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Veröffentlicht am 22.11.2025

Was ist und was hätte sein können

Weißes Licht
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Worum geht es in dem Buch?
Charlie und Garrett kennen sich von der Universität. Dort sind sie Freunde geworden. Garrett hat irgendwann das Studium abgebrochen und arbeitet auf einem Flughafen, Charlie ...

Worum geht es in dem Buch?
Charlie und Garrett kennen sich von der Universität. Dort sind sie Freunde geworden. Garrett hat irgendwann das Studium abgebrochen und arbeitet auf einem Flughafen, Charlie ist Kardiologe geworden und verdient gut.
Als Charlie heiraten will, soll Garrett ihn und seine zukünftige Frau Cece trauen. Die Hochzeitsgäste sind eingeladen, die Hochzeit wird in Charlies Elternhaus an einem See in Montana stattfinden. Garrett lernt Cece kurz vor der Hochzeit kennen und verliebt sich in sie. Cece verliebt sich ebenfalls in ihn. Beide wissen nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen, und treffen schließlich eine folgenschwere Entscheidung. Kurz nach der Hochzeit verlässt Cece Charlie und heiratet Garrett. Charlie ist verletzt, untröstlich und legt die Freundschaft zu Garrett und seiner Familie erst mal auf Eis.
Nach Jahren treffen sie sich wieder, haben unterdessen Familien und versuchen, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Alle drei – Charlie, Cece und Garrett haben sich verändert. Nach der romantischen Liebe ist bei Cece und Garrett der Alltag eingekehrt. Sie haben eine Tochter. Charlie hat eine hübsche Griechin, namens Angeliki, geheiratet. Sie haben zwei Kinder. Ihre Vergangenheit, diese eine Entscheidung, dass Cece Garrett heiratete und nicht Charlie, hat diese drei Personen geprägt und beeinflusst ihr Leben.

Meine Meinung zu diesem Buch:
„Weißes Licht“ ist kein Buch, das man schnell durchlesen kann. Man braucht Zeit dafür. Eigentlich ist das Lektüre für einen Urlaub. Lektüre, die sich, meiner Meinung nach, lohnt. Denn das Buch besticht durch interessante Charaktere und Handlung und einen sehr schönen Schreibstil. „Weißes Licht“ zählt zu den besten Büchern, die ich 2025 gelesen habe.
Die Personen in dem Buch, ihre Gedanken und ihr Schicksal konnten mich berühren und zum Nachdenken bringen. Ich fand sie gut beschrieben und glaubwürdig, und ich wollte wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen habe ich das Buch gelesen.
Der Autor erzählt immer wieder in Zeitsprüngen. Anfangs irritierte mich das, aber ich habe mich daran gewöhnt. Der Schreibstil ist so, dass man sich die Landschaft vorstellen kann – und man kann auch in das Gefühlsleben der Menschen blicken. Immer wieder fließen die Folgen des Klimawandels in die Handlung ein.
Für mich ist „Weißes Licht“ ein großer amerikanischer Roman, der in der heutigen Zeit spielt. Ich vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ein Roman mit Denkanstößen

Drei Tage im Schnee
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Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits ...

Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits auf E-Mails, abends nach dem Job ebenfalls. Eine innere Stimme kritisiert sie ständig. Obwohl sie sich Urlaube in teuren Hotels leisten kann, ist ihr Leben grau und eintönig geworden.
Um sich eine Auszeit zu nehmen, mietet sie sich drei Tage im Winter in einem Holzhaus ein. In der Nähe trifft sie Sophie, ein Kind. Die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit Sophie veranlassen Hannah, über ihr Leben nachzudenken…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind sympathisch. Das, was sie tun und worüber sie sich unterhalten, regt mich immer noch zum Nachdenken an. Beispielsweise, dass man Träumen eine Chance geben sollte. Wenn man ein Projekt nicht weitermachen will, hört man damit auf.
Hannah beschließt, sich immer eine Zeit am Tag zu nehmen, während der sie in sich hineinhört, was sie gerade braucht.
Es gibt noch weitere solcher Anregungen, die man als Leser/in mit in sein Leben nehmen kann.
Für mich ist „Drei Tage im Schnee“ ein kurzer, lebendig geschriebener Roman mit vielen Anregungen. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Lesenswerte Familiengeschichte

