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Veröffentlicht am 16.10.2025

Zwei getrennte Schwestern ... kann das gut gehen?

Der Kaffeegarten. Die Farbe des Meeres
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Ziemlich nahtlos fügt sich dieser zweite Teil an den ersten an, so dass ich das Gefühl hatte, Sylt gar nicht verlassen zu haben. Wieder treffe ich auf die Schwestern Elin und Matei, wobei Matei sich mehr ...

Ziemlich nahtlos fügt sich dieser zweite Teil an den ersten an, so dass ich das Gefühl hatte, Sylt gar nicht verlassen zu haben. Wieder treffe ich auf die Schwestern Elin und Matei, wobei Matei sich mehr und mehr ihrer Malerei widmet und sich durch den Künstler Hannes von Bransbeck dazu verführen lässt, Sylt den Rücken zu kehren. Ganz groß raus bringen will er sie, die begabte Malerin, in Hamburg und verspricht ihr das Blaue vom Himmel. Doch wird sie glücklich werden in der Alster Metropole so fern der Heimat, ganz ohne ihre Schwester? Diese hält derweil die Stellung auf der Insel, stemmt den Kaffeegarten aber vor allem vermisst sie Matei. Werden die Beiden wieder zueinander finden?

Alles in allem habe ich mich in diesem zweiten Band wieder sehr gut aufgehoben gefühlt und er hat für ein schönes Hörerlebnis gesorgt. Die beiden jungen Frauen bleiben sympathisch, aber dennoch hat mir diesmal trotz der vielen Erlebnisse der Beiden ein wenig die Spannung gefehlt. Viele Hamburger Szenen ließen die im Titel angekündigte „Farbe des Meeres“ doch sehr in den Hintergrund treten. Ich wurde gut unterhalten, aber irgendwie ist für mich die Geschichte um Elin und Matei auserzählt, so dass ich mir Band drei nicht mehr besorgen werde. Ich vergebe für den Kaffeegarten Band zwei verdiente vier von fünf Sternen und bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin Anke Petersen für eine ungewöhnlich Reise auf die inzwischen leider viel zu beliebte und dadurch oft überlaufene Insel Sylt. Ich durfte hier das Sylt vor hundert Jahren kennenlernen und ließ mir dort gerne den Wind um die Nase wehen!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Entdecke deine Liebe zu New York ...

Im Rausch der Freiheit
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Mit seinen 1.150 Seiten hat der bekannte Autor Edward Rutherfurd ein Werk über die Stadt New York erschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mr. Rutherford ist bekannt für seine Bücher epischen Ausmaßes und ...

Mit seinen 1.150 Seiten hat der bekannte Autor Edward Rutherfurd ein Werk über die Stadt New York erschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mr. Rutherford ist bekannt für seine Bücher epischen Ausmaßes und hat bereits die Städte Dublin, Paris, Sarum (Salisbury) und London, sowie die Länder China und Russland in Buchform porträtiert. Mit „Im Rausch der Freiheit“ widmet er sich New York, welches in den Anfängen noch als New Amsterdam bekannt war. Während er selbstverständlich viele Fakten und geschichtliches Wissen einfließen lässt, versäumt er es nicht, diverse Familien in einem fiktionalen Teil zu begleiten, der das Buch weniger sperrig wirken lässt und ihm den berühmten „roten Faden“ beschert. Ich bin der Überzeugung, man sollte vor dem Genuss des Buchs ein gewisses Wissen über die USA mitbringen, ja vielleicht sogar eine gewisse Liebe dem Land gegenüber. Wer wie ich schon das Glück hatte, diese einmalige Stadt besuchen zu dürfen, wird besonders im späteren Teil des Buchs vieles wiedererkennen und vielleicht nun vieles besser verstehen. Während ich nach den ersten 100 Seiten eigentlich schon aufgeben wollte, freue ich mich doch sehr, dass ich mich selbst zum Weitermachen überreden konnte. Belohnt wurde ich mit einer fantastisch recherchierten und super fundierten Geschichte, deren Ende mir tatsächlich eine Gänsehaut verursachte und das mich sehr bewegt hat. Ich vergebe hier sehr gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle New York Liebhaber und die, dies noch werden wollen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Autor das Buch – wie schon bei der Dublin Saga – auf zwei Teile aufgeteilt hätte. So hat es mich doch fast ein wenig erschlagen. Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte, würde ich mir ein Buch über Berlin aus der Feder des Autors wünschen habe jedoch Bedenken, dass sich Mr. Rutherfurd mit seinen inzwischen 77 Jahren nochmals zu solch einem Werk berufen fühlen möge. Ich bleibe gespannt!

Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein starker Reihenauftakt mit ein wenig Luft nach oben ...

Dunkle Sühne
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Wer Karin Slaughter liest, weiß, dass er normalerweise einen spannenden Thriller erwarten kann. Leider hat mich „Dunkle Sühne“ diesmal ein wenig enttäuscht, was den Nervenkitzel betrifft, dennoch legt ...

Wer Karin Slaughter liest, weiß, dass er normalerweise einen spannenden Thriller erwarten kann. Leider hat mich „Dunkle Sühne“ diesmal ein wenig enttäuscht, was den Nervenkitzel betrifft, dennoch legt die Autorin mit diesem ersten Band einer neuen Reihe eine solide Story hin. Sie entführt mich als neugierige Leserin in ihren Heimatstaat Georgia, genauer gesagt in die kleine fiktive Stadt North Falls, in der der Familienclan der Clintons seit Generationen den Ton angibt. Die Hauptpersonen, um die sich auch die erschütternden Entführungsfälle zweier junger Mädchen drehen, bestehen aus dem polizeilichen Trio Sheriff Gerald, Deputy Chief Emmy Lou and dem jungen Polizisten Cole Clinton, bei denen es sich um Großvater, Tochter und Enkel handelt. Fieberhaft versuchen die Drei die beiden vermissten Mädchen Cheyenne und Madison zu finden, immer in der Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist. Als schließlich zwölf Jahre später erneut ein Mädchen verschwindet, beginnt wieder ein Wettlauf gegen die Zeit, diesmal mit Unterstützung der ehemaligen FBI-Psychologin June Carter, die unerwartet in North Fall aufschlägt. Werden sie es gemeinsam schaffen den Entführer zu entlarven und Paisley lebend zu finden?

Wie bereits erwähnt, braucht die Autorin diesmal ein wenig länger, um ihre Leser zu fesseln, beschäftigt sie sich doch viel damit, den Ort und sein Bewohner vorzustellen und die Spannungen darzustellen, die in einem Ort, an dem jeder jeden kennt, nicht ausbleiben. Als ich dann jedoch zu meiner Freude feststellen durfte, dass es sich bei „Dunkle Sühne“ – im englischen Original „We are all guilty here“ – um den Auftakt zu einer neuen Reihe handelt, war ich doch schnell wieder versöhnt. Ich selbst bin ja ein großer Fan davon, die Protagonisten auch in ihrem Privatleben begleiten zu dürfen. Die Geschichte liest sich flüssig, die Aufklärung der Mordfälle ist schlüssig, lässt aber noch genug Raum für zukünftige Erwähnungen offen. Und ja, auch der Spannungsbogen steigt, je tiefer man in die Geschichte eintaucht. Ich würde nicht sagen, dass der Roman mit einem direkten Cliffhanger endet, dennoch freue ich jetzt schon riesig auf den Folgeband und bis sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Ich vergebe für diesen gutfundierten Kriminalroman sehr gerne solide vier von fünf Sternen und empfehle ihn natürlich mit Überzeugung an alle Thriller Fans weiter. Karin Slaughter kann es einfach und ich denke, dass der nächste Teil keine Wünsche offen lassen wird!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Was wurde dem "Teufelsgeiger" zum Verhängnis?

Ein letzter Walzer
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Auch dieser zwölfte Band der Reihe – kann man es denn glauben? – hat mir wieder großen Spaß gemacht, blätterten sich die Seiten doch fast wieder wie von selbst um.

Die Handlung beginnt mit einem Doppelmord ...

Auch dieser zwölfte Band der Reihe – kann man es denn glauben? – hat mir wieder großen Spaß gemacht, blätterten sich die Seiten doch fast wieder wie von selbst um.

Die Handlung beginnt mit einem Doppelmord im Wiener Stadtpark, der die helle Sommernacht gleich um einige Nuancen dunkler erscheinen lässt. Die Ermittler finden eine eigenwillige Inszenierung der beiden Opfer auf einer Parkbank. Bei den Toten handelt es sich um den Stardirigenten Marko Teufel und seiner Geliebten, zugleich Mitarbeiterin in der Agentur, die ihn vertritt. Was macht die Geige in ihren Händen, welche Symbolik soll sie verkörpern? Auch Kommissar Martin Stein stolpert über genau dieses Detail und so bittet er diesmal Sarah Pauli direkt um Hilfe. Diese ist natürlich mehr als erfreut und beginnt – wie wir es von ihr kennen und lieben – ihre eigenen Ermittlungen in der Wiener Musikszene. Nicht nur weil Markos Frau Ruth mehr als gefasst auf den Tod ihres Ehemannes reagiert, merkt Sarah schnell, dass der „Teufelsgeiger“ in der Prominentenwelt nicht gerade vor Beliebtheit strotzt und so beginnt sie tiefer zu graben und stößt auf interessante Details. Doch bevor sie denen Beachtung schenken kann, geschieht ein weiterer Mord, diesmal in Graz, der Hauptstadt des südösterreichischen Bundeslandes Steiermark …

Wie wir es von Beate Maxian als treue Leser gewohnt sind, spart sie auch diesmal nicht an bildhaften Beschreibungen, die jedes Mal eine Sehnsucht in mir wecken und einen baldigen Besuch in der österreichischen Hauptstadt einzufordern scheinen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, wobei ich mir hier jedoch ein wenig mehr Sarah verbunden mit ihrem Sinn für Aberglauben und das Übersinnliche gewünscht hätte. Was mir hingegen sehr gut gefiel war, dass die arme Ruth, die mit Marko nun schon den zweiten Ehemann auf mysteriöse Weise verloren hatte, eine starke deutliche Stimme in diesem Roman erhielt.

Alles in allem gibt es von mir diesmal vier von fünf Sternen, natürlich verbunden mit einer Empfehlung für diese sehr unterhaltsame Krimireihe mit viel Lokalkolorit. Wir lesen uns auf jeden Fall im nächsten Band!

Veröffentlicht am 25.09.2025

Wie wäre es mit einer Reise ins Sauerland?

Was man unter Wasser sehen kann
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In dem Debütroman „Was man unter Wasser sehen kann“ von Henriette Dyckerhoff treffen wir uns in dem fiktiven Ort Ronnbach im Sauerland, der in der Gegenwart nicht mehr so ist, wie er einmal war und der ...

In dem Debütroman „Was man unter Wasser sehen kann“ von Henriette Dyckerhoff treffen wir uns in dem fiktiven Ort Ronnbach im Sauerland, der in der Gegenwart nicht mehr so ist, wie er einmal war und der in der Vergangenheit ein schweres Schicksal erleiden musste. Aber der Reihe nach … die junge Luca, Tochter von Marion und Enkelin von Grete reist wider Willen von Berlin nach Ronnbach, denn ihre Mutter wird vermisst. An sich nichts Neues für die eher flatterhafte Frau, doch diesmal hatte Marion eigentlich einen Besuch ihrer Tochter in Berlin angekündigt und nun steht ihr Auto verlassen auf einem Parkplatz auf einem Berg nahe dem kleinen Dorf. Luca beugt sich der Aufforderung ihres Chefs, besucht ihre Großmutter in Ronnbach und taucht bei ihrem Besuch immer tiefer in ihre eigene Familiengeschichte ein, eine Geschichte gespickt mit Geheimnissen, die vielleicht ein wenig Licht in das gespannte Verhältnis zwischen Marion und ihrer Mutter Grete bringen wird. Marion jedoch bleibt verschwunden …

Die Autorin versteht es hervorragend, ein authentisches Bild der Gegenwart aber auch der Vergangenheit in den 60er Jahren zu zeichnen. Ihre Beschreibungen sind so leb- und bildhaft, dass ich beim Lesen stets ein Bild der wunderschönen, aber auch einsamen Landschaft im Sauerland vor Ort hatte. Den Menschen stand damals ein schwerer Gang bevor. Ihr Dorf sollte einem Stausee weichen – alle mussten raus. Nicht jeder kam damit zurecht und mancher Einwohner kämpfte dafür um sein Leben. Stimmungsgeladen zieht sich die Geschichte der Einwohner durch knappe vierhundert Seiten, wobei ich zugeben muss, dass ich doch recht lange gebraucht habe, bis ich endlich die Zusammenhänge verstanden hatte. Gut gefallen hat mir, dass ich die „Ronne-Marie“ mit ihren kurzen Auftritten kennenlernen durfte. Sie verleiht dem Buch noch eine zusätzliche geheimnisvolle Note. Nicht alle Fragen werden am Ende beantwortet, doch der Ausgang des Romans ließ mich befriedigt zurück. Liebe Henriette, von mir bekommst du sehr, sehr verdiente vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die wie ich Geheimnis umwobene Familiengeschichten lieben. Der Ausflug ins schöne Sauerland hat sich für mich mehr als gelohnt!

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