Italien, Emotionen und große Erzählkunst
Villa RivoltaIch habe bereits mehrere Romane von Daniel Speck gelesen – und geliebt. Umso größer war die Vorfreude auf „Villa Rivolta“! Auch dieses Buch reiht sich nahtlos in Specks Reihe erzählerisch starker Werke ...
Ich habe bereits mehrere Romane von Daniel Speck gelesen – und geliebt. Umso größer war die Vorfreude auf „Villa Rivolta“! Auch dieses Buch reiht sich nahtlos in Specks Reihe erzählerisch starker Werke ein.
Besonders hervorzuheben ist das atmosphärische Setting in Italien, das der Autor mit großer Detailverliebtheit und spürbarer Leidenschaft zum Leben erweckt. Die Schauplätze wirken authentisch und lebendig, sodass man sich beim Lesen mühelos dorthin versetzt fühlt. Dieses mediterrane Flair ist ein großer Teil dessen, was den Roman so besonders macht. Außerdem mochte ich die Protagonisten Valeria und Piero auf Anhieb. Ich habe die beiden sehr gern begleitet und finde es beeindruckend, wie Speck ihre privaten Lebensgeschichten mit gesellschaftlich wichtigen Themen wie den damaligen Klassenunterschieden verknüpft.
Typisch für den Autor ist der kunstvoll aufgebaute Erzählstil: Mehrere Handlungsstränge - hier zwei Zeitebenen - verlaufen parallel, greifen ineinander und entfalten nach und nach ein vielschichtiges Gesamtbild. Gerade dieses Zusammenspiel sorgt für Spannung und Tiefe. Es macht großen Spaß, die einzelnen Fäden zu verfolgen und zu beobachten, wie sie sich schließlich miteinander verbinden. Lediglich das Ende, das sehr offen gehalten ist, hat mich etwas enttäuscht. Hier hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht.
Der Schreibstil von Daniel Speck ist wie gewohnt flüssig, bildhaft und sehr zugänglich. Er versteht es einfach, komplexe Geschichten leicht lesbar zu erzählen.
Insgesamt ist „Villa Rivolta“ ein weiterer gelungener Roman eines Autors, dessen Bücher für mich inzwischen eine feste Größe sind. Wer seine bisherigen Werke mochte, wird auch dieses Buch lieben – und wer ihn noch nicht kennt, findet hier einen wunderbaren Einstieg.