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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein spannender Politthriller mit aktuellem Bezug.

Der Wortschatz des Todes
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„Der Wortschatz des Todes“ von Martin von Arndt ist ein temporeicher Politthriller, der von Anfang bis Ende fesselt. Im Mittelpunkt steht Irina Starilenko, eine ehemalige BKA-Ermittlerin russischer Herkunft. ...

„Der Wortschatz des Todes“ von Martin von Arndt ist ein temporeicher Politthriller, der von Anfang bis Ende fesselt. Im Mittelpunkt steht Irina Starilenko, eine ehemalige BKA-Ermittlerin russischer Herkunft. Ihr Bruder bittet sie, seinem Freund Oleksi zu helfen, einem jungen Ukrainer, der einen Mord gestanden hat, den er nicht begangen hat. Widerwillig beginnt Irina mit ihren Ermittlungen und merkt schnell, dass sie es mit dunklen politischen Kräften zu tun hat, die bis in die aktuellen Konflikte zwischen Russland und der Ukraine reichen.

Der Autor versteht es, Spannung mit realistischen Charakteren zu verbinden. Irina ist eine vielschichtige Figur: Sie ist klug, mutig und gleichzeitig verletzlich, und ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar. Auch die Nebencharaktere wie Konstantin, Oleksi oder Irinas Netzwerk aus ehemaligen Kolleg:innen sind lebendig und authentisch gezeichnet. Besonders beeindruckt hat mich, wie geschickt historische und politische Hintergründe in die Handlung eingewoben werden, ohne den Lesefluss zu beeinträchtigen. Themen wie der Ukraine-Konflikt, Tschernobyl oder die Rechte Szene in Deutschland werden informativ, aber nie belehrend dargestellt.

Die Handlung ist spannend, überraschend und hält die Lesenden von der ersten bis zur letzten Seite in Atem. Einzig an einigen Stellen wirken Zufälle oder Hilfen aus Irinas Umfeld etwas konstruiert und das Finale ist etwas knapp geraten. Dennoch überzeugt die Geschichte durch logische Aufklärung und einen packenden Spannungsbogen.

Insgesamt ist Der Wortschatz des Todes ein hochaktueller, fesselnder Thriller, der politische Brisanz und Krimispannung perfekt miteinander verbindet. Wer temporeiche, gut recherchierte Politthriller mit starken Protagonist:innen mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 19.10.2025

Zwischen Macht, Mut und Mode: Eine Frau schreibt Geschichte.

Die Frau der Stunde
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Schon beim ersten Blick auf das wunderschöne Cover war ich von „Die Frau der Stunde“ von Heike Specht begeistert. Der Einband in einem kräftigen Orange-Pink ist ein echter Hingucker – er wirkt modern und ...

Schon beim ersten Blick auf das wunderschöne Cover war ich von „Die Frau der Stunde“ von Heike Specht begeistert. Der Einband in einem kräftigen Orange-Pink ist ein echter Hingucker – er wirkt modern und elegant und hat doch einen Hauch Retro, der perfekt zur Ära der späten 70er passt. Auch haptisch ist das Buch ein Genuss: Es liegt angenehm in der Hand, ist gut lesbar gesetzt und wirkt einfach hochwertig.

Inhaltlich entführt Heike Specht uns ins politische Bonn der 1970er Jahre, eine Zeit, in der Frauen in der Politik absolute Exotinnen waren. Die fiktive Politikerin Catharina Cornelius wird völlig überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt, was die Männerwelt in Aufruhr versetzt. Zwischen Zigarettenrauch, Gin Tonics und jeder Menge Vorurteilen kämpft sie sich durch die Bonner Republik und beweist dabei Haltung, Witz und Intelligenz.

Besonders gelungen finde ich den Blick auf weibliche Solidarität. Catharina steht nie allein da – ihre Freundinnen Suzanne und Azadeh sind keine Nebenfiguren, sondern wichtige Stimmen, die das Frauenbild dieser Zeit aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Ihre Geschichten verweben sich mit Catharinas Weg und verleihen dem Roman Tiefe und Emotion.

Der Schreibstil ist flüssig, klug und atmosphärisch. Man fühlt sich direkt in die damalige Zeit versetzt: zwischen Altherrenrunden, politischem Kalkül und aufkommendem Feminismus. Manchmal verliert sich die Handlung etwas im politischen Geschehen, doch die starken Frauenfiguren und die realistischen Dialoge machen das mehr als wett.

Heike Specht gelingt es, historische Themen lebendig zu erzählen und sie gleichzeitig mit aktueller Relevanz zu verknüpfen. Denn viele der Probleme, mit denen Catharina konfrontiert ist, sind auch heute noch vertraut, sei es die unterschätzte Kompetenz von Frauen oder die Macht männlicher Netzwerke.

Mein Fazit:
Ein inspirierender und intelligenter Roman über Mut, Macht und weibliche Stärke, der in einem wunderbar modernen Gewand daherkommt. „Die Frau der Stunde“ ist Lesestoff für alle, die kluge Frauenfiguren lieben, sich für Politik interessieren oder einfach eine starke Geschichte suchen, die zum Nachdenken anregt.

Ich vergebe ⭐️⭐️⭐️⭐️ von 5 Sternen – und einen Extra-Stern fürs großartige Cover!

Veröffentlicht am 19.10.2025

Tod am Weihwasserbecken – ein Gardasee-Krimi mit Tiefgang

Salute - Das letzte Gebet
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Der dritte Fall für Commissario Lanza und Paul Zeitler beginnt düster: In einer Kirche in Bardolino wird ein junger Mann tot am Weihwasserbecken aufgefunden, mit einer Seite aus dem Gesangbuch im Mund. ...

Der dritte Fall für Commissario Lanza und Paul Zeitler beginnt düster: In einer Kirche in Bardolino wird ein junger Mann tot am Weihwasserbecken aufgefunden, mit einer Seite aus dem Gesangbuch im Mund. Schon dieser Einstieg sorgt für Gänsehaut und weckt sofort die Neugier der Leser.

Friedrich Kalpenstein versteht es auch dieses Mal, Spannung und Atmosphäre meisterhaft zu verbinden. Das idyllische Bardolino bildet einen stimmungsvollen Kontrast zu einem Fall, der sich um Glaube, Schuld und menschliche Abgründe dreht. Besonders gut gefällt mir, wie das Thema Wasser – als Lebensquelle und mögliches Tatmotiv – in die Handlung einfließt.

Lanza ermittelt wie gewohnt ruhig und beharrlich, während Zeitler in diesem Band etwas in den Hintergrund tritt, aber dennoch für charmante Zwischentöne sorgt. Die Dynamik zwischen den beiden Ermittlern entwickelt sich weiter und macht Lust auf mehr.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft: Man spürt förmlich die italienische Sonne und riecht den Espresso – und ist gleichzeitig mitten in einem packenden Kriminalfall.
Ein atmosphärischer, clever konstruierter Krimi mit Urlaubsflair und einer Wendung, die mich wirklich überrascht hat.

Fazit: Spannung, italienisches Lebensgefühl und ein raffinierter Fall – „Salute – Das letzte Gebet“ ist ein würdiger dritter Teil der Reihe und macht sofort Lust auf den nächsten Fall in Bardolino!

Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine bewegende Familiengeschichte voller Emotionen und Zusammenhalt

Der Friesenhof
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Mit Der Friesenhof – Schicksalstage setzt Fenja Lüders ihre Teehändler-Saga gefühlvoll fort und entführt uns erneut ins Ostfriesland der 1950er-Jahre.
Der Teehandel der drei Schwestern läuft endlich erfolgreich ...

Mit Der Friesenhof – Schicksalstage setzt Fenja Lüders ihre Teehändler-Saga gefühlvoll fort und entführt uns erneut ins Ostfriesland der 1950er-Jahre.
Der Teehandel der drei Schwestern läuft endlich erfolgreich an, doch es warten neue Herausforderungen – sowohl im Geschäft als auch in der Liebe. Besonders Gesa steht vor einer schwierigen Entscheidung, als ein totgeglaubter Mensch plötzlich wieder auftaucht.

Wie schon im ersten Band gelingt es Fenja Lüders, den Zeitgeist wunderbar einzufangen. Ihr Schreibstil ist flüssig und warmherzig, sodass man sich direkt wieder auf dem Friesenhof zu Hause fühlt. Ich habe mit Gesa mitgelitten, gehofft und jede Wendung mit Spannung verfolgt.
Die Charaktere sind lebendig und authentisch, und man spürt den Zusammenhalt, aber auch die Zwänge und Vorurteile der damaligen Zeit deutlich.

Ein berührender Roman über Mut, Liebe und familiäre Stärke, der perfekt für alle ist, die Geschichten mit Herz und historischem Flair lieben. Ich hoffe sehr, dass es noch einen weiteren Band geben wird!

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 07.10.2025

Deutschland entdecken mit Spaß und Staunen

Deutschland - Das Duden Kinderlexikon
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„Deutschland – Das Duden Kinderlexikon“ ist ein großartig gestaltetes Nachschlagewerk, das Wissen auf unterhaltsame und kindgerechte Weise vermittelt. Schon beim ersten Durchblättern fällt der bunte, liebevolle ...

„Deutschland – Das Duden Kinderlexikon“ ist ein großartig gestaltetes Nachschlagewerk, das Wissen auf unterhaltsame und kindgerechte Weise vermittelt. Schon beim ersten Durchblättern fällt der bunte, liebevolle und durchdachte Aufbau des Buches auf. Roboter Dudu und Hund Schnüffel führen durch über 350 spannende Einträge zu Themen wie Natur, Geschichte, Kultur, Sprache und Alltag.

Die Texte sind leicht verständlich, sodass Kinder ab fünf Jahren vieles selbst entdecken können – und auch Erwachsene lernen beim Mitlesen noch Neues dazu. Besonders gut gefallen haben mir die Steckbriefe zu den Bundesländern, die auf spielerische Weise die Vielfalt Deutschlands zeigen. Die zahlreichen Illustrationen, Karten und Entdeckerseiten laden immer wieder zum Stöbern ein.

Ein rundum gelungenes Lexikon, das Kinder neugierig macht, Zusammenhänge erklärt und zum gemeinsamen Entdecken einlädt! Ein echtes Highlight im Bücherregal – lehrreich, liebevoll und mit ganz viel Herz gemacht!