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Veröffentlicht am 17.04.2026

No-Talk

Das Lavendelkloster
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„… wie soll man sich denn verlieben, wenn man zum Schweigen verdammt ist?“ (S. 222)
In einem abgelegenen Schweigekloster in der Provence begegnen sich Julien und Emma – zwei Fremde, die sich aus ganz unterschiedlichen ...

„… wie soll man sich denn verlieben, wenn man zum Schweigen verdammt ist?“ (S. 222)
In einem abgelegenen Schweigekloster in der Provence begegnen sich Julien und Emma – zwei Fremde, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für eine Woche aus der Welt zurückgezogen haben, um wieder zu sich selbst zu finden. Sie kennen weder die Namen noch die Geschichten des jeweils anderen, und doch ist da vom ersten Moment an eine leise, aber unübersehbare Anziehung, der sie sich kaum entziehen können. Aus der geplanten inneren Einkehr entwickelt sich schnell ein intensives „No-Talk“: Blicke, ein kaum merkliches Heben der Augenbraue oder eine zufällige Berührung gewinnen plötzlich eine Bedeutung, die Worte niemals erreichen könnten – und werden zu stillen Versprechen.

„Abschalten, die Ruhe genießen, den Gedanken nicht mehr nachjagen, sondern ihnen vielleicht wirklich nachspüren können.“ (S. 21)
Julien hat sein Leben bislang ganz der Arbeit und dem Erfolg gewidmet und dabei sein Privatleben verloren. Nun steht er an einem Punkt, an dem er nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Von Beziehungen hat er eigentlich genug, doch Emma, die geheimnisvolle Fremde, zieht ihn unweigerlich in ihren Bann. Ausgerechnet in der Stille, ohne seine gewohnte Souveränität, ohne Worte und Auftreten, scheint er ihr näherzukommen, als er es je für möglich gehalten hätte.

„Ich möchte zu mir finden – und endlich den Mut haben, von dem ihr alle denkt, dass ich ihn schon lange habe.“ (S. 34)
Auch Emma trägt ihre eigenen Brüche mit sich. Gefangen in einem Leben, das sie so nie wollte, fehlt ihr bislang der Mut, grundlegende Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Der Rückzug ins Kloster ist für sie mehr als nur eine Pause, er ist der erste Schritt zu einer Veränderung, die längst überfällig ist.

Unabhängig voneinander erfahren beide, wie die Stille nicht nur zur Selbstreflexion zwingt, sondern auch die Wahrnehmung schärft. Plötzlich rückt das Wesentliche in den Fokus: die Natur, die einfachen Abläufe des Alltags, das bewusste Erleben jedes einzelnen Moments. Jede Mahlzeit wird zu einem kleinen Ritual, zu einem „Seelenessen“, das nährt und heilt. Ebenso intensiv ist die schweigend geteilte Zeit zwischen ihnen – eine stille Intimität, die in der Abgeschiedenheit wachsen darf, frei von Erwartungen und äußeren Einflüssen.
Doch was bleibt nach dieser einen Woche? Kehren sie einfach in ihre alten Leben zurück – oder ist aus der wortlosen Verbindung etwas entstanden, das auch außerhalb der Klostermauern Bestand haben kann?

Mit „Das Lavendelkloster“ erzählt Alexander Oetker einen Liebesroman der leisen Töne. Es wird kaum gesprochen, und gerade darin liegt seine besondere Stärke. Statt Dialogen stehen Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt, die den Lesern die Figuren auf eindringliche Weise nahebringen. Gleichzeitig entfaltet sich das sinnliche Panorama der Provence: der Duft von Lavendel, die Weite der Landschaft, die Ruhe und Magie des Ortes. Wie in all seinen Büchern verbindet Oetker auch hier Genuss, Atmosphäre und Emotion zu einer Geschichte, die lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Urlaub mit Hindernissen

Andere nennen es Urlaub
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„Keine Ahnung, wohin unser Weg noch führt, aber eins weiß ich genau: Sobald ich wieder zu Hause bin, brauche ich dringend Urlaub.“ (S. 9)
Netti ist Mitte 50, in den Wechseljahren und eine begabte, aber ...

