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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Tolles Magiesystem

The Witch Collector
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Für Raina Bloodgood gibt es seit längerem nur ein Ziel, sie möchte ihre Schwester wiederfinden, die der Witch Collector entführt hat, wiederfinden. Zum Tag der Ernte wird er in ihr Dorf zurückkehren und ...

Für Raina Bloodgood gibt es seit längerem nur ein Ziel, sie möchte ihre Schwester wiederfinden, die der Witch Collector entführt hat, wiederfinden. Zum Tag der Ernte wird er in ihr Dorf zurückkehren und dann kann sie sich endlich an ihm rächen. Doch es kommt ganz anders, als ihr Dorf von den Ostländern überfallen und abgebrannt wird. Ausgerechnet Alexus Thibault, der Witch Collector, kommt ihr zur Hilfe. Bei ihrer gemeinsamen Flucht wird ihr klar, dass ausgerechnet der Mann, den sie zu hassen glaubt, der einzige sein wird, der verhindern kann, dass ihre Schwester in die Hände der Feinde fallen wird. Notgedrungen muss sie ihm vertrauen und dabei noch aufpassen, dass sie ihr Herz nicht verlieren wird.

Ich habe mich auf den ersten Blick in die wunderschöne Gestaltung des Buches verliebt, Cover und Farbschnitt sind wunderschön gestaltet.

Der Einstieg ist relativ ruhig und ich fühlte mich zu Beginn ein wenig von den verschiedenen Charakteren überfordert, doch nach den magischen ersten 100 Seiten war ich in der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin Charissa Weaks hat mir gut gefallen, er ist bildhaft, flüssig, wenn auch hin und wieder etwas ausschweifend.

Das Worldbuilding ist für eine High Romantasy ausreichend beschrieben, man erfährt, wo sie sich befinden und wer Freund und wer Feind ist. Die Hintergründe dafür brauchen allerdings etwas, um deutlich zu werden.

Das Magiesystem hat mir sehr gut gefallen und war geschieckt in die Handlung mit eingebunden.

Die Handlung hatte vom Tempo her ein wenig auf und ab, gerade im Mittelteil gibt es ein paar Längen.

Erzählt wird das ganze abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Raina und Alexus. Mein Manko hier war, Alexus eher sofort einschätzen zu können, so dass es mir schwerfiel, ihn gedanklich als Rainas Feind einzuordnen.

Raina fand ich spannend, gerade auch weil sie stumm war. Das hatte ich zwar in letzter Zeit häufiger, aber dann bei den männlichen Charakteren.

Die Lovestory entwickelt sich eher langsam, was ich als passend empfunden habe. Auch Spice hält sich hier in Grenzen, wer das also auch eher weniger gerne hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Mein Fazit: Insgesamt mochte ich The Witch Collector, auch wenn es deutliche Höhen und Tiefen gab. Trotzdem ist es fesselnd geschrieben und hat gut ausgearbeitete Charaktere. Besonders gelungen empfand ich das Magiesystem. Tolle Romantasy für zwischendurch.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Die Jagd nach den Kronensplittern

A Crown Drowned in Shadows
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Wenn der König stirbt, splittert die Krone in vier Teile und nur der, dem es gelingt, bei einer Jagd alle Teile zu finden, wird sein Nachfolger. Allerdings ist die Suche nach den vier Splittern alles andere ...

Wenn der König stirbt, splittert die Krone in vier Teile und nur der, dem es gelingt, bei einer Jagd alle Teile zu finden, wird sein Nachfolger. Allerdings ist die Suche nach den vier Splittern alles andere als ungefährlich und die Erben der Krone lassen diese lieber suchen, als sich selbst der Gefahr auszusetzen. An dieser Stelle kommt Splinter Vane zum Vorschein, der sich wie zufällig, von den Erben anheuern lässt, nach den einzelnen Splittern zu suchen. Gemeinsam mit drei Gefährten begibt er sich auf den Weg. Doch weder Splinter noch die andere handeln im Sinne der Erben, sondern verfolgen ganz eigene Ziele.
Das Cover schreit förmlich nach einem Abenteuer und macht neugierig und da ich High Fantasy sehr mag, war ich dabei.
A Crown drowned in Shadows ist das Fantasy Debüt oder überhaupt das Debüt von Marius Kulin und ich muss sagen, alle Achtung, das, was er hier erzählt, hat Hand und Fuß.
Kulin erzählt flüssig, aber durchaus auch anspruchsvoll, dafür aber bild- und ideenreich, so dass es hier nicht langweilig wird.
Wir beginnen gleich mit dem Anheuern der vier Gefährten, erfahren aber nur bruchstückhaft, worum es eigentlich geht.
Das Worldbuilding ist absolut komplex und weiß zu fesseln. Wir befinden uns hier in einer mittelalterlichen Fantasywelt, die mit einigen neuen Ideen daherkommt. Die Geschichte ist schon fast klassische High Fantasy, da wir gemeinsam mit den Gefährten quer durch die Welt reisen. So bekommt man eine gute Vorstellung darüber, wie die Welt aussieht.
Die Handlung ist tatsächlich nicht so leicht zu durchschauen, wir erleben die, zumindest angenommene, Gegenwart, aber auch ein davor und danach. Das hat mich beim Lesen doch hin und wieder verwirrt und rausgebracht. Dazu kann und möchte ich aber nicht zu viel verraten, denn alles klärt sich auf, auch wenn man dann erst zum Schluss den ganz großen Aha-Effekt hat. Dafür definitiv Respekt, das war schon großes Kino, wie all das ein großes Gesamtbild ergibt.
Die vier Charaktere scheinen alle irgendwas zu verbergen zu haben, keiner handelt aus ehrlichen Motiven und sie sind durchaus morally grey. Wer sie wirklich sind, welche Pläne sie verfolgen und ob man ihnen vertrauen darf oder sollte, erfährt man nur stückchenweise. Auch die Motive der einzelnen erschließen sich nur langsam. Ich persönlich habe sie alle immer ein wenig misstrauisch beäugt und doch wuchsen sie mir nach und nach ans Herz. Ok, vielleicht bis auf einen.
Mein Fazit: A Crown drowned in Shadows war so ganz anders als vermutet, sehr viel komplexer und undurchschaubarer als ich gedacht hatte. Es gibt sehr viele actionreiche Szenen, allerdings muss man hier auch wirklich alles genau verfolgen, da doch jedes Kapitel ein Puzzleteil ist und man viele Informationen benötigt, damit man zum Ende ein Gesamtbild erhält. Auf jeden Fall kein easypeasy Buch für zwischendurch, dafür aber einfach spannend und anders. Wer abenteuerliche High Fantasy mag, kommt hier auf seine Kosten.

Veröffentlicht am 10.10.2025

Schöne Geschichte

Say You’ll Remember Me
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Um ihre an Demenz erkrankte Mutter zu pflegen, kehrt Social Media Managerin Samantha Diaz in ihre Heimat zurück. Blöd nur, dass sie ausgerechnet einen Tag vor ihrer Abreise das Date des Jahrhunderts mit ...

Um ihre an Demenz erkrankte Mutter zu pflegen, kehrt Social Media Managerin Samantha Diaz in ihre Heimat zurück. Blöd nur, dass sie ausgerechnet einen Tag vor ihrer Abreise das Date des Jahrhunderts mit Tierarzt Xavier hatte. Dieser ist in jeder Hinsicht eine Greenflag, der sich neben seinen Job noch um herrenlose Kätzchen kümmert und auch sonst in jeder Hinsicht perfekt ist. Für Sam ist klar, dass sie keine Fernbeziehung führen möchte, denn sie leben nun in gegensätzlichen Teilen der USA. Kurzerhand trennt sie sich von ihm, doch wirklich vergessen kann sie ihn nicht und auch Xavier geht es ähnlich.
Abby Jimenez und ihre wunderschön erzählten Romane gehören mittlerweile fest zu meinen must read. Denn die Autorin schafft es immer wieder, in ihre sehr gefühlvollen Romane auch einen humorvollen Ton zu treffen. Das macht das Lesen leicht und flüssig und zieht immer wieder in den Bann.
Aber auch dieses Mal baut sie ernste Themen des Alltags mit ein, wie z. B. die Demenzkrankheit von Samanthas Mutter, aber auch das Thema Fernbeziehung oder Probleme innerhalb von Familien werden angesprochen. So schafft es Abby Jimenez wieder einmal eine Geschichte mit genau der richtigen Mischung zu erzählen.
Das Buch fesselt von Anfang bis Ende, vor allem auch dadurch, dass man sich hier sehr gut in die Charaktere hineinversetzen kann. Zwar gibt es hier im Mittelteil die ein oder andere Länge, bei der sich die Themen etwas wiederholen, doch insgesamt liest man da schnell drüber hinweg.
Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven zwischen Samantha und Xavier, jeweils in der Ich-Form, was ich immer sehr begrüße, denn so kann man sich einfach intensiver in die Protagonisten einfühlen.
Samantha kämpft mit ihrer Situation, man spürt oft ihre Überforderung in der Pflege der Mutter. Das konnte ich perfekt nachempfinden. Auch sonst sind ihre inneren Konflikte logisch und emotional erzählt. Ich mochte sie auf jeden Fall.
Xavier hingegen leidet an seiner Vergangenheit, fast nur schwer vertrauen und doch ist er derjenige der rationaler denkt. Er ist der stille Held, der einfach da ist, wenn man ihn braucht.
Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist spürbar, aber auch emotional und einfach auch erwachsener, was für mich Jimenez‘ Bücher eh immer hervorhebt. Man kann hier einfach alles sehr gut nachempfinden.
Mein Fazit: Abby Jimenez hat wieder einmal einen Roman voller Tiefe, aber auch mit dem nötigen Humor erzählt, der einfach wieder Spaß macht zu lesen. Ihre Charaktere wirken vertraut, da man sich gut in sie hineinversetzen kann. Zwar sind die Grundthemen durchaus bekannt, aber wie immer hat die Autorin mich mitten in die Geschichte gezogen. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 09.10.2025

Starker Cold Case Fall

Eisenblume
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Als in einer verlassenen psychiatrischen Anstalt eine Leiche, in einer Wand eingemauert, gefunden wird, werden Fredrika Storm und ihr Kollege Henry Calment zum Fundort gerufen. Es scheint als gäbe es eine ...

Als in einer verlassenen psychiatrischen Anstalt eine Leiche, in einer Wand eingemauert, gefunden wird, werden Fredrika Storm und ihr Kollege Henry Calment zum Fundort gerufen. Es scheint als gäbe es eine Verknüpfung zu einem Fall aus dem Jahr 1987 als die Anstalt noch in Betrieb war und aus der zwei Jugendliche spurlos verschwanden. Bis heute fehlte jede Spur von Tommy und Ann-Louise und die Ermittler beginnen in den alten Akten zu wühlen. Zwischen Zeugenbefragungen und Stöbern in der alten Anstalt stoßen sie auf immer mehr Geheimnisse. Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt? Und vor allem, wer erinnert sich noch wirklich nach so langer Zeit? Und dann taucht eine weitere Leiche auf.
Mit Eisenblume erschien der zweite Band der Krimireihe um die beiden Ermittler Storm und Calment. Wie immer gilt, die Fälle sind unabhängig voneinander, ansonsten bauen die Hintergrundgeschichten aufeinander auf.
Der Einstieg fällt leicht, denn Frieda Skybäck erzählt fesselnd und flüssig, so dass man schnell in den Sog der Geschichte gerät.
Als Lost Place Fan fand ich die Atmosphäre hier ganz besonders gelungen, diese Psychiatrie, dem Verfall preisgegeben, hat allein schon durch ihren Hintergrund einen ganz besonderen, unheimlichen und beklemmenden Aspekt.
Genauso wie Lost Places mag ich auch Cold Cases, dem dieser Fall zu Grunde liegt. Wir erfahren in Rückblicken mehr aus vergangenen Tagen, behalten aber in der Gegenwart trotzdem einen spannenden Fall.
Im Mittelteil muss ich zugeben, wird die Handlung ein wenig langatmiger, was schade ist, denn gerade so das Wühlen im Vergangenen hat viel zu bieten. Wurde etwas vertuscht? Welche Geheimnisse gab es? Wer kann sich wirklich noch an etwas erinnern, das beinahe vierzig Jahre in der Vergangenheit liegt. Trotz der Längen gab es auf jeden Fall noch gelungene Überraschungen und Wendungen.
Das Setting, die alte Anstalt, wirft dann auch das Thema rund um psychische Behandlungen in der Vergangenheit auf. Was heute undenkbar scheint, war früher Gang und Gäbe und das ist bedrückend und erschreckend.
Die beiden Ermittler empfand ich als sehr gut gezeichnet. Man lernt sie auch auf persönlicher Ebene kennen und merkt hier sehr gut, dass sie alles andere als perfekt sind. Für mich wirkten sie dadurch greifbar und authentisch und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den Beiden. Die Nebencharaktere bleiben aber hier deutlich blasser und ich glaube, gerade da hätte man noch einiges spannender werden lassen können.
Mein Fazit: Wer skandinavische Krimis mag, weiß, dass sie oft düster und mit einer gewissen Schwere daherkommen, genau so ist auch Eisenblume. Wer Geschichten aus der Vergangenheit, so genannte Cold Cases, mag, wird hier ganz auf seinen Geschmack kommen. Mich konnte Frieda Skybäck wieder überzeugen und ich freu mich auf den nächsten Fall.

Veröffentlicht am 07.10.2025

Tolle Enemies to Lovers

Heavenly Bodies
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Durch eine alte Prophezeiung liegt ein Fluch auf Elara, die Prinzessin der Nacht. Dieser Fluch besagt, dass sie sich einst in einen Star, einer Art Gott, verlieben wird, doch diese Liebe wird mit dem Tod ...

Durch eine alte Prophezeiung liegt ein Fluch auf Elara, die Prinzessin der Nacht. Dieser Fluch besagt, dass sie sich einst in einen Star, einer Art Gott, verlieben wird, doch diese Liebe wird mit dem Tod der Beiden enden. Als der Gott des Krieges Elaras Reich zerstört, bleibt ihr keine andere Wahl, als zu fliehen. In Helios, dem Reich des Lichtes, erhält sie Zuflucht durch Prinz Lorenzo. Dieser plant bereits Elara zu einer Waffe gegen die Stars auszubilden. Doch auch Lorenzo hat Geheimnisse und Elara mehr Kraft als sie denkt.
Ich liebe dieses Cover mal wieder, denn es ist ein absoluter Hingucker und passt hier auch perfekt zum Inhalt des Buches.
Der Schreibstil hat mir eigentlich ganz gut gefallen, allerdings gibt es immer wieder Momente, in denen die Beschreibungen zu umfangreich werden und die dadurch auch das Vorankommen in der Handlung ausbremsen.
Das Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Basis ist eine High Fantasywelt und Autorin Imani Errui gestaltet diese abweshlungs- und detailreich. Sowohl Magiesysteme als auch die Reiche unterscheiden sich.
Die Autorin nimmt sich zu Beginn Zeit, mehr über die Hintergründe ihrer Geschichte zu erzählen, was den EInstieg etwas zäher gestaltet, doch mit Fortschreiten der Geschichte nimmt auch das Tempo der Handlung zu. Wir haben hier ein Geflecht aus Lügen und Intrigen, aber auch der Romantasy Part bekommt seine Zeit. Hier gibt es auf jeden Fall den ein oder anderen Plottwist, den ich so nicht erwartet hätte.
Aus der Sicht der Protagonistin Elara erleben wir die Handlung. Dadurch lernen wir sie intensiv mit all ihren Gefühlen und Gedanken kennen. Ich habe es geliebt, wie aus der anfänglich doch recht unsicher wirkenden Frau eine starke Persönlichkeit wurde, die durchaus in der Lage ist, für sich einzustehen.
Lorenzo ist ein starker Gegenpart und Elaras Loveinterest. Doch zu Beginn ist er ihr Feind. Auch wenn er sich gegenüber Elara zu Beginn eher distanziert gibt, ist schon sein Beschützerinstinkt spürbar. Doch er wurde von einer dunklen Vergangenheit geprägt, weshalb er oft mit seinen inneren Konflikten kämpft.
Die Lovestory zwischen den Beiden ist absolut slow burn und passte hier einfach perfekt.
Die Nebencharaktere bleiben hier oberflächlicher, aber waren für mich noch soweit ganz gut ausgearbeitet.
Mein Fazit: Insgesamt hat mich diese Romantasy absolut positiv überrascht. Ich bin hier ohne große Erwartungen rangegangen und bekam eine spannende Story mit tollen Charakteren, von denen mir vor allem Protagonistin Elara richtig gut gefallen hat. Aber auch die Tension zwischen ihr und Lorenzo war überzeugend. Eine tolle slow burn Enemies to Lovers, die ich gerne weiterempfehle.