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Veröffentlicht am 14.01.2026

Glimmer versus Trigger

Glimmer
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Mein zweiter Versuch, beim ersten Mal war alles weg … ich habe mich aber von dem IT Problem nicht triggern lassen, sondern versucht alles positiv zu sehen. Der Glimmer hat mein Herz zum Brennen gebracht. ...

Mein zweiter Versuch, beim ersten Mal war alles weg … ich habe mich aber von dem IT Problem nicht triggern lassen, sondern versucht alles positiv zu sehen. Der Glimmer hat mein Herz zum Brennen gebracht.

Natürlich hat mich als erstes bei dem Buch der Begriff 'Glimmer' sehr neugierig gemacht. Ebenfalls die farbige Gestaltung des Covers: Dieses zarte Grün, dazu orangene Tupfen, die sich wie Seifenblasen über den Einband ziehen und in den fetten 'Glimmer' Titel kumulieren. Das Buch ist sehr handlich, praktisch zum Mitnehmen, für unterwegs im ÖPNV. Und bei dem Begriff 'Glimmer' gucken viele aufmerksam, konnte dadurch auch das eine oder andere Gespräch führen. Während der Begriff 'Trigger', der jetzt in so gut wie jedem Buch aufgeführt werden muss, diese Seiten überblättere ich in der Regel schnell. Denn auf der Rückseite und im Klappentext wird mir ja schon vorgeführt in Kurzform worum es geht und dann lasse ich mich darauf ein oder lege das Buch weg.

Und während ich in der Regel mich nicht 'triggern' lasse, habe ich mich jetzt aber 'glimmen' lassen. So wie wenn ich ein tolles appetitliches angerichtetes Foto von einer interessanten Mahlzeit sehe – das glimmt mich, dann bekomme ich Appetit darauf. Positive Menschen sehen gerne das Positive in einer Situation, das Lächeln im Zug, ein schöner Mensch, der gekonnt gekleidet ist, ein sonniger Winternachmittag, die Eisblumen an meinem Fenster. Das alles ergreift mich mit einem herzlichen Glimmer. Bernhard Tewes weiß genau mit seinem wertvollen Büchlein das in Wort und Schrift zu setzen und gibt weitere wichtige Tipps für meinen Alltag.

Mich hat das Büchlein richtig angeheizt, der Glimmer hat sich festgesetzt. So wie ein aufregendes Bild von einer Region, die ich unbedingt besuche möchte. Jetzt besuche ich meine Herzregionen!
Danke!

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein tolles Buch, ein schwieriges Buch!

Mo & Moritz
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Eine Liebe, die nicht sein darf und doch so ist!

Romeo und Julia, nur dass die beiden Liebenden Mo(jad) und Mo(ritz) heißen. Der eine ist Muslim, der andere Jude. Die Eltern des jüdischen Teils sind tolerant ...

Eine Liebe, die nicht sein darf und doch so ist!

Romeo und Julia, nur dass die beiden Liebenden Mo(jad) und Mo(ritz) heißen. Der eine ist Muslim, der andere Jude. Die Eltern des jüdischen Teils sind tolerant gegenüber der homosexuellen Neigung des Sohnes. Die Eltern des muslimischen Teils verharren in ihrer konservativen Welt und sind nicht in Wien angekommen.

Doch es kommt noch schlimmer, der ältere Sohn der muslimischen Familie entpuppt sich als Islamist, wobei sein Verhalten der Mutter und der Schwester gegenüber schon auf so etwas hindeuten. Dieser Sohn hat Schlimmes in der alten Heimat erlebt, doch nun überträgt er seine Unfähigkeit zu abstrahieren auf seine neue Umgebung und lehnt daher die westliche Welt ab. (Irgendjemand muss eben den Sündenbock spielen, in dem Fall wieder mal vereinfacht der Westen und die Juden).

Sehr interessante Beschreibung! Taylor Swift Konzerte Wien – sind tatsächlich wegen terroristischer Gefahr abgesagt worden. Die Autorin hat diesen Hintergrund genommen, um eine Fiktion aufzubauen um den älteren Sohn der Familie. Es wird nicht davon gesprochen aus welchem Land sie geflohen sind, vor welchem blutdürstigen Tyrann. Es wird auch nicht, weder bei der jüdischen noch bei der muslimischen Familie davon gesprochen, ob sie religiös sind.