„Keine Ahnung, wohin unser Weg noch führt, aber eins weiß ich genau: Sobald ich wieder zu Hause bin, brauche ich dringend Urlaub.“ (S. 9)
Netti ist Mitte 50, in den Wechseljahren und eine begabte, aber leider bisher unentdeckte Schauspielerin. An ihren großen Durchbruch glaubt sie schon lange nicht mehr und hält sich und ihren 18jährigen Sohn mit diversen Jobs über Wasser. Seit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter vor 3 Monaten kümmert sie sich außerdem um ihren Vater Bruno. Neben dessen Haus befindet sich ein italienisches Reisebüro. Als Netti wieder mal sehnsüchtig vor dessen Schaufenster stehen bleibt, macht ihr die Inhaberin ein verführerisches Angebot: Ihr Neffe Giorgio fährt mit einem leeren Kleinbus nach Triest und 1 Woche später wieder zurück. Dort besitzt sie ein altes Ferienappartement, in dem Netti kostenlos wohnen kann, wenn sie dafür ein wenig Ordnung schafft. Netti kann ihr Glück kaum fassen und sagt sofort zu – um Bruno kann sich ja auch mal ihre Schwester Ellen kümmern.
Doch Ellen hat eine viel bessere Idee: Netti soll Bruno einfach mitnehmen, im Auto und der Wohnung ist schließlich genug Platz. Statt eines erholsamen Urlaubs kümmert sich Netti nun rund um die Uhr um ihren Vater und stellt dabei fest, wie hilf- und mutlos er ohne sein Frau ist.

Ich hatte zunächst einen unterhaltsamen Urlaubsroman erwartet, wurde dann aber, genau wie Netti, schnell mit den diversen Problemen der Protagonisten konfrontiert. Netti hat gerade ihren Hauptjob verloren, das Finanzamt fordert eine saftige Nachzahlung und ihr Sohn beginnt nach dem bestandenen Abi, sich abzunabeln. Ihr Vater hat immer ihre erfolgreiche Schwester bevorzugt, die sich wiederum in die Erziehung von Nettis Sohnes eingemischt hat. Also hat es sich Netti über die Jahre in der Opferrolle gemütlich gemacht.
Da konnte ich mich in den wehmütigen Bruno fast besser einfühlen. Er klammert sich an die Lieblingsstrickjacke seiner verstorbenen Frau und ihre Urne, die er als ehemaliger Friedhofsverwalter zu Hause aufbewahrt – und tatsächlich auch mit in den Urlaub nimmt. Das führt zu ebenso witzigen wie emotionalen Zwischenfällen.
Und auch Giorgio reist nicht ohne eigenes „Gepäck“. Schnell wird klar, dass nicht nur die Reisenden, sondern auch die Daheimgebliebenen vor der Entscheidung stehen, ob sie ihr Leben einfach weiterführen oder endlich etwas verändern wollen.

„Sie nennen es Urlaub, ich nenne es Familientherapie.“ (S. 366) Am Ende wird aus der chaotischen Reise tatsächlich etwas, das einem Urlaub zumindest nahekommt, wenn auch auf ganz andere Weise als erwartet. Statt Erholung gibt es ehrliche Gespräche, überraschende Erkenntnisse und die Chance, alte Verletzungen zu verstehen und vielleicht sogar zu heilen. Der Roman verbindet humorvolle, manchmal skurrile Situationen mit nachdenklichen Momenten über Familie, Verlust und die Frage, ob es je zu spät ist, sein Leben zu verändern. Dazu kommt die herrliche Kulisse Italiens und viel Dolce Vita.

Wer eine leichte Urlaubslektüre mit Herz, Humor und ein bisschen Tiefgang sucht, wird hier gut unterhalten, auch wenn die Reise für Netti und ihre Familie deutlich turbulenter verläuft, als sie sich das ursprünglich vorgestellt haben.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Eine Seefahrt ist nicht lustig, eine Seefahrt ist nicht schön …

Tod unter Deck
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„Sie haben es geschafft, ganz allein die komplette Reise zu ruinieren, Paul.“ (S, 374)
Chefkoch Paul Delamare darf seine Freundin Xéra auf deren Hochzeitsreise auf einer Privatjacht in die Karibik begleiten. ...

„Sie haben es geschafft, ganz allein die komplette Reise zu ruinieren, Paul.“ (S, 374)
Chefkoch Paul Delamare darf seine Freundin Xéra auf deren Hochzeitsreise auf einer Privatjacht in die Karibik begleiten. Außer ihm ist nur die Familie ihres Mannes, Sir Billy Hardcastle, mit an Bord, Xéra hat keine eigenen Verwandten mehr. Nebenbei wollen sie und Paul an ihrem nächsten Buch arbeiten, das sich um die Patisserie ihrer Familie drehen soll.
Doch schon am ersten Abend kippt die Stimmung: Als Xéra ihr Hochzeitsgeschenk präsentieren will – eine antike Halskette mit einem Padparadscha-Saphir, bekannt als der Schatz von De Lage – ist diese spurlos aus ihrer Kabine verschwunden. Sir Billy ist außer sich und lässt das ganze Schiff durchsuchen, doch die Kette bleibt verschwunden.
Paul, der vor einem Jahr bereits einen Mord bei einem Kochkurs aufgeklärt hat, beginnt eigene Nachforschungen. Doch die Lage spitzt sich zu, als beim Frühstück plötzlich eine Leiche am Tisch sitzt – anscheinend erstickt, doch Paul ist überzeugt, dass es sich um Mord handelt. Bald gerät er selbst unter Verdacht und bringt sich mit seinen Ermittlungen in Lebensgefahr.

Eigentlich wollte Paul auf dieser Reise zur Ruhe kommen. Der Tod seines Ehemannes liegt noch nicht lange zurück, und dessen Familie versucht, ihm das Cottage streitig zu machen, in dem er lebenslanges Wohnrecht hat. Auch finanziell steht er unter Druck, das Honorar für Xéras Buch käme ihm da sehr gelegen. Doch anstatt sich auf dem Sonnendeck zu erholen, wird Paul „gebeten“, in der Küche auszuhelfen. Die Köchin scheint kaum ein Rührei zustande zu bringen, und auch sonst wirkt die Crew merkwürdig unprofessionell.

Wie schon im ersten Teil der Reihe „Mit scharfer Klinge“ verbindet Orlando Murrin auch in „Tod unter Deck“ klassischen Whodunit-Charme mit kulinarischen Elementen und der Enge eines Kammerspiels. Die Handlung spielt sich vollständig auf dem Schiff ab, Pauls einzige Verbindung zur Außenwelt sind die Mails an seine Freundin Julie und deren Partner Declan, einen Polizisten, die ihm bei seinen Recherchen helfen sollen – sofern das schwächelnde WLAN mitspielt.

Die Geschichte entwickelt sich gemächlich, fast bedächtig. Paul hört sich unter den Gästen und der Besatzung um, versucht, Verbündete zu gewinnen und die zahlreichen kleinen Geheimnisse an Bord zu entwirren. Gegen Ende wird die Handlung durch die Vielzahl möglicher Motive und Verdächtiger etwas unübersichtlich, und auch der Showdown gerät ein wenig überzogen.
Trotzdem überzeugt „Tod unter Deck“ mit seinem sympathischen Ermittler, feinem britischem Humor und einer angenehm altmodischen Krimiatmosphäre. Orlando Murrin gelingt es, Spannung und Witz zu verbinden, ohne den Charme seiner Figuren zu verlieren. Wer klassische, gemütliche Krimis mit maritimem Setting und kulinarischer Note liebt, wird auch diesen zweiten Fall von Paul Delamare mit Vergnügen lesen.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Kein gemütlicher Weihnachtskrimi

