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Veröffentlicht am 11.02.2026

Blumen, Liebe und kleine Verwirrungen

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, ...

Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, was Rosie anrührt wie am Schnürchen. Wird es ihr gelingen, die beiden Herren auch noch von sich zu überzeugen? Dann wäre das Leben ja tatsächlich perfekt.

"Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam" von Annabel French ist das 1. Buch der Feel-good-Reihe, "Love in the City", die sehr nett klingt. Leider hat es die Autorin ein bisschen zu gut gemeint, das Buch wirkt wie auf rosa Wolken und teilweise so naiv, dass man nur den Kopf schütteln kann. Es verspricht einen Neuanfang der jungen Britin Rosie in der niederländischen Hauptstadt. Die Atmosphäre am Blumenmarkt einzufangen, ist French gut gelungen - das Buch bezaubert mit seinem Grachtenflair. Das war für mich leider das größte Plus des Buches! Die Handlung selbst ist leider seicht und vorhersehbar und mit der super-perfekten Rosie, der alles gelingt, was sie angreift, hat French leider keine Sympathieträgerin als Hauptperson geschaffen. Im Gegenteil, mich hat Rosie eher aggressiv gemacht, ihre Naivität tut manchmal fast weh. Lediglich die Beziehung zu ihrem Vater, die sie nach wie vor, trotz der Distanz, intensiv pflegt, fand ich schön.

Auch wenn ich keinen tiefgründigen Roman erwartet habe, ein bisschen mehr Spannung und Realitätsnähe wäre fein gewesen. Schade, denn eigentlich klang die der Klappentext vielversprechend und das Cover ist wirklich ansprechend gestaltet. 3 Sterne dafür und für das schöne Setting in Amsterdam. Bei der Geschichte selbst ist leider noch viel Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein Lebensgeheimnis und ein argentinisches Erbe

Die verlassene Tochter
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In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt ...

In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt wird. Dieses Mal entführt uns die Autorin gemeinsam mit der Protagonistin Rose ins ferne Argentinien, macht uns mit dem Leben auf der Estancia Santiago bekannt, die Rose ganz unerwartet geerbt hat, und sie bringt uns gleichzeitig den spannenden Polo-Sport näher.

Die zweite Ebene spielt Ende der 30er Jahre, wo wir Valentina kennenlernen, die Tochter auf der Estancia Santiago. Ihr liebevoller Vater stirbt viel zu früh und lässt sie zurück mit einem schweren Erbe - und einer Mutter, die alles tut, um ihr dieses zu entwenden.

Ich mag es, dass sich das Buch auf 2 Zeitebenen abspielt, wenn gleich mich die Geschichte von Valentina bedeutend mehr gefesselt hat, als die von Rose. Man konnte sich richtig in ihre Rolle hineinversetzen und hat während des Lesens mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Der Druck, unter dem die junge Frau stand, hat einen mitgenommen und gefesselt - diese Kapitel waren eindeutig meine Lieblingsepisoden in dem Buch. Rose ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, ich finde allerdings, dass die Liebesgeschichte, in die sie mit Sebastian auf der Estancia verwickelt ist, völlig herzlos und ohne Emotionen ist und auch nicht wesentlich zum Fortgang des Buches beiträgt, im Gegenteil, sie wirkt eher konstruiert und man hätte sie auch getrost weglassen können.

Soraya Lane ist mit "Die verlassene Tochter" ein schöner Roman in zwei Zeitebenen gelungen, der für mich allerdings Schwachstellen im Plot der Gegenwart aufweist und mich daher nicht völlig fesseln, und nur was die historische Geschichte betrifft, überzeugen konnte. Da gäbe es mehr Potential!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Es macht immer wieder mal Sinn, das Leben zu überdenken

Das glückliche Leben
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Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, ...

Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, Testliegen im Sarg inklusive. Diese Aktion soll dazu dienen, Stationen seines Lebens zu hinterfragen und die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Was Éric in Korea zum Umdenken bewegte, versucht er nun in seiner Heimat Frankreich ebenfalls umzusetzen und er entwickelt ein Geschäftsmodel, um auch anderen Menschen zu ermöglichen, auf diese Art und Weise ihr Glück zu finden. Wird er damit Erfolg haben?

"Das glückliche Leben" von David Foenkinos klang für mich sehr vielversprechend und ich war neugierig auf diese ungewöhnliche Art, Resümee über sein eigenes Leben zu ziehen und dadurch mehr Glück zu verspüren. Das Buch las sich auch wirklich sehr leicht und anfangs so, als würde man aus der Geschichte tatsächlich etwas mitnehmen können. Die Sprache gefiel mir gut, und die Unterteilung in viele kurze Kapitel ließen mich gut vorankommen.

