Platzhalter für Profilbild

Cleopatra0103

Lesejury Star
offline

Cleopatra0103 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cleopatra0103 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Venedig-Krimi mit Atmosphäre

Venezianisches Finale
0

Ich bin großer Venedig-Fan, die Bücher um Guido Brunetti habe ich bisher aber noch nicht gelesen. Nun habe ich einen erneuten Besuch in meiner Lieblingsstadt zum Anlass genommen, den ersten Teil zu probieren. ...

Ich bin großer Venedig-Fan, die Bücher um Guido Brunetti habe ich bisher aber noch nicht gelesen. Nun habe ich einen erneuten Besuch in meiner Lieblingsstadt zum Anlass genommen, den ersten Teil zu probieren. Ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht. Ich hatte etwas Sorge, dass die Handlung recht langsam erzählt ist und wie in den szenisch sehr schön inszenierten Verfilmungen etwas die Spannung fehlt. Doch diese Angst ist unbegründet. Die Autorin beschreibt sehr packend und ohne den Täter vorweg zu nehmen, die Ermittlungen rund um den Mord an einem Stardirigenten. Feinde und Neider hatte er viele, doch wer hasste ihn genug, um ihn zu vergiften. Nach und nach enthüllen sich Geheimnisse aus der Vergangenheit und es bietet sich ein Bild des Grauens. Die Figuren sind sehr schön beschrieben und auch die kleineren haben Profil. Die Schauplätze der Stadt und das besondere Flair sind wunderbar eingebunden. So spaziert man gemeinsam mit Brunetti durch die Lagunenstadt. Mein erster, aber sicher nicht mein letzter Brunetti.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2025

Absolute Hochspannung

The Woman in Cabin 10
0

Auch dieser Thriller von Ruth Ware hat es in sich. Eine junge Journalistin, ein Luxusschiff, eine illustre Runde reicher Passagiere und eine Frau, die plötzlich verschwindet. Laura ist sich sicher, einen ...

Auch dieser Thriller von Ruth Ware hat es in sich. Eine junge Journalistin, ein Luxusschiff, eine illustre Runde reicher Passagiere und eine Frau, die plötzlich verschwindet. Laura ist sich sicher, einen Mord gesehen zu haben, aber niemand glaubt ihr. Nach und nach entwickelt sich die Suche nach dem Opfer zu einem Katz-und-Maus-Spiel auf dem begrenzten Raum eines Schiffes. Wem kann Laura trauen? Vielleicht nicht einmal sich selbst? Wie in allen ihren Thrillern setzt die Autorin eine junge Frau in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Laura ist mir offen gesagt nicht besonders sympathisch, zu ich-bezogen, zu emotional. Dennoch folge ich ihr gern und begebe mich Schritt für Schritt immer weiter auf die Jagd. Das Ende schreit förmlich nach einer Forderung, die es ja auch demnächst geben wird. Ich bin gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2025

Erschütternd und tief bewegend

Lebensbande
0

Wie auch schon bei den letzten Romanen bin ich auch von dem neuen Werk der Autorin begeistert. Sie beherrscht den Spagat zwischen unaufgeregtem Erzählen und großen Gefühlen gekonnt. An keiner Stelle ist ...

Wie auch schon bei den letzten Romanen bin ich auch von dem neuen Werk der Autorin begeistert. Sie beherrscht den Spagat zwischen unaufgeregtem Erzählen und großen Gefühlen gekonnt. An keiner Stelle ist der Schreibstil trivial oder gefühlsduselig und trotzdem gehen die Erlebnisse der drei Frauen mitten ins Herz. Nora, Lotte und Lene - drei junge Frauen voller Träume, doch das Leben und der Krieg stellen sich gegen ihr Glück. Insbesondere Lenes Geschichte, die verzweifelt versucht das Leben ihres Sohnes zu retten, bewegt mich sehr. Stellenweise muss ich das Buch aus der Hand legen. Doch auch Noras Schicksal, die unfreiwillig ein Verbrechen begeht, rührt mich sehr. Kaum vorstellbar, was die Frauen in den Kriegsjahren erleiden mussten. Die schweren Jahre der Strafarbeit in Russland, auch noch solange nach Ende des Krieges, sind aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Doch genau das ist das Besondere an den Büchern von Mechthild Borrmann, Geschichte wird erlebbar, bleibt somit unvergessen. Ein starker Roman über drei starke Frauen, deren Leben ganz anders verlaufen ist, als sie dachten und die mit Stärke und Mut ihr Schicksal meistern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

Du musst verstehen

Der brennende Garten
0

Der brennende Garten ist ein starkes Buch, das noch lange nachhallt. Am Anfang ist es mir nicht leicht gefallen, mich einzulesen. Die vielen Namen und unterschiedliche Personen machten es mir nicht immer ...

