Eine Mutter-Tochter-Geschichte mit einem großen Familiengeheimnis
Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.
Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf ...
Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.
Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf das Leben ihrer Mutter als junge Frau Anfang der 50er Jahre zurück. Zum anderen erzählt die Psychotherapeutin von sich und ihren Gefühlen zu einer jungen Cellistin.
Die Erzählstränge über die Mutter fand ich sehr interessant. Byford zeigt auf, wie es den Frauen im Nachkriegsdeutschland erging. Die vielen Entbehrungen der Kriegsjahre wollten sie hinter sich lassen. Sie wollten wieder ins Kino gehen, sich in einem Café mit Freunden treffen und das Leben einfach in vollen Zügen genießen. Auch erzählt Byford sehr anschaulich, dass es für Frauen aber längst nicht so einfach war. Von ihnen wurde erwartet, dass ihr größter Wunsch es war, Ehefrau und Mutter zu werden. Die Protagonistin steckt in einem Zwiespalt. Sie will mehr und kann sich nicht mit dem typischen Frauenbild identifizieren. Sie ist eine taffe Frau.
Dennoch wird deutlich, dass zu dieser Generation das Schweigen und Nicht-Aussprechen mancher unangenehmer Dinge leider dazu gehören.
Byford ist ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass sich Vieles in beider Leben spiegeln.
Byford schreibt unaufgeregt und mit viel Wärme für ihre Mutter. Der Roman ist autofiktional.
Absolut lesenswert!