Der neue Roman der italienischen Schriftstellerin Milena Agus „Eine fast perfekte Welt“ handelt von drei Generationen einer sardischen Familie.
Die Autorin schafft es mit klaren und einfühlsamen Worten, ...
Der neue Roman der italienischen Schriftstellerin Milena Agus „Eine fast perfekte Welt“ handelt von drei Generationen einer sardischen Familie.
Die Autorin schafft es mit klaren und einfühlsamen Worten, das Leben der Familie in Armut und mit immerwährender Hoffnung auf ein besseres Leben und die Erfüllung ihrer Sehnsüchte zu beschreiben.
Die Protagonisten werden klar und deutlich dargestellt.
Milena Agnus gelingt es, diese Beschreibung der erfüllten und nicht erfüllten Träume der Familienmitglieder in eine gut lesbare und poetische Leichtigkeit zu verpacken.
Es geht um Sehnsucht, Freundschaft und Heimat.
Ich kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen, trotzdem es manchmal etwas langatmig ist.
Der bereits fünfte Roman von David Nicholls, Sweet Sorrow, ist im Ullstein Verlag erschienen und hat ein schlichtes Cover, welches mir sehr gut gefällt.
Der Leser lernt den jungen Charlie kennen, der auf ...
Der bereits fünfte Roman von David Nicholls, Sweet Sorrow, ist im Ullstein Verlag erschienen und hat ein schlichtes Cover, welches mir sehr gut gefällt.
Der Leser lernt den jungen Charlie kennen, der auf dem Weg zum Erwachsenwerden ist. Er verliert die Lust an der Schule nachdem seine Eltern sich getrennt haben und er beim depressiven und arbeitslosen Vater bleibt. Aber dann lernt er Fran kennen und um sie wiederzusehen muss er sich ihrer Schauspielgruppe anschließen. Nun beginnt ein Sommer der extremen Gefühle.
Durch den detailreichen und bildhaften Schreibstil des Autors liest sich die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten geschrieben, leicht und flüssig.
Der Leser fühlt mit den sympathischen und authentischen Charaktere mit.
Der Roman ist durch seine Detailverliebtheit etwas in die Länge gezogen, aber ich kann dieses gefühlvolle Buch jedem empfehlen, der gern In Erinnerung der ersten Liebe schwelgen will und über Liebe, Freundschaft und Familie lesen möchte.
Im Roman „Mittwoch also“ erzählt Lotta Elster, eine norwegische Autorin, die Geschichte der jungen 33 jährigen Journalistin Hedda. Diese intelligente, selbstbestimmte junge Frau wird durch einen One Night ...
Im Roman „Mittwoch also“ erzählt Lotta Elster, eine norwegische Autorin, die Geschichte der jungen 33 jährigen Journalistin Hedda. Diese intelligente, selbstbestimmte junge Frau wird durch einen One Night Stand ungewollt schwanger. Das norwegische Gesundheitssystem schreibt 3 Tage Bedenkzeit vor. Nun beginnt eine Zeit des Grübelns. Hedda berichtet als Icherzählerin aus ihrem Leben und zwar in schnellem Tempo, wechselt von heute ins gestern, kommt vom Hundertstel ins Tausendstel mit viel Sarkasmus und Humor.
Sie ist eine moderne und kluge junge Frau. Sie hat Liebeskummer, Jobprobleme, Geldsorgen, sie steckt also mitten in einer Lebenskrise. Der Roman über dieses wichtige und interessante Thema hat mir gut gefallen, auch weil er keine Wertung darüber abgegeben hat.
Dieser besondere Roman ist sehr flüssig geschrieben und gut zu lesen, der scharfzüngige Schreibstil hat mich überzeugt und ich kann das Buch gern weiterempfehlen.
Im Buch "Frau Einstein" von Marie Benedict geht um Mileva Marić Albert Einsteins erste Frau. Mileva auch genannt Mitza war eine junge Frau aus Serbien, die es geschafft hatte aus dem dort herrschenden ...
Im Buch "Frau Einstein" von Marie Benedict geht um Mileva Marić Albert Einsteins erste Frau. Mileva auch genannt Mitza war eine junge Frau aus Serbien, die es geschafft hatte aus dem dort herrschenden frauenfeindlichen Klima ,nach Zürich zu kommen und dort als eine der ersten Frauen zum Physik und Mathematik Studium zugelassen wurde.
Dort lernt sie Albert Einstein kennen und beginnt mit ihm zusammen an verschiedenen wissenschaftlichen Theorien zu arbeiten.
Jedoch wird ihr Name nie unter den Aufsätzen erscheinen, an denen sie so viel mitgearbeitet hat und unter denen einer später den Nobelpreis für Physik bekommen wird.
Marie Benedict verwebt die bekannten Fakten über Mileva Marić zu einem wunderbaren Roman über eine hochintelligente Frau die ihrer Zeit voraus war und ihr Leben im Schatten ihres berühmten Mannes verbracht hat.
Eine klare Leseempfehlung für alle die mehr über diese starke und faszinierende Frau erfahren wollen.
Schöne Scham von Bianca Nawrath bietet eine spannende Ausgangslage: Zwei Paare und eine Single‑Freundin verbringen ein Wochenende an der Ostsee – ein Szenario, das zugleich idyllisch und spröde sein kann. ...
Schöne Scham von Bianca Nawrath bietet eine spannende Ausgangslage: Zwei Paare und eine Single‑Freundin verbringen ein Wochenende an der Ostsee – ein Szenario, das zugleich idyllisch und spröde sein kann. Schnell offenbaren sich unter der Oberfläche Spannungen, unausgesprochene Wahrheiten, Machtverhältnisse und Schamgefühle. Besonders gelungen finde ich, wie Nawrath das Thema weibliche Solidarität mit den Grauzonen zwischen Freundschaft, Begehren und gesellschaftlichen Erwartungen verknüpft. Die Dialoge sind oft scharf, die Beobachtungen treffend, und es ergibt sich eine Psychologie des Alltäglichen, die nachhallt.
Auch positiv: Der Schreibstil ist zugänglich und klar, die Kapitel kurz genug, um Spannung zu halten, und dennoch gibt es Momente, in denen sich Figuren ambivalent verhalten – das macht sie glaubwürdig. Relationen wie Schuld und Mitschuld, aktives Wegschauen versus Verantwortung werden subtil thematisiert, was zeigt, dass das Buch mehr sein will als nur Drama unter Freunden.
Auf der anderen Seite gibt es Elemente, die mich gestört haben: Manche Perspektivwechsel und Dialoge wirken etwas konstruiert, fast so, als wolle das Buch zu vielen Themen gleichzeitig gerecht werden, was aber nicht in allen Fällen gelingt. Es bleibt gelegentlich oberflächlich, wenn es darum geht, tiefer in die psychologischen oder gesellschaftlichen Dynamiken einzusteigen. Auch verblassen manche Nebenfiguren, sodass ihr Verhalten oft stereotyp erscheint oder wenig Eigenes bekommt. Zudem war das Tempo nicht durchweg gleich ausgeprägt – gegen Ende hin hätte ich mir mehr Zuspitzung gewünscht.
Schöne Scham ist ein lohnenswertes Buch für Leser*innen, die gern in Beziehungsgeflechte eintauchen, sich mit Themen wie Scham, Solidarität und Machtverhältnissen auseinandersetzen – besonders im Kontext moderner Freundschaft. Nicht perfekt, aber mit starkem Potenzial und einigen beeindruckenden Passagen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.