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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2018

Ein humorvoller und abenteuerlicher Roadtrip

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
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Inhalt:

Nur schweren Herzens gibt Aubree ihrer Schwester Elizabeth das Versprechen, für sie einzuspringen und die Leitung einer Reisegesellschaft von sechs Senioren zu übernehmen. Die Reise geht durch ...



Inhalt:

Nur schweren Herzens gibt Aubree ihrer Schwester Elizabeth das Versprechen, für sie einzuspringen und die Leitung einer Reisegesellschaft von sechs Senioren zu übernehmen. Die Reise geht durch sechs Städte innerhalb von Europa. Aubree hat ihre Heimat noch nie verlassen müssen. Doch Elizabeth hat einen wasserdichten Plan: Ein großer Ordner, ein Namenstausch und der Ausweis, auf dem sich beide Schwestern doch sehr ähneln, wird helfen.

Aubrees Reise beginnt chaotisch und steckt voller Tücken und Probleme. Dieser Trip wird zu einem Abenteuer werden, an das sie sich noch lange erinnern wird.



Erweiterter Inhalt und Schreibstil:

Aubrees geheime Vor-Abschluss-Schulparty ist irgendwie ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt einer gemütlichen sechs Freundinnenparty ist die Feier zu einem kleinen Gelage im elterlichen Haus ausgeartet, bei dem unter anderem Alkohol konsumiert wurde. Als es an der Tür klingelt, ist Aubree alarmiert. Doch ihre Schwester Elizabeth öffnet und steht einem Polizisten gegenüber, den sie noch aus der Schulzeit kennt. Der Grund seines Erscheinens, die Beschwerden der Nachbarschaft, rückt bald in den Hintergrund. Eine Differenz mit Elizabeth, lässt den Beamten zu härteren Mitteln greifen. Alkohol an Minderjährige auszuschenken ist verboten. Ein Griff an das Handgelenk des Polizisten kann als Bedrohung ausgelegt werden. Schneller, als Elizabeth glauben kann, befindet sie sich im Gewahrsam.

Die Strafe, die Elizabeth erwartet, klingt im ersten Moment harmlos. Sie darf den Bundesstaat nicht verlassen. Doch für Elizabeth bedeutet diese Einschränkung viel mehr. Ihre Karrierechancen bauen auf einem Aushilfsjob in der Wiederwahlkampange eines Kongressabgeordneten auf. Eine wichtige Spendengeberin eines Abgeordneten hat den Abgeordneten um Hilfe gebeten, jemanden zu finden, der in letzter Sekunde als Reiseleiter für ihr Unternehmen einspringt und dabei ganz nebenbei Elizabeth vorgeschlagen.

Da Aubree an Elizabeths Verhaftung auch ein wenig Schuld trägt, kann sie den Vorschlag der Schwester nicht ausschlagen: Aubree soll als Elizabeth nach Europa reisen und die Seniorengesellschaft als Reiseleiterin während der Städtetour begleiten.

Doch Aubree ist so ganz anders als ihre Schwester. Sie ist alles andere als organisiert. Sie spricht keine Fremdsprachen und war noch nie auf Reisen. Bislang hat sich ihre Mutter immer um alles gekümmert. Bald schon entwickelt Elizabeth einen Plan und schneller, als Aubree sich versehen kann, befindet sie sich im Flugzeug. Doch schon da beginnt das Chaos. Sollte man ausnahmsweise von fremden Menschen Medikamente annehmen, wenn man starke Flugangst hat? Elizabeth hätte gewiss darüber nachgedacht. Doch nicht Aubree, die teils unüberlegte und spontane Entscheidungen trifft. Was die Figur sympathisch macht.