Die Verlorene
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. Sie stirbt wenig später.
Ihrer Tochter Ellen und deren Tochter Laura hat Änne nie viel aus ihrer Kindheit, Jugend und der Zeit in Schlesien während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Sie wollte es nicht, war traumatisiert von dem, was sie erlebt hatte. In Ännes Nachlass finden Ellen und Laura Briefe und Bilder, die sie nicht zuordnen können. Änne hatte offensichtlich eine Schwester, namens Luise. Um mehr über Änne, Luise und ihre Familie herauszufinden, müssen sie von Frankfurt nach Polen reisen. Laura findet den „Pappelhof“, wo Änne und Luise aufwuchsen. Ellen reist wenig später nach. Gemeinsam suchen sie Personen, die ihnen Informationen geben können.
Die zweite Geschichte spielt vorwiegend in Schlesien auf dem Pappelhof während der Jahre 1943 bis 1947. Die Zwillinge Änne und Luise wachsen mit ihren Brüdern auf dem Pappelhof auf. Ihre Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Viehzucht. Sie beschäftigen auch Kriegsgefangene. Einer davon ist Karl. Luise fühlt sich zu ihm hingezogen, was besonders von ihrem Vater argwöhnisch beobachtet wird. Auch Änne gefällt das gar nicht, denn sie will ihre Schwester nicht verlieren.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) erzählt. Es liest sich flüssig. Die beiden Handlungen sind mitreißend. Als Leserin wollte ich wissen: Warum hat Änne ihrer Familie in Frankfurt nie erzählt, dass sie eine Zwillingsschwester, namens Luise, hatte? Was ist mit Luise passiert?
Beim Lesen stellen sich noch weitere Fragen. Die Autorin schafft es, immer wieder Spannung zu erzeugen, indem viele Kapitel mit einem Cliffhanger enden. Die Ereignisse 2019 wechseln sich ab mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Ich war als Leserin gebannt von der Handlung, nie wurde das Buch langweilig. Bis zum Schluss blieb das Buch spannend und offenbarte vieles, mit dem ich zu Anfang der Lektüre nie gerechnet hätte.
„Die Verlorene“ bot für mich nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch viele interessante Einblicke in das Leben und die Gefühle der Menschen in den so genannten ehemaligen „deutschen Ostgebieten“. Ich selbst hatte Verwandte aus diesen Gebieten und mir wurde durch die Lektüre vieles wieder bewusst, was diese Verwandten erlebt hatten.
Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Actionreich mit einigen Wendungen