Auf den über knapp 200 Seiten entwickelte die Autorin ein Szenario, in dem alles drin steckt... der Terror in der Heimat, Flucht, Aufbau eines neuen Lebens, der Holocaust, der Schmerz, der Verlust, Wien im 21. Jahrhundert, Homosexualität, Freiheitswillen der jungen Generation, politischer Irrläufer. Mit feinen subtilen Worten wird dieses Szenario beschrieben und wie Mo darunter leidet sich zu verlieben und sich bewußt zu werden, dass er anders ist.

Die junge Generation muss immer ihren eigenen Weg finden. Einige von ihnen driften in die falsche Richtung. Und da ist es gut, wenn es eben eine 'blaue Fee' oder einen Herrn Franz gibt!
Ich möchte sagen, es ist ein Mutmacherbuch. Geht euren eigenen Weg, versöhnt euch mit euch selbst.

Das Cover ist so subtil wie der Inhalt: Fein gezeichnet und in einer angenehmen Farbhaltung.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

eine äußerst interessante Lektüre!

Prinzessin Alice
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Alice von Battenberg (oder angliziert: Mountbatten), die Schwiegermutter von Königin Elisabeth II und folgerichtig damit auch die Mutter von ihrem Gemahl Prinz Philip von Griechenland und Dänemark:

Als ...

Alice von Battenberg (oder angliziert: Mountbatten), die Schwiegermutter von Königin Elisabeth II und folgerichtig damit auch die Mutter von ihrem Gemahl Prinz Philip von Griechenland und Dänemark:

Als Prinzessin von Griechenland mussten Alice und ihre Familie das Land verlassen, als es zu einem Putsch kam. Bettelarm ließ sich Alice mit ihren fünf Kinder in Paris nieder, Prinz Andreas hatte sich vom Acker gemacht (sprich nach Monte Carlo mit seiner Geliebten). Alice war gehörlos, konnte aber in fünf Sprachen Lippen lesen, sie wird als sehr intelligent und schön bezeichnet.

Mit dem Buch von Irene Dische, einer versierten Autorin, nähert sich der lesende Mensch dem europäischen Hochadel an. Die persönlich gehaltene Erzählung über Alice (die sich anhört, als ob Alice sie selbst erzählt) berichtet von vielen Interna, Streitereien und Intrigen. Im Vordergrund steht natürlich Prinzessin Alice, die ihren eigenen Weg geht. Sie wird sehr religiös und gründet ihren eigenen Orden, wird Wohltäterin und auch Retterin von verfolgten jüdischen Menschen. Doch ihrer Familie und dem Hochadel allgemein ist sie suspekt, weswegen man sie auch in die Psychiatrie steckte.

Das Buch ist einer mutigen und ihren eigenen Weg gehenden starken Frau gewidmet, die trotz ihrer Einschränkungen (gehörlos und dem unter starken Regelungen gebundenen Hochadel angehörig) ihrem Leben viel Sinn abverlangt.

Angeblich wollen alle kleinen Mädchen Prinzessinnen werden. Wüssten diejenigen, die im Prinzessinnenkleidchen von einem schönen Prinzen träumen, wie unromantisch das Leben des Hochadels tatsächlich ist - vor allem wenn nur noch der Titel bleibt und kein Wohlstand, dann würde der Traum schnell platzen.
Da ich einige Bekannte aus dem Hochadel habe, kann ich nur betonen - es stimmt, Angehörige der Aristokratie zu sein, ist keine einfache Angelegenheit.
Von daher kann ich das Buch nur empfehlen! Es öffnet Augen...und in dem Buch stecken viele ironische Seitenhiebe auf die eigene Familie und dem Hochadel allgemein.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Peggy, der Freigeist

Peggy Guggenheim
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"Wer ist dieser Mann?" Zu Andy Warhol und ihrer Begegnung auf einer Party.

Dieses Buch, eine Biografie, mit vielen sehr schönen Fotografien aus dem aufregenden Leben der Peggy Guggenheim, die im Gegensatz ...

"Wer ist dieser Mann?" Zu Andy Warhol und ihrer Begegnung auf einer Party.