Als Aubree ihre Seniorengruppe erreicht, ist sie bereits mit den Nerven am Ende. Der Leser hingegen hat schon eine Menge gelacht und klebt an den Seiten des Buches. Die Geschichte hat gerade erst begonnen, denn die Gruppe aus sechs rüstigen und charakterlich sehr unterschiedlichen Rentnern steckt voller Abenteuerdrang. Jeder von Ihnen sorgt dafür, dass Aubree die Tage ihrer Reise nicht so schnell vergessen wird. So trifft man hier auf den dickbäuchigen Texaner Hank, der mit seiner Frau Maisy reist; alle zehn Jahre machen beide eine Hochzeitsreise und verlieben sich jeden Tag erneut ineinander. Man trifft auf den ruhigen und intelligenten Lehrer Mr. Fenton, der seine Dienstzeit doch vermisst und die besten Freundinnen Emma und Mary, die einen Jugendtraum verwirklichen möchten sowie Dolores, die Aubree bald mit ihrer stillen und geheimnisvollen Art Sorge bereitet. Eine lustige Truppe also, die für einiges an Wirbel sorgen wird.

Mit ihren spärlichen Kenntnissen von Europa, ihrer chaotischen und tolpatschigen Art und dem Willen, alles irgendwie hinzubekommen, wirkt Aubree schnell sympathisch.
Bald gesteht sich das Mädchen ein, dass sie nicht viel über den alten Kontinent weiß. Sicher, Europäer machen gute Schokolade und sind komplett fußballverrückt. Reicht dieser Kenntnisstand, um eine Reisegruppe zu führen? Lasst euch überraschen.



Fazit:

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens ist ein humorvoller
Roadtrip. Ein zusammengewürfelter Haufen eigenartiger und komischer Figuren begibt sich auf eine Reise, die der Leser so schnell nicht vergessen wird. Die chaotische Aubree und die Senioren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen diese Reise lebendig und versetzen den Leser in die schönsten Städte Europas. Aber auch die lesenswerte Darstellungen europäischer Länder, aus Aubrees humorvoller Perspektive, machen das Werk liebenswert.




Buchzitate:

Ich mag vor sechs Tagen die Highschool abgeschlossen haben, aber es gibt Momente im Leben, da braucht man einfach sein Plüschtier.

Okay, das war jetzt wieder hundertprozentig Aubree, aber auf keinen Fall trinke ich schwarzen Kaffee, nur um nicht aus der Rolle zu fallen. Igitt!

Na großartig. Nackt badende Omas, sexsüchtige Texaner auf goldener Hochzeitsreise und Erpresser-Opas. Was kommt als Nächstes?

Veröffentlicht am 25.01.2018

Eine einmalige Chance

Liebe und der erste Blick
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Inhalt:

Seit seiner Geburt ist Will blind. Mit dieser Einschränkung weiß er gut umzugehen. Doch immer wieder begegnet er sehenden Mitmenschen, die sich nicht in seine Lage einfühlen können. Bei seinem ...


Inhalt:

Seit seiner Geburt ist Will blind. Mit dieser Einschränkung weiß er gut umzugehen. Doch immer wieder begegnet er sehenden Mitmenschen, die sich nicht in seine Lage einfühlen können. Bei seinem Wechsel an die neue Schule möchte er möglichst nicht auffallen. Er verzichtet auf eine Sonnenbrille und, soweit möglich, auf den Gehstock.
Als Cecily, eine der Mitschülerinnen plötzlich weinend das Klassenzimmer verlässt, reagiert Will überrascht. Die Lehrerin erklärt ihm, er hätte sie angestarrt.
Nach der Aufklärung dieses Missverständnisses wird für ein Kunstprojekt ein Teampartner für Cecily gesucht. Keiner der Mitschüler meldet sich. Will zögert nicht lange. Er möchte den Vorfall von zuvor wieder gutmachen.
Während des Projekts kommen sich Will und Cecily dann auch näher. Aus einer Freundschaft entstehen tiefergehende Gefühle. Für Will jedoch scheint eine Beziehung nicht mit seiner Behinderung vereinbar. Doch dann bietet sich Will eine unglaubliche Chance. Eine experimentelle OP könnte helfen, dass er sein Augenlicht wieder gewinnt. Doch welchen Preis wird Will zahlen müssen, wenn er sich als Kandidat für dieses Projekt meldet?