Der brennende Garten ist ein starkes Buch, das noch lange nachhallt. Am Anfang ist es mir nicht leicht gefallen, mich einzulesen. Die vielen Namen und unterschiedliche Personen machten es mir nicht immer leicht, einen Zugang zur Geschichte zu finden. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, die Familienmitglieder, die Brüder, die Freunde auseinander zu halten. Doch nach und nach fängt mich die Geschichte ein. Insbesondere die Figuren sind sehr facettenreich, liebenswert und trotzdem ambivalent gezeichnet. Die Hauptfigur Sashi wächst in den Jahren des Bürgerkriegs in Sri Lanka vom jungen Mädchen zur starken Frau heran. Sie wächst mit ihren vier Brüdern auf, ist fleißig und studiert schließlich Medizin. Doch mit den politischen Unruhen und dem Bürgerkrieg bricht das gewohnte Leben der Familie zusammen. Einige Brüder schließen sich den Rebellen an und auch Sashi fühlt sich im Zwiespalt zwischen Pflichtgefühl, Liebe und dem Drang, helfen zu wollen. Sie arbeitet bis zur Belastungsgrenze in einem Krankenhaus, hilft Zivilisten, aber auch Rebellen. Macht sie sich damit schuldig oder gar zur Mittäterin? Ihr inneres Dilemma ist sehr gut beschrieben und für mich sehr gut nachvollziehbar. Ich muss zugeben, dass ich mich bisher relativ wenig mit der Geschichte des Sri Lankas und der Revolution beschäftigt habe. Obwohl der Bürgerkrieg bis 2009 anhielt, weiß ich relativ wenig darüber. Dieses Buch schließt eine Lücke. Die Autorin beschreibt sehr eindringlich die Leiden der Zivilbevölkerung, das Zerriebenwerden zwischen Regierung und Rebellen, die letztlich oft aus der eigenen Familie kommen. Sashi verliert nach und nach immer mehr Menschen, die sie liebt. Ihr Schicksal berührt mich sehr und doch wirkt sie zu keinem Zeitpunkt gebrochen. Sie ist eine starke Frau, der es schliesslich gelingt, die Geschichte ihrer Heimat niederzuschreiben. „Du musst verstehen“, „Du musst zuhören“, diese eindringliche Worte richtet die Autorin eindringlich an den Leser. Was ist wahr? Welcher Geschichte, die letztlich in die Geschichtsbücher eingeht, kann man trauen? Es bestürzt mich, welches Leid die Bevölkerung in Sri Lanka, insbesondere die Tamilen, ertragen mussten. Dieses Buch ist wichtig, um nicht zu vergessen und Licht auf diese Geschichte zu werfen. Es ist auch ein Buch über die Kraft und Stärke der Mütter und Frauen, die vieles ertragen müssen. Den Verlust von Söhnen und Männern, von Freiheit und Selbstbestimmung. Und die dennoch mutig und entschlossen in stark bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2025

Berührende Spurensuche

Die Postkarte
0

Dieses Buch von Anne Berest ist ein wahrer Schatz. Es stand etwas länger in meinem Regal, bevor ich es jetzt in die Hand genommen habe. Ich kannte die Autorin von dem Paris-Buch „How to be parisian whereever ...

Dieses Buch von Anne Berest ist ein wahrer Schatz. Es stand etwas länger in meinem Regal, bevor ich es jetzt in die Hand genommen habe. Ich kannte die Autorin von dem Paris-Buch „How to be parisian whereever you are“. Einen so bewegenden Roman hätte ich nicht erwartet. Die Geschichte von Myriam, Noemie, Jacques, Emma und Ephraim berührt mich sehr. Ich habe schon viele Bücher über das Dritte Reich und die Judenverfolgung gelesen. Dieses aber wird mich sicherlich noch länger beschäftigen. Vor allem weil der alltägliche Antisemitismus im heutigen Frankreich auch immer wieder angesprochen wird. Es sind die kleinen Dinge, die gestern wie heute Menschen ausgrenzen und zu Fremden machen. Der Schreibstil ist sehr elegant, fast sachlich dennoch bildhaft und emotional. Anne Berest gelingt es, die Figuren so zu zeichnen, dass sie facettenreich sind, sympathisch, manchmal auch ambivalent. Dabei folgt der Leser der Familie von Russland über Riga nach Palästina und letztlich nach Frankreich, in die Hauptstadt Paris. Nirgendwo kommen sie so richtig an. Sie sehen das drohende Unheil nicht oder können es schier nicht begreifen. Sie bleiben fremd, werden ausgegrenzt, schließlich verfolgt und ermordet. Myriam ist die einzige Überlebende und muss mit dieser Last erst einmal fertig werden und den Verlust ihrer Familie verkraften. Besonders berührt hat mich dabei die Schilderung der Rückkehr der Deportierten im Hotel Lutetia nach Kriegsende. Die Verzweiflung auf beiden Seiten. Die Zurückgekehrten, denen alle Worte fehlen und diejenigen, die auf ihre Familie, auf ihre Lieben warten. Der Drang, etwas zu erfahren und die Angst vor der Gewissheit, all diese Emotionen bringt die Autorin eindringlich in ihrer Geschichte zur Geltung. Und es ist tatsächlich ihre eigene Familiengeschichte, der der Leser hier folgt. Sie nimmt uns mit auf die Spurensuche nach dem Verfasser einer geheimnisvollen Postkarte, fast wie in einem Krimi. Manche Stellen sind schwer auszuhalten. Andere lesen sich leicht und sind voller Esprit. Eine absolute Leseempfehlung für ein Buch, das sich mit der Geschichte und der Vergangenheit beschäftigt, aber sehr aktuell und zeitgemäß ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere