Magische Machtkämpfe vor dem Hintergrund koreanischer Mythologie
Als Verstoßene ihres Clans lebt Sora mit ihrer Mutter auf einer Insel vor der Südkoreanischen Küste. Gemeinsam haben sie sich ihr eigenes kleines Leben dort aufgebaut, ohne den Reichtum ihres Vaters, Patriarch ...
Als Verstoßene ihres Clans lebt Sora mit ihrer Mutter auf einer Insel vor der Südkoreanischen Küste. Gemeinsam haben sie sich ihr eigenes kleines Leben dort aufgebaut, ohne den Reichtum ihres Vaters, Patriarch des Clans und zugleich eines einflussreichen Familienimperiums. Seine überraschende Bitte, ihn nach Jahren der Funkstille auf dem Familienanwesen in Busan zu besuchen, löst einen Tsunami an Emotionen in ihr aus und sie folgt der Bitte, mit einem einzigen Ziel: ihrem Vater die jahrelang angestaute Wut entgegenzuwerfen. Nicht ahnend, dass ihre Halbschwester ihr einen tödlichen Strich durch die Rechnung machen wird. Mit magischen Folgen.
Schon die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr. Das Setting mit koreanischer Mythologie und einer Frau, die, um ihren Platz im Clan betrogen, nun voller Wut wieder dort auftaucht, hat mich ebenfalls überzeugt. Der Grund für Soras Verbannung in ihrer Kindheit war, dass sie ohne Mana geboren wurde, der magischen Kraft, welche in der Familie vererbt wird und die Basis für den Erfolg des Clans bildet. Durch Soras Verbannung rückte ihre Halbschwester Jia automatisch in der Erbrangfolge nach. Diese sieht natürlich bei Soras Auftauchen ihren Platz als zukünftiges Clanoberhaupt in Gefahr und hat zunächst keine Skrupel, dies zu verhindern.
Bis hierhin könnte es noch ein Roman wie so vieler sein, ein wenig Magie hier, eine böse Schwester da, doch stattdessen nimmt die Handlung einen völlig unerwarteten Verlauf voller Spannung, Mythologie und Überraschungen. Sora muss fortan verschiedene magische Abenteuer bestehen, erfährt Hintergründe und Geheimnisse ihres Clans und den magischen Kräften und trifft zudem auf Ran, einen alten Tigergott, der zwischen Tiger- und Menschengestalt wechseln kann. Nicht nur die magischen Abenteuer konnten mich überzeugen, sondern auch, dass die Autorin mit dem Böse-Stiefschwester-Klischee gekonnt aufräumt. Ebenso gibt es erste Andeutungen, welche Rolle der Tigergott Ran in der Geschichte des Clans spielt.
Soras Wut konnte ich beim Lesen ebenso spüren wie die Emotionen, welchen sie während der späteren Abenteuer ausgesetzt ist. Ran, der Tigergott, bietet durch seinen Charakter eine wunderbare Abwechslung und dass es zwischen ihm und Sora ein wenig knistert bleibt einfach nicht aus. Ich empfand das Buch als emotional mitreißend und habe mich über die unerwarteten Szenen gefreut, welche die Autorin sich für Sora und Ran ausgedacht hat.
Ein mitreißendes Abenteuer einer jungen Frau, die unerwartet in magische Welten und koreanische Mythologie eintaucht und mit einem Tiergott an ihrer Seite gegen gefährliche Machtkämpfe bestehen muss. Von mir eine klare Lese-Empfehlung.