler*innen als auch „Landratten” genießen können. Es eignet sich perfekt, um zwischendurch ein Kapitel zu lesen, herzhaft zu lachen und gute Laune zu bekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil