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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2025

Äußerst skurril

Die Probe
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Zwei Menschen treffen sich zu einem Mittagessen in einem Restaurant in Manhattan. Doch was auf den ersten Blick klar erscheint – sie eine gefeierte Schauspielerin, die sich mit einem viel jüngeren Gespielen ...

Zwei Menschen treffen sich zu einem Mittagessen in einem Restaurant in Manhattan. Doch was auf den ersten Blick klar erscheint – sie eine gefeierte Schauspielerin, die sich mit einem viel jüngeren Gespielen trifft -, erhält eine überraschende Wendung: Xavier behauptet, er wäre ihr Sohn, dabei hat sie nie Kinder bekommen. Da taucht auch noch der Ehemann der Erzählerin im Restaurant auf. Eine explosive Mischung braut sich da zusammen...

Es ist schon eine interessante Ausgangsposition, die sich auf den ersten Seiten des Buches zeigt: drei Menschen, die plötzlich was miteinander zu tun haben sollen. Pikant wird die Situation umso mehr, als der junge Mann, Xavier, Teil der Schauspielertruppe der Erzählerin wird. Doch das ist nicht der letzte skurrile Moment in dieser Geschichte. Im zweiten Teil dieses Romans musste ich mich mit völlig überraschenden Gegebenheiten auseinandersetzen. Ich muss gestehen, hier hat mich die Geschichte aus dem Geschehen hinauskatapultiert. Das klingt für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Spätestens hier konnte ich mich nicht mehr in die Gedankenwelt der Charaktere hineinversetzen und habe die Geschichte mit viel Skepsis weitergelesen.

So wirklich überzeugen konnte mich dieses Buch nicht. Ich kann es deshalb auch nicht wirklich weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.10.2025

Nichts für mich

Ja, nein, vielleicht
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Mit über 50 könnte sich die Erzählerin dieser Geschichte endlich frei fühlen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Doch die ersten Gesundheitsprobleme kündigen sich an. Ihre Wohnung wird von ihrer Schwester ...

Mit über 50 könnte sich die Erzählerin dieser Geschichte endlich frei fühlen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Doch die ersten Gesundheitsprobleme kündigen sich an. Ihre Wohnung wird von ihrer Schwester besetzt. Als sie sich in ihr Haus auf dem Land zurückzieht, trifft sie eine alte Jugendliebe wieder. Ist sie überhaupt bereit für eine neue Liebesbeziehung?

Die Erzählerin, die nie bei ihrem Namen genannt wird, muss sich mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen, muss überlegen, ob sie neue Weichen in ihrem Leben stellen möchte. Das ist gar nicht so einfach. So nehmen ihre Reflexionen einen großen Teil des Buches ein. Doch viele Geschehnisse in ihrer Erzählung erschöpften sich für mich in Kleinigkeiten, die viel zu sehr breitgetreten wurden. Mit der Erzählerin bin ich nicht richtig warm geworden. Sehr oft hätte ich sie am liebsten mal geschüttelt, damit sie sich nicht heillos in Belanglosigkeiten verliert. Das Buch lädt eigentlich dazu ein, diese Belanglosigkeiten mal näher anzugucken, zudem versteckt sich auch eine gute Prise Humor in dieser Erzählung. Allerdings ist dies definitiv kein Buch für mich.

Deshalb kann ich dieses Buch auch nur verhalten weiter empfehlen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Gute Idee, Umsetzung noch ausbaufähig

Divisio
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Raya hat einen Alptraum, in dem sie einen Menschen ermordet. Doch das Erschreckende ist, dass es diesen Mord wirklich gegeben hat, und die Täterin sieht genauso wie Raya aus. Nun wird die junge Frau mit ...

Raya hat einen Alptraum, in dem sie einen Menschen ermordet. Doch das Erschreckende ist, dass es diesen Mord wirklich gegeben hat, und die Täterin sieht genauso wie Raya aus. Nun wird die junge Frau mit einem Video erpresst, der ihr den Mord in die Schuhe schieben will. Zusammen mit ihrem Freund David findet Raya heraus, dass sie eine Doppelgängerin namens Amila hat. Doch es zeigt sich, dass es noch viel mehr Verstrickungen gibt, und Raya muss sich entscheiden, was sie tut...

Der Leser entdeckt zusammen mit Raya das Geheimnis ihrer Doppelgängerin, denn hinter Raya und Amila steckt eine gefährliche Idee. Mit Raya ist man schnell derselben Meinung, dass die Idee von Divisio die Freiheit des Menschen einschränkt, und so ist es nur nachvollziehbar, wenn sie sich für den Kampf dagegen entscheidet, auch wenn sie dafür in Lebensgefahr gerät. Die Geschichte bringt immer wieder neue Wendungen, wobei mir hier einige Wendungen weniger gut gereicht hätten: Im letzten Viertel der Geschichte erschien mir das Geschehen nicht ansatzweise mehr glaubhaft, es geriet in meinen Augen ein bisschen zu einer Räuberpistole. Auch die Charaktere blieben mir teilweise ein bisschen zu blass, ihre Motivationen konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Mich hat dieser Sci-Fi-Roman im wesentlichen gut unterhalten, das Geschehen kam mir aber in letzter Konsequenz etwas aufgesetzt vor. Die Grundidee fand ich sehr spannend, die Umsetzung ist noch ausbaufähig. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.05.2025

Freundinnenschaft

Wenn wir lächeln
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Jara wartet auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr: Ihre Freundin Anto ist im Wasser verschwunden, Jara hofft, dass sie gleich wieder auftaucht. Was nicht versunken ist, das ist der Baseballschläger, ...

Jara wartet auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr: Ihre Freundin Anto ist im Wasser verschwunden, Jara hofft, dass sie gleich wieder auftaucht. Was nicht versunken ist, das ist der Baseballschläger, mit dem die beiden zuvor ein Autofenster eingeschlagen haben. Während Jara auf Anto wartet, erinnert sie sich an Erlebnisse mit Anto, an ihre Freundschaft vom allerersten Kennenlernen bis heute.

Es ist die Geschichte einer Freundinnenschaft, die die beiden Mädchen sehr intensiv erlebt haben. Sie teilen Zigaretten, Lipgloss und ihre Wut miteinander. Ihre Freundinnenschaft scheint unerschütterlich zu sein. Die Geschichte wird aus Jaras Sicht erzählt, so dass die Leserin mitten in ihren Gedanken zu sein scheint. Und doch fiel es mir eher schwer, mir ein echtes Bild von diesen beiden jungen Frauen zu machen. Vor allem Anto wirkte immer ein bisschen unnahbar. Wirklich sympathisch waren mir Jara und Anto nicht, aber hey, das wollen sie ja auch gar nicht. Zudem war die Erzählung nicht chronologisch aufgebaut, immer wieder musste ich überlegen, wann das erzählte Ereignis denn nun stattgefunden hat, was mich immer wieder etwas aus dem Lesefluss riss. Das Buch spiegelt die Zerrissenheit der Protagonistin wieder, was mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Es ist jedoch eine Geschichte, die nachwirken muss, man kann sie nicht schnell beiseiteschieben.

Hat mich nun das Buch überzeugt oder nicht? So wirklich kann ich das gar nicht sagen. Es hat mich ein bisschen nachdenklich hinterlassen. Kann ich das Buch weiter empfehlen? Nur mit ganz viel Unvoreingenommenheit und Neugier auf zwei junge Frauen, die sich ihren eigenen Weg suchen.

Veröffentlicht am 17.03.2025

Schnulzig

Agency for Scandal
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Izzy Stanhope sorgt als junge Frau nach dem Tod ihres Vaters für ihre kranke Mutter und ihren jüngeren Bruder. Dafür arbeitet sie als Geheimagentin in einer besonderen, rein weiblichen Detektei. Hier ist ...

Izzy Stanhope sorgt als junge Frau nach dem Tod ihres Vaters für ihre kranke Mutter und ihren jüngeren Bruder. Dafür arbeitet sie als Geheimagentin in einer besonderen, rein weiblichen Detektei. Hier ist sie mit anderen Agentinnen zuständig dafür, Skandale in der High Society aufzudecken, vor allem setzen sich die Finken für Frauen ein, die oftmals benachteiligt werden. Das aber übt sie nur im Geheimen aus, niemand außerhalb der Detektei darf davon wissen, auch nicht, wie fingerfertig Izzy jedes Schloss knacken kann. Auch darf niemand was davon wissen, dass sie in den Duke of Roxfort verliebt ist, den sie nun schon mehrmals getroffen hat, der sie allerdings gar nicht richtig zur Kenntnis genommen hat. Als sie in einen Juwelendiebstahl verwickelt wird, ist ausgerechnet der Duke mit in den Fall involviert…

Die Geschichte von Isobel Stanhope, genannt Izzy, kommt als Cosy Crime daher. Mich hat der Titel und das Coverbild sofort angesprochen, und da meine Tochter zur Zielgruppe dieses Buches gehört, war ich unbedingt darauf neugierig. Izzy ist der Leserin von Anfang an sympathisch, das vertieft sich noch mehr, wenn man erfährt, wie selbstlos sie für ihre Mutter und ihren Bruder sorgt und eher dazu tendiert, sich selbst zu vergessen. Romantisch passend dazu gibt es den Duke, und natürlich gibt es eine äußerst rosa angehauchte Liebesgeschichte dazu. Max Vane Duke of Roxfort ist denn auch zum Dahinschmelzen, natürlich versteht frau von Anfang an die Liebelei der jungen Frau für ihn. Wie realistisch Izzys Geschichte wirklich sein könnte, das steht auf einem anderen Blatt. Dass Frauen Ende des 19. Jahrhunderts benachteiligt wurden, auch die der höheren Gesellschaft, wird als Kritik ganz klar benannt. Doch bei Izzy und Max werden alle nur möglichen Klischees aufgefahren, das Buch gerät mehr als einmal in Gefahr, einfach nur schnulzig zu werden. Die äußerst romantisierende Liebesgeschichte dominiert in meinen Augen zu sehr über die Detektivhandlung. Den zweiten Band der Dilogie werde ich wohl nicht lesen.

Mich hat an dieser Geschichte zu sehr die Betonung auf die Liebesromantik gestört, die zudem zu einer eher unrealistischen Handlung geführt hat. Wirklich empfehlen kann ich das Buch nicht. Ich vergebe mühsame 3 von 5 Sternen.

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