Schreibstil:

Josh Sundquist konnte mich bereits auf den ersten Seiten seines Romans von seinem Schreibstil überzeugen. Der Leser lernt hier den Protagonisten Will kennen, der seit seiner Geburt blind ist und sich seine Umgebung mit den verbleibenden Sinnen Riechen, Fühlen, Hören erschließt. Nach dem Wechsel von einer Schule für Sehbehinderte auf eine Allgemeinschule entstehen schnell erste Konflikte. Der Konrektor begegnet Will mit den üblichen Vorurteilen. Er greift nach Wills Hand und bittet ihn, sein Gesicht zu ertasten. Anstatt pikiert zu reagieren, begegnet Will seinem Gegenüber mit Humor. Er lehnt dankend ab, schlägt aber vor, ihn hinter dem Ohr zu riechen. Die Reaktion des Rektors führte nicht nur zu einem Schmunzeln bei Will, sondern auch bei mir.

Will hat gelernt seinen Platz in der Welt zu finden. Er weiß, wie er sich einen Weg einprägen und schließlich selbstständig bewältigen kann. Sicherlich gibt es Situationen, wie zum Beispiel der Besuch eines Einkaufszentrums, in dem ständig irgendwelche Hindernisse wie Rolltreppen, kniehohe Springbrunnen und Menschenmassen auftauchen, die Will gerne meidet. Doch mit Hilfe von Apps, Brailleschrift, Hörbüchern oder Siri (Apples Assistentin) gelingt es ihm, nahezu selbstständig seinen Alltag zu bewältigen.

Will möchte und braucht kein Mitleid. Das wird schnell klar. Dennoch ist sein Alltag geprägt von erschrockenem Schweigen oder vielfachen Entschuldigungen, wenn der Gesprächspartner erkennt, dass Wills Handeln seiner Behinderung geschuldet war.
Will wird an der neuen Schule Freunde finden. Das erste Zusammentreffen mit dem fünfköpfigen „Quizteam“ ist vielversprechend. Will möchte sich auf einen freien Stuhl setzen und landet unversehens auf dem Schoß eines Mitschülers. Dieses Missverständnis führt zu einem ersten Kontakt zu den Außenseitern der Schule, die in ihrer Freizeit gerne Brettspiele spielen und mit unnützem Wissen prahlen können.

Gekonnt erzählt Josh Sundquist die Geschichte eines Jungen, dessen Alltag sich von dem eines sehenden Menschen erheblich unterscheidet. Für mich war es horizonterweiternd zu erfahren, welche Konflikte beim Zusammentreffen von sehenden und blinden Menschen entstehen können. So hilft es Will selbstverständlich nicht weiter, wenn ihn der Konrektor darauf hinweist, dass der neue Klassenraum an einer bestimmten zuvor abgegangenen Stelle rechts abgeht. Will muss auch diesen Weg erst erleben, um ihn sich anhand der gegangenen Schritte einprägen zu können. Den Konflikten des Alltags begegnet der Protagonist immer wieder mit einem humorvollen Kommentar oder Gedanken. Damit sorgt er einerseits für eine gewisse Erheiterung und erwirbt Sympathien beim Leser.

Josh Sundquist hat, so verrät er im Nachwort, viel recherchiert. Das merkt man seiner Geschichte an. Will bekommt im Laufe der Geschichte die Möglichkeit sich zu entscheiden, ob er an einer Versuchsreihe teilnehmen möchte. Wenn alles gut läuft, so kann er nach der Operation vielleicht wieder sehen.

So vielversprechend sich das in diesem Moment anhört, hier fangen seine Schwierigkeiten erst an. Selbst bei einem erfolgreichen Operationsverlauf ist es keinesfalls so, dass der Patient nach dem Eingriff die Augen öffnet und die Welt in allen Formen und Farben wahrnimmt. Die psychologischen Konflikte, die ein solcher Eingriff mit sich bringen kann werden in der Geschichte, aber auch im Nachwort, ausführlich geschildert. Diese Informationen waren für mich einerseits sehr interessant, aber zugleich auch schockierend.



Fazit:

Liebe und der erste Blick ist weit mehr als eine Geschichte über Freundschaft und Liebe. Es ist ein Buch, das sich ausführlich mit den Gedanken und Gefühlen eines Jungen auseinandersetzt, der seit seiner Geburt erblindet ist und nun eine einmalige Chance bekommt. Eine Operation soll ihm helfen, das Augenlicht wiederzugewinnen.

Durch seine Wahrnehmung zeigt Will seinen Mitmenschen und auch dem Leser, was wirklich wichtig ist im Leben. Auch wenn er mit seinen Augen nicht sehen kann, so nimmt er doch so viel mehr wahr als seine Umwelt.

Josh Sundquist schafft mit „Liebe und der erste Blick“ eine Geschichte, die berührt, die zum Nachdenken anregt und die aufklärt. Er erschafft mit Will einen Protagonisten, der anders ist und der Wünsche und Träume in sich trägt. Der aber auch kein Mitleid haben möchte. Will begegnet seinem Umfeld mit seinem ganz eigenen Humor.

Dieses Buch erzählt eine fesselnde und zugleich bewegende Geschichte, die ich Lesern empfehlen möchte, die offen sind für eine neue, nicht längst erprobte Perspektive.



Buchzitate:

Ich spüre den Gurt ihrer Kamera, die selbst jetzt bei der Party und in diesem Kleid über ihrer Schulter hängt. Das liebe ich an Cecily. Allzeit bereit, Schönheit festzuhalten.


Veröffentlicht am 24.11.2017

Eine Geschichte über Magie, über Liebe, voller Intrigen und Zauber

Bird and Sword
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Inhalt:

Die kleine Lark beherrscht die Gabe der Magie der Worte. Eines Tages formt sie einen Spruch, der die Puppen ihres Zimmers tanzen und durch die Luft schweben lässt. Voller Freude verfolgt sie ...


Inhalt:

Die kleine Lark beherrscht die Gabe der Magie der Worte. Eines Tages formt sie einen Spruch, der die Puppen ihres Zimmers tanzen und durch die Luft schweben lässt. Voller Freude verfolgt sie das Spiel gemeinsam mit ihrer Mutter, als ein Freund und Diener der Familie den Raum betritt und die Ankunft des Königs ankündigt. Schnell versucht Lark auf den Rat der Mutter, die Puppen zum Stillstand zu bewegen, zu hören, doch eine schwirrt durch das Fenster.

Der König ist gekommen, um seinem Sohn das Königreich zu zeigen, über welches er irgendwann einmal herrschen wird. Seine Präsenz ist furchteinflößend und das mit Recht, denn Magie ist ihm zuwider und wird hart bestraft. Mitten im Gespräch erblickt er die Puppe, die zurück zu der kleinen Lark fliegt. Doch bevor ein Missgeschick passiert, greift die Mutter ein. Sie sorgt dafür, dass der König nicht erkennt, wer die Magie gewirkt hat und spricht im letzten Moment einen Fluch, der ihrer Tochter die Stimme und damit ihre Fähigkeiten raubt.

Jahre später taucht Prinz Tiras mit seiner Gefolgschaft erneut am Hof von Larks Vater auf. Er fordert die Männer, die der Lord ihm schuldet, ein. Als Pfand und damit sein Wille gehört wird, verlangt er, dass Lark ihn auf den königlichen Hof begleitet.

Bald sind die fehlenden Worte und die Magie im Land nicht mehr die einzigen Probleme, die Lark und Tiras beschäftigen, denn es gibt Feinde, die alles zerstören möchten, was dem jungen Prinzen am Herzen liegt.



Die Welt:

Amy Harmon erschafft eine Welt, in der Magie nicht geduldet wird und doch gibt es einige Menschen, die eine der vier Gaben beherrschen. So gibt es Gestaltwandler, Heiler, Spinner und Weissager. Und es gibt Kreaturen, halb Mensch halb Vogel mit rasiermesserscharfen Schwingen und Hörnern am Kopf, die eine große Gefahr für die Bewohner des Landes darstellen. Die Volgar, so nennen die Menschen diese Kreaturen, ernähren sich von dem Fleisch ihrer Opfer. Sie glauben daran, dass die Kräfte der Toten so auf sie selbst übergehen.