Schwüre, die wir brechen
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Worum geht es in dem Buch?
Die Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh müssen sich um einen Mordfall in Malmö kümmern. Eine enthauptete Leiche, der ein Krokodilskopf angenäht wurde, wird in einem Boot gefunden. ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh müssen sich um einen Mordfall in Malmö kümmern. Eine enthauptete Leiche, der ein Krokodilskopf angenäht wurde, wird in einem Boot gefunden.
Wenig später taucht eine zweite Leiche auf einer Insel auf – ebenfalls enthauptet, mit einem angenähten Tierkopf. Ihr Körper ist mit Hieroglyphen übersät.
Svea Karhuu und Jon Nordh ermitteln erst seit kurzem miteinander und müssen sich aneinander gewöhnen. Neben den furchtbaren Morden haben sie noch mit eigenen Problemen zu tun. Svea erhält immer wieder anonyme Drohbriefe. Jon ist gerade verwitwet, seine Frau Linda kam zusammen mit seinem ehemaligen Ermittlerkollegen Calle bei einem Autounfall ums Leben. Doch war es wirklich ein Unfall? Neben der Aufklärung der genannten Morde geht Jon Spuren nach, die den Tod von Linda und Calle aufklären könnten.
Plötzlich verschwindet eine 16-jährige Schülerin, offensichtlich entführt aus ihrem Elternhaus. Svea und Jon müssen sich beeilen, um Schlimmeres zu verhindern.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Dieser Krimi ist der zweite Fall rund um die Ermittlungen des Teams Svea Karhuu und Jon Nordh. Ich habe den ersten Fall dieser Krimi-Reihe nicht gelesen, bin aber trotzdem in der Handlung gut mitgekommen.
Dieser Krimi ist sehr spannend und aus der auktorialen Perspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert. Diese Spannung gefällt mir. Immer wieder gibt es gefährliche Situationen, in die Svea und Jon geraten. Man ist als Leser oft so ratlos wie das Ermittlerteam und seine Kollegen. Ermittlungen und interne Sitzungen, in denen über die weitere Vorgehensweise zur Lösung der Morde gesprochen wird, wechseln sich ab. Dabei gehen Svea und Jon oft auch getrennte Wege, die gefährlich werden können.
Der Leser wird in Atem gehalten durch viele Wendungen – und manche Tatsachen sind am Schluss andere, als noch einige Kapitel vorher. Einige Cliffhanger gibt es auch – offene Fragen und Punkte, die wohl in einer der nächsten Bücher dieser Krimi-Reihe aufgegriffen werden.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, es war bis zum Schluss sehr spannend. Ich vergebe fünf Sterne sowie eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Berührend und authentisch

Die Briefeschreiberin
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Worum geht es in dem Buch?
Sybil van Antwerp ist 73 Jahre alt und schreibt Briefe, manchmal auch E-Mails. Einst war sie als Juristin tätig und arbeitete mit dem Richter Guy Donnelly zusammen. Sie schreibt ...

Worum geht es in dem Buch?
Sybil van Antwerp ist 73 Jahre alt und schreibt Briefe, manchmal auch E-Mails. Einst war sie als Juristin tätig und arbeitete mit dem Richter Guy Donnelly zusammen. Sie schreibt an Daan, ihren Ex-Mann, der in Belgien lebt. Sie schreibt an ihre beiden erwachsenen Kinder Fiona und Bruce. Sie schreibt an ihren Nachbarn Theodore Lübeck. Sie schreibt an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, zum Beispiel Joan Didion und Diana Gabaldon. Und so weiter.
Sie schreibt alles, was sie bewegt, was sie sagen will, was sie gerade liest. Sie versucht, sich zu entschuldigen, sie rechtfertigt sich, sie erinnert sich – sie schreibt über vieles. Sie weiß nicht, wie lange sie noch schreiben kann – denn in einigen Jahren wird sie ihr Augenlicht verlieren. Das hat ihr ein Arzt gesagt.
Sie bekommt meistens Antworten auf ihre Briefe – auch diese sind im Buch zu lesen.
Sybil wurde als Kind von Pflegeeltern angenommen, genau wie ihr Bruder Felix. Damit hat sie sich abgefunden – bis ihr Sohn Bruce ihr einen Weg zeigt, mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Das tut sie – und erfährt Erstaunliches.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ich wollte dieses Buch lesen, weil ich selbst schon seit Jahren gerne Briefe schreibe. Bewegend und authentisch sind Sybils Briefe. Sybil ist mir sympathisch. Einerseits ist sie resolut, andererseits geht sie in sich und sieht Fehler ein.
Man bleibt an der Lektüre dran, weil man wissen will, wie Sybils Sohn Gilbert ums Leben kam, ob sich mit ihrem Nachbarn Theodore mehr als nur eine Freundschaft entwickeln wird, ob sie mehr über ihre Herkunft erfahren wird und so weiter. Man begleitet als Leser:in Sybil über mehrere Jahre.
Damit man nicht durcheinanderkommt mit den Personen, denen Sybil schreibt, gibt es am Schluss des Buches ein Personenverzeichnis.
Dieser Briefroman ist lesenswert, berührend und authentisch. Langweilig wird das Buch nie, da sich Sybil mit vielen verschiedenen Menschen und Problemen in ihren Briefen befasst.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich vergebe fünf Sterne.


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