Profilbild von Elchi130

Elchi130

Lesejury Star
offline

Elchi130 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elchi130 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein richtig guter Krimi

Wem du traust
0

Die beiden Freundinnen Eva und Susanne feiern mit ihren Partnern auf einem Geburtstag, während Susannes Tochter Sofia auf Evas Sohn Linus aufpasst. Im Anschluss bringt Evas Mann Sofia mit dem Auto nach ...

Die beiden Freundinnen Eva und Susanne feiern mit ihren Partnern auf einem Geburtstag, während Susannes Tochter Sofia auf Evas Sohn Linus aufpasst. Im Anschluss bringt Evas Mann Sofia mit dem Auto nach Hause. Doch am nächsten Tag erfahren sie, dass Sofia nie Zuhause angekommen ist. Die Polizei beginnt zu ermitteln und es tauchen im Laufe der Tage immer mehr Unstimmigkeiten auf.
„Wem du traust“ ist mein erstes Buch von Petra Johann. Sehr schnell ist mir beim Lesen klar geworden, dass ich als Leserin miträtseln kann, was mit Sofia passiert ist und wer beteiligt war. Genau das liebe ich an guten Kriminalromanen.
Wir erleben die Ermittelnden sowohl in ihrem Arbeitsumfeld als auch teilweise in ihrem Privatleben. Dadurch entsteht für mich schnell Nähe besonders zu Hauptkommissarin Heide Westphal, die wir als Hauptermittelnde kennenlernen.
Die Autorin versteht es sehr gut, uns die beiden Familien nahe zu bringen und uns dabei immer wieder auf Ungereimtheiten, Lügen, Unstimmigkeiten und Brüche hinzuweisen. Ich ertappe mich wiederholt dabei, dass ich das Verhalten der Freundinnen, ihrer Partner, aber auch der Lehrer und Mitschüler sowie Mitschülerinnen von Sofia hinterfrage. Petra Johann legt mehrere Fährten aus, denen ich mal folge und mal nicht.
Insgesamt war das Buch für mich ein spannender Kriminalroman, den ich sehr stimmig fand. Das Ende habe ich als Abwechslung zu sonstigen Auflösungen empfunden, aber auch als passend. „Wem du traust“ war mein erstes Buch der Autorin, aber sicherlich nicht mein letztes.

Veröffentlicht am 30.11.2025

Erwartungen übertroffen

Ring the Bells
3

„Ring the Bells – Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk“ ist der 5. Teil der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnnell. Ein paar Damen eines Buchclubs möchten anhand weißer Magie die Welt zu einem besseren ...

„Ring the Bells – Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk“ ist der 5. Teil der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnnell. Ein paar Damen eines Buchclubs möchten anhand weißer Magie die Welt zu einem besseren Ort machen. Leider beschwören sie den Gott Zalas herauf, der mit Hilfe seiner Anhänger die Welt beherrschen will. Während sich die Stranger Times-Crew auf die Suche nach Zalas begibt, ist dieser bereits damit beschäftigt, einen Kreis von Anhängern um sich zu scharen.
Viele Serien starten stark und lassen mit jedem neuen Teil ein wenig nach. Das kann man C.K. McDonnell und seiner Stranger Times Reihe nicht nachsagen. Dem Autor fallen immer wieder gute, neue Ideen ein. Sein schräger Humor, der ausgefallene Plot, skurrile Charaktere sind in jedem neuen Band wieder sein Markenzeichen, so auch in „Ring the Bells“.
Gelungen fand ich zu Beginn des Buches, wie der Autor uns nebenbei noch einmal alle Mitglieder der Stranger Times kurz vorstellt. Denn meistens ist es ungefähr ein Jahr her, seitdem der letzte Teil erschienen ist. Obwohl sich jeder neue Band der Stranger Times mittlerweile anfühlt, als ob wir nach langer Zeit wieder nach Hause kommen, brauche ich trotzdem einen Moment, um mir alle Figuren und ihre Charakteristika wieder in Erinnerung zu rufen. Da ist so eine kleine Hilfe vom Autor sehr willkommen.
Sehr faszinierend ist hier, dass er nicht nur aberwitzige Handlungen, klamaukiges Geschehen, lustige Dialoge schreiben kann. Er kann genauso glaubhaft ernste, ergreifende Ereignisse in die Handlung einbauen. Bei vielen Schriftstellern würde das bestimmt nicht funktionieren. Aber bei C.K. McDonnell klappt das tadellos. Gerade lesen wir noch eine schwarzhumorige Situation und lachen lauthals über das Geschehen. Zwei Seiten später bleibt uns das Lachen dann im Halse stecken, wir sind beklommen, voller Mitgefühl und traurig, weil eine liebgewonnene Person in der Vergangenheit so viel leiden musste. Einfach toll, wie der Autor das hinbekommt.
Für mich ist der 5. Teil ein Lieblingsband. Er ist nicht so verschachtelt, wie Band 3 und 4, sodass ich dem Geschehen besser folgen konnte. Ich fand das Buch spannend, lustig, skurril und voll toller Ideen. So kann die Reihe gerne weiter gehen. Ich hoffe noch auf viele Bände.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.10.2025