Jedes der Länder der Welt wird von einem Lord regiert. Über den einzelnen Lokalherrschern thront der König.
Eine Karte im Klappenteil des Buches zeigt die Lande von Jeru und verschafft dem Leser im Bedarfsfalle einen schönen Überblick.



Schreibstil:

Nachdem der Prinz Lark als Pfand für seine Forderungen mit in sein Königreich genommen hat, beginnt für das Mädchen ein neues Leben. In ihrem Heim war es der Vater, der das Mädchen nicht aus den Augen gelassen und hart bestraft hat. Jedoch nicht, weil er Lark liebte, sondern stets aus reinem Eigennutz. Im Schloss wird sie erneut in ein Zimmer gesperrt, doch dort lebt sie im Luxus. Sie bekommt ein Bad mit Rosenblüten, drei Frauen kümmern sich um ihr Wohlbefinden.

Lark sehnt sich nach ihrer Freiheit. Sie möchte frei entscheiden und auch wieder sprechen können. Doch zugleich hat sie auch Angst davor mit ihren Worten erneut Schaden anzurichten. Ihre Statur ist eher zierlich, mit ihrem Aussehen fällt sie nicht weiter auf. Auf den ersten Blick wirkt das Mädchen gegenüber dem dominanten Auftreten und den zielorientierten Worten des Prinzen verletzlich und schwach. Doch Lark ist alles andere als das, denn in ihr tobt ein Feuer.

Amy Harmon gelingt es mit ihren Worten Bilder zu zaubern. Sie erschafft eine spannende und fesselnde und zugleich magische Geschichte. Lark und Tiras scheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich und doch haben sie einiges miteinander gemein. Lark steckt voller Gefühle und Leidenschaft, die sie mit aller Macht zurückhält. Der Prinz hingegen wirkt oft barsch und kalt. Doch gegenüber seiner Gefangenen zeigt er des öfteren Nachsicht.

Die Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort spielt in diesem Buch eine ganz besondere Rolle. Lark sehnt sich danach zu sprechen, sie möchte nichts lieber als Lesen und Schreiben zu können. Die Szene, als der König ihr ein Buch gibt und ihr etwas daraus vorliest, könnte nicht schöner sein, als hätte er ihr einen Kuss gegeben.

Neben diesen leidenschaftlichen Momenten, die mitten ins Herz treffen, erzählt Bird & Sword auch eine Geschichte über Macht, Krieg, Intrigen und Gefahren. Der Prinz muss sich stets darum sorgen, dass ihm jemand seinen Thron streitig macht. Zugleich droht Unheil von Seiten der harpienartigen Volgar, die sich immer mehr vermehren und das Land bedrohen. Aber auch die Angelegenheiten des Volkes müssen geklärt werden. Das Gesetz, dass Magie nicht geduldet wird, wird von den Magischen gefürchtet und zugleich drängen die, die keine Fähigkeiten besitzen auf dessen Durchsetzung. Und dann gibt es noch ein Geheimnis, welches schwer auf den Schultern von Tiras lastet.



Fazit:

Bird & Sword ist eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft für das gesprochene und geschriebene Wort und zugleich zwischen zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirkenden Charakteren. Die Charaktere müssen nicht nur für ihre Ziele und Wünsche kämpfen, sondern sich auch gegen ihre Feinde behaupten, die sowohl Lark, aber auch dem König nach dem Leben trachten. Ein weiterer Konflikt untermalt die Handlung: Die Magie ist stets präsent und doch wird sie von den Bewohnern nicht geduldet.

Bird & Sword ist eine Geschichte über Magie, über Liebe, voller Intrigen und Zauber. Dieses Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Amy Harmon gelingt es ihre Worte zu Bildern werden zu lassen. Fantasyliteratur der feinsten Sorte.



Buchzitate:

Ihm hatte man jedes Wort gegeben, das er brauchte, mir aber hatte man jedes Wort genommen. Ich wollte sie wiederhaben. Alle.

Er schien zu wissen, was ich wollte, und legte seine Hand über meine. Während er las, zog er sie weiter, damit ich ihm folgen konnte.

Veröffentlicht am 14.04.2026

Emotionale Second-Chance-Romance mit starken Gefühlen, Konflikten und Ecken & Kanten

Garnet Flats | Die Edens 3 |
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Inhalt:


Ein Jahr, zwei Monate und elf Tage lang war Talia mit dem Profiboxer Foster Madden zusammen. Sie waren so glücklich, dass es Talia den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als Foster das Beziehungsende ...

Inhalt:


Ein Jahr, zwei Monate und elf Tage lang war Talia mit dem Profiboxer Foster Madden zusammen. Sie waren so glücklich, dass es Talia den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als Foster das Beziehungsende offiziell machte und zugleich gestand, dass er sich in ihre beste Freundin Vivienne verliebt habe.

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Foster und Vivienne beschlossen zu heiraten, während Talia allein in ihrer Heimatstadt Quincy, einer Kleinstadt in Montana, zurückblieb.

Sieben Jahre später steht Foster plötzlich vor dem Krankenhaus, in dem Talia inzwischen als Assistenzärztin arbeitet. Er überantwortet ihr einen Schlüssel, einen Zettel mit seiner neuen Adresse in Quincy und einen Ring. Jenen Ring, den sie sich damals gemeinsam angesehen hatten, als sie noch verliebt waren. Foster erklärt, dass er sich getrennt hätte. Er behauptet, er habe Talia all die Jahre über geliebt und wolle sie zurück.

Während Talias Gefühlswelt erneut ins Wanken gerät, kauft Foster ein heruntergekommenes Gym in Quincy und beginnt, sich ein neues Leben aufzubauen. Er will zeigen, dass er der Situation gewachsen ist und durch sein Verhalten Vertrauen zurückgewinnen.
Runde 1 hat begonnen und Foster ist nicht bereit, diesen Kampf zu verlieren.



Meinung:

Nachdem ich „Shield of Sparrows“ von Devney Perry nahezu verschlungen hatte, war für mich schnell klar, dass ich bald zum nächsten Buch der Autorin greifen würde. Die Eden-Reihe wurde mir mehrfach ans Herz gelegt, und bei „Garnet Flats“ handelt es sich um den dritten Band dieser Reihe, der gerade frisch erschienen war. Ich war neugierig und wollte ihn unbedingt lesen.

Bereits bei „Shield of Sparrows“ ist mir aufgefallen, wie gekonnt Devney Perry mit Sprache umgeht, ihr schriftstellerisches Talent ist erneut nicht von der Hand zu weisen, und auch die Übersetzung liest sich tadellos. Schnell kamen mir Vergleiche mit bekannten Autorinnen wie Colleen Hoover und Brittainy C. Cherry in den Sinn. Stilistisch sehe ich hier durchaus Parallelen.

In „Garnet Flats“ erzählt Devney Perry die Geschichte von Profiboxer Foster Madden und Talia Eden. Während Foster früh lernen musste, sich durchs Leben zu kämpfen, ist Talia in einer großen, traditionsreichen Familie aufgewachsen, deren Vorfahren zu den Gründern der Kleinstadt gehören.

Schnell wird deutlich, dass zwischen Talia und Foster noch immer und trotz allem starke Gefühle bestehen. Doch Foster hat in der Vergangenheit einen gravierenden Fehler begangen: Er hat sich nicht nur für eine andere Frau entschieden, sondern ausgerechnet für Talias beste Freundin.

Ich muss sagen, dass es mir schwergefallen ist, Foster ins Herz zu schließen. Das liegt einerseits an seinem Verhalten in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart sind seine Äußerungen und Verhaltensweisen oft von Empathielosigkeit geprägt. Oft wirkt er wie ein Bulldozer: Er hat ein Ziel vor Augen und versucht, dieses mit aller Macht zu erreichen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Allein die Tatsache, dass er nicht einfach nur nach Quincy zurückkehrt, sondern Talia direkt mit einem Haustürschlüssel, einem Zettel mit seiner neuen Adresse und einem Ring konfrontiert, erinnert an emotionale Erpressung.