Dieses Buch, eine Biografie, mit vielen sehr schönen Fotografien aus dem aufregenden Leben der Peggy Guggenheim, die im Gegensatz zu anderen Erbinnen aus den USA (nehmen wir Barbara Hutton) etwas mit ihrem ererbten Geld machte. Chapeau! Ihr Beitrag ist mir als Europäerin wesentlich wichtiger als derjenige eines ihrer reichen Verwandten.
Das Buch betrachte ich eher als ein Nachschlagwerk, um immer mal wieder darin zu blättern und Kapitel zu bestimmten KünstlerInnen und Peggy Guggenheim zu lesen. Ein anregendes und inspirierendes Nachschlagewerk.

Das Buch ist eine Biografie und doch, wie die Autorin in ihrem äußerst interessanten Schlusswort betont, keine Biografie. Denn ihre Kinder bleiben unerwähnt (die sind ihren eigenen Weg gegangen), ihre Männer (Ehemänner) wurden am Rande erwähnt, ihre Liebhaber ebenfalls. Das macht auch eine Frau, einen Freigeist wie sie einer war, nicht aus. Einem Willy Brandt werden unendlich viele Affären nachgesagt, und das von seinen Frauen weiß ja die interessierte Leserin. Aber gehört das in eine Biografie? Peggy Guggenheim hat ihren sehr wertvollen Beitrag, genauso wie Willy Brandt, für die Gesellschaft geleistet. Ich bin dankbar für das, was sie getan hat: So genannte entartete Kunst gerettet, Künstler:innen gerettet.

Ein schönes Buch!

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Paris unter deutscher Besatzung

Der Barmann des Ritz
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Eines der nobelsten Hotels von Paris ist das Traditionshotel Ritz. Berühmt in dem Hotel ist auch ihre Hemingway Bar, wo der trinkende Schriftsteller gerne seine Zeit verbrachte. Und von dieser Bar ist ...

Eines der nobelsten Hotels von Paris ist das Traditionshotel Ritz. Berühmt in dem Hotel ist auch ihre Hemingway Bar, wo der trinkende Schriftsteller gerne seine Zeit verbrachte. Und von dieser Bar ist der Barmann Frank Meier besonders bekannt.

Im vorliegenden Buch schreibt der Autor Philippe Collin, ein französischer Journalist, in seinem ersten Roman über die deutsche Besetzung von Paris 1940 bis 1944 aus dem Blickwinkel des Barmanns vom Ritz.
Das Besondere daran ist, Frank Meier ist jüdisch (obwohl sein Vater ihn nicht beschneiden ließ und ihm einen österreichischen Namen verpasste. Denn Vater Meier, der osteuropäische Pogrome erlebte, wollte, dass sein Sohn frei von der Bürde einer jüdischen Religion aufwächst).

Nun tauchen die Größen der Nazi Wehrmacht im Ritz auf (sind auch von der Ritz Witwe gerne gesehen, denn sie bringen Geld und ziehen weitere illustre Kundschaft an). Ein Barmann hört alles, sieht alles und bleibt doch irgendwie unsichtbar, außer man spricht ihn direkt an und will etwas von ihm (einen ‚Drink’, einen Gefallen, einen Wett Tipp für das Pferderennen). Diese Gefallen z.B. gipfeln auch darin Pässe für Verfolgte zu besorgen, jüdische Pariser, einen britischen Piloten, Mündel von ihm. Er kümmert sich um einen Barjungen, ebenfalls jüdisch, und um eine schöne jüdische Amerikanerin, aufmüpfige Ehefrau eines der wichtigen Männer vom Ritz Direktorium. Er wird in einen Geheimgang eingeweiht und ermöglicht durch diesen die Flucht des Barjungen.

Im Laufe des Romans leidet man mit Frank Meier mit, den er weiß nie, finden die Nazis raus, dass er auch jüdischer Herkunft ist, finden die raus, dass er verfolgten Menschen hilft, finden die raus, dass hinter der Fassade des höflichen Barmanns, der anscheinend taub und stumm ist, ein wohlweislich kluger Überlebenskünstler steckt?
Anhand dieses Einzelschicksals wird einem wieder die Perversion der Minderheiten hassenden Nazis vor Augen geführt. Umso wichtiger, weil in den momentan undemokratischen Zirkeln wieder solche Ideologien hochgehalten werden.

Im Anhang dieses informativen Romans befinden sich auch einige Fotos mit Informationen zu real existierenden Personen der damaligen Epoche. Auf dass solche Zeiten nie wieder auferstehen, doch leider scheint die Menschheit nicht sehr gelehrig zu sein.

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