Wie immer unterhaltsam

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
0

Ich habe bisher noch nichts von Marc-Uwe Kling gelesen oder gehört, was ich nicht mochte. Und auch das neue Buch „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ aus der Reihe „Trubel um Tiffany“, musste ...

Ich habe bisher noch nichts von Marc-Uwe Kling gelesen oder gehört, was ich nicht mochte. Und auch das neue Buch „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ aus der Reihe „Trubel um Tiffany“, musste ich mir unbedingt wieder als Hörbuch anhören. Besonders schätze ich daran, dass der Autor seine Bücher selbst liest und das macht er hervorragend.
Zur Story selber schreibe ich hier nichts. Der Titel ist Spoiler genug. Dabei sprüht Marc-Uwe Kling stets vor guten Ideen und witzigen Einfällen. Zugegeben, soviel gelacht, wie in der Vergangenheit, habe ich dieses Mal nicht. Dabei kann ich jedoch nicht sagen, ob die Gedanken dieses Mal nicht so lustig waren oder ob ich einfach mittlerweile an den Humor des Autors gewöhnt bin. Nach mehreren Büchern, Hörbüchern, Comics und Lesungen habe ich gewisse Erwartungen an den Stil des Autors und liege damit auch richtig. Wobei ich, was seine Fantasie und Ideen angeht, noch immer positiv überrascht bin und seine Art, die Welt zu sehen, sehr schätze und mag.
„Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ lohnt sich nicht nur für Kinder und deren Eltern, sondern für alle, die sich noch an ihre Kindheit erinnern können oder die Welt gerne noch einmal aus dieser Sicht sehen wollen. Ich freue mich auf noch viele weitere Abenteuer aus der Reihe „Trubel um Tiffany“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Unterhaltsam und spannend

Marigold Manor 1: Hidden Lies
0

Nach dem Tod ihrer Schwester hat Lola nur noch ein Ziel, sie will herausfinden, was mit ihrer Schwester auf Marigold Manor passiert ist. Zwei Jahre lang war diese auf dem luxuriösen, elitären Gestüt in ...

Nach dem Tod ihrer Schwester hat Lola nur noch ein Ziel, sie will herausfinden, was mit ihrer Schwester auf Marigold Manor passiert ist. Zwei Jahre lang war diese auf dem luxuriösen, elitären Gestüt in England. Der Traum eines jeden Menschen, der es im Reitsport zu den Besten bringen möchte. Lola scheut keinen Kampf und kein Risiko, um zu erfahren, welche Geheimnisse Marigold Manor und sein bester Dressurreiter Aiven Audley vor ihr verbergen.
Zu Beginn des Buches wird klar, dass sich Lola und Aiven als Rivalen im Dressurreiten gegenüberstehen. Die von Hass und Wut getriebene Lola, die im Dressurreiten neue Wege gehen will. Weg von Druck und Zwang, hin zur Pferdeflüstererin. Sowie Aiven, der arrogante, unsympathische, gebrochene Golden Boy. Sofort fliegen zwischen ihnen die Fetzen. Die Autorin Lara Holthaus setzt hier auf viel bissigen Humor, der sein Ziel stets trifft und mich als Leserin hervorragend unterhält. Die beiden sind bis zum Ende des Buches als Duo ein Vergnügen und ich liebe jede Szene, jedes Aufeinandertreffen. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, sie lernen sich selbst, aber auch einander besser kennen. Sie lernen verzeihen, werden mutig und auf eine gute Art erwachsener.
Doch nicht nur Lola und Aiven sind tolle Figuren. Da gibt es noch den Freundeskreis um Henry, Aivens jüngeren Bruder, der einfach klasse ist. Jede Person ist eine Persönlichkeit, die ich gerne persönlich kennenlernen würde. Aber auch die Widersacher sind so gut gezeichnet, dass ich sie mir genauestens ausmalen kann.
Das Buch behandelt rund um den Tod von Lolas Schwester mehrere schwere Themen. Diese kommen mehrfach in einzelnen Szenen vor. Hier trifft explizite Sprache auf teils benannte, teils angedeutete Vorgänge. Das ist nicht immer leicht zu ertragen. Die Autorin geht hier meiner Ansicht nach jedoch mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl vor. Als Leserin weiß ich genau, was sie meint und doch muss sie nicht zu genau ins Detail gehen.
Die Liebesgeschichte kommt oft ein wenig zu kurz. Gerade, weil ich die Szenen so mochte, in denen Aiven und Lola aufeinandertreffen. Gut war, dass es Kapitel aus seiner Sicht und Kapitel aus ihrer Sicht gibt. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven konnte ich mich in beide gut hineinversetzen und wusste über ihre Gefühlslage und ihre Motive Bescheid.
Insgesamt ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Der spannende und humorvolle Erzählstil sorgte dafür, dass man einfach wissen muss, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Gute Mischung aus Fakten und Erfahrungsbericht

Heute nicht, ich hab Migräne
0

Die Autorin Ute Woltron gehört selbst zu den Millionen Menschen, die Migräneanfälle bekommen. Diese neurologische Erkrankung, über die immer noch jede Menge Witze und Vorurteile kursieren. Und so ist ihr ...

Die Autorin Ute Woltron gehört selbst zu den Millionen Menschen, die Migräneanfälle bekommen. Diese neurologische Erkrankung, über die immer noch jede Menge Witze und Vorurteile kursieren. Und so ist ihr Buch zum Teil ein Erfahrungsbericht über ihre Erkrankung, aber es ist gleichzeitig so viel mehr. Sie liefert uns viele Fakten darüber, was Migräne ist, wie lange es Migräne bereits gibt, wie man Migräne bekommt. Sie schildert uns auch, mit welchen Mitteln die Menschen im alten Ägypten, im Mittelalter oder vor rund 100 Jahren versucht haben, die Anfälle zu lindern bzw. zu bekämpfen. Wir erfahren, wie der aktuelle Stand der Forschung ist.
Für mich war dieses Buch eine wahre Fundgrube. Die Autorin hatte ihren ersten Migräneanfall im Jahr 1985. Meinen ersten Anfall hatte ich im Jahr 1987/88 und obwohl ich bis dahin nie jemanden kennengelernt hatte, der unter Migräneanfällen litt, war mir sofort klar, dass das Migräne ist. Schreckliche Kopfschmerzen, alles war zu laut, zu hell und mir war so schlecht. Nun fast 40 Jahre später kenne ich so ziemlich alle Therapiemöglichkeiten, die es gegen Migräne gibt. Lange habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich erst sehr spät zu einer Spezialistin gegangen bin. Seit dem Buch „Heute nicht, ich hab Migräne“ weiß ich nun, dass ich trotzdem immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand war, was die Migränetherapien anging. Schon alleine deshalb hat sich das Buch für mich gelohnt.
Ute Woltron schafft es in ihrem Buch, mitreißend von ihren persönlichen Migräneerfahrungen und von den Vorurteilen, die ihr begegnet sind, zu berichten. Den gut gemeinten, aber frustrierenden Ratschlägen, vieler Menschen, die noch nie Migräne hatten und oft auch gar nicht wissen, wie unsinnig und wissenschaftlich überholt ihre Hinweise sind. Genauso spannend erzählt sie aber auch von den Therapiemöglichkeiten, von der geschichtlichen Entwicklung der Migräne in der Gesellschaft und was es sonst noch Wissenswertes rund um dieses Anfallsleiden gibt. Sie wird auch nicht müde zu betonen, dass Migräne mittlerweile zu den anerkannten neurologischen Erkrankungen zählt und dass sie nicht heil- sondern nur reduzierbar ist.
Dieses Buch ist sowohl für Menschen geeignet, die sich noch einmal für ihre eigene Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten sensibilisieren wollen, als auch für Angehörige, die besser verstehen möchten, was in ihrem Partner, Kind, Eltern, Freunden usw. vor sich geht, wenn der Anfall da ist.