Japanische Impressionen in Liebe und Kamelien eingehüllt
Das KamelienhausBei dem Roman von Tabea Bach handelt es sich um die Fortsetzung einer Familiengeschichte auf einer Insel in der Bretagne. Das Buch liest sich sehr leicht und flüssig und durch den bildhaften Schreibstil ...
Bei dem Roman von Tabea Bach handelt es sich um die Fortsetzung einer Familiengeschichte auf einer Insel in der Bretagne. Das Buch liest sich sehr leicht und flüssig und durch den bildhaften Schreibstil bekommt man als Leserin ein herrliches Bild von der jeweiligen Insel.
Die Familie Rivall betreibt eine Kosmetikfirma und Mutter Sylvia leitet die Geschäfte. Vater Maël betreut lieber die Kamelien auf der Insel und kennt sich sehr gut mit der Artenvielfalt aus. Lucy kehrt zurück nach ihrem Studium in Paris um die die Firma einzusteigen und die Familie zu Unterstützen. Schon ihre Reise auf die Insel in der Bretagne gibt einen wunderbaren Einblick in die traumhafte Landschaft und die Natur.
Natürlich freuen sich alle über Lucys Rückkehr. Als es jedoch Lucys Großmutter Solenn schlecht geht, kann Sylvia nicht zu einer geplanten Geschäftsreise nach Japan aufbrechen. An ihrer Stelle tritt Lucy die Reise an, auch um vor Ort ihre Freundin Lili wiederzusehen. Auf dem Flug nach Tokio lernt sie den interessanten Mann Finn kennen. Beide verstehen sich auf Anhieb und verbringen einen wunderschönen Tag in Tokio. Dies ist wohl für mich der romantische Teil des Buches. Die Autorin führt die beiden Protagonisten durch wunderschöne Gärten und lässt die Leser an japanischen Zeremonien teilnehmen. Schnell jedoch trennen sich beider Wege und sie müssen beruflich die ein oder andere Hürde meistern um sich wieder zu begegnen. Auch hier gelingt es Tabea Bach uns mitzunehmen und die Geheimnisse der Kamelienölgewinnung behutsam erfahren zu lassen. Besonders beeindrucken hier auch die Beziehungen der japanischen Mitarbeiter und Familie der Kamelienplantage untereinander. Das Buch vermittelt auch Trauer und einen Neubeginn. Welche Rollen dabei Finn und Lucy übernehmen sei an dieser Stelle nicht verraten.
Die Liebesgeschichte kommt für mein Dafürhalten etwas zu kurz und wirkt dadurch unbedacht und zu oberflächlich.
Als Erstleser waren auch anfangs zu viele Personen in die Rückkehr auf die Insel involviert, die ich nicht einordnen konnte, da ihre Rollen zu kurz beschrieben waren und ich die anderen Bände nicht kenne.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Lili, die als loyale Freundin eine wichtige Rolle in der Geschichte einnimmt. Jedoch wirkt auch ihre Liebesgeschichte etwas unglaubwürdig und als plötzlich ein weiterer Liebesinteressent auftaucht, kommt dies sehr unerwartet und für mich nicht nachvollziehbar. Sie wirkt zum Teil auch etwas naiv. So bleiben am Ende einige Fragen offen, die wohl erst in einem weiteren Band verarbeitet und beantwortet werden.
Insgesamt eine schöne Geschichte um Familie, Vertrauen, Verbindungen und wirtschaftliche Interessen, die der Ausbeutung der Natur entgegenstehen. Hier wird ein sehr brisantes Thema diskutiert, das in der heutigen von Profit geprägten Welt auf die wirklich wichtigen Themen hinweist. Viel Geld zu verdienen, macht eben auf Dauer nicht glücklich, wenn darunter Menschen und Natur leiden.