Hinzu kommt, dass er weiterhin täglich mit Vivienne telefoniert und sie mittlerweile als seine beste Freundin bezeichnet. Das war für mich einfach zu viel. Und das sind nur einige Beispiele für sein Verhalten gegenüber Talia.

Auch Talia hat große Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Von Anfang an macht sie deutlich, dass sie Foster nicht mehr in ihrem Leben haben möchte. Doch Foster ist fest entschlossen, sie zurückzugewinnen und lässt sich nicht so leicht abweisen.

Als Leser erkennt man zwar schnell, dass Foster keine bösen Absichten hat. Er ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Dennoch sorgt genau diese Hartnäckigkeit immer wieder für Konflikte.

Früh wird angedeutet, dass es etwas Wichtiges gibt, das Foster Talia mitteilen möchte. Doch verschiedene Umstände, vor allem Talias verständliche Abwehrhaltung, führen dazu, dass dieses Geheimnis lange zwischen den Beiden steht. Das erzeugt einerseits Neugier, andererseits eine unterschwellige Spannung.

Neben der zentralen Liebesgeschichte gibt es auch einige Nebenhandlungen. Man erhält Einblicke in das Berufs- und Privatleben beider Figuren. Während Foster versuchen muss für seinen nächsten Kampf fit zu bleiben, sein Training nicht zu vernachlässigen und gleichzeitig ein heruntergekommenes Gym renoviert, kämpft auch Talia im Berufsalltag mit Herausforderungen. Eine Kollegin schikaniert sie, und durch die Bekanntheit ihrer Familie wird sie von vielen in der Kleinstadt noch immer nicht ernst genommen.

Vor dem Lesen habe ich mich gefragt, ob sich „Garnet Flats“ auch ohne Vorkenntnisse der Reihe verstehen lässt. Diese Frage kann ich klar mit Ja beantworten: Der Band funktioniert sehr gut als Einzelband.
Dennoch denke ich, dass ich die Dynamik innerhalb der Eden-Familie noch intensiver erlebt hätte, wenn ich die vorherigen Teile gelesen hätte.
Auch so habe ich die Familie jedoch schnell ins Herz geschlossen. Die Herzlichkeit und das lebendige Chaos innerhalb der Familie werden sehr authentisch dargestellt.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Figuren Fehler machen lässt und ihnen gleichzeitig Raum zur Reflexion gibt. Die Charaktere setzen sich mit ihrem Verhalten auseinander, hinterfragen sich selbst und entwickeln sich weiter. Das verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe.



Fazit:


„Garnet Flats“ ist eine emotional aufgeladene Second-Chance-Romance mit viel Drama, starken Gefühlen und komplexen Figuren. Devney Perry überzeugt erneut mit einem einnehmenden Schreibstil und authentischen Charakteren, die nicht perfekt sind, sondern Ecken und Kanten haben.

Auch wenn ich mit Foster als männlichem Protagonisten meine Schwierigkeiten hatte und sein Verhalten stellenweise kritisch sehe, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten und emotional erreicht. Besonders die Dynamik innerhalb der Eden-Familie und die Entwicklung der Figuren konnten mich überzeugen.

Wer gefühlvolle Liebesgeschichten mit konfliktreichen Beziehungen mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Das Ganze wird mit viel Lokalkolorit und ein wenig provinziellem Milieu abgerundet.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Zauberhafte Geschichte voller Magie, Herz und origineller Ideen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich ...

Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich schnell einlebt, das Surfen liebt und die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerinnen genießt, fühlt sich Marie fehl am Platz. Anschluss findet sie kaum.

Ihre Lage wird zusätzlich erschwert, da Maries Mutter eine Stelle als Schulköchin angenommen hat und die Sporthalle in der Folge zur Familienwohnung umgebaut wurde. Für die anderen Schüler bedeutet das: Sie müssen nun zum Sportunterricht in eine weiter entfernte Halle fahren. Dafür machen sie Marie verantwortlich.

Maries einziger Lichtblick ist ihre Oma Aveline, die mit ihrer lebensfrohen Art und ihrer Leidenschaft fürs Kochen jede freie Minute verschönert. Als Maries Mutter vorübergehend nach Deutschland reist, weiht die Großmutter sie in ein besonderes Geheimnis ein: Mit den richtigen Zutaten und etwas Geschick lässt sich beim Kochen Magie entfalten.