Der Tote im Kamin
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„Wenn Sie sich nicht gerade dämlich anstellen, sind Sie ein durchaus fähiger Polizist.“ (S. 19)
Leider neigt Inspector Frank Grasby bei Ermittlungen zu unüberlegten Aktionen, darum wird er im Dezember ...

„Wenn Sie sich nicht gerade dämlich anstellen, sind Sie ein durchaus fähiger Polizist.“ (S. 19)
Leider neigt Inspector Frank Grasby bei Ermittlungen zu unüberlegten Aktionen, darum wird er im Dezember 1952 von York nach Elderby in den North York Moors strafversetzt. Dort hat es zahlreiche Diebstähle auf den Farmen von Lord Damnish gegeben. Grasby soll die Polizei vor Ort unterstützen – je eher er die Schuldigen erwischt, desto eher kann er zurückkommen.
Sergant Bleakly, der Leiter des örtlichen Reviers, ist genauso verschlafen wie das Dörfchen. Grasbys einziger Lichtblick ist die hübsche Praktikantin Miss Daisy Daen, genannt Deedee. Sie stammt aus New York und studiert in Yale Kriminologie. Grasby ist mit fast 40 immer noch Junggeselle und sehr von ihr angetan, aber sie hält ihn auf Abstand.
Weil bei ihrem Antrittsbesuch bei Lord Damnish dessen Kamin extrem qualmt, will Grasby helfen. Dabei zieht er eine Leiche aus dem Schacht, die angeblich niemand kennt. Und schon am nächsten Morgen gibt es den nächsten Toten. Hinter der Kirche wird der im Ort ansässige amerikanische Journalist Chuck Starr gefunden. Doch noch bevor Gasby mit den Nachforschungen beginnen kann, mischt sich sein Chef mit einen außergewöhnlichen Anliegen ein.

„Der Tote im Kamin“ ist ein sehr ungewöhnlicher und herrlich skurriler Krimi, der (Achtung Spoiler!) immer mehr zum Agententhriller wird. Der 2. WK ist noch nicht lange vorbei, die Lebensmittel sind noch rationiert und der Kalte Krieg ist in vollem Gang. Alle Fremden im Ort werden misstrauisch beäugt, aber auch Lord Damnish hat sich Feinde gemacht. Er hat seinen Titel nämlich nicht geerbt, sondern dem alten Lord zusammen mit dem Besitz und dessen Tochter abgekauft.

Der Fall beginnt relativ gemütlich, wird immer undurchsichtiger und zieht immer größere Kreise. Irgendwann überschlägt sich die Handlung förmlich, es gibt ständig neue Beteiligte, Motive und Indizien. Es wird für Grasby (und auch für mich) sehr unübersichtlich, weil man bald nicht mehr weiß, wer hier alles ein falsches Spiel spielt. Kaum jemand ist der, der er vorzugeben zu sein scheint.

„Frank Grasby ist ein geborener Schriftsteller, der unterhaltsam zu erzählen vermag. Nur hie und da neigt er zu Abschweifungen …“ (S. 8) schreibt Denzil Meyrick, der hier als übergeordneter Erzähler des Ich-Erzählers Frank auftritt und hat Recht. Er lässt Grasby selbst berichten, was der erlebt und denkt, wie er ab und an oft unfreiwillig komisch ist und in welche Fettnäpfchen er tappt. Er ist ein ziemlich verschrobener Charakter, muss sich neben den Ermittlungsproblemen auch mit einer unheimlichen Wirtin und deren gruseligen Voraussagungen beschäftigen und einem allmächtigen, stets unzufrieden nörgelndem Vater rumschlagen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Eine Pyjamaparty aus der Hölle

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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„Wir sitzen in einem gruseligen Anwesen mit einer Leiche fest. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du das alles arrangiert hast. Es ist doch genau wie in einem deiner Spiele. Ein Ausbruchraum.“ ...

„Wir sitzen in einem gruseligen Anwesen mit einer Leiche fest. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du das alles arrangiert hast. Es ist doch genau wie in einem deiner Spiele. Ein Ausbruchraum.“ (S. 103)
Rosemary (Mimi) hat schon keine Lust auf die Party bei Jane Ireland gehabt, aber die Gastgeberin hat sie erpresst, sonst ihr dunkelstes Geheimnis zu offenbaren. Jetzt ist Jane tot und der Täter lässt es so aussehen, als sei es Mimi gewesen. Zum Glück hat sie ihre Enkelin Addie überzeugen können, sie zu begleiten. Die weiß zwar nichts von Mimis Geheimnis und sie hatten in letzter Zeit wegen Addies keine besonders gute Beziehung, aber natürlich will sie ihr trotzdem helfen, den wirklich Täter zu finden. Addie setzt dabei auf Strategien, die sie beim Entwickeln ihres erfolgreichen Multiplayer-Krimi-Onlinespiel genutzt hat.

„Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ ist ein typischer Whodunit, der mit einem außergewöhnlichen Setting punktet. Schauplatz ist eine Villa mit Zugbrücke und Wassergraben im Tudor Stil auf dem knapp 10 km2 großen, autofreien Mackinac Island in Michigan, während ein Schneesturm tobt, der Strom ausfällt und sie von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Neben Mimi hatte Jane noch 6 weitere Gäste gezwungen, zur Party zu erscheinen, um ihre Geheimnisse zu waren. Doch nachdem Jane umgebracht wurde, ist Mimi und Addie klar, dass Jane sie weder eingeladen, noch erpresst hat. Das muss einer der anderen Gäste gewesen sein!

Ich fand den Krimi recht spannend und unterhaltsam. Sobald sie von der Außenwelt abgeschnitten sind, wird er zum Kammerspiel.
Mimi ist 77 und lebt nach dem Tod ihres Mannes vor über 20 Jahren zurückgezogen. Sie liebt Kreuzworträtsel und ihren täglichen Gibson. Außerdem hat sie eine natürliche Art, die Menschen zum Reden zu bringen. Weil sie Addies Ex Brian nicht mochte, hatten sie in den letzten Jahren kaum Kontakt. Addie ist wegen Brian nebenberuflich Spieleentwicklerin geworden. Vor einem halben Jahr hat er sie verlassen, ohne sie für ihre Arbeit am gemeinsamen Spiel zu entlohnen oder an der Firma zu beteiligen. Seitdem überlegt sie, ob sie einen Anwalt beauftragen soll, ihren Anteil einzufordern. Diese Überlegungen und die Streitereien mit Mimi wegen Brian und dem Spiel überlagern die Ermittlungen leider etwas. Zudem geht Addie immer wieder sehr detailliert auf Parallelen zwischen ihrem Spiel und den Morden ein (es bleibt nicht nur bei Janes Tod), die für Entwickler und Gamer sicher interessant sind, mir aber etwas zu ausführlich waren.

Man kann den ganzen Krimi über wunderbar miträtseln, auch wenn es natürlich etwas unwahrscheinlich ist, dass sich die anderen Partygäste und das Personal so einfach von Mimi und Addie ausfragen lassen. Etwas plötzlich und nicht ganz nachvollziehbar war für mich dann aber leider die Auflösung.

Mein Fazit: Ein solider Whodunit-Krimi mit interessanten Protagonisten, tollem Setting und etwas Luft nach oben. 3,5 von 5 Sternen.

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