Im Verlauf fand ich es aber leider eher zäh und weder die Protagonisten noch die Geschichte selbst konnten mich wirklich überzeugen. Vieles blieb, obwohl das Thema viel Tiefgang hat, an der Oberfläche, teilweise wurden Handlungen einfach übersprungen und ich hatte auch nicht das Gefühl, mich mit Éric oder Amélie anzufreunden, sie blieben mir fremd. Für mich war das Buch zu "konstruiert" und abgesehen davon, dass Érics Leben am Anfang etwas holprig klang, verlief es dann wie eine Ansammlung an geglückten Episoden - egal, ob es um den Erfolg seiner Geschäftsidee ging, oder um die Betreuung seines Sohnes, es wurde von allem nur mehr die positive Seite erwähnt. Auch eine Art, Glück zu vermitteln, aber keine besonders lebensnahe.

"Das Glückliche Leben" hat bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch meine Sicht auf das Leben selbst und darauf, wie man sein Glück findet, nicht verändert.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Liebe niemals deinen Lehrer

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
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Eve und ihr Mann, der wunderschöne Nate, Schwarm aller Schülerinnen, unterrichten an einer Highschool. Im neuen Schuljahr kommt Addie in Eves Klasse, Addie, die Schuld dran war, dass ein anderer Lehrer ...

Eve und ihr Mann, der wunderschöne Nate, Schwarm aller Schülerinnen, unterrichten an einer Highschool. Im neuen Schuljahr kommt Addie in Eves Klasse, Addie, die Schuld dran war, dass ein anderer Lehrer die Schule verlassen musste und der man einfach nicht trauen konnte. Dass Nate Addie unter seine Fittiche nimmt, stellt eine schwere Bewährungsprobe für die Ehe von Eve und Nate dar. Was hat es mit Addie wirklich auf sich? Kann man ihr tatsächlich nicht trauen? Oder kommt am Ende alles ganz anders?

Freida McFaddens neues Buch spielt in einer Highschool - und genauso mutet die Geschichte auch an. Über weite Teile plätschert das Buch so vor sich hin, man fühlt sich in einen Jugendroman versetzt und schüttelt immer wieder den Kopf ob der Naivität der Schülerinnen und der Klischees, die hier bedient werden.

Erst gegen Ende nimmt das Buch Fahrt auf und es tauchen endlich die Plottwists auf, die man bei Freida McFadden so schätzt, bisher aber viele Seiten hinweg missen musste. Das Ende kommt dann etwas rasch und für meinen Geschmack zu unerwartet, so, als hätte das Buch zu einem Ende gebracht werden müssen.

Ich bin ein großer Fan der Autorin, aber "Der Lehrer" hat mich nicht wirklich begeistert. Gegen Ende hat das Buch zwar an Spannung gewonnen, insgesamt war es aber etwas langatmig und langweilig. Bis jetzt ist das für mich eindeutig Freida McFaddens schwächstes Buch, das nur wegen des Endes von mir einen 3. Stern erhält.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Ein neuer Fall für Hanna und Jan

Nach dem Leben
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Ein alter Mann wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - gestorben durch eine Überdosis Insulin. Schnell steht fest, dass es sich dabei um keinen natürlichen Tod handelt und Jan und Hanna haben einen neuen, ...

Ein alter Mann wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - gestorben durch eine Überdosis Insulin. Schnell steht fest, dass es sich dabei um keinen natürlichen Tod handelt und Jan und Hanna haben einen neuen, kniffeligen Fall zu lösen.

"Nach dem Leben" ist der 4. Band der Reihe um Hanna Will und Jan de Bruyn. Der jetzige Fall ist eine harte Nuss für unser Ermittlerduo, die Indizien laufen in die verschiedensten Richtungen und entsprechend komplex ist es, schließlich doch die richtige Fährte zu verfolgen. Anna Johannsen ist wieder ein spannender Krimi gelungen, der aufgrund der vielen beteiligten Personen und unterschiedlichen Handlungsstränge manchmal ein bisschen verwirrend ist. Leider scheint manches Thema nicht ganz abgeschlossen, dafür kommt das wirkliche Ende dann für meinen Geschmack ein bisschen zu prompt. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.

Jan und Hanna sind mittlerweile auch privat liiert, als Nebenschauplatz erfahren wir auch einiges über ihre eigene Geschichte. Das mag ich bei einer Reihe grundsätzlich immer sehr gerne, auch hat mich das "Wiedersehen" mit den beiden gefreut. Ich fand dieses Mal allerdings ihre eigene Geschichte etwas zu dominant, vor allem, dass täglich das Thema "Wohnmobil" zur Sprache kam, war etwas unnötig.

Insgesamt ist "Nach dem Leben" ein schöner, unaufgeregter Krimi, der durchaus lesenswert ist, der jedoch auch noch etwas Luft nach oben hat.

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