Marie sieht darin ihre Chance, ihre Probleme zu lösen und endlich dazuzugehören. Doch schon bald merkt sie: Zauberkochen ist alles andere als einfach und ein kleiner Fehler kann ungeahnte Folgen haben …



Meinung:

Als ich das süße Cover von „Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ das erste Mal gesehen habe, war ich - wortwörtlich - verzaubert. Besonders das traumhafte Setting an der Atlantikküste und die Verbindung zu magischen Gerichten haben mich sofort in die Geschichte gezogen. Da Kochen und Backen auch zu meinen persönlichen Leidenschaften zählen, fand ich die Idee einfach wunderbar: Was wäre das nicht toll, wenn ein paar magischen Zutaten kleine Zauber wirken könnten?

Claudia Schaumann erzählt eine kindgerechte, fantasievolle Geschichte voller Magie und Herz.
Marie hat es an ihrer neuen Schule nicht leicht, findet nur schwer Anschluss und fühlt sich oft ausgegrenzt. Besonders gern würde sie mehr Zeit mit dem Mädchen Coco verbringen, das von allen für seine freundliche Art und sein Selbstbewusstsein bewundert wird.

Ein ganz besonderes Highlight ist für mich die magische Küche von Oma Aveline. Als Oma Marie zum ersten Mal einweiht, begreift man schnell: Hier gelten ganz eigene Regeln. Die Zutaten dürfen nicht einfach geerntet werden. Sie müssen auf ganz besondere Weise behandelt werden.
Die Bananen zum Beispiel müssen laut lachend gepflückt werden, und beim Nachreifen muss man ihnen Witze erzählen, bis ihre Schale genau die richtige Anzahl an Sommersprossen hat. Das Salzkraut hingegen muss getanzt werden, damit es seine magische Wirkung entfalten kann. Und natürlich braucht es auch beim Kochen selbst ein ganz besonderes Talent.

Diese liebevollen und originellen Ideen machen den Zauber der Geschichte aus und verleihen ihr eine ganz eigene Atmosphäre.

Als Marie schließlich versucht, Magie für sich zu nutzen, verläuft natürlich nicht alles nach Plan. Heimlich mischt sie einige Zutaten in das Curry der Schulkantine. Das Ergebnis ist ein großes Chaos. War der Schuss Ehrlichkeitselexier vielleicht zu großzügig bemessen? Oder hat sie zur falschen Paste gegriffen? Plötzlich ist nicht nur die Situation außer Kontrolle, sondern auch der Job ihrer Mutter in Gefahr!

Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Immer neue Ereignisse, spannende Kochexperimente und die Suche nach weiteren magischen Zutaten sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Auch das Geheimnis um die Zauberküche droht immer wieder aufzufliegen und beim Schulfest scheint ein wenig magische Unterstützung dringend nötig zu sein.

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen, liebevollen Details, zum Beispiel, dass die Großmutter den Kindern abends nicht aus Märchenbüchern, sondern aus ihren Kochbüchern vorliest, die dabei genauso spannend wirken wie ein Krimi. Oder die Szene, in der der Kochtopf plötzlich anfängt zu sprechen.

Abgerundet wird das Buch durch detailreiche, humorvolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Nadine Jessler, die perfekt zum Stil der Geschichte passen und das Leseerlebnis wunderbar begleiten.

Ein schönes Extra sind zudem zwei Rezepte am Ende des Buches, die zur Not auch ohne magische Zutaten auskommen und direkt ausprobiert werden können.



Fazit:

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein zauberhafter, fantasievoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, der mit viel Herz, Humor und originellen Ideen überzeugt. Die heilende Kraft der Magie scheint zuweilen Wunder zu wirken und vertreibt das Graue des Alltags und die Unsicherheit des Morgen.
Das alles ist gelungen und spricht besonders junge Leser an.

Ein liebevoll erzähltes Buch, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch Lust aufs Kochen macht.

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